Als während und nach dem Konzil die große Umnachtung über die Kirche einbrach, waren nicht alle blind und vom Konzilstaumel gelähmt.
Das Buchcover der Korrespondenz zwischen dem Schweizer Kardinal Charles Journet († 1975) und dem französischen Philosophen Jacques Maritain
(kreuz.net) Soeben ist der sechste Band der Korrespondenz zwischen dem Schweizer Theologen und Kardinal
Charles Journet († 1975) und dem französischen Philosophen Jacques Maritain († 1973) erschienen.
Das
berichtete die Webseite ‘Le Forum catolique’ mit Bezug auf einen Artikel von Alain Tournay in der französischen
Zeitschrift ‘Catholica’.
Der Band beinhaltet jenen Teil der Korrespondenz des Kardinals mit dem Philosophen,
der die Jahre 1965 – das Jahr der Erhebung von Hw. Journet zum Kardinal – bis 1973, dem Todesjahr Maritains,
umfaßt.
Die Kardinalsernennung hat sich in dem Briefwechsel niedergeschlagen. Kardinal Journet berichtet,
daß er den Papst vergebens zu überzeugen versuchte, einer solchen Ehre nicht würdig zu sein.
Das Jahr
1965 sah auch das Ende des Zweiten Vatikanums.
Kardinal Journet und Maritain erkannten sehr schnell und
scharf, daß das Pastoralkonzil einen liturgischen, theologischen und spirituellen Niedergang einleitete.
Der Kardinal hält die auf den Kopf gestellte Liturgie für eucharistisch ungenügend und bedauert deren
pastorale Ergebnisse.
Er kritisiert auch die von den Französischen Bischöfen approbierten liturgischen
Übersetzungen und bezeichnet sie als „ungeeignet“.
Die französische Übersetzung des lateinischen Wortes
„consubstantialem“ im Glaubensbekenntnis mit „von gleicher Natur“ qualifiziert er als „häretisch“.
Er
bedauert den Übergang zur Duz-Form im Vaterunser und in anderen Gebeten.
Für ihn ist klar, daß die
Übersetzungen nur eine „protestantische Minderheit“ zufriedenstellen wollen.
Maritain kritisiert die
Abschaffung der lateinischen Sprache. Für ihn führen diese Preisgabe und die Übersetzungsfehler einen
Prozeß der „immanenten Abfalls“ ein.
Kardinal Journet beunruhigt sich über den Niedergang im Klerus.
Er kommt zu dem Urteil:
„Wenn man an den Universitäten, Instituten, Priesterseminaren nur jene Professoren
behalten würde, die in der Lehre zuverlässig sind und die an die Bedeutung der vergangenen Konzilsentscheidungen
glauben, gäbe es nicht mehr viele, um die Jugend zu unterweisen.“
Kardinal Journet sieht in den nachkonziliären
Abenteuern „einen furchtbaren Dschungel, in dem der Fürst dieser Welt der Meister ist“.
Auch Maritain
erkennt die Dinge klar und deutlich: Er weigert sich, seine Kritik auf eine Minderheit zu beschränken.
Der Philosoph zielt auf die Priester, die Bischöfe und gewisse Kardinäle, die dazu beitragen, die Irrtümer
zu verbreiten und die Totengräber des Glaubens zu beschützen.
Im Jahr 1966 beginnt Maritain, an seinem
Buch „Le paysan de la Garonne“ zu schreiben. In dem Werk will er die Verwirrung der Geister im konziliären
und nachkonziliären Sturm darstellen.
Kardinal Journet hofft, daß dieses Buch die Gewissen aufwecken
werde.
Doch Maritain besitzt keine Illusionen: „Die Krise ist viel zu tief, und die Bischöfe selber
viel zu weich, als daß sich im Augenblick in der Masse des Klerus irgend etwas ändern könnte, es sei
denn zum Schlimmeren.“
„Ich erwarte von diesem Buch keine Wirkung. Es ist nur ein Zeugnis.“
Email-Adressen der Empfänger
42 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#43 eigerhar † 13:37:46 | Samstag, 12. September 2009
Kard. Journet und Maritain waren keine Freunde der Tradition Mein Vater, der schon von Anfang an in der
Tradition sehr exponiert war, kannte Kard. Journet sehr gut. Trotzdem äusserte sich mein Vater mir gegenüber
beleidigt, weil Kard. Journet nie zurück grüsste, obwohl er genau wusste, wer mein Vater war. Kard.
