Lateinamerika
Der Kardinal läßt sich nicht daran hindern, die Wahrheit zu sagen
Wenn ein antidemokratischer linker Tyrann beseitigt wird, gibt es immer linke antidemokratische Medientyrannen, die ihren verflogenen Diktaturträumen nachweinen.
Die Lateinamerika-Expertin des katholischen Hilfswerks 'Kirche in Not', Maria Lozano
Die Lateinamerika-Expertin des katholischen Hilfswerks ‘Kirche in Not’, Maria Lozano
© Pressebild Kirche in Not
(kreuz.net) Die Honduranische Bischofskonferenz hat die rechtlichen Grundlagen der Geschehnisse um den abgesetzten Präsidenten Manuel Zelaya studiert.

Sie ist dabei zum Ergebnis gekommen, daß die staatlichen Institutionen im Einklang mit der Verfassung gehandelt haben.

Das erklärte die Lateinamerika-Expertin des katholischen Hilfswerks ‘Kirche in Not’, Maria Lozano, in einem von dem Hilfswerk veröffentlichten Interview.

Ex-Präsident Zelaya hatte sich in letzter Zeit sehr an dem antidemokratischen und kirchenfeindlichen venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez orientiert.

Dennoch war das Verhältnis zwischen ihm und der Kirche nach Angaben von Frau Lozano „nicht wirklich“ belastet.

Die Empfehlung der Kirche an Zelaya, im Augenblick auf eine Rückkehr ins Land zu verzichten, will den Ausbruch von Gewalt im Land verhindern.

Die Bischöfe sind nicht „prinzipiell“ gegen seine Rückkehr.

Das war kein Militärputsch

Frau Lozano dementiert, daß sich in Honduras ein Militärputsch zugetragen habe:

„Die Absetzung des Präsidenten wurde nicht vom Militär, sondern vom Parlament, also von den gewählten Volksvertretern beschlossen und vom Obersten Gerichtshof angeordnet.“

Der Vorgang ereignete sich mit einer parlamentarischen Mehrheit von 124 zu vier Stimmen: „Er diente der Wahrung der Landesverfassung.“

Das Militär habe nicht nach der Macht gegriffen, „sondern führte ausschließlich die Befehle des Generalstaatsanwalts und des Obersten Gerichts aus.“

Frau Lozano will nicht bewerten, ob die Absetzung von Zelaya falsch oder richtig gewesen ist:

„Aber es war eine demokratisch legitimierte Entscheidung eines demokratischen Systems.“

Als Grund für die Absetzung nennt Frau Lozano eine Reihe von Korruptionsaffären:

„Der eigentliche Grund für die Absetzung war aber, daß er mit Hilfe einer Volksbefragung die Verfassung ändern wollte, um – letzten Endes – seine Amtszeit zu verlängern.“

An dieser Volksbefragung hielt Zelaya trotz eines Verbots des Obersten Gerichtshofs fest: „Die Situation eskalierte, als Zelaya den Streitkräften den Befehl erteilte, ihn bei seiner verfassungswidrigen Volksbefragung logistisch zu unterstützen.“

Doch die Militärführung handelte – so Frau Lozano – sehr demokratisch und lehnte das Ansinnen des Präsidenten mit Rückendeckung der Generalstaatsanwaltschaft ab: „Zelaya setzte daraufhin die Militärführung ab.“

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, daß das Parlament handeln mußte.“

Frau Lozano sprach auch mit Kardinal Rodriguez Maradiaga von Tegucigalpa. Er betonte, daß er eine neutrale Rolle spielen und nicht Partei ergreifen wolle: „Das hindert ihn aber nicht daran, die Wahrheit auszusprechen.“

Ein politischer Dialog hat in Honduras nach Angaben von Frau Lozano nur eine Chance, wenn die Weltöffentlichkeit die politische Wirklichkeit in Honduras wahrnimmt:

„Der abgesetzte Präsident Zelaya kann nicht einfach zurückkehren und so tun, als sei nichts geschehen.“

Es gibt auch besorgniserregende Phänomene von seiten linksextremer südamerikanischer Regime:

„Wieso dürfen Länder wie Venezuela oder Nicaragua der Führung von Honduras mit militärischer Gewalt drohen, ohne daß die internationale Gemeinschaft dazu Stellung nimmt?“ – fragt Frau Lozano.
      
