Piusbruderschaft
Muß ein Priester täglich das Brevier beten?
Ein nigerianischer Augustinerpater ist zur Piusbruderschaft übergetreten: „In meiner Seminarzeit wurde uns gelehrt, daß die alte lateinische Liturgie schlecht gewesen sei.“
Pater Gregory Chukwudi Obih (43)
Pater Gregory Chukwudi Obih (43)
© Piusbruderschaft.de
(kreuz.net) Der aus Nigeria stammende ehemalige Augustiner, Pater Gregory Chukwudi Obih (43), fand im Jahr 2007 zur Priesterbruderschaft Sankt Pius X.

Seit Mitte August ist er in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, tätig. Dort unterhält die Bruderschaft das Priorat „Maria – Hilfe der Christen“ und ein Noviziat für Oblatinnen.

Pater Chukwudis Kontakte mit der katholischen Tradition begannen im Jahr 2001 mit einem Gespräch, das er mit einem nigerianischen Priester der Petrusbruderschaft führte.

„Ich war allerdings nicht sofort von der traditionellen Messe angezogen“ – bekennt Pater Chukwudi in einem Interview, das kürzlich auf der Webseite des deutschen Distriktes der Piusbruderschaft veröffentlicht wurde:

„In meiner Seminarzeit wurde uns gelehrt, daß die alte lateinische Liturgie schlecht gewesen sei.“

Pater Chukwudi begann, sich anhand von Büchern und Zeitschriften zu informieren: „Im Jahr 2003 verbrachte ich einen Monat mit dem Priester der Petrusbruderschaft, der mir die Feier der Alten Messe beibrachte.“

Schließlich entschloß er sich im Jahr 2003, der Petrusbruderschaft beizutreten. Doch seine Ordensoberen verweigerten ihm den Übertritt. So blieb er weiter in seiner Pfarrei.

Doch im April 2004 bat der Geistliche um Aufnahme in die Priesterbruderschaft Sankt Pius X.

Diese Entscheidung fiel „wegen der Grundsätze Erzbischof Lefebvres bei der Verteidigung und der Erneuerung der Würde des katholischen Priestertums und des ernsthaften Ordenslebens.“

Sein bisheriger Orden war zerrüttet. Die Statuten wurden kaum noch ernstgenommen: „Entscheidungen fielen jetzt »demokratisch«, es gab keine eigentliche Autorität, ja einen regelrechten Zusammenbruch derselben.“

Während Pater Chukwudi auf eine Antwort von der Priesterbruderschaft St. Pius X. wartete, wurde ihm im Juli 2004 ein Sabbat-Jahr gewährt, das er bei dem Priester der Petrusbruderschaft verbrachte.

In dieser Zeit hielt er Vorträge über die Heilige Messe. Dabei erwähnt er, daß die liturgischen Änderungen der 1960er Jahre die Heiligkeit des Meßritus verdorben hätte.

Das habe „fast zu einer Entleerung seiner Kraft zur Heiligung der Seelen“ geführt.

Diese Kommentare gelangten bis zum damaligen Präfekten der Liturgiekongregation, Francis Kardinal Arinze: „Er war über meine Ausführungen erzürnt“.

Jetzt wurde massiver Druck auf Pater Chukwudi und sein Umfeld ausgeübt. Der Priester der Petrusbruderschaft, bei dem er lebte, hatte Angst, daß man ihm die gewährte Seelsorge entziehen würde:

„So entschuldigte ich mich in dieser Situation zögerlich, obwohl ich nicht glaubte, dazu verpflichtet zu sein.“

Genau ein Jahr nach seinem zuerst unbeantwortet gebliebenen Kontaktversuch mit der Piusbruderschaft erhielt Pater Chukwudi einen Brief von Bischof Bernard Fellay, dem Generaloberen der Piusbruderschaft.

