Alte Messe
Beeindruckende Verharmlosungen
Ein neokonservativer Priester hat mit altliberalen Argumenten die Neue Messe verteidigt. Seine Hauptstrategie – die Leugnung aller Probleme. Ein Kommentar.
Der Alte Ritus ist die Messe aller Zeiten.
Der Alte Ritus ist die Messe aller Zeiten.
© Christopher.M., CC
(kreuz.net) Die sogenannt „erneuerte Messe“ komme dem Wesen des Christentums näher als die Alte Messe.

Das behauptete Pfarrer Stefan Hartmann Mitte Februar in einem Artikel für das in Rom erscheinende ‘Vatican-magazin’.

Hw. Hartmann ist publizistisch tätig und wirkt als Pfarrer in Oberhaid – einer 4700-Seelen-Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Er wendet sich in seinem Beitrag gegen Artikel des Aachener Priester Guido Rodheudt. Dieser hatte in einer vorausgehenden Nummer des gleichen Magazins die Alte Messe verteidigt.

Hw. Hartmann kritisiert ihn dafür, die Neue Messe einer „generellen und teilweise vernichtenden Kritik“ ausgesetzt zu haben.

Organisch gewachsen?

Immerhin gibt Hw. Hartmann zu, daß es im Neuen Ritus „in Mißachtung der liturgischen Richtlinien tatsächlich oft schlimme und geschmacklose Entgleisungen gegeben“ hat.

Zugleich unterstellt er, daß es im Alten Ritus Mißbräuche ähnlichen Ausmaßes gegeben habe – „wenn etwa während der hastig abgeleierten Zelebration geschneuzt, mit Ministranten geschimpft oder sogar ausgespuckt wurde.“

Mit diesem Vergleich beweist Hw. Hartmann eine beeindruckende Verharmlosung des epochalen liturgischen Zusammenbruches, der mit der Einführung des Neuen Ritus über die Kirche fegte.

In diesem verharmlosenden Ton fährt er weiter: „Einzelne ärgerliche Mißbräuche, törichte Subjektivismen und Fehlentwicklungen können aber nicht ein über lange Zeit aus der Überlieferung organisch gewachsenes liturgisches Gefüge derart in Frage stellen, daß dann allein die Notbremse einer „Avantgarde der Tradition“ (Martin Mosebach) Form und Würde der Liturgie wiederherstellen kann.“

Ist liturgische Treue Rubrizismus?

Die Alte Liturgie handelt Hw. Hartmann im neokonservativ-altliberalen Stil unter der Rubrik „steril-geistloser Meßrubrizismus“ ab.

Dann nimmt er Bezug auf drei Kritiken, die Hw. Rodheuth in seinem Artikel gegen die Neue Messe vorgebracht hat:

• der faktische Verlust der gottbezogenen Zelebrationsrichtung
• die Handkommunion
• das Aussterben der Kultsprache.

So tun, als ob man es nicht täte?

Nur dem letzten Punkt kann Hw. Hartmann „teilweise“ zustimmen. In seiner übrigen Kritik an Hw. Rodheudt bleibt er aber an der Oberfläche:

„Wie kann ein Satz fallen, daß am Volksaltar »Zelebranten in ihr Publikum grinsen«, und wie kann die Forderung erhoben werden, daß sich andächtige Kinder etwa beim Vater-unser-Gebet nicht um den Altar stellen dürfen?“

Es ist aber eine Tatsache, daß jeder Priester, der zum Volk hin zelebriert, das tut, um vom Volk gesehen zu werden und sich entsprechend auf das Volk einzustellen hat.

Die Hinwendung zum Volk impliziert darum eine Abwendung vom Tabernakel und von Gott.

Hw. Hartmanns Lösung: „Wenn ein Priester am Volksaltar – meinetwegen »versus populum« – die Eucharistie feiert, dann schaut er, wenn die Augen nicht betend geschlossen sind, ins Meßbuch, auf die eucharistischen Gestalten oder auf das auf dem Altar liegende Kreuz, aber doch nie in die Gesichter der in der Regel kniend betenden Gemeinde.“

Was der Autor offenbar nicht beachtet: Was für einen Sinn hat es, sich dem Volk hinzuwenden und dabei so zu tun, als ob man es nicht täte?

