Vatikan
Spione im Vatikan
Als der Pater starb, hinterließ er zweihundert Kisten mit Dokumenten. Doch gegenwärtig kommt niemand an die Unterlagen heran.
Kolonnaden im Vatikan
Kolonnaden im Vatikan
© Greg_e, CC
(kreuz.net) „Der Vatikan wurden von einer großen Anzahl sowjetischer Spione infiltriert, die größtenteils von der DDR-Staatssicherheit geführt wurden.“

Das erklärte der in Dresden geborene John Koehler am 19. September in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’.

Koehler ist ein ehemaliger Beamter des militärischen Sicherheitsdienstes der USA. In den 80er Jahren war er Berater von US-Präsidenten Ronald Reagan († 2004).

Er berichtet, daß Papst Pius XII. im Jahr 1945 den US-Jesuiten, Pater Robert Graham († 1997), beauftragte, die Spionagetätigkeit im Vatikan ans Licht zu bringen: „Doch was der Jesuit entdeckte, ist weiterhin ein undurchdringliches Geheimnis“ – bedauert Koehler.

Pater Graham soll seine Aufgabe hervorragend gelöst haben. Darum wurde er von Papst Paul VI. in seinem Amt bestätigt.

Während des Pontifikats von Johannes Paul II. hatte er – so Koehler – am meisten Arbeit. In dieser Zeit war der Pater regelrecht von kommunistischen Spionen umgeben.

Die Mehrheit der Agenten waren nach Koehlers Angaben polnische Priester, die der Papst in den Vatikan geholt hatte.

Pater Graham kam zur Erkenntnis, daß der Vatikan im Zentrum eine vom sowjetischen Geheimdienst KGB befohlenen Agententätigkeit stand.

Dessen Taktik bestand darin, Priester in Polen zu kontaktieren und mit verschiedenen Mitteln für eine Kollaboration zu gewinnen.

Diese Geistlichen wurden an die DDR-Staatssicherheit von Markus Wolf weitergeleitet und nach Rom eingeschleust.

Dort erwartete sie Pater Graham. Er sammelte Informationen über verdächtigte Geistliche: Namen, Herkunft, Studien, Freundeskreis, Kontakte mit dem Papst.

Insgesamt hinterließ er 25.000 persönliche Dokumente. Diese wurden nach dem Tod des Jesuiten in zweihundert Kisten eingepackt und auf persönliches Verlangen von Papst Johannes Paul II. im Vatikan weggeschlossen.

Koehler berichtet vor ‘La Stampa’, daß der Jesuit bei seiner Jagd auf kommunistische Spione sehr erfolgreich war: „Wenn er sich sicher war, daß es sich um Spione handelte, informierte er den Papst, der die Betreffenden diskret nach Polen zurückspedierte.“

Auf diese Weise mußte der Vatikan die Infiltrationen nicht öffentlich eingestehen.

Die von Pater Graham gesammelten Informationen könnten nach Angaben von ‘La Stampa’ auch beitragen, um den Mordanschlag auf Papst Johannes Paul II. im Mai 1981 aufzuklären.

Doch dazu wird es vorläufig nicht kommen. Denn Koehler weiß, daß Papst Benedikt XVI. die Entscheidung seines Vorgängers bestätigt hat, das Geheimnis um diese Kisten nicht zu lüften.

Koehler ist über diese Entscheidung enttäuscht: „In vielen Fällen befinden sich diese ehemaligen Spione unbehelligt zuhause in Polen“ – erklärt er:

„Vielleicht leben einige von ihnen auch in Italien oder in den Vereinigten Staaten und tragen heute noch den gleichen Talar, den sie damals verraten haben.“
      