Mons. Fellay bat ihn, nach Gabun zu gehen. Im Jahr 2005 erreicht Pater Chukwudi die große Missionsstation der Bruderschaft in Libreville. Er blieb zwei Jahre dort: „Erst hier hörte ich von meiner Verpflichtung, täglich das Brevier beten zu müssen“ – erklärte der ehemalige Novus-Ordo-Augustiner.

Im Jahr 2007 wurde er in das US-Priesterseminar der Bruderschaft nach Winona geschickt, um seine Ausbildung zu verbessern.

Gegenwärtig ist Pater Chukwudi Kaplan im Haus der Oblatinnen der Bruderschaft in Nairobi.

Er berichtet, daß die afrikanischen Bischöfe der katholischen Tradition nicht gewogen sind: „Sie sind Novus Ordo-Konservative.“

Viele von ihnen unterstützen im Geiste von Papst Johannes Paul II. († 2005) die Inkulturation: „Trommeln, Tanz und andere kulturelle Praktiken sind erlaubt.“

Andererseits erklärt der Pater, daß die afrikanische Hierarchie dem folgt, was aus Rom kommt: „Wenn der Papst sagt, es ist gut, ist es gut.“

Das könne – unter Pontifikat von Benedikt XVI. – auch eine Chance sein.
      
