Liturgie
Kommt jetzt die altliberale Restauration?
Mit einem Schlag hat ein neugläubiger Bischof die liturgischen Reformen seines Vorgängers zunichtegemacht.
Baustelle im Presbyterium der Kathedrale
Baustelle im Presbyterium der Kathedrale
(kreuz.net, Oristano) Die 33.000-Seelen-Stadt Oristano befindet sich im mittleren Westen der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien.

Oristano ist auch Sitz eines Erzbischofs. Im Frühjahr 2006 gab es in der Erzdiözese einen liturgischen Aufbruch.

Der Rektor der Kathedrale von Oristano, Prälat Costantino Usai, machte den Vorschlag, den deplazierten hölzernen Mahltisch aus der Kathedrale zu entfernen.

Am 9. März 2006 bewilligte der damalige Erzbischof Pier Giuliano Tiddia (80) zusammen mit dem Domkapitel diesen Schritt.

Der im Gegensatz zu den liturigischen Richtlinien für den Römischen Ritus eingeführte mißbräuchliche Mahltisch verschwand.

Die Heiligen Messen wurden wieder auf dem Altar zum Herrn hin dargebracht.

Gleichzeitig wurde ein Kruzifix wieder ins Zentrum über den Hochaltar gestellt. Es hatte während der liturgischen Verunstaltungen der 1960er Jahre auf die Seite rücken müssen.

Doch der liturgische Frühling sollte nicht lange währen.

Denn bereits am 22. April 2006 nahm Papst Benedikt XVI. den Rücktritt des 76jährigen Reform-Erzbischofs an und ernannte Mons. Ignazio Sanna (67) zu seinem Nachfolger.

Mons. Sanna ist ein ehemaliger diplomatischer Mitarbeiter des Heiligen Stuhls und Professor an der römischen Lateranuniversität.

Er empfing am 25. Juni 2006 in Oristano die Bischofsweihe. Die Konsekrationsmesse wurde in Übereinstimmung mit dem katholischen Kult am Hochaltar zelebriert.

Der neue Erzbischof beeilte sich, die überwunden geglaubten liturgischen Zustände wieder zu restaurieren. Noch vor Ende des Jahres 2006 stand der nach dem Konzil mißbräuchlich eingeführte Mahltisch wieder in der Kathedrale.

Die Messen wurden – auch gegen die Bestimmungen des Neuen Ritus – mit dem Rücken zum Tabernakel gefeiert.

Die jahrtausendelange Tradition der Zelebration zum Herrn hin – wie sie in allen christlichen Liturgien üblich ist – bezeichnete Mons. Sanna ahnungslos als „ein Experiment, das fehlgeschlagen“ sei.

Die korrekte Zelebrationsrichtung gebe der Meßfeier eine „vorkonziliare Dimension“ – entlarvte er sich als Vertreter einer Hermeneutik des Bruchs und der Spaltung.

Kürzlich verkündete Mons. Sanna, daß er das Presbyterium seiner Kathedrale endgültig zerstören will.

Der mißbräuchliche Holz-Mahltisch soll durch eine unverrückbare Konstruktion ersetzt werden. Rechts davon soll ein Lesepult eingemauert werden.

Im Zuge dieser Kirchenzerstörung sollte der alte Hochaltar der Kathedrale abgebaut, in Plastik verpackt und entfernt werden.

Eine spezialisierte Firma in Cagliari sollte ihn restaurieren und von „Zusätzen“ befreien, die im Laufe der Jahrhunderte hinzugefügt wurden. Die Arbeiten werden einige Monate dauern.

Bilder des Abbaus zeigen jedoch eine klare Zerstörung des Altars.

Zerstörung des Hochaltars von Oristano

Für die Hinzufügung des kirchenfremden Mahltisches und Lesepultes wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, für den aber bis Ende August nur ein einziger Vorschlag eingereicht wurde. Deshalb wurde die Frist verlängert.

