Legionäre Christi
Die erste Visitation bei den Legionären Christi
Die meisten Vorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi waren bereits in den 50er Jahren bekannt. Doch die damals durchgeführte Visitation wurde hintertrieben.
Pressebild der Legionäre Christi zum Tod von Pater Macial Maciel
Pressebild der Legionäre Christi zum Tod von Pater Macial Maciel
(kreuz.net) Es ist kein Geheimnis, daß der Vatikan die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi bereits in den Jahren 1956 bis Februar 1959 visitieren ließ.

Der erste Visitator machte den Vorschlag, den Ordensgründer Pater Marcial Maciel († 2008) als Generaloberer abzusetzen und die Legionäre Christi zu reformieren.

Doch dem Orden gelang es, mit Hilfe hochstehender Freunde in der Römischen Kurie, die Ausführung der Beschlüsse zu hintertreiben.

Das berichtete der Weblog ‘cassandrajonesing’ am 23. Juni mit Berufung auf das im Jahr 2006 in Mexico City erschienene Buch „Los Legionarios de Cristo; testimonios y documentos inéditos“ von Fernando M. González.

Die erste Visitation bei den Legionären wurde im Jahr 1956 vom damaligen Präfekten der Kongregation für Ordens-Angelegenheiten, Valerio Kardinal Valeri († 1963), angeordnet.

Kardinal Valeri war der Legion wohlgesonnen. Darum hatte Pater Maciel bereits im Jahr 1954 gute Gründe, auf eine endgültige vatikanische Anerkennung seines Institutes.

Im Februar 1956 akzeptierte Kardinal Valeri auch den neuen Namen „Legionäre Christi“.

Pater Marciel war gerade 36 Jahre alt. In der Zeit machte ihm seine Abhängigkeit von den Schmerzmitteln Dolantin und Demerol schwer zu schaffen.

Der aus Spanien stammende Novizenmeister der Legionäre in Rom, Pater Rafael Arumí (29), war über den Zustand so besorgt, daß er den Generalvikar der Gemeinschaft und Rektor des kleinen Seminars der Legionäre in Mexico City, Pater Luis Ferreira Correa (41), am 3. Januar 1956 zu sich rief.

Zusammen mit dem aus Spanien stammenden Rektor des Kollegs der Legionäre in Rom, Pater Antonio Lagoa (36), wurde sogar die Ablösung von Pater Maciel als Ordensoberer in Erwägung gezogen.

Kardinal Valeri hört von den Problemen. Er sah sogar den angeschlagenen Pater Maciel im Frühjahr 1956 während dessen Entzugs-Behandlung in der römischen Klinik Salvator Mundi.

Zwei Legionäre informierten die kirchlichen Vorgesetzten außerhalb der Legion. Es waren das der genannte Pater Ferreira Correa und der aus Spanien stammende Bruder Federico Domínguez, damals Studienpräfekt in Mexico.

Bruder Domínguez war der Privatsekretär von Pater Maciel und hatte diesen so aus der Nähe beobachten können.

Ende August 1954 informierte Bruder Domínguez den Generalvikar der Erzdiözese Mexico City brieflich über die Probleme des Gründers:

Dieser halte sich nicht an die Ordensregeln und unterlasse Breviergebet und Betrachtung.

Er dringe in das Forum internum der Ordensmitglieder eine, benütze „Lügen, Verdrehungen und Übertreibungen“ und handle, als ob das Ziel die Mittel rechtfertige.

Der Bruder hielt dem Gründer auch vor, die Armut nicht zu beachten: So reise er in der ersten Klasse, lasse sich erlesene Speisen auftischen und verbringe mehr Zeit in den Häusern von Gönnerinnen als in den Ordensinstituten.

Sein Bedürfnis nach sexueller Befriedigung bezeichne Pater Maciel als ein „urologisches Problem“. Er verabreiche sich auch Injektionen narkotisierenden Inhalts:

„Unter dem Effekt der Drogen entwickelt er großartige Apostolatspläne und spricht öffentlich über die privaten Defekte der Ordensbrüder in seiner Umgebung. Die Ordensmitglieder, die nicht wissen, was los ist, halten das für einen Beweis für Pater Maciels geistliche Weitsicht“ – berichtete Bruder Domínguez.

Sein Brief gelangte in die Hände von Pater Maciel.

Um den Verfasser zu diskreditieren suchte er die Hilfe des belgischen Benediktiners, Pater Gregorio Lemercier, Prior einer Niederlassung in der Nähe der großen mexikanischen Stadt Cuernavaca.

Pater Lemercier, ein Psychoanalytiker der sich in der Nachkonzilszeit mit dem Vatikan überwarf, erkannte relativ schnell, daß das Problem nicht Bruder Domínguez, sondern Pater Maciel war.

