09:05:06 | Donnerstag, 13. August 2009
Umgang mit der Tradition: Es geht um eine Statue des Heiligen Propheten Elija – und um viele Banknoten. Schließlich lief dem Prälaten die Galle über.
(kreuz.net) Bischof Gianfranco Todisco (63) von Melfi-Rapolla-Venosa hat am vergangenen Sonntag die 1800-Seelen-Gemeinde
Maschito in der süditalienischen Provinz Potenza unter Interdikt gestellt.
Das berichtete die italienischen
Tageszeitung ‘Avvenire’ heute. Maschito ist ein albanischsprechendes Dorf.
Jetzt darf dort keine Heilige
Messe zelebriert werden. Auch die Feier anderer Sakramente und Gottesdienste ist verboten. Eine Ausnahme
wird nur für die Krankenkommunion, Letzte Ölung und für Beerdigungen gemacht.
Der Konflikt entzündete
sich am Kirchweihfest zum Festtag des Propheten Elia. An diesem Tag ist es in der Gemeinde üblich, eine
Statue des Propheten durch die Straßen zu tragen und diese mit Banknoten zu behängen.
Diözese, Pfarrei
und Organisationskomitee versuchten heuer, diesen Brauch zu verhindern.
Im Vorfeld der Prozession hatte
der Bischof sogar 500 von ihm unterschriebene Flugblätter verteilen lassen.
Darauf betonte er, daß
„die Prozession eine wirkliche Darstellung des Glaubens sei und keine Art und Weise, um Geld zu sammeln.“
Die Gläubigen wurden ermahnt, ihre Spenden außerhalb der heiligen Riten zu geben.
Der Bischof erklärte
auf dem Flugblatt, daß es streng verboten sei, vor oder während der Prozession Geldscheine an die Statue
zu hängen.
Ein letztes Mal gewährte der Bischof den Bürgern den Brauch, für das Recht, die Statue
zu tragen, Geld zu zahlen.
Mons. Todisco zeigte Verständnis dafür, daß das gesammelte Geld für die
Organisation des Elia-Festes und den Unterhalt der Kirche wichtig sei: „Aber diese Spenden können auch
anonym gegeben werden.“
Er gesteht ein, daß vor allem Alte und Kranke Wert darauf legen, ihre Spenden
direkt an die Statue zu hängen, weil das eine Tradition ist.
Trotzdem erklärt er: „Seien wir uns bewußt,
daß wir den Eindruck geben, in der Prozession keinen Heiligen, sondern einen »Geldgott« herumzutragen,
wenn wir die Statue mit Banknoten bedecken.“
Der Klerus kämpft im Ort schon lange und vergeblich gegen
den Brauch. Aus diesem Grund beschloß Bischof Todisco, selber die Leitung der Pfarrei zu übernehmen.
Doch alles nützte nichts. Nach dem Ende der Messe und vor Beginn der Prozession wurden wie immer Bänder
an die Statue befestigt, an denen die Gläubigen ihre Banknoten heften.
Daraufhin beschloß der anwesende
Bischof, die Prozession zu verlassen und in der Kirche zu beten.
Das Interdikt über die Gemeinde wird
aufrecht erhalten, bis diese „unzweifelhaft“ die Bestimmungen der Kirche annimmt.
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eigerhar † 21:43:42 | Samstag, 15. August 2009
#18
colonius 16:41:03 | Freitag, 14. August 2009
#17
Prälat Hinter † 14:12:38 | Freitag, 14. August 2009
#15
eigerhar † 20:26:11 | Donnerstag, 13. August 2009
#14
Confiteor 18:32:03 | Donnerstag, 13. August 2009
#12
Paulaner † 18:07:03 | Donnerstag, 13. August 2009
#11
Blaumeise 18:02:16 | Donnerstag, 13. August 2009
#10
Stephanus 16:41:13 | Donnerstag, 13. August 2009
#8
Paulaner † 13:47:49 | Donnerstag, 13. August 2009
#7
sanfrancesco 13:43:11 | Donnerstag, 13. August 2009
#5
wassers 12:24:37 | Donnerstag, 13. August 2009
#4
Confiteor 12:22:54 | Donnerstag, 13. August 2009
#3
wassers 12:18:23 | Donnerstag, 13. August 2009
#2
Fridericius † 09:53:16 | Donnerstag, 13. August 2009
#1
colonius 09:42:01 | Donnerstag, 13. August 2009