Der renovierte Hochaltar soll weiter in den Hintergrund gerückt werden, um im Chor der Kirche mehr Raum für umfangreiche Konzelebrationen zu schaffen.
      
29 Lesermeinungen
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#29   Schalom   22:31:23 | Montag, 28. September 2009
Wir haben einen Drehtabernakel.
Wenn der zugedreht wird, dann schaut der liebe Monstranz-Heiland
auf die Putzkübel, die Putzlumpen, die Leiter, den Staubsauger und das Gerümpel hinter dem barocken Hochaltar.
Theater-Fassade ist alles!
O Scheinheiligkeit.
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#28   Sefirot   13:06:24 | Donnerstag, 24. September 2009
Ein herrliches Bild mit
der Abstelle für die liturgischen Gerätschaften bei liturgischen Feiern.
Da macht es Spaß, mit dem goltverzierten Rücken gegen die Gemeinde zu zelebrieren… :-O :-S :-| o^/
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#27   Maledica   12:46:43 | Donnerstag, 24. September 2009
Anbetung
@Stimme der Dummheit
Ihr betet also die Sonne an, die euer Zeremonienmeister mit lateinischen Zaubersprüchen in eine Oblate hineinhext.
Für einen geistig begrenzten Kuturbolschewiken ist es natürlich unmöglich zu unterscheiden zwischen Glaube und Symbol.
Genausowenig wie wir die Sonne anbeten, beten wir Brot an.
Wir beten jedoch den wahrhaft und wesenhaft gegenwärtigen Gott in den Gestalten von Brot und Wein an.
Jesus Christus -wahrer Gott und wahrer Mensch- die wahrhaft aufgehende Sonne an.
Dies drücken wir auch in Symbolen und Gesten aus.
Doch wer nicht Anbeten hat dafür natürlich auch keine Formen und Symbole
Mag auch das kölsche Klärchen mit Fremdworten um sich schmeißen, verstanden hat sie in ihrer Begrenztheit jedoch gar nix
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#26   Weißer Ritter   11:08:30 | Donnerstag, 24. September 2009
Wo waren die Gläubigen?
Wo waren die Gläubigen?
Denen geht das ganze wohl am allerwertesten vorbei.
Wie soll die Kirche wachsen und gedeihen, wenn die Gläubigen beim Frevel an Heiliger Stätte untätig zuschauen?
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#25   sacerdos helveticus   21:40:51 | Mittwoch, 23. September 2009
@clarissa colonia
„Quandoque bonus dormitat Homerus“
Horatius, ars poetica :-)
Mit diesem Zitat antwortete mir vor einigen Jahren der mittlerweile verstorbene langjährige St. Galler Stiftsarchivar Prälat Dr. Johannes Duft, als ich ihn auf einen kleinen Fehler in einem Aufsatz aufmerksam machte: der damals schon über achtigzigjährige hatte „vulpes“ mit „Wölfe“ übersetzt.
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#24   stimme der vernunft †   21:06:52 | Mittwoch, 23. September 2009
@Maledica
zu Christus der aufgehenden Sonne
Ihr betet also die Sonne an, die euer Zeremonienmeister mit lateinischen Zaubersprüchen in eine Oblate hineinhext.
Schlimm was für abergläubischen Unsinn manche Menschen im 21 Jahrhundert glauben
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#23   clarissa colonia   20:15:17 | Mittwoch, 23. September 2009
corrigere me oportet, nam peccavi!
Tolle „hominorum“, lege „hominum“.
Gratias tibi ago.
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#22   sacerdos helveticus   20:07:50 | Mittwoch, 23. September 2009
@clarissa colonia
Charakteristikum der hominorum illiteratorum sive unius libri ???
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#21   clarissa colonia   19:50:23 | Mittwoch, 23. September 2009
Sprach ich nicht, care sacerdos,
im Präteritum und keineswegs im Perfekt oder gar im Plusquamperfekt?
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#20   sacerdos helveticus   19:47:55 | Mittwoch, 23. September 2009
@ clarissa colonia
hominorum ???