Er empfahl Bruder Domínguez, die kirchlichen Oberen über die Mißstände zu informieren.
      
9 Lesermeinungen
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#12   Prälat Hinter †   19:47:14 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Verklagt Propst Küchl Bi Küng?
„Der Verfasser einer Anzeige wirft dem Bischof laut „News“ vor, dem ehemaligen Regens des St. Pöltner Priesterseminars und Propst von Stift Eisgarn, Prälat Ulrich Küchl, unter Androhung der Vernichtung der Existenz eine psychiatrische Zwangsbehandlung sowie ein Aufenthaltsverbot im Raum Eisgarn auferlegt zu haben“.
Man mag zu Propst Küchl und seiner Entgleisung stehen wie man will, aber wo er kein Recht hat hat er Recht, denn dass Küchl recht bekommen sollte, das wird schon allein das Konkordat verhindern, denn das steht über dem österr. Staatsrecht. So ist das !!!
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#8   Prälat Hinter †   18:31:14 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Neuer Müll auf die Mühlen der Medien
Auf so was warten die ach so kirchenbesorgten Medien ja nur. – Die Kirche erweist sich keinen guten Dienst bei solchen Aktionen: stimmt auf jeden Fall:
„Wer im Mist wühlt macht sich die Finger schmutzig“ und vom Gestank leben die Schaulustigen !!!
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#7   Alois Bischof   18:23:13 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Dom Gregorio (Grégoire) Lemercier O.S.B.
war belgischer Psychoanalytiker, Anhänger von Freud und später mexikanischer Benediktinerprior und Hochschullehrer.
Seine Experimente mit Sexualität im Kloster waren umstritten, und führten ihn nach Ende des häretisierten Pastoralkonzils nicht nur in einen Kampf mit konservativeren vor der Pseudo-Pastoralsynode ernannten Kurienkardinälen, sondern auch ins sexuelle Verderben.
Dom Prof. Dr. G. Lemercier O.S.B. fiel vom katholischen Glauben und vom Zölibat ab, und heiratete selbst, in dieser Hippy-und-Sexualisierungsära der späten 1960er.
www.time.com/…171,901309-2,00.html
Er stand auch den Marxisten um Ernesto Cardenal nahe.
Lemercier, als Krypto-Kommunist und vom Glaubenszweifel regierten Mann beschrieben, hat es vielleicht gut gemeint, im Jahre 1954, war aber später selber sexuell verwirrt.
P. Marcial Maciel Degollado der Legionäre Christi war verwirrt und drogensüchtig – hat aber nicht andere ins Verderben mitreißen wollen. Etwas was man dem Herrn Lemercier (sac.ex.) nicht zugestehen kann, weil Lemercier seine Psycho-Analyse weiterhin in den Dienst der Zerstörung der Kirche, vor allem der „vom Konzil aufgeklärten“ Klöster in Europa, stellt.
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#6   Lieblingsuli   18:03:24 | Mittwoch, 1. Juli 2009
@Begeisterter
Ich schließe mich an.
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#5   Begeisterter   16:03:44 | Mittwoch, 1. Juli 2009
eine visitation
ist für alle beteiligten ein guter vorgang. niemand hat etwas zu fürchten, der reinen gewissens ist.
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#4   pomplutius pimpelmus †   16:02:40 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Weitere Untersuchung
Bei der Piussekte ist eine Visitation schon seit langen überfällig.
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#3   Domenico Tuttisanti   16:00:10 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Die Enthüllungen
legen auch strukturelle Probleme der Kommunikation und Entscheidungsfindung in einer hierarchisch organisierten Institution offen. Das kann man, denke ich, auch als konservativer Katholik eingestehen. Von persönlichem Versagen und eklatanten Fehleinschätzungen etlicher Akteure einmal abgesehen, sollte man sich also fragen, wie man vergleichbare Fälle von Anfang an verhindert oder auf sie zumindest zeitnah und angemessen reagiert.
Dass der Orden als Ganzer betroffen wäre, kann ich aber nicht sehen. Solange sich das Fehlverhalten bestimmter einzelner genau bezeichnen lässt, kann die Organisation als ganze irgendwie damit umgehen. Die Gemeinschaft muss ein spezielles Charisma haben, wenn man an die Vielzahl der Berufungen denkt. Und dieses Charisma muss der Kirche erhalten bleiben und gefördert werden.
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#2   Ben Sira †   15:16:16 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Wer im Dreck wühlt …
… macht sich die Finger schmutzig.
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#1   karljosef   15:11:46 | Mittwoch, 1. Juli 2009
Dieser Orden
ist am Ende.
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Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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