21 Lesermeinungen
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#21   Ernst von Zwiefalten   19:19:26 | Montag, 21. September 2009
Nun clarissa,
auch weniges sollte anerkannt werden und nicht stillschweigend übergangen werden.
(Ich habe tagtäglich mit Lateinern zu tun- da ist mir das einfach in Fleisch und Blut übergegangen.)
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#20   clarissa colonia   19:02:50 | Montag, 21. September 2009
Wenn, werter Ernst,
schon so Weniges geeignet ist, Ihren Dank zu finden, wie müßte es dann erst bei etwas sein, das Ihres Dankes wirklich wert wäre?
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#19   Ernst von Zwiefalten   19:00:55 | Montag, 21. September 2009
@clarissa colonia
gratias.
Ich war mir da einfach nicht sicher
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#18   clarissa colonia   18:56:00 | Montag, 21. September 2009
Ad 1)
correctura mihi oportet: tolle „societatis“, lege „societas“.
Ad 2) Werter Ernst, in den Orden der lateinischen Tradition gilt die grundsätzliche Gleichheit aller Sodalen hinsichtlich der in irgendeiner Rechtsform übernommenen Heiligen Bindungen, weshalb auch schon can. 488 CIC 1917 der Begriff der Religiosenvereinigung definiert wird als „Gemeinschaft … in der die Sodalen Bindungen nach dem Eigenrecht eingehen, und so zur evangelischen Vervollkommnung streben“ (Nr. 1).
Diese Religiosengemeinschaft ist klerikal, wenn die Mehrzahl ihrer Sodalen Kleriker sind (can. 488 Nr. 4 CIC 1917), oder wenn es nach Zielsetzung bzw. Stifterwillen klerikalen Charakter besitzt (can. 588 § 2 CIC).
Weit mehr als die Weihe einzelne Sodalen statusmäßig voneinander u trennen vermag, eint sie alle die gleiche Profeß der evangelischen Räte. Hierarchien in Orden sind daher – von Ausnahmen abgesehen – vornehmlich funktionaler Art, nicht ontologischer.
Selbst, wenn ein Oberer einem Sodalen daher funktional übergeordnet ist, sind diese doch im Hinblick auf ihre Ordensgemeinschaft prinzipiell gleichberechtigt.
Und, wer sich „auf Augenhöhe“ begegnen kann, wird nur dann anordnen, wenn das Argument (auch in Würdigung der konträren Auffassung) versagt und etwas unbedingt von einem bestimmten Sodalen getan werden muß.
Gerade die Art und Weise der Wahrheitserkenntnis, der Notwendigkeitseinsicht und der Entscheidungsfindung legt Ignatius in seinen geistlichen Übungen größtes Gewicht.
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#17   Ernst von Zwiefalten   18:37:03 | Montag, 21. September 2009
@clarissa colonia
Kirchenrecht ist nun wirklich nicht mein Spezialgebiet- aber ist diese Sonderstellung der Orden nicht eine römisch-katholische Spezialität?
Meines Wissens geht es in den Orden der Ostkirche autoritärer zu, als Folge der Basiliusregel mit ihrer Unterordnung der Orden unter die Bischöfe.
Inhaltlich stimme ich Ihnen aber voll zu, was den hochwürdigsten Herrn Pfarrer angeht: es spricht für seine theologische Ausbildung…
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#16   clarissa colonia   18:14:59 | Montag, 21. September 2009
In der Kirche Gottes
wird seit altersher von „unten nach oben“ gewählt und von „oben nach unten“ bestimmt.
In Abweichung davon gilt in allen Orden (und das auch in Iesu ipsissimae Societatis), daß dort Entscheidungen konsensual getroffen werden. Nur dann, wenn dies in Einzelfällen nicht möglich ist, greift nach den Regeln der Hll. Augustinus, Benedikt, Franziskus, Dominikus oder Ignatius die dominative Gewalt der Oberen.
Sollte dies dem Herrn Pater unbekannt gewesen sein, spräche das nicht wirklich für seine theologische (Aus-) Bildung … und dafür noch viel weniger, daß er nunmehr bei der Murmelbruderschaft das gefunden zu haben meint, was in der Kirche angeblich so schmerzlich vermißt werden müsse: Autoritäre Anweisungen.
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#15   r.ruhrgebietler   17:57:46 | Montag, 21. September 2009
Krak des Chevaliers:
nicht doch so streng…
die dt. Kleriker folgen da vermutlich eher dem Meister vom Stuhl. Der dem Irren rahner und dessen Anhängern.
Ein (noch!) kath. Priester betet täglich das Brevier!
Ein (noch!) kath. Priester betet täglich den Rosenkranz!
Ein (noch!) kath. Priester betet täglich den Exorzismus!
@Gunsenum – möglicherweise bekommen Sie als Ordensgeistlicher nicht mit, was in den Seminarien heute passiert.
Wenn Hw. Pater Gregory Chukwudi Obih das berichtet sind Sie gut beraten sich zu erkundigen warum er das berichtet. Vermutlich haben Sie das nicht getan. Es steht ja FSSP(X) drauf – damit „spricht man nicht“, weil katholisch drin ist wo katholisch draufsteht.
Jesus Christus zum Gruß!
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#14   Gunsenum   15:40:37 | Montag, 21. September 2009
@stimme Mit dem Unterschied…
…;dass Waldi und bello keine Chnace hatten, sich über ihr Hundsein zu informieren und sich selbständig keinen Kenntnisstand über ihr Hundsein und Hundepflichten machen konnten!
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#13   stimme der vernunft †   15:31:03 | Montag, 21. September 2009
