Legionäre Christi
Empfehlungen und Einschreiten hochgestellter Persönlichkeiten
Obwohl die Wahrheit über die Mißstände bei den Legionären Christi ans Licht kam, geschah das, was in solchen Fällen in der Kirche Gottes immer geschieht – nämlich nichts.
Die Legionäre Christi zeigen auf ihrer Webseite das Leben im Orden.
Die Legionäre Christi zeigen auf ihrer Webseite das Leben im Orden.
(kreuz.net) Im Juli 1957 ließ der Präfekt der Kongregation für Ordens-Angelegenheiten, Valerio Kardinal Valeri († 1963), eine zweite Visitation der Legionäre Christi durchführen.

Sie wurde dem Rektor des Tschechischen Kollegs in Rom, Prälat Alfredo Bontempi († 1963), anvertraut.

Nach sechs Monaten berichtete Prälat Bontempi dem Vatikan, daß er von den Legionären sehr angetan sei.

Ihn beeindruckte der „Geist der Frömmigkeit“ im Seminar. Er schätzte das private „Gelübde der Liebe“, das jede Kritik an den Oberen verbat und schließlich von Papst Benedikt XVI. aufgehoben wurde.

Der Prälat stellte fest, daß Werke der liberalen Theologen, Pater Yves Congar OP (1995), Pater Henri de Lubac († 1991) und Jacques Maritain († 1973) in der Bibliothek der Legionäre fehlten.

Vom Gründer gewann er einen guten Eindruck: „Denn den Baum erkennt man an seinen Früchten“, meinte Prälat Bontempi.

Die spanischen und mexikanischen Häuser der Legion wurden von dem in Chile tätigen belgischen Franziskanermissionar, Pater Polidoro van Vlierberghe (48), visitiert.

Auch er war von Pater Maciel ganz hingerissen. In seinem Bericht kritisierte der Franziskaner die negativen Ergebnisse der ersten Visitation.

Diese war ein Jahr vorher von dem damaligen Generaloberen der unbeschuhten Karmeliten und späteren Kardinal, Pater Anastasio Ballestrero, durchgeführt worden.

Pater Polidoro bezweifelte die Ausgeglichenheit des ersten Berichtes.

Er unterstellte auch, daß der angeblich ehrgeizige Generalvikar der Legionäre Christi, Pater Ferreira Correa, der die Anschuldigungen gegen den Ordensgründer den Bischöfen bekanntmachte, und die Jesuiten Intrigen gegen Pater Maciel gesponnen hätten.

Doch das Institut habe die Leiden mit Geduld ertragen.

Die Untersuchung endete mit einem römischen Kompromiß.

Zwar kamen die zuständigen Stellen zu dem Schluß, daß eine Entfernung von Pater Maciel empfehlenswert wäre.

Andererseits würde die Legion auf seiner „mysteriösen“ Persönlichkeit gründen. Kein anderer Oberer könne den „heroischen Mystizismus“ von Pater Maciel oder seine Fähigkeit, Geld zu sammeln, ersetzen.

Man überließ Kardinal Valeri die Entscheidung, wann er Pater Maciel wieder in sein Amt einsetzen wollte.

Der Kardinal sollte auch die Kompetenz haben, weitere Visitationen durchzuführen, den Generalrat des Ordens und eine Finanzaufsicht zu ernennen und Pater Maciel zu verbieten, die Beichte von Mitgliedern des Ordens zu hören, deren geistliche Leitung zu übernehmen oder in ihr Forum internum einzudringen.

Am 13. Oktober 1958 wurde Pater Maciel unter diesen Bedingungen wieder als Generaloberer eingesetzt.

In jener Zeit herrschte gerade Sedisvakanz. Papst Pius XII. war gestorben und Papst Johannes XXIII. noch nicht gewählt. Erst vier Monate später – im Februar 1959 – wurde dem Ordensgründer seine Wiedereinsetzung mitgeteilt.