Journet, der philosophisch seichte J. Maritain und Paul Vi. bilden das Trio des Modernismus. Keiner war
hilfreich im Kampf gegen den Modernismus. Auch von Paul VI. sind heuchlerisch weinerliche Töne über
den Niedergang des Klerus und Satan, der in die Kirche eingedrungen ist, zu hören. Das heisst noch lange
nicht, dass sie sich für die Tradition einsetzten.
#41 Paulaner † 23:08:58 | Dienstag, 4. August 2009
Ich leugne in Zukunft auch ganz einfach meine Millionen auf dem Bankkonto! Sinah: Maritain, ein Prophet?
Und weiter über Jacques Maritain: „Welche Geschicklichkeit in der Anwendung der philosophischen Analogietheorie,
um ganz einfach die Herrschaft Unseres Herrn JESUS CHRISTUS über die Gesellschaft zu leugnen!“ Die Realität
ist, dass sein Bruder Satan den Grossteil der Weltbevölkerung okkupiert hat. Unkatholisch: Der Vorteil
meines Leugnens besteht darin, dass ich keine Halluzinationen mehr habe, der Nachteil allerdings ist,
dass mir mein wohliges Gefühl über mein Vermögen doch etwas fehlen wird.
Maritain, ein Prophet? Kard. Journet sieht i. d. nachkonziliären Abenteuern „einen furchtbaren Dschungel,
in dem der Fürst dieser Welt der Meister ist.“ Eben Kardinal Journet! Jacques Maritain: „Alles erneuern
im Menschen“ Papst Pius X.: „Alles erneuern in Christus“ „Auch Maritain erkennt die Dinge klar u. deutlich…“
So klar nun doch nicht! Maritain: „Es gibt ein Gesetz… ein Doppelgesetz der Herabsetzung und der Erhöhung
der geschichtl. Energie, das Gesetz des Emportauchens des Bewußtseins der Person u.d.Freiheit. Während
die Abnützung durch die Zeit u. die Passivität der Materie die Dinge dieser Welt u. die Energie der
Geschichte auf natürl. Weise zerstreuen und herabsetzen, bauen die schöpferischen Kräfte, die das eigentliche
des Geistes und der Freiheit sind(…), die Qualität dieser Energie wieder mehr und mehr auf. Das Leben
der menschl. Gesellschaft geht auf diese Weise weiter und schreitet fort um den Preis vieler Verluste.“
Dazu Lefebvre: Sie erkennen darin die berühmte ‘schöpferische Energie’ von Bergson wieder und das nicht
minder berühmte ‘Emportauchen des Bewußtseins’ von Teilhard de Chardin. Diese ganze vornehme Welt –
Bergson, Teilhard, Maritain – beherrscht und zerstört bereits Jahrzehnte und noch für lange Zeit das
katholische Denken! Und weiter über Jacques Maritain: „Welche Geschicklichkeit in der Anwendung der philosophischen
Analogietheorie, um ganz einfach die Herrschaft Unseres Herrn JESUS CHRISTUS über die Gesellschaft zu
leugnen!“ (Lefebvre, Sie haben Ihn entthront, S. 13…
Aus der TRE, Artikel „Maritain“: In Le Paysan de la Garonne gab Maritain „seiner Befürchtung Ausdruck,
daß die Reform der römisch-katholischen Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht als Öffnung
zur Welt, sondern als proskynesis vor der Welt interpretiert würde. Wie La Fontaines „paysan de la Danube“,
sprach er in aller Deutlichkeit vom Kreuz als Gottes Zeichen des Widerspruchs in dieser Welt. In bestimmter,
ja trotziger Sprache, führte er aus, daß die christliche Offenbarung und die Heilswirklichkeit der rettenden
Gnade, die aus jener hervorgeht, Geschenk und etwas nicht reduzierbares Besonderes ist“
#35 MartinBieger 12:12:28 | Dienstag, 4. August 2009
@kreuzverhör Sie verlangen doch nicht allen Ernstes das das Geschreibsel von diesm Verschwörungstheoretiker
ernstnehme. Selbst wenn Lenin ein Freimaurer war.Na und?.Interessiert niemanden.
