Die kommunistischen Diktatoren Chinas haben die Berichterstattung über den Tod von Papst Johannes Paul II. im Land verboten. In chinesischen Nachrichtenportalen werden seitdem Artikel, Würdigungen und Gebete für den Heiligen Vater gelöscht.
(kreuz.net, Peking) Die kommunistischen Machthaber in China wehrt sich gegen die Internet-Berichterstattung
über den Tod des Papstes. Seit Montag sind sämtliche Artikel zum Sterben von Johannes Paul II. verschwunden.
Das berichtete der „Österreichische Rundfunk“ unter Bezugnahme auf Aussagen von Verantwortlichen chinesischer
Nachrichtenportale in Peking.
Beliebte chinesische Homepages wie sina.com, sohu.com oder NetEase beugen
sich der staatlichen Zensur und haben das entsprechende Informationsmaterial gelöscht: „Religiöse Themen
sind eine Besonderheit. Wir befürchten Probleme“, meinte ein Verantwortlicher in Peking.
Noch am vergangenen
Sonntag hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärt, daß sich die chinesischen Kommunisten
in Zukunft um ein besseres Verhältnis mit dem Vatikan bemühen wolle. Zum Tod des Papstes schickte die
chinesische Regierung „im Namen von mehr als fünf Millionen Katholiken“ ein Beileidstelegramm in den
Vatikan.
Nachdem Donnerstag abend bekannt wurde, daß der Heilige Vater im Sterben liege, erreichte den
Papst am Tag darauf ein Schreiben der chinesischen Regierung mit Genesungswünschen. Es war die erste
diplomatische Note dieser Art seit der kommunistischen Machtergreifung. Die Beziehungen zwischen dem Heiligen
Stuhl und China sind seit den 50er Jahren sehr schwierig.
Der Heilige Stuhl unterhält diplomatische
Beziehungen mit Taipeh. Die chinesischen Kommunisten erwarten vom Vatikan, daß diese Beziehungen zuerst
abgebrochen werden. Der Vatikan wäre zu einem solchen Schritt nur bereit, wenn das chinesische Regime
zuerst den chinesischen Katholiken im Lande die Religionsfreiheit garantieren würde.
Außerdem kann
sich der Vatikan nicht damit abfinden, daß die Kommunisten der Volksrepublik vom Vatikan fordern, sich
nicht in die „Angelegenheiten Chinas“ zu mischen: Im Klartext: Die Kommunisten wollen dem Vatikan nicht
erlauben, die chinesischen Bischöfe zu ernennen.
1957 organisierten die Kommunisten einen Zusammenschluß
von regimehörigen Katholiken, die sich „Patriotische Vereinigung“ nennt. Sie besitzt Priester und Bischöfe,
die vom kommunistischen Religionsamt ernannt werden. Zum Vatikan gibt es offiziell keine Kontakte. Die
romtreuen Katholiken in China, für welche die „Patriotische Vereinigung“ ein Greuel ist, leben im Untergrund
und erleiden schwerste Verfolgung.
Sehr viele Priester und mehrere Bischöfe befinden sich in chinesischen
Arbeitslagern. Die Kommunisten behandeln sie als „vom Ausland gesteuerte feindliche Subjekte“.
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