Historische Botschaft der Chinesischen Regierung an den Papst
Die kommunistische Volksrepublik China unterhält keine diplomatischen Beziehungen zum Vatikan und verfolgt die Kirche im Lande auf brutale Weise. Dennoch hat die Regierung nach dem Tod Johannes Pauls II. ihre „tiefe Anteilnahme“ zum Ausdruck gebracht.
(kreuz.net, Vatikan) Bereits am Freitag hat die chinesische Regierung dem Papst auf seinem Krankenlager
eine Botschaft übermittelt. Es war die erste diplomatische Note dieser Art. Die Beziehungen zwischen
dem Heiligen Stuhl und China sind schwierig.
Ein Sprecher des Chinesischen Außenministeriums hatte einem
Reporter der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, der ihn über den Gesundheitszustand von Johannes
Paul II. befragte, geantwortet: „Wir verfolgen die Nachrichten über die Krankheit des Papstes mit Sorgfalt
und wir drücken ihm unseren besten Genesungswunsch aus.“
Anläßlich des Todeskampfes von Papst Johannes
Paul II. gab es die erste öffentliche Botschaft der Chinesischen Regierung an den Heiligen Stuhl seit
der Krise der Beziehungen der Volksrepublik und dem Vatikan in den 50er Jahren.
Im Jahre 1983 blieb eine
Botschaft von Johannes Paul II. an den damaligen chinesischen Diktator Deng Xiaoping ohne Antwort. Der
Heilige Stuhl unterhält diplomatische Beziehungen mit Taiwan. Die chinesischen Kommunisten erwarten vom
Vatikan, daß diese Beziehungen zuerst gelöst werden. Der Vatikan wiederum wäre zu einem solchen Schritt
nur bereit, wenn er vom chinesischen Regime zuerst Garantien zur Religionsfreiheit für die chinesischen
Katholiken im Lande bekommen würde.
Es ist schwierig, die Zahl der chinesischen Katholiken zu schätzen.
Beobachter gehen von ungefähr 10 Millionen Gläubigen aus.
Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Papstes wurde von der Agentur „Neues China“ in einer Eilmeldung berichtet. Ausführlich informierte
auch die sehr populäre Zeitung „Chinesische Zeiten“ über die aktuellen Vorgänge in Rom.
Der Präsident
der regierungsfreundlichen „Patriotischen Vereinigung“ chinesischer Katholiken, Liu Bainian, hatte gegenüber
der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erklärt, daß auch seine Leute für die Gesundheit des Papstes
beteten: „An jedem ersten Freitag im Monat – dem Herz-Jesu-Freitag – lesen wir für den Papst eine Messe
und einer der wichtigsten Momente während der Messe ist das Gebet für die Gesundheit des Papstes.“
Die „Patriotische Vereinigung“ ist ein von den Kommunisten organisierter Zusammenschluß von regimetreuen
Katholiken. Die Gruppe besitzt Priester und Bischöfe, die vom kommunistischen Religionsamt ernannt werden.
Zum Vatikan gibt es offiziell keine Kontakte. Die romtreuen Katholiken in China, für welche die „Patriotische
Vereinigung“ ein Greuel ist, leben im Untergrund und erleiden schwerste Verfolgung.
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.