Legionäre Christi
Hatte er eine gespaltene Persönlichkeit?
Nachdem kirchliche Verantwortliche – bis hin zu Papst Johannes Paul II. – warnende Stimmen jahrzehntelang in den Wind geschlagen haben, sucht ein Kardinal jetzt nach Ausreden.
Pater Marcial Maciel
Pater Marcial Maciel
© DominikHoffmann, CC
(kreuz.net) Am 19. August macht der Erzbischof von Santiago de Chile, Francisco Javier Kardinal Errázuriz (75), vor dem Chilenischen Fernsehen die folgende Aussage über Pater Marcial Maciel († 2008), den Gründer der Legionäre Christi:

„Ärzte, die Pater Maciel nahestanden, haben erklärt, daß er zwei unterschiedliche Persönlichkeiten besaß. Es handelt sich hier nicht einfach um ein Doppelleben. Auf der einen Seite war er ein Gründer und auf der anderen ein armer Mensch.“

Das berichtete die chilenische Tageszeitung ‘La Tercera’ am 19. August.

Für die Reportage wurde auch der aus Chile stammende emeritierte Präfekt der Liturgiekongregation Jorge Kardinal Medina (82) befragt.

Kardinal Medina erhielt im Jahr 2004 aus der Hand des chilenischen Ex-Priesters Patricio Cerda Informationen über angebliche Mißbräuche im Zusammenhang mit Pater Maciel.

Der Kardinal leitete diese Informationen an den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, weiter.

Während der Sendung wurden auch ehemalige Seminaristen der Legionäre Christi interviewt, die erklärten, Opfer von Pater Maciel gewesen zu sein.

Einer von ihnen ist der Priester, Hw. Felix Alarcon. Er war in der Vergangenheit Sekretär von Pater Maciel.

Hw. Alarcon erklärte, wiederholt Opfer von Übergriffen des Gründers geworden zu sein. Er berichtete auch, daß sich Pater Maciel in regelmäßigen Abständen Morphin-Derivate spritzte, um angebliche Schmerzen in seinem Körper zu lindern.

Das Mittel beschaffte sich Pater Marciel über Seminaristen. Es handelte sich dabei um Pethidin – das älteste vollsynthetische Opioid, das in vielen Ländern heute noch als starkes Schmerzmittel verwendet wird.

José Barba, ein anderer Ex-Seminaristen der Legionäre Christi erzählte, daß Pater Maciel Seminaristen zwang, ihn im Intimbereich zu berühren. Der Pater erklärte dabei, daß er krank sei.

Pater Maciel befahl den Seminaristen, diese Praktiken geheimzuhalten und sie nicht einmal in der Beichte zu erwähnen.
      
11 Lesermeinungen
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#11   wassers   14:09:59 | Samstag, 29. August 2009
Nein, nur einen
Spaltung zwischen oberem und unterem Körperteil, die nicht miteinander harmonierten. Oben sagte es Nein, aber unten sagte der Triebwagen Ja!
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#10   sacerdos helveticus   11:30:19 | Dienstag, 25. August 2009
Aufklärungsbedarf!
Eine zumindest kircheninterne Aufklärung der Vorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi ist dringend vonnöten. Es scheint mir kaum möglich, dass die jetzt eingestandenen Fehltritte des Gründers niemand im Orden bekannt waren. Meines Erachtens müssten auch alle die um die seit langem im Raum stehenden Vorwürfe wussten und nichts unternahmen (aus blinder Verehrung für den Gründer oder aus anderen Motiven) aus allen Leitungsfunktionen entfernt werden.
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#9   Herward   07:21:30 | Dienstag, 25. August 2009
gespaltene Persönlichkeit
Er war eine Persönlichket, mit starkem(n) Fleisch(eslüsten) und schwachem Geist. :-D
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#8   kardinalsiri   18:40:30 | Montag, 24. August 2009
Noch einmal
frage ich: Wem nutzt das jetzt noch was? Künstliches Aufgerege(s. Vineta) bringt niemanden weiter. Es spielt nur den Kirchenfeinden in die Hände. Principes obsta! Und nicht, wenn eh schon alles gelaufen ist.
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#7   Vineta   17:32:42 | Montag, 24. August 2009
Geht’s noch anspruchsloser ?
Was hat das mit dem Eifer der vielen, treuen und engagierten Legionäre heute zu tun?
So macht man es sich natürlich sehr einfach!
Ein Orden OHNE vorbildlichen, heiligmäßigen, wenn schon nicht heiligen GRÜNDER?
Hat man je so etwas schon mal gehört? Gab es das schon einmal? Man kläre mich auf!
Tut es nun auch schon ein Gründer, der seit Jahrzehnten immer wieder in Zusammenhang gebracht wird mit ( bis zu 6) unehelichen Kindern, pädophilen Neigungen, Einschüchterungen von Ordensleuten, Drogenhandel und Drogenabhängigkeit, Veruntreuung und Zweckentfremdung von Geldern ?
Ist die katholische Kirche nunmehr schon so heruntergekommen, daß auch ein Mafiaboß als hochverehrter Ordensgründer in Frage kommen könnte?
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#6   kardinalsiri   11:26:27 | Montag, 24. August 2009
Die Frage sei
erlaubt: Wem nutzt das jetzt noch? Und, was hat das mit dem Eifer der vielen, treuen und engagierten Legionäre heute zu tun? Beten wir für die Toten und helfen wir den Lebenden.
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#5   Paulaner †   11:10:56 | Montag, 24. August 2009
Erstens, wenn sie stimmen, wie soll er sich verteidigen?
Lycos: Natürlich sollte man über Tote nach Möglichkeit nicht schlecht sprechen, aber solche Ungeheuerlichkeiten eines Ordensgründers müssen wenn sie stimmen publik gemacht werden.
Zweitens: der Gott Öffentlichkeit tut auch den Opfern keine Abbitte, im Gegenteil, er zerrt sie durch den Kakao.
Außer du siehst das materiell, pekuniär. >:)
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#4   smallplayer   11:06:06 | Montag, 24. August 2009
publik machen?
Wenn sie stimmen, dann ja. Das Visitationsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.
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#3   Lycos   11:02:44 | Montag, 24. August 2009
Natürlich sollte man über Tote nach Möglichkeit nicht schlecht sprechen
aber solche Ungeheuerlichkeiten eines Ordensgründers müssen wenn sie stimmen publik gemacht werden.
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#2   Paulaner †   10:34:45 | Montag, 24. August 2009
de mortuis NIHIL nisi bene
Tote können sich nicht mehr verteidigen!
Das gilt auch für die Redaktion.
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#1   smallplayer   10:28:03 | Montag, 24. August 2009
Seit dem März dieses Jahres
Läuft eine außerordentliche apotoslische Visitation.
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