19:39:39 | Donnerstag, 27. August 2009
Ein Vorbild für jeden Staatsmann von heute – der heilige Heinrich II.
Als er betete, erschien ihm der Heilige Erzengel Michael und alle Engelschöre des Himmels. Von Marius Augustin.

König Heinrich II. und seine Frau Kunigunde
(kreuz.net) Nach dem Wort von Clemens Wenzel Fürst von Metternich († 1859) gibt es zwei Arten von Popularität:
Die wahre Popularität folgt den Taten; der anderen jagen die Ungeduldigen nach, ohne sie je zu erreichen.
Kaiser Heinrich II. wurde am 6. Mai 973 in Bad Abbach bei Regensburg geboren.
Seine Erziehung erfolgte
an der damals bedeutenden Domschule in Hildesheim und später durch den damaligen Bischof Wolfgang von
Regensburg.
Nachdem Tod seines Vater am 28. August 995 wurde Heinrich Herzog von Bayern.
Im Alter von
17 Jahren heiratete Heinrich seine Verlobte Kunigunde. Sie stammte aus dem Hause Luxemburg.
Um seine
Ansprüche als zukünftiger Herrscher zu untermauern, empfing Heinrich den aus Italien kommenden Troß
mit dem toten Kaiser Otto III. in Polling, 100 Kilometer südlich von Augsburg. Dessen Eingeweide ließ
er im Kloster Sankt Afra in Augsburg beisetzen.
Anschließend erhielt er von dem Heiligen Erzbischof
Heribert von Köln († 1021) die Reichskleinodien.
Es fehlte jedoch die Heilige Lanze, die ein Stück
eines Nagels des Kreuzes Christi enthält. Sie war das bedeutendste Stück der Kaiser-Insignien.
Später
trat an ihre Stelle die Reichskrone.
Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar. Die
Heilige Lanze war das sichtbare Zeichen dafür, daß seine Macht von Gott ausging. Heute ist die Heilige
Lanze in der Schatzkammer der Wiener Hofburg ausgestellt.
Am 6. Juni 1002 wurde Heinrich zum deutschen
König gewählt.
In Mainz wurde er vom Heiligen Erzbischof von Mainz und Reichskanzler Willigis († 1011)
zum König gesalbt und gekrönt.
Nachdem Heinrich erklärt hatte, auch sächsisches Recht achten zu wollen,
überreichte ihm Herzog Bernhard I. († 1011) von Sachsen die Heilige Lanze.
Am 10. August 1002 erhielt
auch Kunigunde als erste deutsche Frau die Königskrone.
Drei ItalienzügeDer erste seiner drei Italienzüge
erfolgte im Jahr 1004. In Pavia wurde Heinrich bei dieser Gelegenheit mit der Eisernen Krone zum König
der Langobarden gekrönt.
Nach dem Italienzug schloß er einen Erbvertrag mit dem Königreich Burgund,
wo Heinrich als Neffe des kinderlosen Königs der nächste Erbe war.
Auf der Pfingstsynode 1007 wurde
auf Initiative Heinrichs am 25. Mai die Gründung des Bistums Bamberg betrieben.
Heinrichs Leben war
von tiefer echter Frömmigkeit geprägt. Er erfüllt seine religiösen Pflichten sehr gewissenhaft und
war vertraut mit der Heiligen Schrift.
Er regierte im Bewußtsein, Herrscher von Gottes Gnaden zu sein.
Zwischenzeitlich mußte er sein ganzes politisches und militärisches Geschick aufbieten, um die Einheit
des Reiches zu bewahren.
Die politische Klugheit führte ihn zu einem Bündnis mit den heidnischen Liutizen –
nordwestslawische Stämme – gegen den polnischen Mitchristen Boleslaw I. († 1025).
Nach mehreren Feldzügen
erkannte dieser ihn als Lehnsherr.
Auf Heinrichs zweitem Italienzug krönte Papst Benedikt VIII. den
König und seine Frau am 14. Februar 1014 im Petersdom zum Kaiser und zur Kaiserin des Heiligen Römischen
Reiches.
Auf seinem dritten Italienzug pilgerte Heinrich im Jahre 1022 zum Monte Gargano – einem nördlichen
Vorgebirge Apuliens an der süditalienischen Ostküste.
Der Legende nach blieb Heinrich nachts in der
dortigen Michaelsgrotte und hatte eine Vision des Erzengels Michael und vieler Engel, die sich ihm in
einer himmlischen Liturgie zeigten.
Auf den Spuren von Heinrich II. zum Monte Gargano wandelt heute noch
eine
katholische Gruppierung.
Diese Pilgerfahrt Heinrichs II. ist auch deshalb eine Sensation, weil Ihm –
dem einzigen Heiligen deutschen Kaiser – der Erzengel Michael, der Schutzpatron der Deutschen, erschien.
Am 13. Juli 1024 starb Heinrich in der Pfalz Grona – einem Stützpunkt des Kaisers auf dem heutigen Stadtgebiet
von Göttingen.
Sein Grabmal befindet sich im Dom zu Bamberg.
Die Witwe Kunigunde zog sich in das von
ihr 1017 gestiftete Kloster Kaufungen bei Kassel zurück. Dort starb sie am 3. März 1033. Ihre Ehe mit
Heinrich II. blieb kinderlos.
Die Zeit der Ottonen war damit zu Ende. Es folgten die Salier.
Die Kirche
feiert den Festtag des Heiligen Heinrich am 13. Juli.
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