11:24:19 | Donnerstag, 24. September 2009
Als der Pater starb, hinterließ er zweihundert Kisten mit Dokumenten. Doch gegenwärtig kommt niemand an die Unterlagen heran.
(kreuz.net) „Der Vatikan wurden von einer großen Anzahl sowjetischer Spione infiltriert, die größtenteils
von der DDR-Staatssicherheit geführt wurden.“
Das erklärte der in Dresden geborene John Koehler am
19. September in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’.
Koehler ist ein ehemaliger Beamter des militärischen
Sicherheitsdienstes der USA. In den 80er Jahren war er Berater von US-Präsidenten Ronald Reagan († 2004).
Er berichtet, daß Papst Pius XII. im Jahr 1945 den US-Jesuiten, Pater Robert Graham († 1997), beauftragte,
die Spionagetätigkeit im Vatikan ans Licht zu bringen: „Doch was der Jesuit entdeckte, ist weiterhin
ein undurchdringliches Geheimnis“ – bedauert Koehler.
Pater Graham soll seine Aufgabe hervorragend gelöst
haben. Darum wurde er von Papst Paul VI. in seinem Amt bestätigt.
Während des Pontifikats von Johannes
Paul II. hatte er – so Koehler – am meisten Arbeit. In dieser Zeit war der Pater regelrecht von kommunistischen
Spionen umgeben.
Die Mehrheit der Agenten waren nach Koehlers Angaben polnische Priester, die der Papst
in den Vatikan geholt hatte.
Pater Graham kam zur Erkenntnis, daß der Vatikan im Zentrum eine vom sowjetischen
Geheimdienst KGB befohlenen Agententätigkeit stand.
Dessen Taktik bestand darin, Priester in Polen zu
kontaktieren und mit verschiedenen Mitteln für eine Kollaboration zu gewinnen.
Diese Geistlichen wurden
an die DDR-Staatssicherheit von Markus Wolf weitergeleitet und nach Rom eingeschleust.
Dort erwartete
sie Pater Graham. Er sammelte Informationen über verdächtigte Geistliche: Namen, Herkunft, Studien,
Freundeskreis, Kontakte mit dem Papst.
Insgesamt hinterließ er 25.000 persönliche Dokumente. Diese
wurden nach dem Tod des Jesuiten in zweihundert Kisten eingepackt und auf persönliches Verlangen von
Papst Johannes Paul II. im Vatikan weggeschlossen.
Koehler berichtet vor ‘La Stampa’, daß der Jesuit
bei seiner Jagd auf kommunistische Spione sehr erfolgreich war: „Wenn er sich sicher war, daß es sich
um Spione handelte, informierte er den Papst, der die Betreffenden diskret nach Polen zurückspedierte.“
Auf diese Weise mußte der Vatikan die Infiltrationen nicht öffentlich eingestehen.
Die von Pater Graham
gesammelten Informationen könnten nach Angaben von ‘La Stampa’ auch beitragen, um den Mordanschlag auf
Papst Johannes Paul II. im Mai 1981 aufzuklären.
Doch dazu wird es vorläufig nicht kommen. Denn Koehler
weiß, daß Papst Benedikt XVI. die Entscheidung seines Vorgängers bestätigt hat, das Geheimnis um diese
Kisten nicht zu lüften.
Koehler ist über diese Entscheidung enttäuscht: „In vielen Fällen befinden
sich diese ehemaligen Spione unbehelligt zuhause in Polen“ – erklärt er:
„Vielleicht leben einige von
ihnen auch in Italien oder in den Vereinigten Staaten und tragen heute noch den gleichen Talar, den sie
damals verraten haben.“
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Lieblingsuli 16:17:39 | Freitag, 25. September 2009
#14
fides et ratio 17:14:05 | Donnerstag, 24. September 2009
#13
Brandenburgis 15:18:45 | Donnerstag, 24. September 2009
#12
Lycos 14:35:59 | Donnerstag, 24. September 2009
#11
Gotthard 14:33:12 | Donnerstag, 24. September 2009
#10
gunther maria michel 13:42:12 | Donnerstag, 24. September 2009
#9
r.ruhrgebietler 13:11:12 | Donnerstag, 24. September 2009
#8
Brandenburgis 12:44:28 | Donnerstag, 24. September 2009
#7
gunther maria michel 12:33:47 | Donnerstag, 24. September 2009
#6
Brandenburgis 12:31:43 | Donnerstag, 24. September 2009
#5
Prälat Hinter † 12:28:47 | Donnerstag, 24. September 2009
#4
gunther maria michel 12:06:30 | Donnerstag, 24. September 2009
#3
Gunsenum 11:49:48 | Donnerstag, 24. September 2009
#2
eigerhar † 11:48:24 | Donnerstag, 24. September 2009
#1
r.ruhrgebietler 11:45:15 | Donnerstag, 24. September 2009