Nicht wie im Abendmahlssaal

In diesem Zusammenhang verfällt der Geistliche einer historischen Fehlinterpretation:

„Ist es denn so verwerflich, die Feier der Eucharistie wie im Abendmahlsaal und in vielen Deutungen der christlichen Kunstgeschichte im Bild eines Kreises zu sehen?“

In Wahrheit wurde das historische Abendmahl in einem nach vorne offenen Halbkreis liegend eingenommen.

Wenn dieses Argument gilt, ist liturgisch alles möglich

Hw. Hartmann benutzt auch Argumente des Typs: „Ist es nicht auch »katholischer« und damit »umfassender«, den Möglichkeiten der Zelebrationsrichtung ein »sowohl als auch« statt ein »entweder oder« zuzugestehen?“

Mit einem solchen Beweismuster kann man freilich jeden kirchlichen Mißbrauch rechtfertigen.

Es ist auch intellektuell unredlich, wenn Hw. Hartmann mit Verweis auf das 21. Kapitel des Johannesevangeliums erklärt:

„Und wenn die wahren Anbeter Gott im Geist und in der Wahrheit und nicht auf einem bestimmten Berg oder in eine bestimmte Himmelsrichtung hin anbeten, was ist dann in Wahrheit »gottbezogene Zelebrationsrichtung«?“

Die Antwort ist einfach – jene, die von der liturgischen Tradition der Kirche vorgegeben wird.

Es sei denn, Hw. Hartmann will der völligen liturgischen Beliebigkeit das Wort reden.

Ungebeichtete Ehrfurcht?

Hw. Hartmann hat keine Probleme, die Handkommunion – die inzwischen auch von Papst Benedikt XVI. in Frage gestellt wird – zu rechtfertigen.

Dabei beschränkt er sich auf den subjektiven – und subjektiv schwer nachprüfbaren – Aspekt im Empfangsmodus des Gläubigen und erklärt, daß die „allermeisten Gemeinden“ angeblich eine „ehrfürchtig und gesammelt“ Art der Handkommunion praktizieren würden.

Das ist schon insofern eine offenkundige Unwahrheit, als eine dramatische Disproportion zwischen den leeren Beichstühlen und dem quasi obligatorischen Handkommunion-Gang bei jedem Meßbesuch besteht.

Ohne Beichte kann es keine „ehrfürchtige und gesammelte“ Art des Kommunionempfanges geben.

Außerdem bleibt bei der Verteilung der Handkommunion das schwere Problem der konsekrierten Partikel, die – vor allem bei den inzwischen verwendeten Brothostien – vom Priester völlig sorglos durch die Gegend gewirbelt werden.

Gefahr des Esoterischen?

Hw. Hartmann nimmt es seinem Mitbruder auch übel, die Alte Messe und die lateinische Sprache als „letzte Reservate des Numinosen“ zu zählen.

Er glaubt sogar, daß diese Aussage „die Gefahr des Esoterischen oder Hermetischen“ beinhalte.

Das wäre möglicherweise der Fall, wenn Hw. Rodheudt nicht von „letzten Reservaten“ gesprochen hätten.

Im real existierenden Bewußtsein des heutigen Katholiken ist nicht der liturgische Esoterismus die Gefahr, sondern dessen Gegenteil – die Verweltlichung und Verflachung.

Ausgerechnet die Kapelle von Ronchamp

Im Verlauf seiner Argumentationen verrät Hw. Hartmann immer offener seine altliberalen Vorlieben.

So verteidigt er die berüchtigte Kapelle von Ronchamp des angeblich „großen Architekten“ Le Corbusier († 1965).

Das Bauwerk wurde im Jahr 1955 von Kunstbeauftragen des Erzbistums Paderborn begutachtet. Sie stellten mit Besorgnis fest, „daß diese Kirche ein nicht zu überbietendes Beispiel von Neuerungssucht, Willkür und Unordnung ist und den sakralen Charakter völlig vermissen“ läßt.

Der aus der Schweiz stammende Le Corbusier war ein in eine protestantische Familie hineingeborener Atheist.

Ähnlich „banausenhaft“ kommt Hw. Hartmann manche Kritik am Meßbuch des angeblich „kunstsinnigen Papstes Paul Vl.“ daher.

Die Neue Messe habe sich auch „in der Inszenierung für eine weltweite und multikulturell geprägte Kirche“ ästhetisch sehen lassen können.