#34 kreuzverhör † 12:08:25 | Dienstag, 4. August 2009
MartinBieger Lenin z.B war Freimaurer. www.flickr.com/…18408/in/photostream/ Er kannte sogar den Freimaurer
Attentäter von Sarajewo. Der trieb sich nämlich im Umfeld derselben Loge rum,wie Lenin selbst und der
hat revolutionäre Werke von Mazzini gelesen und sich davon inspirieren lassen. Hätten sie DEN da wirklich
aufmerksam gelesen,wüssten sie das. www.kreuz.net/reader.6212.html
#30 kreuzverhör † 11:55:04 | Dienstag, 4. August 2009
Unter dem weiten Mantel der Freimaurerei …haben alle Platz Sozialisten,Kommuniste,Demokraten,fabianische
Sozialisten,Humanisten,Sodomiten,Satanisten. Hauptsache,sie dienen der Sache.
#21 kreuzverhör † 11:15:51 | Dienstag, 4. August 2009
MartinBieger Werter Herr Bieger, solange nicht auch Hammer und Sichel und der Fünfzack Sowjetstern in
Deutchland genauso strafbewehrt verboten sind,wie das Hakenkreuz,solange werde ich machen was ich will.
#18 kreuzverhör † 11:08:36 | Dienstag, 4. August 2009
Wenn ich mal Zeit habe …werde ich euch das ultimative Aufklärungs und Erleuchtungspaket schnüren,auf
dass das Licht auch zu euch komme und der neue Morgen der Erkenntnis anbreche.Siehe ich mache alles neu.
Dazu muss man aber keinen rohen Stein behauen und komische Schürzchen umhängen,sondern nur lesen,lesen
lesen und prüfen.
#17 Paulaner † 11:04:57 | Dienstag, 4. August 2009
Das Majestätsplural, das die Franzosen dem Vater aus dem „ELOHIM“ übernommen haben. athanasius1957:
ad paulaner Dein Posting zeugt von ungemeiner Kenntnis der französischen Sprache: Notre Père qui êtes
aux cieux… Im Deutschen wurde immer „Vater unser, der Du bist im Himmel…“ gebetet. Wo ist das Problem?
@kreuzverhör Die Intelligenz der Unterscheidung von wertvoller und nutzloser Information,die kommt immer
vom Himmel. Intelligenz halte ich für einen künstlichen Affekt. Der vollkommene Mensch sei daher Künstler. ;
)
@Athanasius Im Gegensatz dazu war das Sie zu den Eltern zum Teil bis in die Sechziger Jahre durchaus üblich
Davon hab ich noch nie was gehört. Ganz im Gegenteil, das „Sie“ war auch Fremden gegenüber auf dem Land
im südlichen deutschen Sprachraum völlig unüblich. Üblich war das „Ihr“. Das kenne sogar ich noch
den ganz alten Leuten gegenüber auf dem Dorf.
@Lycos wie haben die denn früher gebetet? Die „Sie“-form in Französischen ist ja der Plural, wie im
deutschen das veraltete „Ihr“ „Also Vater unser, der Ihr im Himmel seid, geheiligt werde Euer Name“ Nun
ist das lateinische Original aber ja eindeutig in der Duz-Form verfasst. Naja, anscheinend nehmen es die
wahren Tradis auch mit dem wortgetreuen Übersetzen nur dann ernst, wenn es ihnen ins ideologische Konzept
passt.
ad paulaner Dein Posting zeugt von ungemeiner Kenntnis der französischen Sprache: Notre Père qui êtes
aux cieux… Im Deutschen wurde immer „Vater unser, der Du bist im Himmel…“ gebetet. Im Gegensatz dazu
war das Sie zu den Eltern zum Teil bis in die Sechziger Jahre durchaus üblich (nicht nur in adeligen
sondern vor allem in bäuerlichen Familien, im südlichen deutschen Sprachgebiet, insbesondere Südtirol,
Deutschschweiz und Österreich, , aber auch im nördlichen Deutschland)
Die Theologen sollten allesamt in die Klapsmühle. Lycos: wie haben die denn früher gebetet? Vater unser
der sie sind im Himmel? Pater noster qui es in caelis. Der Spaß ist offenbar unendlich hier in kreuznet
Die einen sind verblödet mit Sohn=Vater und Sie erdichten mehrere Väter oder was?
#2 Desperatus † 10:07:51 | Dienstag, 4. August 2009
Französisch? „Die französische Übersetzung des lateinischen Wortes „consubstantialem“ im Glaubensbekenntnis
mit „von gleicher Natur“ qualifiziert er als „häretisch“.“ „von gleicher Natur“ ist meines bescheidenen
Kenntnisstandes nach eine deutsche Formulierung.