16 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#16   neverland   22:26:11 | Mittwoch, 15. Juli 2009
Auch ich lasse mich nicht abbringen
Advokat Gass, derzeit zu erreichen unter 07131 572071 ist ein überzeugter Verteidiger von Ehebrechern.
Er sollte uns einer telefonischen Versicherung unserer Gebete wert sein. Schützen wir seine unsterbliche Seele.
Redaktion benachrichtigen
#15   wassers   18:27:54 | Freitag, 10. Juli 2009
Clarissa – Stellungnahme
Hier, Allerwerteste, haben Sie eine schöne juristische Aufgabe. Erklären Sie das Recht der konziliaren honduranischen Bischofskonferenz unter Beachtung des neuen Kirchenrechtes zur Frage der Rechtmäßigkeit der Absetzung des Präsidenten Honduras unter Würdigung der Landesverfassung und des Naturrechtes Stellung zu nehmen!
Redaktion benachrichtigen
#14   Matthäus drei+ †   23:13:34 | Donnerstag, 9. Juli 2009
@Hirte
Der gute Hirte: Prof. Karl Albrecht Schachtschneider über BvG-Urteil zu Lissabonner Vertrag
Ob der gute Professor informiert ist, dass Urteile des Bundesverfassungsgerichtes immer vollkommen irrtumsfrei also absolut unfehlbar sind?
Sein Vortrag hört sich so an, als wüsste er das nicht, aber er ist halt nicht irrtumsfrei; oder falsch informiert.
Redaktion benachrichtigen
#13   Der gute Hirte †   22:50:17 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Prof. Karl Albrecht Schachtschneider über BvG-Urteil zu Lissabonner Vertrag
www.youtube.com/watch?v=BtInXIHfxeM&…
Redaktion benachrichtigen
#12   solafide   22:48:03 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Ich lach mich weg…
Hetznet geriert sich als Leuchtfeuer der Demokratie und sogar Eigerhar argumentiert mit Verfassungswidrigkeiten… Super!!! So was absurdes kann man sich gar nicht ausdenken!
Redaktion benachrichtigen
#11   Der gute Hirte †   22:07:44 | Donnerstag, 9. Juli 2009
ZDF zensiert Umfrage über Internetzensur
…hallundrauch.blogspot.com/…rt-umfrage-uber.html
Redaktion benachrichtigen
#10   Matthäus drei+ †   20:00:34 | Donnerstag, 9. Juli 2009
L’Osservatore Roman neutral?
Robert Ketelhohn: Um Gottes willen
Wieder einmal solidarisieren sich Bischöfe mit der kleinen, korrupten Ausbeuterschicht eines Landes gegen das Volk. Schlimm.
Vermutlich wähnen die katholischen Bischäfe, dass sie, verbündet mit dieser „korrupten Ausbeuterschicht“, die sich ja immer erzreaktionär und stockkonservativ gerieren, ein frauenmordendes Abtreibungsrecht wie in Nicaragua erzwingen können.
Der Wunsch nach solchen Gesetzen führt, wie zum Beispiel in Spanien, immer wieder zu Verbrüderungen der katholischen Hierarchie mit den entsprechenden Despoten.
Paulaner: Was schreibt denn der Osservatore Romano dazu?
Ich möchte jetzt endlich eine neutrale Information haben!
Ist da der Wunsch der Vater des Gedankens? Dass die Vatikanzeitung neutral sein könnte? Hier wird doch immer lautstark bejammert, dass es nie und nimmer neutrale Presse geben kann? Oder ist L’Osservatore Romano jetzt der pästlichen Unfehlbarkeit teilhaftig?
Es gibt nur einen einzigen richtigen Weg, wirklich neutrale Informationen zu bekommen: audiatur et altera pars!
Redaktion benachrichtigen
#9   Cutty Sark   17:16:37 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Paulaner
Warum können Sie den Osservatore Romano denn nicht abonnieren? Wobe ich davon ausgehe, dass er lieber erst gar nichts darüber schreibt.
Redaktion benachrichtigen
#8   eigerhar †   14:41:46 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Kleine Details
Drei „kleine“ Details möchte ich noch erwähnen.
1)
Zelaya hatte entgegen der Verfassung den CHEF DES MILITAERS entlassen.
Das Verfassungsgericht machte diese Entscheidung rückgängig.
Zelaya hielt sich nicht daran.
2)
Mit solch einer Verfassungsänderung zur Amtsverlängerung wurden in den umliegenden Ländern diktatorische linke Regimes geschaffen.
3)
Es gab massive logistische, finanzielle und personelle und Unterstützung von Venezuela.
Redaktion benachrichtigen