Er verlange angeblich Treue und Gehorsam „genau wie alle andere Riten“ – behauptet er, um sich sogleich zu widersprechen:

„Aber er ermöglicht eine größere Freiheit in der Wahl der Gebete und in der Einbindung von Laien.“

Zuzustimmen ist Hw. Hartmann allerdings, wenn er erklärt, daß der Neue Ritus vom Zelebranten eine größere Zelebrationskunst verlangt.

Das ist auch ein wichtiger Grund, warum viele Priester – die meisten sind keine Choreographen oder Volksschauspieler – daran so kläglich scheitern.

Von der Wirklichkeit eingeholte Thesen

Nach seiner heftigen Polemik gegen die liturgischen Tradition der Kirche und die Alte Messe plädiert Hw. Hartmann überraschend für eine „geordnete Vielfalt der anerkannten Riten“.

Für den lateinisch-römischen Bereich postuliert er ein „wohlwollendes und unpolemisches gegenseitiges Geltenlassen der beiden Formen des einen römischen Ritus.“

Obwohl in der real-existierenden Kirche das Gegenteil wahr ist, bezeichnet er die Neue Liturgie unbeirrt als angeblich „stärker missionarisch-zentrifugal“.

Sie sei dem Wesen des Christentums angeblich entsprechender als eine „mehr nach innen gerichtete traditionsgebunden-zentripedale Form“, die angeblich „eher dem jüdischen Religionsverständnis korrespondiert“.

Diese Pauschalisierungen haben eine ökumenische Schlagseite – denn sie werten auch die dem Alten Ritus eng verwandten Liturgien des Ostens ab.

Hw. Hartmann wird auch erklären müssen, wie es möglich war, daß die Kirche der Alten Messe so intensiv missionarisch war, während der evangelisatorische Impetus nach vierzig Jahren Neuer Messe in der Kirche praktisch zusammengebrochen ist.
      