15 Lesermeinungen
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#15   Lieblingsuli   16:17:39 | Freitag, 25. September 2009
Jesuitische Weltsicht?
In was für einer Welt leben die Jesuiten eigentlich? Ich bin mir nicht immer sicher, ob ich alles so gut finde, was ich von denen lese.
„Es gibt eine Enthaltsamkeit, die hilft, dass die Beziehungen zu anderen zu anderen Menschen klar bleiben.“ (P. Klaus Mertes SJ)
Das ist zum Beispiel so eine Formulierung. Das klingt ja nur vordergründig nach sexueller Enthaltsamkeit.
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#14   fides et ratio   17:14:05 | Donnerstag, 24. September 2009
HwstVaterAbt: Was nicht sein soll wird eben verschwiegen
Das kennen wir ja schon: Ihre Art von unbändiger Neugierde und Geilheit auf alles, was Skandal zu sein oder werden verspricht! Wie ein anderer Blog-Teilnehmer sagte, ist die Kath Kirche eine Organisation, die wie kaum eine andere sich bemüht hat, ihre menschliche Vergangenheit aufzuarbeiten. Ihnen geht es aber nur um Voyeurismus, mit dessen Hilfe nicht nur dem menschlichen Teil der Kirche geschadet werden soll, sondern auch dem Teil der Kirche, der sich bemüht, den Auftrag des Herrn zu erfüllen und das Evangelium und den Glauben unverkürzt und unverfälscht zu verkünden. Um ehrliche und nüchterne Darstellung der Kirche, die ihre Fehelerhaftigkeit nie bestritten hat, geht es Ihnen gar nicht! Das wird aus Ihrer zuschrift überdeutlich!
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#13   Brandenburgis   15:18:45 | Donnerstag, 24. September 2009
@GOtthard
Die entsprechenden Priester (und Theologen) wurden natürlich von kommunistichen Kolaborateuren bei der Kurie angefordert bzw. eingestellt. Die Tatsache, daß sie vom MfS übernommen wurde, besagt lediglich, daß sie von dort aus „geführt“ wurden, was ich übrigens bezweifle.
Die Akten der Geheimdienste besagen, daß durchaus Polen und sogar auch die SU eigenständlig zu handeln in der Lage waren. Der Vorzug des MfS, Abteilung Auflandsausklärung war, daß sie genügend IMs besonders im linkskatholischen Milieu der BRD hatten, über die entsprechende Kontakte zum Vatikan liefen. Mir sind etliche NAmen, z.B. aus dem Bistum Trier bekannt.
Zurückgegriffen wurde tatsächlich gern auf die auch organisatorisch ziemlich hoch entwickelten Stasi-Führungsqualitäten. Die besseren Analysen allerdings kamen aus Warschau und Moskau. Eine gute DArstellung der Sachverhalte findet sich in „Schäfer, Bernd: Kirche im Visier – SED, Staatssicherheit und Katholische Kirche.“
Hier herrscht allerdings noch erheblicher Forschungsbedarf, vor allem zum bereits evidenten Zusammenhang Linkskatholizismus – linke geheimdienstliche, kirchenfeindliche Tätigkeit.
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#12   Lycos   14:35:59 | Donnerstag, 24. September 2009
Ich finde das der einfache Katholik
besonders im heutigen Informationszeitalter ein Recht auf Aufklärung und Veröffentlichung der Dokumente hat.
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#11   Gotthard   14:33:12 | Donnerstag, 24. September 2009
Einschleusung
Dessen Taktik bestand darin, Priester in Polen zu kontaktieren und mit verschiedenen Mitteln für eine Kollaboration zu gewinnen.
Diese Geistlichen wurden an die DDR-Staatssicherheit von Markus Wolf weitergeleitet und nach Rom eingeschleust.
und wie kamen diese eingeschleusten Priester dann in den Dienst im Vatikan?
Meldeten sich diese Eingeschleusten an der Vatikan-Pforte und boten ihre guten Dienste an?
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#10   gunther maria michel   13:42:12 | Donnerstag, 24. September 2009
@r.ruhrgebietler
Auch Bischöfe und Priester mit menschlichen Schwächen bleiben Bischöfe und Priester. Sogar Unwürdige und Todsündige bleiben es, wie Sie aus der Glaubenslehre wissen müssen.
Wenn Sie so reden, verurteilen Sie Tausende von Bischöfen und Hunderttausende Priester – alles V-2. Sind Sie dazu wirklich in der Lage?
Wenn Sie so reden und wenn das tatsächlich Ihre Sicht der Dinge als Anhänger der Piusbruderschaft ist, dann ist das in meinen Augen sektierisch.
Woher wollen Sie wissen, dass der Herr in den Tabernakeln unserer Kirchen nicht mehr gegenwärtig ist? Bestimmt nicht aus dem von Ihnen genannten Grund! Denn so wie er nicht vom Kreuz herabgestiegen ist, obwohl ihn die Spötter dazu aufforderten, und litt bis ans Ende, so leidet er auch in den Tabernakeln, und das wahrlich nicht erst seit Vatikanum 2!!!
Abgesehen davon: er leidet dort nicht nur, er wird dort auch angebetet, so zum Beispiel an dem Ort, wo ich wohne.
Ihre Sicht hat sich zu einem Tunnelblick verengt. Die Wirklichkeit der Kirche ist größer und weiter als das, was Sie von ihr zu sehen meinen.
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#9   r.ruhrgebietler   13:11:12 | Donnerstag, 24. September 2009
gunther maria michel – sündhaft?
wie Klerikersimulationen, gegen Bischöfe der katholischen Kirche Rufmord betreiben?
Und dass solcher Rufmord gegen geweihte Personen – Kleriker und Religiose – besonders verwerflich und sündhaft ist?
