Vatikan
Es lebe die Gerontokratie
Papst Benedikt XVI. soll beschlossen haben, in den nächsten zwei Jahren keine größeren Personalveränderungen im Vatikan durchzuführen. Verschiebungen gibt es trotzdem.
(kreuz.net) Der Papst will die Präfekten der wichtigsten vatikanischen Kongregationen im Amt behalten, auch wenn sie das 75. Lebensjahr bereits überschritten haben.

Das berichtete der Vatikanist Marco Tosatti am 27. Juni in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’.

In der letzten Zeit war immer wieder über eine Ablösung von Staatssekretär Tarcisio Kardinal Bertone spekuliert worden, der im Dezember das 75. Lebensjahr vollendet.

Angeblich will der Papst das gegenwärtige vatikanische Organigramm – mit Ausnahme kleinerer Veränderungen – für die nächsten zwei Jahre beibehalten.

Nach Angaben von Tosatti ist auch nicht mit einer schnellen Ablösung des Präfekten der Glaubenskongregation, William Kardinal Levada, zu rechnen. In der Vergangenheit war immer wieder über eine Rückkehr des Kardinals in die Vereinigten Staaten spekuliert worden.

Auch der berüchtigte, altliberale Kurienkardinal Giovanni Battista Re (75) – der an der Spitze der mächtigen Bischofskongregation steht – soll weitere zwei Jahre im Amt bleiben.

Von der Verlängerung sollen auch der aus Brasilien stammende Präfekt der Kleruskongregation, Claudio Kardinal Hummes (74), und der Präfekt der Ordenskongregation, Franc Kardinal Rodè (74), profitieren.

Der aus Indien stammende Präfekt der Missionskongregation, Ivan Kardinal Dias (73), hat offenbar ebenfalls keine Lust auf die Pension.

Die Missionskongregation verhält sich im Vatikan wie ein Staat im Staat. Sie verfügt über ein vom Vatikan unabhängiges Budget. Sie präsentiert dem Papst direkt Bischofskandidaten für weite Teile der Welt.

In der Vergangenheit ist immer wieder über den angeblich angeschlagenen Gesundheitszustand von Kardinal Dias gemunkelt worden.

Als sein Nachfolger war der Erzbischof von Sydney, George Kardinal Pell, ins Gespräch gebracht worden. Auch der stellvertretende Staatssekretär, Erzbischof Ferdinando Filoni, war für den Posten genannt. Er gilt als aufsteigender Stern im Vatikan.

Dagegen wird die Pensionierung des Präsidenten der Kommission ‘Ecclesia Dei’, Dário Kardinal Castrillón Hoyos, erwartet. Er wird am 4. Juli achtzig Jahre alt.

Auch der Rücktritt des Präsidenten des Päpstlichen Sozialrates, Renato Raffaele Kardinal Martino (76), soll nach der Publikation der erwarteten Sozialenzyklika erfolgen.

Kardinal Martino soll von dem farbigen Kurienerzbischof Robert Sarah (64) aus Conakry in Guinea ersetzt werden.

Erwartet wird auch die Versetzung von Bischof Roberto Boccardo (56).Er könnte Nuntius in Paris oder Bischof einer wichtigeren italienischen Diözese werden.

Sein Amt soll Kurienerzbischof Carlo Maria Viganò (68) übernehmen. Er ist gegenwärtig im Staatssekretariat als Delegierter für die Nuntiaturen tätig.

Der Delegierte für die Nuntiaturen entscheidet die Personalverschiebungen in den Nuntiaturen. Mit dem Posten sind beachtliche Machtbefugnisse verbunden.

Als neuer Delegierter wird Erzbischof Luciano Suriani (52) genannt, der bisher Nuntius in Bolivien war.

Gegenwärtig steht er im Annuario Pontificio, dem vatikanischen Personalverzeichnis, auf der Seite des Staatssekretariates an dritter Stelle – mit der vielsagenden Anmerkung „zur Verfügung“.
      