Entsetzlich!
Entscheidungen fielen jetzt »demokratisch«, es gab keine eigentliche Autorität
Oh wie schrecklcih! Selbst Verantwortung übernehmen statt einfach nur Befehle auszuführen? Da vergraben wir doch lieber unser Talent, denn der Herr ist ein sehr strenger Herr.
Manche sind halt als Knechte geboren und bleiben servile Befehlsempfänger bis sie sterben.
Solche Menschen können mit Demokratie natürlich nichts anfangen und sehnen sich nach einem Herrn, dem sie dienen können und der ihnen zur Belohnung einen Knochen hinwirft. Wie Waldi und Bello.
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#12   Absal †   14:58:27 | Montag, 21. September 2009
Wundert mich auch, dass bei denen
jetzt auch Neger erlaubt sind!
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#11   Großwildjäger   14:39:51 | Montag, 21. September 2009
Wieso nicht?
„Trommeln, Tanz und andere kulturelle Praktiken sind erlaubt.“
Trommeln und Tanz gehören zur afrikanischen Kultur. Will man die Kultur zerstören, wie es schon in Südamerika in vergangenen Jahrhunderten geschehen ist?
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#10   Krak des Chevaliers   13:59:42 | Montag, 21. September 2009
schlechte deutsche Tradition
Andererseits erklärt der Pater, daß die afrikanische Hierarchie dem folgt, was aus Rom kommt: „Wenn der Papst sagt, es ist gut, ist es gut.“
Das könne – unter Pontifikat von Benedikt XVI. – auch eine Chance sein.
Das sieht man hier in Deutschland völlig anders. Schlechte deutsche Tradition. o.O
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#9   Guiseppe   13:41:42 | Montag, 21. September 2009
Afrikanischer Fortschritt und afrikanische Papsttreue
„Andererseits erklärt der Pater, daß die afrikanische Hierarchie dem folgt, was aus Rom kommt: „Wenn der Papst sagt, es ist gut, ist es gut.“
Da haben die afrikanischen Bischöfe vielen rückständigen Bischöfen in Deutschland und Österreich was voraus!
Möge sich der ehem. Augistinerpater wieder dem Papst zuwenden, so wie es die Petrusbruderschaft tut.
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#8   Papst Petrus   12:52:08 | Montag, 21. September 2009
Muß ein Priester täglich das Brevier beten?
o^/
Klar – von der ersten bis zur letzten Seite.
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#7   Gunsenum   12:44:55 | Montag, 21. September 2009
@stqnton realsatire, gell?
Der Bietrag hinsichtlich West-Süd, Demokratie-Dikatur war doch wohl Satire, oder?
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#6   St. Anton †   12:19:40 | Montag, 21. September 2009
@ Landorganist
Nein, ich kenne sogar einige sehr gebildete Afrikaner. Die beschweren sich allerdings nicht über Demokratie, sondern wünschen sich ganz entschieden mehr davon.
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#5   noch ein Landorganist   12:15:37 | Montag, 21. September 2009
Rassistenalarm
Für St. Anton, den kranken Nazi, sind offenbar alle Neger „ungebildet“.
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#4   St. Anton †   12:14:22 | Montag, 21. September 2009
Afrika und seine Sorgen
Sein bisheriger Orden war zerrüttet. Die Statuten wurden kaum noch ernstgenommen: „Entscheidungen fielen jetzt »demokratisch«
Ja, viele Afrikaner und viele afrikanische Staaten haben längst erkannt, daß Demokratie ein Teufelszeug ist. Nur wir, im reichen, dekadenten Westen mit unserem hohen Lebensstandard, unserer gesicherten Gesundheits- und Altervorsorge, mit unserem Rechtsstaat und all dem Schnick und Schnack – wir haben das komischerweise nie kapiert. Vermutlich haben wir zuviel Bildung, so daß wir die schönen, einfachen Dinge im Leben (z.B. Diktatur) nicht mehr würdigen können und stattdessen unseren Träumen (Freiheit) nachhängen…
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#3   Damenschuh   12:00:26 | Montag, 21. September 2009
Das ist natürlich eine Meldung wert,
wenn Bischof Fellatio einen neuen Dummen für seine Sekte gefunden hat. Sind Neger da überhaupt erlaubt?
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#2   Gunsenum   11:47:01 | Montag, 21. September 2009
Das ist ja wohl der Fehler des „Paters“!
„Erst hier hörte ich von meiner Verpflichtung, täglich das Brevier beten zu müssen“ – erklärte der ehemalige Novus-Ordo-Augustiner.
Vor das Demonstrieren setzte Gott das Informieren! Verzeihung, das ist ja wohl einer der dümmlichsten Vorwürfe den man der pösen VII-Kirche machen kann. Ein Geistlicher sollte seine Verpflichtungen doch wohl von selbst kennen, und gerade als Ordensgeistlicher findeich es albern, zu behaupten, man wisse nichts davon, täglich brevier beten zu Mûssen oder zu sollen. da liegt der Fehler ja wohl beim umtriebigen Herrn Pater!
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#1   karljosef   11:18:52 | Montag, 21. September 2009
Das Problem wird sich lösen
Die Piusbruderschaft wird bald in die Katholische Kirche integriert. :-)
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