Der Hochaltar der Kathedrale von Oristano enthielt gar keinen Tabernakel (dieser befindet sich in einer eigenen Anbetungskapelle), sondern nur einen Aussetzungsthron, auf dem („… zum Herrn hin dargebracht“) aber während der Zelebration nicht ausgesetzt wurde.
Woher wissen Sie, ob nicht in vorkonziliarer Zeit wenigstens gelegentlich auch in der Kathedrale von Oristano wie auch sonst im orbis catholicus die Hl. Messe „coram exposito Sanctissimo“ zelebriert wurde?
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#19   Thomasius   17:38:37 | Mittwoch, 23. September 2009
@noch ein Landorganist
„Protestanten haben nirgendswo Zulauf, wenn schon dann Evangelikale, weil die die Bibel predigen.“
So’n Pech wenn man keine Ahnung hat. „Evangelikal“ ist eine Bezeichnung für alle Christen mit Ausnahme der Katholiken, Orthodoxen und Anglikaner- also auch der „Protestanten“ und Reformierten. Die meisten dieser Evangelikalen Gruppierungen – auch Freikirchen – sind nicht „evangelikal“ (extrem) in Ihrem Sprachgebrauch.
Richtig ist allerdings, dass sich alle diese Gruppierungen der Bibel verpflichtet fühlen – im Gegensatz zu den Katholiken.
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#18   smallplayer   17:10:48 | Mittwoch, 23. September 2009
Der bewährte
Weg, den die katholische Kirche seit dem zweiten vatikanischen Konzil eingeschlagen hat, wird mit dem Willen der großen Mehrheit der Katholiken und dem Segen Gottes auch in Zukunft beibehalten werden.
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#17   proetcontra   17:06:23 | Mittwoch, 23. September 2009
@Sektenwässerchen
Können Sie uns auch noch andere Facetten Ihrer Glaubensgemeinschaft kund tun?
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#16   smallplayer   16:48:09 | Mittwoch, 23. September 2009
Gottes Segen
für Mons. Sanna, der die Kirche wieder auf den katholischen Weg des zweiten vatikanischen Konzils zurückführte.
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#15   Thomasius   16:10:31 | Mittwoch, 23. September 2009
@Job:Richtiger Gott
Bekanntlich betete Constantius, der Vater Constantins, zum sol invictus – dem unsichtbaren Sonnengott – infolgedessen feiern wir ja auch den Sonntag als den Tag des Herrn.
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#14   wassers   14:21:05 | Mittwoch, 23. September 2009
Gratulation! Der Modernismus lebt!
Gott sei Dank, wird den trotteligen Gläubigen an Benedikt die Wahrheit um die Ohren geschlagen: Das Zerstörungskonzil und die Protestantisierung sind da und bleiben. Man mag sich soviel belügen, wie man will. Die Konzilssekte ist ein Machwerk Satans und bleibt es!
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#13   Job   14:14:49 | Mittwoch, 23. September 2009
@Thomasius
„Wo ist denn der Herr?“
Über die Beantwortung dieser Frage durch Maledica wunderte ich mich auch ein wenig. Aber offenbar beten die „richtigen“ Katholiken nicht zum allgegenwärtigen dreifaltigen Gott sonden sie verehren die aufgehende Sonne.
Ich scheine die Prinzipien des Christentums jahrelang falsch verstanden zu haben.
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#12   clarissa colonia   12:42:03 | Mittwoch, 23. September 2009
Nun, nomen atque omen, cara maledicta,
es ist, da reihen Sie sich würdig einer langen Reihe von Vorgängern ein, das Charakteristikum der hominorum illiteratorum sive unius libri, daß sie beflissen den Inhalt ihres einen Buches referieren …
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#11   fundamental-christian   12:37:10 | Mittwoch, 23. September 2009
noch ein Landorganist
So isses! Aber wird die Bibel auch gelebt?-
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#10   noch ein Landorganist   12:35:27 | Mittwoch, 23. September 2009