25 Lesermeinungen
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#27   hieronymus333   07:55:19 | Samstag, 4. Juli 2009
Für den ehemaligen Prof. Ratzinger
sind das doch alle junge Spunde.
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#25   Jörg Guttenberger, Köln   00:35:30 | Freitag, 3. Juli 2009
Vatikan
Die Nachricht wirft die sorgenvolle Frage nach der Gesundheit des Papstes auf. Möglicherweise glaubt er, die nächsten beiden Jahre nicht zu überleben und will die genannten Vränderungen seinem Nachfolger überlassen.
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#24   wassers   21:53:03 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Um Gottes Willen!
Dann bemerkt er doch gar nicht mehr, was er an Dokumenten unterschreibt! Denken Sie doch an seinen polonischen Vorgänger aus Krakau!
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#23   Der gute Hirte †   21:50:20 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Ben Sira
Aber wir wollen doch dem Heiligen Vater die Last der Verantwortung und die drückende Mühe ersparen, die Kirche bis hinauf in das Heester’sche Alter zu leiten
Leider wird er sich was um ihre Wünsche scheren.
Lang lebe der Papst.
100 Jahre soll er werden.
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#22   Ben Sira †   20:13:30 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Hohes Alter
Der Heesters-Witz ist wirklich intelligent! –
Aber wir wollen doch dem Heiligen Vater die Last der Verantwortung und die drückende Mühe ersparen, die Kirche bis hinauf in das Heester’sche Alter zu leiten. – Andererseits sähe er dann vielleicht noch die nächste Generation der Pius-Bischöfe am Sakramente-spenden …
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#21   Gretchen †   19:07:33 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Das hohe Alter
sollte m. E. kein Kriterium sein, die Qualifikation eines Menschen zu bewerten – sei es bei Kirchens, sei es in der privaten Wirtschaft oder im kulturellen Bereich. Man Bedenke, was Johannes Heesters – in Relation zu seinem dreistelligen Alter betrachtet – noch leistet. Gibt einen netten Witz dazu:
Beim Ehepaar Heesters klingelt es. Johannes öffnet – vor der Tür steht in schwarzer Kutte, mit Sense und Stundenglas, Gevatter Tod! Johannes dreht sich um und ruft ins Haus: „Simone, für Diich!“
Übrigens: Zum Thema Qualifikation bei Kirchens gibt’s ein empfehlenswertes Buch: „Gottes erste Diener“ von Peter de Rosa. Es geht um die „dunklen Seiten des Papsttums“. Sehr dunkel stellenweise, fürwahr! Dunkler noch als die verfinsterten Gemüter mancher Schreiber aus diesem Forum (Elijahu und Consorten) – und das will was heißen!
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#20   Gotthard   18:49:41 | Donnerstag, 2. Juli 2009
gute Nachricht
Dagegen wird die Pensionierung des Präsidenten der Kommission ‘Ecclesia Dei’, Dário Kardinal Castrillón Hoyos, erwartet. Er wird am 4. Juli achtzig Jahre alt.
das ist doch eine gute Nachricht! … dieser Kardinal sollte eigentlich schon nach einem arbeitsreichen Leben mindestens fünf Jahre seinen Ruhestand genießen …
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#19   Ben Sira †   15:10:47 | Donnerstag, 2. Juli 2009
gott selbst
Das geht vielleicht bei (angeblich!!! Gretchens) protestant. Gottesbild, cfr. jedoch die 2. Strophe der „Internationalen“
ceterum censeo,
Selig, wer lesen und schreiben kann …
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#18   stimme der vernunft †   15:06:25 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Wieso alleine machen?
Und wozu braucht man überhaupt einen Papst? Schafft es Gott denn nicht selbst?
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#17   Ben Sira †   13:47:46 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Fabianus
jetzt mal ernsthaft. Natürlich kann der Papst (univ. Jurisdiktionsprimat) auch alles alleine machen (oder mit G. Gänswein oder mit I. Stampa). Aber es ist doch offenkundig sinnvoll und historisch erwiesen sinnvoll, „Fachdezernate“ und „Fachdezernenten“ zu haben …
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#16   Paulaner †   13:39:30 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Ihr seid nicht einmal fähig für eine Wagenburg.
einfach nur dumme Priester.
>:) Der Satan führt euch an der Hand.