23 Lesermeinungen
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#24   Richard Scheibel   16:26:58 | Sonntag, 19. Juli 2009
neue Messe – alte Messe
wenn ich diesen Beitrag und viele andere Beiträge zu diesem Thema lese, verstehe ich die katholische Welt nicht mehr. Gestern abend hatte ich Lektorendienst und habe die zweite Lesung vorgelesen: Epheserbrief 2, 13 -18 Ich zitiere daraus „Er (Jesus) vereinigte die beiden Teile -Juden und Heiden- und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib“ Zitat Ende. Mehr gibt es nicht zu sagen. Und da gibt es wohl viele, die nichts anderes zu tun haben, als die von Jesus niedergerissene Wand wieder aufzurichten. So sehe ich das auch mit der Trennwand in der St. Ägidiuskirche in Neustadt an der Weinstraße. Zum Schluss fällt mir nur noch der Satz ein …drehte er sich um und weinte bitterlich. Schlimm finde ich es, dass einige Kirchenoberen diese trennende Bewegung noch unterstützen als im Sinne unseres Herrn zu Handeln
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#23   Lieblingsuli   15:42:43 | Samstag, 11. Juli 2009
Liebe Redaktion
Nicht HBR löschen, den mag ich O:)
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#22   pius.inquisitor   14:54:28 | Mittwoch, 8. Juli 2009
st. anton
Gestatten Sie mir, einen einzigen Punkt aus ihrem umfangreichen Lehrschreiben de propaganda fide herauszugriefen, nämlich den Ausdruck „Indio-Frauen“, den ich hier für einen weiteren Leserkreis etwa in die Gegenwartssprache übersetze habe (liturgia, äähh ecclesia semper reformanda): „Indio-Frauen“.
Können Sie mir sagen, ob es sich bei den Gesuchten um die beiden auf nachfolgend verlinkten Foto dargestellten Damen handelt? Gretchen und Clarissa sind wohl nicht gemeint – oder?
Gratias ago.
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#21   St. Anton †   14:34:16 | Mittwoch, 8. Juli 2009
@ Holsatius
1. Zwischen einem wissenschaftlichen Beitrag und Beiträgen auf kreuz.net gibt es erhebliche Unterschiede. Genauigkeit und Sorgfalt sind auf kreuz.net jedenfalls nicht zuhause.
2. Selbst Wissenschaftler – ganz besonders aber Journalisten – begehen immer wieder einen besonders peinlichen Fehler: Sie interpretieren Korrelanz als Kausalität.
Meine persönliche Überzeugung ist übrigens: Die Frage nach der Liturgie hat vermutlich mit Missionstätigkeit nicht das allergeringste zu tun, das ist nur ein negativer Wunschzusammenhang der Befürworter der Alten Messe.
Ich könnte Ihnen, wenn ich wollte, sogar beweisen, daß eine fremdsprachige Messe für die Mission und die Verbreitung des Glaubens sogar äußerst schädlich ist, weil sie synkretionistische Interpretationen des alten und des „neuen“ Glaubens zulässt, weil niemand genau versteht, worum es geht. Da brabbelt der Priester etwas auf Latein – und die Indio-Weiber denken derweil an die Große Erd-Mutter, weil sie durch ein lateinisches Wort an dieser Stelle an den alten Glauben erinnert werden.
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#20   pius.inquisitor   14:32:50 | Mittwoch, 8. Juli 2009
gretchen
es wundert ja schon etwas, dass sie die verhältnisse in st. peter so gut zu beschreiben vermögen – bei ihrem sonstigen lebenswandel … Aber jetzt ist eben schluss mit dieser „anthropologischen Wende“ in der Theologie und sonstigem V-2-Schnickschnack! Hat denn etwa irgend ein Liturgiker je behauptet, er wolle den Kommunionempfänger als gleichberechtigten Buder im Glauben oder gar als gleichberechtigte Schwester im Glauben betrachten? Nein. Knicken Sie’s! Kommunion auf gleicher Augenhöhe ist Vergangenheit! Und kommen Sie mir bloß nicht mit communio-Ekklesiologie, Sie lästige menschenfreundliche Modernistin!
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#19   Holsatius   14:22:33 | Mittwoch, 8. Juli 2009
@ St. Anton Gretchenque
@St. Anton
Wenn die Frage nach einer möglichen Kausalität dumm sein soll, weil es zusätzliche relevante Parameter geben kann, dann kann man auch gleich eine ganze Reihe Fachrichtungen an der Universität streichen, weil das nun mal die geübte (und wohl bestmögliche, wenn auch nicht beste) Vorgehensweise in einem Großteil der Wissenschaftsbereiche ist.
Und die Logik daß die Abwendung vom Tabernakel in Wirklichkeit eine Zuwendung zu Gott ist (was „viele Menschen finden“, Sie auch) finde ich ehrlich gesagt lächerlich, außer natürlich Sie glauben nicht an Transubstantiation und Realpräsenz, dann ist die Aussage nicht mehr gänzlich falsch aber bleibt trotzdem noch sinnlos.
@Gretchen
Eben weil viele Messbesucher die Hostie in der Vergangenheit oft als Souvenier mitgenommen haben, wurde jüngst in größeren italienischen Kirchen die Handkommunion verboten. Und eine zugegeben unwürdgie Kontroll-Atmosphäre kann durch die Wiedereinführung der Mundkommunion auch verhindert werden.
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#18   pius.inquisitor   14:18:15 | Mittwoch, 8. Juli 2009
clarissa colonia
