19:27:15 | Dienstag, 28. Juli 2009
Die Piusbruderschaft folgt einem „protestantischen Prinzip“: Ist das aus dem Mund des Präsidenten des vatikanischen Einheitsrates ein Lob oder ein Tadel?
(kreuz.net) Mission kann man als Christ nicht vernachlässigen. Sie entspricht dem Sendungsauftrag Jesu.
Das sagte Kurienkardinal Walter Kasper am 4. Juli vor der deutschen Tageszeitung ‘Rheinische Post’.
Er sei aber für einen „dialogischen Missionsbegriff“ – erklärte sich der Kardinal. Darunter versteht
er „Mission als Akt der Freiheit, ohne Aufdrängen, ohne Überreden, ohne Eiferertum, mit einem Ernstnehmen
der Überzeugung des anderen.“
Für Kardinal Kasper ist ein mangelndes Missionsbewußtsein Ausdruck mangelnden
Glaubensbewußtseins: „Ohne Glaubensfreude ist Mission nicht möglich.“
„Wir Christen knicken zu schnell
ein, wir zeigen unsere christlichen Symbole oft nur noch verschämt, anstatt dafür einzustehen“.
Tatsächlich
verstecken sich in Deutschland zahlreiche Priester und Ordensleute hinter anonymen Zivilkleidern.
In
Deutschland brauche man – so der Kardinal – weniger Verzagtheit und mehr von der selbstbewußten US-amerikanischen
„Yes-we-can“-Mentalität.
Stark mit den SchwachenDer Kardinal wird auch auf die Piusbruderschaft angesprochen,
die ihr Handeln mit dem Verdorren des Glaubens in Deutschland rechtfertigt.
„Die Analyse von den Mangelerscheinungen
kann ich noch teilen“ – erklärt er – „obwohl ich nicht so schwarz sehe wie die Pius-Bruderschaft.“
Aber
er könne sich „überhaupt nicht denken, daß eine Gruppe aus dem Ungehorsam heraus die Kirche zu erneuern
vermag.“
Der Kardinal läßt unerwähnt, daß sich fast alle Neuerungen nach dem Zweiten Vatikanum –
Handkommunion, Volksaltar, Ministrantinnen, Laienliturgen, Ablegung der Priesterkleidung – im Ungehorsam
gegen geltende kirchliche Vorschriften durchgesetzt haben.
Doch bis heute wird „Gehorsam“ in der Konzilskirche
nur von jenen Katholiken eingefordert, die sich dem beispiellosen Zerstörungswerk altliberaler Diözesanbürokraten
widersetzen.
Im Zusammenhang mit der Piusbruderschaft ist der Kardinal auch persönlich verletzt:
„Man
muß nur mal lesen, was einzelne Pius-Brüder über Johannes Paul II., über den jetzigen Papst, auch
über mich so alles verbreitet haben. Da gibt’s ja unglaubliche Sachen.“ Beispiele erwähnt er keine.
Die Haltung der Pius-Bruderschaft sei auch angeblich „nicht katholisch“: „Es können doch nicht Einzelne
bestimmen, was katholische Lehre ist.“
Die Piusbruderschaft hat immer für sich in Anspruch genommen,
keine neuen Lehren oder Liturgien zu erfinden, sondern sich an die Tradition der Kirche zu halten.
Schließlich
ereifert sich der Kardinal, daß die Bruderschaft im Grunde einem „protestantischen Prinzip“ folge:
„Sie
schwingen sich zum Lehramt über dem Lehramt auf und wollen verbindlich sagen, was kirchliche Tradition
ist und was nicht.“
Damit unterstellt der Kardinal, daß „kirchliche Tradition“ ein Begriff ist, der
nach Belieben definiert werden kann und nicht das, was die Kirche in einer kontinuierlichen Linie geglaubt
und getan hat.
Immerhin gibt der Kardinal zu, daß die Bruderschaft so „nicht eine große Gefahr“ für
die Kirche darstellt: „Man soll das Gespräch mit ihnen versuchen, um zur Einheit zu kommen.“
Der altliberale
Prälat sieht allerdings – so seine harte Formulierung – „bis jetzt keine Zeichen der Besinnung“ bei den
Lefebvristen: „Die katholische Kirche hat kein Traditionsverständnis, das wie jenes der Pius-Bruderschaft
eingefroren ist auf die Zeit vor dem Konzil.“ Dann wird der Kardinal vollmundig: „Wir sind eine lebendige
Kirche.“
Die Bruderschaft hat nie eine „eingefrorene Tradition“ gefordert, sondern den radikalen und
ungedeckten Traditionsbruch der 60er Jahr bekämpft.
Völlig klarZur Homo-Perversion erklärte Kardinal
Kasper, daß die Position der Kirche „völlig klar“ sei:
„Respekt vor dem Einzelnen, aber wenig Verständnis
für das Zur-Schau-Stellen, diese Propaganda bei den Christopher-Street-Days, und – wohl im Einklang mit
der Mehrheit der Bevölkerung – nein zur Forderung nach Gleichstellung homosexueller Gemeinschaften mit
der Ehe.“
Er läßt freilich im Zweideutigen, ob „Respekt vor dem Einzelnen“ die kirchliche Duldung der
Homo-Perversion beinhaltet.
Dem kirchlichen Zusammenbruch in Deutschland möchte der Kardinal mit „Mittelpunkt-Kirchen“
begegnen, in denen „die Gläubigen“ aus dem weiteren Umkreis kommen können, wo „volles kirchliches Leben“
stattfindet, einschließlich Kirchenchören, Jugend- und Sozialarbeit, die geistig ins Umfeld ausstrahlen.
„Eine solche Mittelpunkt-Kirche mit mehreren Pfarrern könnte auch ein Kloster sein.“
Das ist seit Jahren
das pastorale Modell der Priorate der Piusbruderschaft.
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