18:12:37 | Freitag, 9. Oktober 2009
Benedikt XVI.
Was bedeutet „wirtschaftliche Demokratie“? Sind nicht gerade erfolgreiche Unternehmungen auf Autorität, Hierarchien, klare Organisationsstrukturen und Kompetenzaufteilungen angewiesen? Von Universitäts-Dozent Friedrich Romig.

Präsentation der Enzyklika ‘Caritas in veritate’ am 7. Juli 2009
(kreuz.net) Beim Lesen der Sozialenzyklika ‘Caritas in veritate’ stellt sich die Frage, wie „Markt“ und
„Marktwirtschaft“ zu definieren sind?
Ist der Markt wirklich ein Subjekt, das „Emanzipation fördern“,
das sich „auf sich selber verlassen“ oder „auf moralische Kräfte zurückgreifen“ kann – wie Paragraph
35 erklärt?
Hat der Markt „ein eigenes Interesse“? Kann er aus sich heraus „für sozialen Zusammenhang
sorgen“?
Ist der Markt wirklich „eine Institution, welche die Begegnung zwischen den Menschen ermöglicht“?
Ist das sein Zweck?
Ist sein Zweck nicht die Vermittlung von Leistung und Gegenleistung zwischen Wirtschaftsgebilden –
Haushalten, Betrieben, Unternehmungen, Kommunen, Staatsverwaltungen?
Muß der Markt nicht von seiner
Funktion her als „Element“ im Gliederbau der Gesamtwirtschaft definiert werden?
Ist der Ausdruck „Marktwirtschaft“
für ein ganzes Wirtschaftssystem adäquat?
Dient die Wirtschaft als ganze dem Markt, und nicht eben
der Markt der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Menschen und seiner Gemeinschaft?
Wenn letzteres richtig
ist, dann ist der Ausdruck „Marktwirtschaft“ ganz unangebracht – ob mit oder ohne Verbrämung durch ein
soziales Mäntelchen.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was der in Paragraph 38 gebrauchte
Ausdruck „wirtschaftliche Demokratie“ bedeutet?
Sind nicht gerade Wirtschaftsgebilde wie Unternehmungen
und Betriebe, die sich im Kontext der Globalisierung behaupten wollen, auf Autorität, Hierarchien, klare
Organisationsstrukturen und Kompetenzaufteilungen angewiesen?
Ist es nicht so, daß „wenn alle sich für
alles verantwortlich fühlen“, keiner für irgend etwas verantwortlich ist? Ist der Kommunismus nicht
gerade daran gescheitert?
Führt nicht in allen Gebilden der Gesellschaft – Familie, Freiwillige Feuerwehr,
Kommune, Betrieben, Parteien, Staat – „Demokratie“ ohne autoritative Führung und Elite zu Auflösung
und Niedergang, wie das die Experimente mit der sogenannten Arbeiterselbstverwaltung oder den Werksgenossenschaften
gezeigt haben?
Hat nicht der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila († 1994) recht mit seiner
Bemerkung: „Das Leben ist eine Werkstatt von Hierarchien. Nur der Tod ist Demokrat“?
Der Autor lehrte
politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen.Nächstes Mal: Wie anders als durch die Setzung von Grenzen?
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Damenschuh 19:34:09 | Samstag, 10. Oktober 2009
#23
Paulaner † 15:47:03 | Samstag, 10. Oktober 2009
#22
Brandenburgis 09:46:51 | Samstag, 10. Oktober 2009
#21
Lorenz 09:04:34 | Samstag, 10. Oktober 2009
#20
Schalom 00:14:50 | Samstag, 10. Oktober 2009
#19
Caldonazzi † 00:03:43 | Samstag, 10. Oktober 2009
#18
Schalom 23:50:45 | Freitag, 9. Oktober 2009
#17
Gotthard 23:46:23 | Freitag, 9. Oktober 2009
#16
MartinBieger 23:36:10 | Freitag, 9. Oktober 2009
#15
Schalom 23:32:36 | Freitag, 9. Oktober 2009
#14
FXaver 22:27:56 | Freitag, 9. Oktober 2009
#13
biomilch 21:49:52 | Freitag, 9. Oktober 2009
#12
gelobtseijesus 21:48:45 | Freitag, 9. Oktober 2009
#11
Brandenburgis 20:41:34 | Freitag, 9. Oktober 2009
#10
Dr. Guillotin 20:41:01 | Freitag, 9. Oktober 2009
#9
Brandenburgis 20:20:33 | Freitag, 9. Oktober 2009
#8
Ottonis 20:14:10 | Freitag, 9. Oktober 2009
#7
Brandenburgis 20:07:50 | Freitag, 9. Oktober 2009
#6
Peter-Pan 19:14:47 | Freitag, 9. Oktober 2009
#5
Domenico Tuttisanti 19:10:20 | Freitag, 9. Oktober 2009
#4
Peter-Pan 19:05:56 | Freitag, 9. Oktober 2009
#3
Brandenburgis 18:48:02 | Freitag, 9. Oktober 2009
#1
Alexander von Eich 18:31:25 | Freitag, 9. Oktober 2009