17:47:08 | Freitag, 3. Juli 2009
Der Prior der Gemeinschaft gibt sich in der Ritusfrage äußerst diplomatisch. Erst ganz am Schluß läßt er die Katze aus dem Sack.

Die Webseite der künftig altrituellen Benediktiner
(kreuz.net) Das neubesiedelte Benediktinerkloster von Nursia wird seine Liturgie zum zweiten Jahrestag
des des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ im wesentlichen auf den Alten Ritus umstellen.
Das berichtete
der Subprior des Klosters, Pater Benedict Nivakoff, am 1. Juli in einer Aussendung.
Norcia ist ein 5000-Seelen-Ort
180 Kilometer nördlich von Rom.
Zukünftig wird die Liturgie des Klosters vom Alten Ritus bestimmt sein.
Das ist eine liturgische Sensation.
Denn der Gründer und Superior der vor allem von US-Amerikanern gebildeten
Gemeinschaft ist der bekannte Benediktiner und Liturgiker, Pater Cassian Folsom.
Er war Professor an
der altliberalen benediktinischen Ordenshochschule Sant’Anselmo in Rom. Dort leitet er auch das daran
angeschlossene altliberale Päpstliche Liturgische Institut.
Im Jahr 1998 gründete er in einer Wohnung
in Rom eine neue benediktinische Gemeinschaft. Diese zog im Jahr 2000 auf Einladung des Erzbischofs von
Spoleto-Norcia in ein verlassenes Klostergebäude im Heimatort des Heiligen Benedikt.
Neben seiner Aktivität
als Oberer ist Pater Folsom in der neuen Gemeinschaft auch als Novizenmeister tätig und unterrichtet
die jungen Mönche.
Er begründet den de facto Übergang seiner Gemeinschaft zum Alten Ritus mit einem
„legitimen Pluralismus“ und zitiert dazu das Liturgiedokument des Zweiten Vatikanums:
„In den Dingen,
die den Glauben oder das Allgemeinwohl nicht betreffen, wünscht die Kirche nicht eine starre Einheitlichkeit
der Form zur Pflicht zu machen, nicht einmal in ihrem Gottesdienst.“
Sein Kloster werde in Zukunft, beide
Riten zu pflegen: „Das ist ein sehr auf das Konzil ausgerichteter liturgischer Zugang.“
Für den Benediktiner
ist der Einbezug des Alten Ritus ein „authentischer Ökumenismus“.
Pater Folsom weist darauf hin, daß
dieser Ritus der Riten der Ostkirche sehr verwandt ist. Darum bilde der Alte Ritus eine Brücke zwischen
Ost und West.
Der Prior erklärt auch, daß es „keinen perfekten Ritus“ gebe: „Es gibt in jeder liturgischen
Tradition positive und negative Aspekte.“
Der Neue Ritus betone die aktive Beteiligung der Gläubigen,
die Verwendung der Nationalsprache, die dauernde Entwicklung der Liturgie durch die Zufügung neuer Heiliger
und ähnlichem.
Etwas vereinfacht könne man sagen, daß die Neue Liturgie das rationale Verständnis
und das Reden in Prosa betone.
Der Alte Ritus betone – so Pater Folsom – die Gesten, Symbole, die Intuition,
die Stille, die ritualen Handlungen ohne Worte – „das Sprechen in Poesie, wie man auch sagen könnte.“
Nach sehr diplomatischen Formulierungen kommt Pater Folsom schließlich auf den Punkt
Sein Kloster in
Nursia befinde sich in einer „einzigartigen Position“. Das pastorale Leben der Stadt werde vom lokalen
Klerus gut bedient. Die Klosterkirche sei keine Pfarrei, sondern ein Heiligtum, das von Pilgern aus der
ganzen Welt besucht werde.
Die Pilger würden besonders die benediktinische Liturgie suchen, die durch
einen kontemplativen Stil gekennzeichnet sei:
„Der Alte Ritus ist diesem kontemplativen, sogar mystischen
Stil, sehr förderlich, von dem junge Menschen so angezogen werden.“
Die Mönche würden auch die Neue
Messe „im gleichen Stil“ zelebrieren. Das sei auch der Grund, warum die Menschen von weither reisen würden,
um an dem Gottesdienst teilzunehmen.
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#89
Samurai 14:25:23 | Montag, 6. Juli 2009
#88
Gotthard 00:14:06 | Montag, 6. Juli 2009
#85
pamino 01:31:31 | Samstag, 4. Juli 2009
#78
Elijahu † 23:27:49 | Freitag, 3. Juli 2009
#73
Sinah 23:15:27 | Freitag, 3. Juli 2009
#10
Belting 21:39:31 | Freitag, 3. Juli 2009
#5
colonius 19:59:11 | Freitag, 3. Juli 2009
#3
Hyazinth 19:38:21 | Freitag, 3. Juli 2009