09:41:50 | Montag, 11. April 2005
Pfarrer William Swengros zelebrierte in seiner Kirche ein Requiem für die Wachkoma-Patientin Terri Schiavo, die Ende März einem Justizmord zum Opfer fiel. Fast 1000 Personen nahmen an der Messe teil. Am Tag darauf wurde der Priester von seinem Bischof zwangsversetzt.
(kreuz.net, Gulfport/Florida) Fast 1000 Personen nahmen Anfang April an einer Totenmesse für Terri Schiavo
teil. Frau Schiavo war auf Anordnung ihres entfremdeten Ehemanns, der sie mit einer anderen Frau betrog,
zu Tode gehungert worden. Das katholische Requiem für die Ermordete fand in der Pfarrkirche in Gulfport/Florida
statt.
Gulfport befindet sich an der Westküste von Florida. Kirchlich gehört die Stadt zum Bistum St.
Petersburg/Florida.
Pfarrer William Swengros (45) hatte in der Vergangenheit als enger Vertrauter und
geistlicher Beistand der Eltern von Terri Schiavo gewirkt. Am Tag nach der Totenmesse für Terri erreichte
ihn die Nachricht, daß er bereits ab kommendem Juni in eine andere Gegend des Bistums versetzt worden
sei.
An einen Zufall glaubt in Gulfport fast niemand. Die meisten sehen den Schritt des Bischofs als
Bestrafung für den Einsatz des Pfarrers für das Leben von Terri Schiavo.
Der Bischof der Diözese heißt
Robert Lynch (63) und ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat im Kampf um das Leben von Terri Schiavo,
die auf dem Gebiet seiner Diözese umgebracht wurde, eine traurige Rolle gespielt. Weltweite Kritik zog
er sich zu, weil er dem Kampf um das Leben von Terri Schiavo zunächst jahrelang mehr oder weniger gelangweilt
zusah.
Als Bischof Lynch schließlich an die Öffentlichkeit trat, erklärte er lediglich, daß er auf
eine Versöhnung zwischen Terris Ehegatten und Terris Eltern hoffe. Zur von der Justiz angeordneten Aushungerung
von Terri und deren Todeskampf hatte er nichts zu sagen.
Dafür setzte er sich in den Medien dafür ein,
daß Lebensschützer den Richter, der Terris Todesurteil fällte, nicht durch Protestaktionen vor dessen
Haus belästigen würden.
Zur gleichen Zeit als Terri in einem Pflegeheim in Florida verhungerte, reiste
Bischof Lynch nach Indonesien, um dort das Ausmaß der Tsunami-Schäden festzustellen.
Es scheint auch,
daß der Bischof alle Priester und Angestellten seiner Diözese davor gewarnt hat, gegen den Justizmord
an Terri Schiavo aufzutreten. Bischof Lynch habe bei einer Mißachtung seiner Anweisungen unmißverständlich
mit Konsequenzen gedroht.
Nach Angaben des US-amerikanischen „Empire Journal“ nahm Bischof Lynch nicht
nur an Pfarrer Swengros Rache. Auch gegen zwei Franziskanerpatres soll er einen Beschwerdebrief geschrieben
haben. Der Grund: Die beiden Priester waren den Eltern von Terri in den schweren Zeiten des Leidens ihrer
Tochter beigestanden. Bischof Lynch soll den in der US-Bischofskonferenz für Ordensleute zuständigen
Bischof aufgefordert haben, den zwei Franziskanern zu verbieten, sich in der Diözese St. Petersburg aufzuhalten.
Bischof Lynch ist für seine Rachsucht gegenüber Priester, die eine Bedrohung für ihn darstellen, bekannt.
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#2
MariaGoretti 21:42:25 | Montag, 20. Juni 2005
#1
FioreGraz 10:46:13 | Montag, 11. April 2005