12:20:35 | Samstag, 5. September 2009
Sind wirklich die Moslems daran schuld, daß in Deutschland „überkommene Wertvorstellungen“ unter Druck geraten?

Der evangelische Kirchengeschichtler Wolfram Kinzig auf der Webseite der Universität Bonn
(kreuz.net) „Muslime werden in Zukunft aufgrund des demographischen Wandels immer mehr Einfluß auf die
deutsche Gesellschaft haben.“
Damit würden auch die „traditionellen Wertvorstellungen in Deutschland“
unter Druck geraten.
Zu dieser Erkenntnis kommt ein neues zwanzigseitiges Heft der deutschen ‘Bundeszentrale
für politische Bildung’. Es trägt den Titel „Kirche in Deutschland“.
In der Broschüre kommt der evangelische
Bonner Kirchengeschichtler Wolfram Kinzig (49) zur tiefschürfenden Erkenntnis, daß die Kirche „vor neuen
Herausforderungen“ stehe.
Kinzig beginnt mit Optimismus: Die Kirchen seien in Deutschland die „maßgeblichen
Träger karitativer Einrichtungen“. Christliche Standpunkte würden in ethischen Fragen „weithin Gehör
finden“.
Von einem Ende der Bedeutung des Religiösen könne somit „keine Rede“ sein. Deutschland sei
„unverändert ein christlich geprägtes Land“.
Der Kirchengeschichtler belegt seine Behauptungen mit
Karteileichen: 74 Prozent der insgesamt 82,3 Millionen Deutschen gehörten einer Religionsgemeinschaft
an oder würden sich als einer solchen zugehörig bezeichnen.
30,5 Prozent der Deutschen sind protestantisch,
31,2 Prozent katholisch. Im Land gibt es auch 3,2 Millionen Muslime.
Kinzig glaubt, daß die „gesellschaftliche
Teilhabe“ von Muslimen in Deutschland zunehmen wird.
Das werde „weitreichende zivilreligiöse Veränderungen“
nach sich ziehen, „angefangen von der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an staatlichen
Schulen bis hin zu staatlich geschützten islamischen Feiertagen“.
Dadurch würden der „traditionelle
Bildungskanon“ und die „überkommenen Wertvorstellungen“ unter Druck geraten.
Der Kirchengeschichtler
verschweigt, daß das schon lange – und nicht wegen der Moslems – geschehen ist.
Während der vergangenen
Jahrzehnte hat Kinzig allerdings eine „deutliche Abnahme“ des öffentlichen Einflusses der „Institution
Kirche“ beobachtet.
Gleichzeitig hätten die Kirchen ihren Einfluß angeblich in den elektronischen Medien
Fernsehen, Radio und Internet „deutlich verstärkt“.
Die Übel der evangelischen Landeskirchen sieht
der Kirchengeschichtler im Fehlen einer zentralen Repräsentationsinstanz, dem „Mitgliederschwund“ und
der daraus resultierenden wachsenden Finanznot.
Das werde die Protestanten zwingen, zu einer Form von
„bundesweiter föderaler Kirchenstruktur“ zu finden.
Das Christentum werde neue Formen der gesellschaftlichen
Präsenz suchen, etwa als „Dienstleister für religiöse Fragen“, mit „unkonventionellen Webauftritten“,
„öffentlichen Aktionen“ oder „griffigen Werbeslogans an Bussen und Bahnen“.
Diese Entwicklung sei jedoch
nicht unproblematisch, „weil Kirche sich damit als ein Anbieter von religiöser Sinnstiftung neben anderen
etabliert und ihr Anderssein nivelliert“.
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#6
JMX 15:16:35 | Sonntag, 6. September 2009
#5
Paulaner † 04:21:55 | Sonntag, 6. September 2009
#4
DJM † 01:02:23 | Sonntag, 6. September 2009
#3
Herward 15:52:08 | Samstag, 5. September 2009
#2
Vineta 14:40:26 | Samstag, 5. September 2009
#1
wassers 13:56:41 | Samstag, 5. September 2009