#7   Paulaner †   14:34:59 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Was schreibt denn der Osservatore Romano dazu?
Ich möchte jetzt endlich eine neutrale Information haben!
Leider kann ich den nicht abbonniieerren.
:-)
Redaktion benachrichtigen
#6   Holsatius   14:24:41 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Der Spiegelsche Beobachter
Der Präsident hat klar verfassungsfeindlich gehandelt, er hat sogar Militärs die seine illegale und vom Verfassungsgericht verbotene Abstimmung nicht unterstützen wollten aus Ihren Ämtern gekegelt. Und dann wird er demokratisch vom Parlament mit nur vier Gegenstimmen seines Amtes enthoben (mit Zustimmung des Verfassungsgerichtes), und auf einmal ist die demokratische Regierung Honduras eine neue Achse des Bösen.
Das Niveau von Spiegel und Co. läßt wirklich kaum mehr, oder ganz ehrlich gesagt keine Unterschiede zur chinesischen Staatspresse oder FOX News erkennen.
Aber wir leben ja glücklicherweise hier in der aufgeklärten freiheitlich-demokratischen Grundordnung, im Gegensatz zu allen anderen Ländern der Welt die nur dumm und ignorant sind.
Redaktion benachrichtigen
#5   noch ein Landorganist   14:07:03 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Ist doch immer das selbe
in den Medien. Die grundsätzliche negative Sichtweise des Militärs.
Gleiches in der Türkei: das Militär, dass seit Jahrzehnten dafür sorgt, dass die Türkei kein islamischer Gottesstaat wird, ist für die deutschen Medien pöhse und wehe es stellt sich der so hofierten islamistischen AKP bei der Islamisierung des gesamten Staats- und Gesellschaftsgebildes in den Weg. :-!
Redaktion benachrichtigen
#4   Weißer Ritter   13:43:19 | Donnerstag, 9. Juli 2009
An die Leser des Artikels
Nehmt doch einfach mal Stellung zu der Problematik, daß ein Präsident, der gewählt wurde und aufgrund der Verfassung kein weiteres mal mehr gewählt werden kann und darf, eben diese Verfassung ändern will, um weiterhin regieren zu können.
Wie würdet ihr reagieren, wenn in den USA Bush oder Clinton solches versucht hätten?
Oder wenn der Bundespräsident versuchen würde, die Verfassung dahingehend zu ändern, daß er mehr als zweimal fünf Jahre im Amt bleiben dürfte.
Wie wäre dann eure Reaktion?
Redaktion benachrichtigen
#3   Paulaner †   13:28:52 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Was für eine Kirche ist dort in Not?
Dennoch war das Verhältnis zwischen ihm und der Kirche nach Angaben von Frau Lozano „nicht wirklich“ belastet.
:-@
Redaktion benachrichtigen
#2   Weißer Ritter   13:25:09 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Deutsche Presselandschaft
In diesem Zusammenhang – wer sich informieren wollte, konnte dies in unabhängigen Blogs tun – ist es interessant, wie die deutsche Presselandschaft (Fernsehen und Printmedien) reagiert hat.
Dort wurde nämlich aufs übelste das Militär beschimpft und die Tatsache, daß das Parlament einem Usurpator entgegengetreten ist und mit der Wahrung der öffentlichen Ordnung das Militär beauftragt hat, verschwiegen.
Redaktion benachrichtigen
#1   Robert Ketelhohn   13:20:25 | Donnerstag, 9. Juli 2009
Um Gottes willen
Wieder einmal solidarisieren sich Bischöfe mit der kleinen, korrupten Ausbeuterschicht eines Landes gegen das Volk. Schlimm.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
BrasilienEin Schritt nach vorn LateinamerikaBlutsauger der Mittellosen? LateinamerikaDas ganze Gruselkabinett Leonardo BoffBrüder streiten über die Befreiungstheologie Ernesto „Che“ GuevaraEine große Lüge LateinamerikaModifiziertes Bedauern LateinamerikaBrauchen die neuen Machthaber in Bolivien einen Kulturkampf? LateinamerikaEin konservativer Bischof? LateinamerikaDie Hintermänner werden geschützt LateinamerikaIm freien Fall LateinamerikaBischof im Hungerstreik LateinamerikaKein Woityla-Effekt in Lateinamerika LateinamerikaSchlechte Zeiten?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net