Im Jahr 1962 hieß es in einem kurialen Dokument, daß man wegen „Empfehlungen und Einschreiten hochgestellter Persönlichkeiten“ keine weitergehenden Maßnahmen gegen Pater Maciel habe ergreifen können.

In seinem autobiographischen Interview „Christus ist mein Leben“ dankt Pater Maciel den damaligen oder späteren Kardinälen Clemente Micara († 1965), Giuseppe Pizzardo († 1970), Gaetano Cicognani († 1962), Adeodato Giovanni Piazza († 1957) und Federico Tedeschini († 1959) für ihre Unterstützung während der Zeit der Visitationen.

Die geplanten Restriktionen gegen den Ordensoberen wurden unter dem Pontifikat von Papst Johannes XXIII. nicht in die Tat umgesetzt.

Die beiden Legionäre Pater Ferreira Correa und Bruder Federico Domínguez, welche die Bischöfe über die Mißstände in der Legion informiert hatten, verließen den Orden.

Pater Ferreira wurde Weltpriester in der mexikanischen Erzdiözese Morelia. Dort starb er im Jahr 2001.

Bruder Domínguez heiratete und lebte in Los Angeles.

Pater Arumí – ehemaliger Novizenmeister und Intimus von Pater Maciel – verschied im Jahr 2006 im Alter von 79 Jahren als Priester der Legion.

Pater Lagoa – ehemaliger Leiter des römischen Kollegs der Legion und Mitglied der Ordensleitung während der Suspendierung von Pater Maciel – starb achtzigjährig im Jahr 2001.

Im Jahr 2003 pries ihn Pater Maciel als „mir nahe in den großen Prüfungen und Leiden der Legion: Er war treu und standfest und legte für seine Liebe zu Christus kompromißlos Zeugnis ab, indem er seine Aufgabe erfüllte.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Ökonom †   11:58:34 | Freitag, 24. Juli 2009
Originalartikel Pater Hadrian Koch OFM! Lesen!!!!!!!!!
www.franziskaner.de/…a/wmf1_09_glosse.pdf
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#5   Vineta   00:49:38 | Donnerstag, 23. Juli 2009
Soviel mir über Orden bekannt ist –
erfreuen sich alle eines heiligen oder seligen Gründers oder zumindest eines Gründers, der ein heiligmäßiges Leben führte.
Soviel mir bekannt ist, bilden also dann die Legionäre eine Ausnahme.
In welchen Ruf gerät denn ein Orden, dessen Gründer schon alles andere als ein heiligmäßiges Leben führte?
Ist ein Orden ohne vorbildlichen Gründer denn nicht ein Unding?
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#4   hieronymus333   16:15:32 | Mittwoch, 22. Juli 2009
Wenn mit Mystizismus „Kinderliebe“
gemeint ist, warum siedeln dann die Legionäre nicht stärker in Belgien und den Niederlanden.
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#3   adlimina   13:49:21 | Mittwoch, 22. Juli 2009
Legionäre in der Tagespost
Um sich vernünftig zu orientieren und sich nicht in dem hier verbreiteten Nebel zu verirren, lese man den substantiell wichtigen Artikel von Guido Horst in der TAGESPOST darüber, ab ein verfaulter Baum gute Früchte hervor bringen könne:
www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_con…
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#2   John-Boy   13:25:31 | Mittwoch, 22. Juli 2009
Der Artikel ist sehr förderlich,
wenn man Schwierigkeiten hat, die Mittagsruhe zu halten.
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#1   Confiteor   10:42:15 | Mittwoch, 22. Juli 2009
Was soll der Beitrag bewirken, doch wohl keine Information
Obwohl die Wahrheit über die Mißstände bei den Legionären Christi ans Licht kam, geschah das, was in solchen Fällen in der Kirche Gottes immer geschieht – nämlich nichts.
Warum ist der Artikel eigentlich worden. Man hätte doch
auch ins Forum stellen können: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei G*tt und G*tt war das Wort.
Das hätte Sinn gehabt, vielleicht eine geistliche Anregung sein können. Der Artikel über die Legionäre Christi indes nicht.
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