hat in de Sache vollkommen Recht. Nur mit der Arithmetik hapert es noch ein wenig. Sie müsste mindestens die vier Patriarchalbasiliken nennen oder von sieben Hauptkirchen sprechen. – Aber Rechenschwäche ist keine Sünde!
job
meinen sie etwa, durch öffentliches lamentieren ihr gehalt auf mehr als 5 Euro pro Stunde erhöhen zu können? Druck hilft hier gar nichts. – Haben sie dazu vielleicht etwas in der enzyklika gelesen?
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#17   Job   13:22:35 | Mittwoch, 8. Juli 2009
@Gretchen:
Die Geste wie Sie sie beschreiben, könnte ja auch etwas missverständlich wirken. Im Sinne von „Ich finde meine Arbeitsbedingungen brechenerregend“.
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#16   clarissa colonia   13:05:34 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Merkwürdig nur,
daß in den beiden Hauptkirchen Roms (auch in der mater et caput omnium urbis et orbis ecclesiarum) seit altersher der Altar zwischen dem Zelebranten und dem Volk steht, wenn Richtung Osten zelebriert wird (fällt das dann unter „Selbstzelebration des Zelebranten“?). Und in der Sixtinischen Kapelle wird unter Michelangelos jüngstem Gericht am Hochaltar nach Westen zelebriert (gilt das dann auch noch als Zelebration „versus deum“?)!
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#15   Gretchen †   13:05:09 | Mittwoch, 8. Juli 2009
@Job: Nicht nur die Pius-Brüder
befürchten Tiramisu-Zubereitungen! Auch im Petersdom stehen bei der Kommunion-Austeilung Wärter links und rechts (sogar bei den „kleinen“ Alltagsmessen etwa in der Capella Guiseppe) und achten darauf, ob die Gläubigen die Hostie sofort in den Mund stecken. Ist dies nicht der Fall, zeigen die Wärter sogleich mit dem Zeigefinger in ihren demonstrativ geöffneten Mund – und natürlich stecken die Kommunikanten die Hostie dann sofort an den vorschriftsmäßigen Ort. Das „hat schon was“, wenn da eine tüddelige Oma das Brot nicht sofort verzehrt, etwas langsam ist, und dann sogleich ein grimmig dreinblickender Wärter seine Zeigefinger-Mund-Bewegung macht; irgendwie stört das. Ist ja richtig, dass die Hostie sogleich verzehrt wird – aber glaubt man im Vatikan vielleicht, dass da jemand das konsekrierte Brot als „Souvenir“ mitnimmt?!
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#14   St. Anton †   12:31:40 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Unredlich
Der Artikel ist unredlich. Es ist von „Verharmlosung“ die Rede, ohne daß begründet wird, worin denn die „Gefahr“ besteht, die in der Neuen Messe liegt.
Hw. Hartmann wird auch erklären müssen, wie es möglich war, daß die Kirche der Alten Messe so intensiv missionarisch war, während der evangelisatorische Impetus nach vierzig Jahren Neuer Messe in der Kirche praktisch zusammengebrochen ist?
Das ist eine äußerst dumme Frage, die dumme Antworten herausfordert wie: Schuld ist die Klimaerwärmung, die sich seither ausgebreitet hat…
Zwischen einem Früher und einem Heute gibt es stets mehr als nur einen (liturgischen) Unterschied.
Sätze wie Die Hinwendung zum Volk impliziert darum eine Abwendung vom Tabernakel und von Gott. sind lächerlich. Viele Menschen finden, daß das Gegenteil der Fall ist. Ich auch.
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#13   Prälat Hinter †   12:23:23 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Zwischen Jesus und Ritus unterscheiden:
Jesu Abendmahlsfeier mit einem historisch sich weiterentwickelt habenden, theologisch-liturgisch aufbereiteten Ritus zu vergleichen wird immer nur sehr hinkend gelingen können. Zwischen beiden liegen Jahrhunderte der tiefen Reflexion und des Mysterienverständnisses. Wichtig ist, das Heilige nicht aus dem Kult bei der Feier des Hl. Messopfers zu verteiben. Dafür steht die Petrusbruderschaft von Wigratzbad und auch die Piusbruderschaft. Allein deswegen kommt ihnen Achtung und Dank zu. Aus andern Bereichen sollten die sich aber besser raushalten. Wenn beide sich auf eine wirklich würdige Zelebration der heiligen Zeromonien beschränken könne sie unendlich viel mehr Segen für die kath. Christenheit erflehen, wie jeder (mehr oder weniger aggressive) Aufruf zur Bekämpfung moralischer Defizite. Dazu gehört aber wahre Bescheidenheit und – eben – Konzentration auf das allerwichtigste: die Gegenwärtigsetzung der unblutigen Darbietung des Hll. Kreuzopfers Jesu Christi zur Erlösung der Welt. Alles andere ist störendes Getöse und bringt nur Zwietracht.
Doch leider sind sowohl Piusbrüder wie Wigratzbader auch nur von schwachen Menschen geprägte Gemeinschaften, so dass sie sich oft nicht beherrschen können und was anzetteln was niemals ihre vornehmste Pflicht sein kann: Missgunst und Unfriede.
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#12   pius.inquisitor   11:55:44 | Mittwoch, 8. Juli 2009
job : tiramisu
Tiramisù sollte immer nur aus frischen Zutaten zubereitet werden, – sonst verdirbt man sich leicht den magen! :-)