welcher rufmord? wo stehen die genannten menschen in der öffentlich bekennenden Nachfolge Jesu Christi, zelebrieren die trid. Liturgie, machen Seelsorge statt Seelen sorge? Ich habe aus meinem persönlichen leben genügend beispiele von klerikern des v-ii, die sich nicht ausschließlich den ihnen anvertrauten seelen kümmern.
und noch eines direkt hinterher: Gott hat die Tabernakel geräumt, ER hat will sich nicht mehr von diesen gestalten verhöhnen lassen. ER will verehrt und angebetet sein. doch die genannten herren setzen alles dran Ihm dem alle Ehre gebührt weiterhin zu verhöhnen.
ich kann an den fakten keinen rufmord entdecken! was soll also an der wahrheit sündhaft sein?
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#8   Brandenburgis   12:44:28 | Donnerstag, 24. September 2009
Gott gebe dem verstorbenen
Pater Graham die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.
Herr, laß ihn ruh’n in Frieden!
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#7   gunther maria michel   12:33:47 | Donnerstag, 24. September 2009
Einerseits andererseits
Andererseits kann es nicht die Hauptbeschäftigung der Kirche sein, ihre zweifellos vorhandene eigene schmutzige Wäsche auszubreiten.
Der Auftrag Christi an die Apostel lautet anders.
Außerdem gibt es kaum eine Institution, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten so ausgiebig ihre eigene Vergangenheit aufgearbeitet hat wie die katholische Kirche.
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#6   Brandenburgis   12:31:43 | Donnerstag, 24. September 2009
Pater Graham
war einer der ebschlagensten und kenntnisreichsten Geistlichen und Kirchenhistoriker des 20. Jahrhunderts. Es wäre äußerst verdientvoll, wenn sein NAchlaß sorgfältig archiviert und ggf. nach einer gewissen Sperrfrist der christlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde.
Auch die Bücher von Graham sind sehr lesneswert, ich nenne nur „Der Vatikan und der Kommunismus während des 2. Weltkrieg“, „Papst Pius XII und die Juden“ und „Vatikan Diplomatie“. Sicherlich hatte auch er gewisse Grenzen, doch diese wollen erst einmal ermessen werden.
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#5   Prälat Hinter †   12:28:47 | Donnerstag, 24. September 2009
Was nicht sein soll wird eben verschwiegen!
Das geht doch seit fast 2000 Jahren munter so zu im Lateran und Vatikan:
lieber in Kisten verpacken und alles schön wegschliessen, damit sich mal in 200 Jahren ein paar gelangweilte Historiker am Staub der Zeit erfreuen können – nur ja nichts unnötig aufwirbeln.
Das ist doch eh nix neues. Und so geht es auch in den Diözesen zu:
Was da alles an „unveröffentlichtem“ hoch-brisanten Material bis in unsere Stunden hinein zum tot-schweigen in Kisten und Ordnern und Köpfen der Oberen „lagert“,dagegen ist ja Gorleben ein Biotop!
Genau deshalb werden auch nur medienwirksame Priester und Diakone und auch mal Bischöfe oder Kardinäle den gierigen Presse-Geiern und der schaulustigen Öffentlichkeit zum öffentlichen Fraß hingeschmissen.
Wieviele Dreckskerle aber davon kommen, die oft wesentlich härtere Sanktionen hätten bekommen müssen, das steht in den „weg-geschlossenen“ Akten. Die Diözesen sind da genauso ungerecht und nur zu ihren eigenen Nutzen taktierend wie jede weltlichen Firma auch.
Da geht es um Seilschaften und Karriereleitern – der Einzelen zählt da so gut wie kaum; außer er ist schon was geworden, auf dem Weg solcher Leitern und Seilschaften, dann schützt man ihn. Doch den einfachen Landpriester oder Diakon, den fressen die Hunde. DAS ist die bittere Wahrheit.
Die meisten Generalvikare sind z. Bsp. diesbezüglich ganz gerissene Schauspieler erster Güte.
Ihre Machenschaften gleichen denen vormals kommunistischer KPD-Geheimdiensten frappierend. Mich wundert das nicht mehr
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#4   gunther maria michel   12:06:30 | Donnerstag, 24. September 2009
@r.ruhrgebietler,
ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie mit solchen Ausdrücken, wie Klerikersimulationen, gegen Bischöfe der katholischen Kirche Rufmord betreiben?
Und dass solcher Rufmord gegen geweihte Personen – Kleriker und Religiose – besonders verwerflich und sündhaft ist?
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#3   Gunsenum   11:49:48 | Donnerstag, 24. September 2009
INteressant wäre,
zu erfahren, wie Pater Graham diese Tätigkeit ausführte!
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#2   eigerhar †   11:48:24 | Donnerstag, 24. September 2009
Köhler?
Ist der verwandt mit dem Bundespräsidenten?
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#1   r.ruhrgebietler   11:45:15 | Donnerstag, 24. September 2009
und einige leben in der BRD
sie gehören zum episkopat und versauen den wenigen noch rechtgläubigen Katholiken das leben.
vermutlich gehören die klerikersimulationen r :-D hmer, z :-! llitsch, :-# lgermissen, l :-@ hmann, m >:) ssinghoff, g :'( nn u.v.a.m. ebenfalls dazu
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