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#15   Fabianus   13:38:59 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@Ben Sira
selbst darüber kann er, wenn er stark genug ist, sich hinwegsetzen.
Kardinalstaatssekretäre gab es unter Pius XII. nur wenige.
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#14   Ben Sira †   13:35:31 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@ Fabianus
Die Römische Kurie des Hl. Stuhls (!) gibt es
– seit dem 4. Jh. (Konstantinische Wende)
– seit dem 16. Jh. (Sixtus V.)
– seit dem 19. Jh. (Pius IX.)
– seit dem II. Vaticanum, das an allem Schuld ist
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#13   Fabianus   13:30:04 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Der Papst
kann auch alles wieder zentral regeln, wie Pius XII.
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#12   Ben Sira †   13:23:56 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@ JFL
Es ist reine Dummheit
und zeugt von wenig Kenntnis der Kirchengeschichte !
ad 1: Reine Dummheit oder doch intelligent gemacht?
ad 2: Sag ich doch.
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#11   Der gute Hirte †   13:17:55 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Urinbeutel
timpressum
…beim geistigen Harnlassen.
Immer wieder lustig.
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#10   JungeFREIHEIT-Leser   13:14:05 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@Ben Sira:
Es ist reine Dummheit und zeugt von wenig Kenntnis der Kirchengeschichte !
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#9   Paulaner †   13:08:40 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Ihr definiert euch nur subtraktiv, nicht eigenständig.
Ihr „Piusbrüder“ habt so gut wie keine eigenen Eigenschaften, ihr beschreibt euch nur mit euren Spreizen, wie ihr anders seid als die anderen, nichtkonziliar, nichtmodernistisch, nichtliberal.
Na gut, den Heiligen Papst Pius X. habt ihr, aber davon keine Eigenschaften, nur den Namen.
Sonst nur Häme.
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#8   Ben Sira †   13:08:05 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@jungeFREIHEIT-Leser
Der Beitrag von timpressum entbehrt einer verifizierbaren (kirchen-)geschichtlichen Grundlage. Dazu reicht bereits ein überprüfbares Gegenbeispiel: ein italienscher Kardinal kann höchstens bei der Mussolini-Jugend gewesen sein … :-)
@ timpressum
:)3
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#7   JungeFREIHEIT-Leser   13:03:14 | Donnerstag, 2. Juli 2009
@timpressum
Ihr nicht vor handenes Niveau zeigt einmal mehr, dass die Kirchenfeinde die Machenschaften der Nazis und Kommunisten sich sehr gut aneignen!
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#5   karljosef   12:15:58 | Donnerstag, 2. Juli 2009
wir auf kreuznet
sind doch alles jünglinge :-D
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#4   Prälat Hinter †   12:15:40 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit …
Der Hl. Vater schickt niemanden unnötig ins Altenheim. Das ist doch menschlich sehr symphatisch. Mögen die alten Herren noch lange und im Sinne der Piusbruderschaft ihre Macht ausüben. – Hoffentlich machen die das auch so.
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#3   33'lü   11:32:22 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Und an der Spitze der Altherrenriege ?
Benedikt XVI. geb.* 16. April 1927
Man umgibt sich eben gern mit Seinesgleichen, auch was das Alter betrifft. Lebt sich scheinbar besser, wenn auch ziemlich weit vom pulsierenden Leben entfernt. Leider.
Wohl deswegen klappt es an der Spitze der kath. Kirche auch mit den modernen Technologien noch nicht so recht…
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#2   r.ruhrgebietler   11:26:22 | Donnerstag, 2. Juli 2009
sieht alles danach aus
als wenn ja nicht noch mehr und schlimmere V-II-Häretiker im Vatikan an die Macht kommen sollen. Aber diese stille Hoffnung kann mit einem plötzlichen ableben des Hlg. Vater sich sehr abrupt ändern!
^-^ ^-^ Wenn nicht die super pösen FSSPX’ler dahinter stecken… ^-^ ^-^
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#1   Ben Sira †   11:23:04 | Donnerstag, 2. Juli 2009
Bischof Boccardo
Das Amt eines „Staatssekretärs für den Vatikanstaat“ gibt es nicht – womit ich +.net natürlich keine unseriöse Berichterstattung unterstellen möchte …
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