In Wahrheit wurde das historische Abendmahl in einem nach vorne offenen Halbkreis liegend eingenommen.
Unter Neutestamentlern ist freilch noch umstritten, in welche Himmelsrichtung dieses „nach vorne“ zeigte, weil sich daraus möglicherweise weitere, für das Verständnis des historischen Jesus relevante, Implikationen ergäben.
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#11   noch ein Landorganist   11:52:04 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Eingeständnis
Hartmann: „generellen und teilweise vernichtenden Kritik“
Nun wenn man eine Kritik als „vernichtend“ bezeichnet, so ist das der beste Beleg dafür, dass sie zutrifft und richtig ist. Nicht zutreffende Kritik kann nie vernichtend sein, da sie ja zu widerlegen ist. ;-)
„Und dann waren die Teilnehmer am Abendmahl auch noch Juden“ Geht’s noch dümmer :-D
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#10   kardinalsiri   11:52:00 | Mittwoch, 8. Juli 2009
HBR und pius.inquisitor
Dies ist beleidigend, nicht nur für die Intelligenz, sondern auch für den, der glaubt! Aber das ist man ja von Modernisten gewohnt. Leider! Wo es doch so ganz gegen die Toleranz verstößt.
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#9   Domenico Tuttisanti   11:51:34 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Was sagt der Papst?
Er gibt in seinen theologischen Arbeiten zur Liturgie deutlich der Gleichrichtung von Volk und Zelebrant den Vorzug …hallonachbar.gasteiger.at/…ATIONSRICHTUNG.pdf.:
Es handelte sich … vielmehr um Gleichrichtung von Priester und Volk, die sich gemeinsam in der Prozession zum Herrn hin wußten. Sie schließen sich nicht zum Kreis, schauen sich nicht gegenseitig an, sondern sind als wanderndes Gottesvolk im Aufbruch zum Oriens, zum kommenden Christus, der uns entgegengeht … Nicht der Blick auf den Priester ist wichtig, sondern der gemeinsame Blick auf den Herrn. Nicht um den Dialog geht es nun, sondern um gemeinsame Anbetung, den Aufbruch zu Kommenden hin…
„Zwei Dinge erscheinen für den normalen Kirchenbesucher als die greifbarsten Ergebnisse der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils: das Verschwinden der lateinischen Sprache und die Wendung der Altäre zum Volk hin. Wer die Texte des Konzils selber liest, wird mit Erstaunen feststellen, daß weder das eine noch das andere in dieser Form in den Konzilsbeschlüssen zu finden ist … Von der Wendung der Altäre zum Volk hin ist im Konzilstext nicht die Rede;“
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#8   Job   11:48:08 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Die Handkommunion
stellt wirklich einen der eklatantesten liturgischen Missbräuche unserer Zeit dar. Mich verführt diese Praxis regelmäßig dazu, die Hostie nicht an Ort und Stelle zu konsumieren, sondern mit nach Hause zu nehmen, dort zu sammeln und daraus dann Tiramisu zu bereiten.
Solcherlei Dinge scheinen zumindest die Piusbrüder über Besucher der „Neuen Messe“ zu vermuten.
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#6   pius.inquisitor   11:33:26 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Bischof Walter Mixa
zu zitieren ist in der Tat unerhört! Als würde der nicht schon genug Unheil anrichten …
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#5   Lieblingsuli   11:29:35 | Mittwoch, 8. Juli 2009
@Strohsack
Der Kommentar vom Strohsack ist bei der Redaktion gemeldet. Sowas von OT.
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#4   pius.inquisitor   11:27:18 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Liturgie-Chaot Jesus
Aus dem – unnötig langen – Artikel ergibt sich u. a. folgende Schlussfolgerung: Als Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte, von dem er ahnte, dass es sein letztes sein würde, und sich ihnen dabei zuwandte – z. B. mit den Worten „Nehmt hin …“ –, ganz gewiss auch seine aramäische Muttersprache verwendete, da wandte er sich – fatalerweise – zugleich von Gott ab. –-- Hätte er doch bloß auf die Piusbrüder gehört! :-O
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#3   Lieblingsuli   11:27:10 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Handkommunion
Mystischen Kommunion gab es nicht bei der Handkommunion. Dies habe ich mal so gelesen.
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#2   sensus catholicus   11:26:17 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Kleine Korrektur
In Johannes 4,21.23-24 im Gespräch des HERRN JESU mit der Samariterin, ist von der Anbetung GOTTES im Geist und in der Wahrheit die Rede, nicht in Johannes 21.
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#1   Strohsack, heiliger   11:22:03 | Mittwoch, 8. Juli 2009
Sehr gute Predigt …
… gestern Abend von Bischof Walter Mixa bei der Männerwallfahrt im Rahmen der Ulrichswoche gegen die Arroganz der Piusbrüder. Er bekam sogar Applaus, was es bei der Ulrichswoche noch nie gab.
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