11:08:36 | Montag, 21. September 2009
Ein nigerianischer Augustinerpater ist zur Piusbruderschaft übergetreten: „In meiner Seminarzeit wurde uns gelehrt, daß die alte lateinische Liturgie schlecht gewesen sei.“

Pater Gregory Chukwudi Obih (43)
© Piusbruderschaft.de(kreuz.net) Der aus Nigeria stammende ehemalige Augustiner, Pater Gregory Chukwudi Obih (43), fand im
Jahr 2007 zur Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
Seit Mitte August ist er in Nairobi, der Hauptstadt
Kenias, tätig. Dort unterhält die Bruderschaft das Priorat „Maria – Hilfe der Christen“ und ein Noviziat
für Oblatinnen.
Pater Chukwudis Kontakte mit der katholischen Tradition begannen im Jahr 2001 mit einem
Gespräch, das er mit einem nigerianischen Priester der Petrusbruderschaft führte.
„Ich war allerdings
nicht sofort von der traditionellen Messe angezogen“ – bekennt Pater Chukwudi in einem Interview, das
kürzlich auf der Webseite des deutschen Distriktes der Piusbruderschaft veröffentlicht wurde:
„In meiner
Seminarzeit wurde uns gelehrt, daß die alte lateinische Liturgie schlecht gewesen sei.“
Pater Chukwudi
begann, sich anhand von Büchern und Zeitschriften zu informieren: „Im Jahr 2003 verbrachte ich einen
Monat mit dem Priester der Petrusbruderschaft, der mir die Feier der Alten Messe beibrachte.“
Schließlich
entschloß er sich im Jahr 2003, der Petrusbruderschaft beizutreten. Doch seine Ordensoberen verweigerten
ihm den Übertritt. So blieb er weiter in seiner Pfarrei.
Doch im April 2004 bat der Geistliche um Aufnahme
in die Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
Diese Entscheidung fiel „wegen der Grundsätze Erzbischof Lefebvres
bei der Verteidigung und der Erneuerung der Würde des katholischen Priestertums und des ernsthaften Ordenslebens.“
Sein bisheriger Orden war zerrüttet. Die Statuten wurden kaum noch ernstgenommen: „Entscheidungen fielen
jetzt »demokratisch«, es gab keine eigentliche Autorität, ja einen regelrechten Zusammenbruch derselben.“
Während Pater Chukwudi auf eine Antwort von der Priesterbruderschaft St. Pius X. wartete, wurde ihm
im Juli 2004 ein Sabbat-Jahr gewährt, das er bei dem Priester der Petrusbruderschaft verbrachte.
In
dieser Zeit hielt er Vorträge über die Heilige Messe. Dabei erwähnt er, daß die liturgischen Änderungen
der 1960er Jahre die Heiligkeit des Meßritus verdorben hätte.
Das habe „fast zu einer Entleerung seiner
Kraft zur Heiligung der Seelen“ geführt.
Diese Kommentare gelangten bis zum damaligen Präfekten der
Liturgiekongregation, Francis Kardinal Arinze: „Er war über meine Ausführungen erzürnt“.
Jetzt wurde
massiver Druck auf Pater Chukwudi und sein Umfeld ausgeübt. Der Priester der Petrusbruderschaft, bei
dem er lebte, hatte Angst, daß man ihm die gewährte Seelsorge entziehen würde:
„So entschuldigte ich
mich in dieser Situation zögerlich, obwohl ich nicht glaubte, dazu verpflichtet zu sein.“
Genau ein
Jahr nach seinem zuerst unbeantwortet gebliebenen Kontaktversuch mit der Piusbruderschaft erhielt Pater
Chukwudi einen Brief von Bischof Bernard Fellay, dem Generaloberen der Piusbruderschaft.
Mons. Fellay
bat ihn, nach Gabun zu gehen. Im Jahr 2005 erreicht Pater Chukwudi die große Missionsstation der Bruderschaft
in Libreville. Er blieb zwei Jahre dort: „Erst hier hörte ich von meiner Verpflichtung, täglich das
Brevier beten zu müssen“ – erklärte der ehemalige Novus-Ordo-Augustiner.
Im Jahr 2007 wurde er in das
US-Priesterseminar der Bruderschaft nach Winona geschickt, um seine Ausbildung zu verbessern.
Gegenwärtig
ist Pater Chukwudi Kaplan im Haus der Oblatinnen der Bruderschaft in Nairobi.
Er berichtet, daß die
afrikanischen Bischöfe der katholischen Tradition nicht gewogen sind: „Sie sind Novus Ordo-Konservative.“
Viele von ihnen unterstützen im Geiste von Papst Johannes Paul II. († 2005) die Inkulturation: „Trommeln,
Tanz und andere kulturelle Praktiken sind erlaubt.“
Andererseits erklärt der Pater, daß die afrikanische
Hierarchie dem folgt, was aus Rom kommt: „Wenn der Papst sagt, es ist gut, ist es gut.“
Das könne –
unter Pontifikat von Benedikt XVI. – auch eine Chance sein.
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