11:25:40 | Donnerstag, 1. Oktober 2009
Am 12. Juni schrieb der Bischof von Mostar-Duvno einen Brief an den Vikar der Pfarrei Medjugorje, Pater Danko Perutina.
Hochwürdiger Pater Danko!
Nach Ihrer Priesterweihe im Jahr 1999 und am Ende Ihrer Studien, habe ich
Sie auf Vorschlag Ihrer Ordensoberen im Jahr 2000 zum Pfarrvikar in der Ortschaft Humac [16 Kilometer
westlich von Medjugorje] ernannt.
Anschließend wurden sie – immer auf Vorschlag Ihrer Provinzleitung –
2001 Vikar in Medjugorje, 2005 Pfarrvikar in Humac und im Jahr 2007 erneut Pfarrvikar in Medjugorje.
In der Zwischenzeit – von 2002 bis 2005 – haben Sie auch in Rom studiert und dort einen akademischen Grad
in Mariologie erlangt.
Ich schreibe Ihnen mit Bezug auf Ihre regelmäßigen Kommentierungen der sogenannten
„Botschaften“ und „Erscheinungen“ des 25. des Monats.
Am 10. Juni dieses Jahres, während meiner Visitation
in Medjugorje, habe ich mit Ihnen darüber gesprochen. Anwesend waren auch der Pfarrer von Medjugorje,
Pater Petar Vlašić, und ein anderer Pfarrvikar.
In dieser Unterredung ergab sich, daß die tägliche
„Seherin“ Marija Pavlović, verheiratete Lunetti, die in Italien und zeitweise auch in Medjugorje lebt,
ihre „Botschaften“ des 25. des Monates an dieses Pfarramt oder an einen der pastoralen Mitarbeiter der
Pfarrei Medjugorje schickt.
Diese „Botschaft“ wird dann auf der Webseite von Medjugorje und in anderen
Medien veröffentlicht.
Sie kommentieren regelmäßig diese monatliche „Botschaft“, die in verschiedenen
Sprachen verbreitet wird.
Als ich mich erkundigte, warum man nur die „Botschaft“ vom 25. des Monats verbreitet
und nicht die anderen „Botschaften“, als ob diese „privat“ wären, habe ich keine klare und überzeugende
Antwort erhalten.
Ich weiß nicht, wer sie bestimmt oder autorisiert hat, diese Botschaften zu kommentieren
und auf der Webseite weiterzuverbreiten.
Wer hat sich überhaupt das Recht herausgenommen zu entscheiden,
daß einige „Botschaften“ ausgelassen und anderer durch das Pfarramt und die Webseite, die mit der Pfarrei
Medjugorje verbunden ist, weiterverbreitet werden?
Schritt für Schritt sind wir in der Lage gewesen,
die „Erscheinungen“, die nicht anerkannten „Botschaften“ und die Auftritte der „Seher“ und „Seherinnen“
vor oder nach der Heiligen Messe aus der Pfarrkirche und dem kirchlichen Umfeld zu entfernen.
In der
genannten Unterredung habe ich daran erinnert, schon im Jahr 2006 und erneut im Jahr 2009 vom Altar herunter
erklärt zu haben, daß „kein Priester, der nach dem Kirchenrecht in dieser Pfarrei Medjugorje tätig
ist oder sich auf der Durchreise befindet, die Erlaubnis besitzt, seine private Meinung, die der offiziellen
Haltung der Kirche über die »Erscheinungen und Botschaften« widerspricht, darzulegen, weder während
der Feier der Sakramente noch während der regelmäßigen Andachten noch in katholischen Medien.“
Um
jedes Mißverständnis zu vermeiden erkläre ich Ihnen mit diesem Brief, daß Sie aufgrund meines Dekretes
keine Erlaubnis besitzen, weder im Namen des Pfarramtes, noch als Pfarrvikar, die „Botschaften“ des 25.
oder irgendeines anderen Tages des Monates zu kommentieren oder weiterzuverbreiten.
Das sind private
„Botschaften“ von Privatpersonen zum privaten Gebrauch.
Wir können es nicht erlauben, daß diese „Botschaften“
als Mitteilungen des Pfarramtes, des Pfarrers oder irgendeines Pfarrvikars oder sogar des „Heiligtums“
erscheinen, solange sie auf keiner Ebene als solche anerkannt sind – weder von der Diözese, noch von
der Bischofskonferenz noch vom Heiligen Stuhl.
Ich erwarte darum mit Vertrauen und ohne weitere Ermahnungen,
daß Sie von jetzt an ihre Kommentare weder im Namen des Pfarramtes noch in ihrem eigenen Namen noch unter
einem Pseudonym noch nach dem 25. des laufenden Monats und auch später nicht mehr weiterleiten, solange
sich die Dinge so verhalten.
Ich grüße Sie mit Hochachtung
+ Bischof Ratko Peric von Mostar-Duvno
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