Dumm wie’n Schuh, daher kommt der Spruch
Protestanten haben nirgendswo Zulauf, wenn schon dann Evangelikale, weil die die Bibel predigen.
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#9   Thomasius   12:26:55 | Mittwoch, 23. September 2009
Wo ist denn der Herr?
„Die Heiligen Messen wurden wieder auf dem Altar zum Herrn hin dargebracht.“
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#8   Damenschuh   12:24:27 | Mittwoch, 23. September 2009
Nippes und Krimskrams,
dazu hat die katholische Kirche schon immer eine besondere Beziehung gehabt. Anders die Protestanten. Letztere haben auch einen immer größeren Zulauf, vor allem in Südamerika.
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#7   Maledica   11:41:31 | Mittwoch, 23. September 2009
dummes und ignorantes kölsches Klärchen
Wo Dummheit und Ignoranz gleichzeitig gedeihen…
da kann ein dummes und ignorantes Klärchen aus der Hauptstadt der Homos auch nicht begreifen, daß das Hl. Meßopfer stets jahrhundertelang zu Christus der aufgehenden Sonne mit dem Volke Richtung Osten gewandt dargebracht wurde, ehe ewiggestrige Liturgie- und Kirchenzerstörer Ruinen und seelenlose Betonwüsten geschaffen haben.
P.S.:: sollte der von den ewiggestrigen häufig geäußerte dämliche Einwand kommen, daß die St. Peterskirche in Rom gewestet ist, so sei angemerkt, daß dort der Zelebrant wie auch das Volk jahrhundertelang gegen Osten zelebriert hatte und hat- in früheren Jahrhunderten hatte das Volk den Priester im Rücken und in späteren Zeiten war der Altaraufbau auch so, daß es durch die Sichtversperrung nie von einer Messe dem Volke zugewandt die Rede sein kann.
Doch die begrenzten vom Modernismus verfaulten Hirne können so etwas nun mal nicht begreifen.
Daher ist die Empfehlung des Buches von Klaus Gamber „Zum Herrn hin“ auch wohl eine vergebliche Mühe…
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#6   Ben Sira †   11:25:04 | Mittwoch, 23. September 2009
Mathematik hilft gegen Verzweiflung
Er wurde am 13. Juni 1929 geboren, war zum Zeitpunkt der Annahme seines Rückrittsgesuchs 76 Jahre alt und ist heute 80.
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#5   l'alleanzadifensivaperlaverità   11:18:01 | Mittwoch, 23. September 2009
Si tacuisses…
Lieber „Desparatus“, seit dem Jahr 2006 dürfte Erzbischof Tiddia vermutlich um einige Jahre älter geworden sein und ist jetzt eben 80 (vielleicht gerade erst geworden).
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#4   Desperatus †   11:02:32 | Mittwoch, 23. September 2009
Wie alt ist er denn nun?
„9. März 2006 bewilligte der damalige Erzbischof Pier Giuliano Tiddia (80)“
„…am 22. April 2006 nahm Papst Benedikt XVI. den Rücktritt des 76jährigen Reform-Erzbischofs an…“
Soviel Selbstwiderspruch ist eine Leistung. Glückwunsch, verehrte „Redaktion“.
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#3   clarissa colonia   10:49:45 | Mittwoch, 23. September 2009
„ … zum Herrn hin dargebracht“
Der Hochaltar der Kathedrale von Oristano enthielt gar keinen Tabernakel (dieser befindet sich in einer eigenen Anbetungskapelle), sondern nur einen Aussetzungsthron, auf dem („… zum Herrn hin dargebracht“) aber während der Zelebration nicht ausgesetzt wurde.
(Wo Dummheit und Ignoranz gleichzeitig gedeihen …)
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#2   l'alleanzadifensivaperlaverità   10:48:10 | Mittwoch, 23. September 2009
Wer bezahlt diese Nachbeben des „68-er Erdbebens“?
:'( :'( :'(
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#1   noch ein Landorganist   10:33:21 | Mittwoch, 23. September 2009
pfui Teufel
und eben jener jubelt >:)
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