17:13:44 | Freitag, 4. September 2009
„Es ist, als müßten die wenigen verbliebenen Priester durch ihr Verschlissenwerden für die umfassende Libertinage der gesamten westlichen Gesellschaft sehr konkret büßen.“
(kreuz.net) Bis auf das Sprechen der Konsekrationsworte und die Absolution bei der Beichte ist fast alles
im Priesterberuf auf Laiengremien übergegangen.
Diesen Eindruck äußerte der emeritierte deutsche Exeget
Klaus Berger in einem Artikel für die deutsche Zeitung ‘Tagespost’.
In dieser Situation ist das Priestersein
nach Berger „dreimal so schwer wie vor fünfzig Jahren.“
Darunter leide auch die Kirche als ganze schwer:
„Auf Dauer wird der katholische Glaube aus diesem Grund in unserem Land erheblich zurückgehen.“
Berger
stellt fest, daß die verbreitete Rede vom allgemeinen Priestertum zur Verunklarung des Priesterberufs
geführt hat: „Beides hat gar nichts miteinander zu tun.“
Der katholische Priester sei im wesentlichen
Abbild seines Herrn als Leiter und Haupt der Kirche.
Den Zölibat des Priesters sieht Berger nicht als
Undankbarkeit gegenüber dem Schöpfer, sondern als Ankündigung dessen, daß es mehr gibt als Familie
und Nachkommen, nämlich eine zweite, neue Schöpfung.
Das Lebensopfer des Priesters verhalte sich zum
Opfer Christi wie der Wassertropfen im Wein: „Zu lange wurde nur das stellvertretende Opfer Christi betont,
mit der Konsequenz, daß die Christen meinten, eine leidensfreie Existenz führen zu können.“
Somit
läßt die Situation der Priester nach Berger keine andere Wahl als den einen Ausweg: Heiligkeit.
Berger
stellt fest, daß diese Dimension in den letzten vierzig Jahren in der Kirche verlorengegangen ist. Das
zeigen viele Einzelheiten der Meßfeier wie Kommunionausteiler im Straßenanzug, Platzierung der Tabernakel
in einer Seitennische, Verlust der Kniebeuge und der Verzicht auf Priesterkleidung.
Daraus erkennt Berger
das Offensichtliche: „Mit dem Verzicht auf sinnfällige Darstellung der Heiligkeit verschwindet das Berufsmerkmal
Radikalität.“
Berger zitiert mit Blick auf den Priester aus dem zweiten Kapitel des Weisheitsbuches:
„Schon sein bloßer Anblick machte uns ein schlechtes Gewissen.“
In einem positiven Sinn solle der Anblick
des Zölibatären an die „bleibend nur unvollständig erfüllte Sehnsucht“ der Menschen erinnern.
Berger
erwähnt auch das Schicksal des Priesters als Märtyrer: „Meine priesterlichen Freunde, besonders die
in Norddeutschland, schildern nicht nur immer wieder, wie sie aufgerieben werden, weil sie nur noch so
wenige sind, sie sind im strengen Sinne auch physisch die Opfer ihres Berufes, wovon dann die allzu früh
eintreffenden Todesanzeigen sprechen.“
In diesen Priestern sieht er die ersten unter den Opfern, welche
die Orientierung einer ganzen Gesellschaft „am Evangelium vorbei“ fordert:
„Es ist, als müßten die
wenigen verbliebenen Priester durch ihr Verschlissenwerden für die umfassende Libertinage der gesamten
westlichen Gesellschaft sehr konkret büßen“.
Der Priesterberuf ist nach Berger eine konkrete Märtyrerexistenz,
die eine Ausbildung zum Großstadteremiten und Märtyrer verlangt.
Berger antwortet auch auf den möglichen
Einwand, wonach das für Ordensgeistliche, aber nicht für Weltpriester gelten möge: „Jesus lebte mit
seinem Zölibat nicht im Kloster, sondern unter den Menschen“.
Der Zölibat werde im Unterschied zu Eheleuten
greifbar. Dort werde er gebraucht: „Seit wann ist der Weltpriester in Differenz zum Ordenspriester nicht
dazu berufen, Zeichen zu sein?“
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Gotthard 22:56:26 | Freitag, 4. September 2009
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Paulaner † 22:29:04 | Freitag, 4. September 2009
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Paulaner † 22:21:04 | Freitag, 4. September 2009
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LM. 21:47:40 | Freitag, 4. September 2009
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LM. 21:39:48 | Freitag, 4. September 2009
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Paulaner † 21:39:23 | Freitag, 4. September 2009
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NOM-OPFER 1991 19:54:37 | Freitag, 4. September 2009
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Fridericius † 19:50:45 | Freitag, 4. September 2009
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NOM-OPFER 1991 19:47:32 | Freitag, 4. September 2009
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Sukigasakasa † 19:11:54 | Freitag, 4. September 2009
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pneumat 19:08:21 | Freitag, 4. September 2009
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wassers 18:40:59 | Freitag, 4. September 2009
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Romulus 17:41:42 | Freitag, 4. September 2009
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Berti † 17:37:10 | Freitag, 4. September 2009
#1
joberens 17:31:46 | Freitag, 4. September 2009