Mit einer sonntäglichen Drohpredigt hat Rebellen-Pfarrer Franz Sabo seinem Bischof gestern die Frohbotschaft angemahnt. Der Bischof sei einer, der sich besonders hervortue, die ‘Froh-Botschaft’ Jesu in eine ‘Droh-Botschaft’ zu verkehren.
(kreuz.net, Röschenz) Im September soll dem Pfarrer der Gemeinde Röschenz bei Basel die Missio canonica
entzogen werden. Pfarrer Franz Sabo (52) hat darum seine gestrige Sonntagspredigt dazu benützt, um heftige
Tiraden gegen den Basler Bischof, Mons. Kurt Koch, und den Generalvikar, Pater Roland Trauffer OP, loszulassen.
Das berichtete die ‘Basler Zeitung’ in ihrer Online-Ausgabe. Röschenz befindet sich in der Nordschweiz
unweit von Basel.
Schon im März hatte Bischof Kurt Koch dem cholerischen Pfarrer per Ende September
die „Missio canonica“ entzogen. Die Missio canonica ist die vom Diözesanbischof ausgesprochene kirchliche
Sendung. Ohne sie kann kein Priester in einer Diözese eine offizielle Funktion ausüben.
Pfarrer Sabo
verkündigte in seiner Sonntagspredigt, daß der Papst und die Bischöfe Jesus repräsentieren müßten.
Doch seien eine ganze Reihe von ihnen zu Diktatoren, Landes- und Feldherren, Managern, Moralaposteln,
Richtern, Gelehrten und sogar Volksverhetzern geworden.
Die meisten der heutigen katholischen Kirchenfürsten
seien weder bei noch mit den Menschen. Sie verschanzten sich – so der erzürnte Pfarrer – in Trotzburgen
hinter den Mauern des Vatikan oder in ihren bischöflichen Palästen.
Einer, der sich besonders darin
hervortue, die ‘Froh-Botschaft’ Jesu in eine ‘Droh-Botschaft’ umzukehren, sitze auf dem Bischofsstuhl
in Solothurn, attackierte Pfarrer Sabo Bischof Koch.
Der Bischof von Basel residiert nicht in Basel,
sondern in der Nordschweizer Stadt Solothurn.
Dem Bischof zur Seite sitze der Mönch Trauffer, der sich
selber als Hardliner bezeichne und die Absicht habe, in Röschenz aufzuräumen – so Sabos Kritik am Generalvikar
der Diözese. Pater Trauffer ist Mitglied des Dominikanerordens.
Morgen wird die Pfarrei Röschenz in
einer Versammlung der Pfarrgemeinde über ihr weiteres Vorgehen entscheiden: „Wir suchen immer noch nach
einer friedlichen Lösung“, sagte der Pfarrgemeinderatspräsident gegenüber der Basler Zeitung.
Unter
anderem steht morgen auch auf den Traktanden, ob die Pfarrei geschlossen zur christkatholischen Gemeinschaft
übertreten will.
Die christkatholische Gemeinschaft nennt sich in anderen deutschsprachigen Ländern
„Altkatholiken“. Die Nordschweiz ist eine der Gegenden, wo diese Abspaltung nach dem Ersten Vatikanischen
Konzil ihren Ausgang genommen hat.
Der Kirchgemeinderat von Röschenz hält weiterhin zu seinem aufsässigen
Pfarrer und will ihn trotz Suspendierung weiter im Amt lassen.
Beobachter rechnen sich geringe Chancen
für einen Übertritt der Kirchgemeinde Röschenz zur christkatholischen Gemeinschaft aus. Die Glaubenssubstanz
in Röschenz sei schon seit Jahren massiv erodiert und der Kirchenbesuch minimal. Der überwältigenden
Mehrheit der nominalen Pfarreiangehörigen sei der Streit zwischen Bischof und Pfarrer egal. Wenn der
Konflikt eskaliere, könne man die Kirche auch ganz verlassen, ohne das Bedürfnis für eine Ersatzgemeinschaft
zu verspüren.
Bereits im Jahr 2003 hatte Franz Sabo den Bischof von Basel in der Öffentlichkeit aufs
Gröbste attackiert. Zudem denunzierte er die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität.
Der
in der Diözese Bamberg (Nordbayern) inkardinierte Franz Sabo ist seit 1998 in Röschenz als Pfarradministrator
tätig. Der Entzug der ‘Missio’ geschah in Absprache mit seinem Heimatbischof, Mons. Ludwig Schick. Bischof
Schick ist der kirchliche Letztverantwortliche für Pfarrer Sabo.
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Pfarrer Sabos Missio Frage an die Bischöfe Koch und Schick: Warum wird einem solchen illoyalen Wichtigtuer
die Missio nicht umgehend, sondern erst zum 1. September entzogen?