Benedikt XVI.
Papst macht Präsidenten zum Wandervogel
Vor einem Jahrzehnt hat der rechtsgerichtete tschechische Präsident die Kirche noch verspottet. Jetzt genoß er die Aufmerksamkeit des Papstes und der Medien. Pressesplitter.
Für die Photographen geplant

„So wirkte es nur wie eine Geste der Höflichkeit und Reverenz, daß der Ministerpräsident den Papst begrüßte – vor Photographen natürlich. Faktisch beschränkte sich die Begegnung des Politikers mit dem Papst auf wenige Sätze im Gehen, bevor Benedikt XVI. die Maschine nach Prag bestieg. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ betonte anschließend vor Journalisten, es habe »kein eigentliches Gespräch« zwischen Berlusconi und Benedikt XVI. gegeben.“

Die Nachrichtenagentur ‘kathpress’ über die Begegnung zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und Papst Benedikt XVI. am Samstag morgen am Flughafen in Rom.

Papstfeinde abgewehrt

„Brünn war für die Messe extra ausgewählt worden. Die südmährische Region ist noch die religiöseste im atheistisch geprägten Tschechien. Doch auch in Brünn mußten Ordnungshüter eingreifen, um papstfeindliche Manifestationen zu unterbinden. Vor der Messe entfernten Polizisten ein Transparent, auf dem der Papst als ‘Antichrist’ bezeichnet wurde. Einer Gruppe wurde untersagt, kostenlos Kondome zu verteilen.“

Die österreichische Tageszeitung ‘Die Presse’ über die Messe in Brünn am Sonntag vormittag.

Harmonisch über die Bühne gegangen

„Als eine zentrale Aussage der Reise bezeichnete [Vatikansprecher, Pater Federico] Lombardi einen Satz aus der Papstrede vor dem diplomatischen Corps am Samstag: »Europa ist mehr als ein Kontinent. Es ist ein Zuhause.« Als Eintragung im Goldenen Buch der Stadt Prag hinterließ Benedikt XVI. nach Angaben des Sprechers ein lateinisches Zitat aus dem Johannes-Evangelium: »Veritas liberabit vos« (»Die Wahrheit wird euch frei machen«).“

Aus einem Bericht der deutschen Nachrichtenagentur ‘KNA’.

Allgemeiner Zuspruch

„Das katholische Kirchenoberhaupt erlebte während der ersten zwei Tage seiner Visite keine Probleme, sondern Zuspruch nicht nur von Gläubigen, sondern auch von Politik und dem atheistischen Teil der Gesellschaft […]. Präsident Klaus, der die Kirche noch vor einem Jahrzehnt als Wanderverein verspottet hatte, empfing den Papst nun als »einen der herausragenden Intellektuellen der Welt«. Das Staatsfernsehen übertrug den Besuch über zwei Dutzend Stunden lückenlos.“

Aus einem Bericht der regionalen ‘Badischen Zeitung’.

Vorbild der Herrscher

„Als gelehriger Jünger des Herrn, hielt der junge Herrscher Wenzel treu an den Lehren des Evangeliums fest, in denen ihn seine Heilige Großmutter, die Märtyrerin Ludmilla, unterwiesen hatte. Er befolgte, was er gelernt hatte, und noch bevor er sich um ein friedliches Zusammenleben in seiner Heimat und mit den Nachbarländern bemühte, setzte er sich dafür ein, den christlichen Glauben im Volk zu verbreiten, indem er Priester ins Land holte und Kirchen baute.“

Aus der Predigt des Papstes bei der Messe am Montag vormittag im mährischen Altbunzlau, wo der tschechische Landespatron Wenzel im Jahr 935 von seinem Bruder ermordet wurde.

Verdient hätte er eine Ohrfeige

„An der Messe nahm auch der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus teil, der an diesem Tag seinen Namenstag feierte. In einer aufmerksamen Geste gratulierte Benedikt XVI. dem Staatspräsidenten zu dessen Namenstag. Klaus huschte daraufhin ein Lächeln über das Gesicht.“

Aus einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur ‘kathpress’.
      
5 Lesermeinungen
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#5   pneumat   21:27:20 | Montag, 28. September 2009
„Klaus huschte „
Ach, Klaus www3.ndr.de/…ion192_v-gallery.jpg wurde nun zum tschechischen Staatspräsident emporhumorisiert?
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#4   wolfgang e.   14:47:57 | Montag, 28. September 2009
„Verdient hätte er eine Ohrfeige“
Wenn alle bekämen, was sie verdienten, wer könnte dann bestehen…?
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#3   sanfrancesco   14:14:31 | Montag, 28. September 2009
An @HwstVaterAbt: Nicht nur die Tschechen!
Ich kann HwstVaterAbt in vielem zustimmen, aber die von ihm beschriebenen Phänomene finden sich durchaus auch in Ländern, die nicht jahrzehntelang von einem „Staatsatheismus“ regiert wurden. Es ließen sich außerdem Gegenbeispiele aufzählen – in dem Sinn, dass der soziale Zusammenhalt größer war und gerade der Glaube in so einem Milieu größere Wachstumschancen hatte als im hedonistisch geprägten Kapitalismus (siehe Polen!). Letztendlich zählt unabhängig vom System das Gewissen des einzelnen Menschen und sein Handeln. Grausamkeiten gibt es leider überall und in jedem politischen System unter den Menschen. Leider.
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#2   Prälat Hinter †   13:42:50 | Montag, 28. September 2009
Tschechen gehören grund- und rundum neu missioniert !
Also bis die Tschechen wieder überhaupt eine Antenne für den wahren röm.-kath. Glauben haben, da läuft noch ungeheurlich viel Wasser die Moldau hinab. Denn der Kommunismus und jetzt der neue Gott Kapitalismus haben die Seelen gerade der jüngeren Generationen ebenfalls schon sehr im Griff.
Der Kommunismus hat religiöses Gespür wie eine chemische Giftkeule auf Jahrzehnte hin verätzt.
Die Mehrzahl der Leute dort sind schlimme Egoisten geworden und wie auch in Rumänien und Bulgarien und ähnl. kommunistisch Gestraften gibt es da kaum ein soziales Denken geschweige denn Handeln. Die lassen – um nur ein einziges Beispiel zu nennen – die alte bettlägrige alleinstehende Oma im Nachbarhaus verhungern und beziehen verbotener weise deren zufällig an sie fehlgeleitete Rente. Solche Drecksmenschen finden wir da!!! Schlimm sowas so krass sagen zu müssen. Aber da ist echt tiefstes a-soziales von Egoismus nur so juckendes und oft auch noch sehr ungebildetes Heidentum.
Grauenhaft diese Lebewesen dort – dass da die Spinnen sogar zum Papst flüchten – wen wunderts…
Aber alle sollen ins vereinte Europa – widerlich !!!
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#1   Sefirot   13:41:28 | Montag, 28. September 2009
Die Kaffeesatzdeuter
gegben sich ja alle Mühe, den Papstbesuch
in Tschechien zu einer Farce zu verballhornen…
besonders die rechtgerichteten Kaffeesatzdeuter… :-! :-! :-!
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