In Schottland werden Kinder noch wenige Wochen vor ihrer Geburt getötet. Alles legal. Aber in vielen Menschen steigt trotzdem das kalte Grauen auf.
(kreuz.net, Dundee) In schottischen Krankenhäusern werden geburtsreife Kinder wegen einer Behinderung
noch zwei Wochen vor ihrer Geburt durch Abtreibung eliminiert. Dies berichtete die britische Zeitung ‘Scotsman’
in ihrer Wochenendausgabe.
Nach dem Buchstaben des britischen Gesetzes sind solche Prozeduren legal.
In Großbritannien können Kinder auch nach der 24. Schwangerschaftswoche umgebracht werden, sofern eine
Behinderung vorliegt. Daß diese Bestimmung aber auch praktisch angewendet wird, hat in der schottischen
Öffentlichkeit – so der ‘Scotsman’ – einen Schock ausgelöst.
Die kalten offiziellen Zahlen – die wohl
zu niedrig sind – nennen 25 Kinder, die seit 1998 nach dem sechsten Schwangerschaftsmonat der Abtreibung
zum Opfer gefallen sind.
Vom Ninewells Krankenhaus in der schottischen Hafen- und Universitätsstadt
Dundee hört man, daß dort bisher drei Spätabtreibungen durchgeführt wurden. Ein Kind stand zwei Wochen
vor seiner Geburt. Ein weiteres war sieben Monate und zwei Wochen alt. Das dritte Abtreibungsopfer war
im sechsten Schwangerschaftsmonat. Dundee liegt knapp 100 Kilometer nördlich von Edinbourgh.
Im ersten
Fall habe man der Frau schon nach vier Monaten eine Abtreibung vorgeschlagen. Das Kind war ein Anenzephalus.
Die Anenzephalie besteht – im wesentlichen – aus dem Fehlen des Großhirns. Ein solches Kind stirbt gewöhnlich
wenige Tage nach der Geburt. Die Mutter wollte ihr krankes Kind anfangs zur Welt bringen. In der 34 Woche
änderte sie ihre Meinung und ließ ihr Baby kurz vor dem Geburtstermin vergiften.
Das zweite Kind litt
ebenfalls an Anenzephalie. Auch in diesem Fall wurde die Mutter schon früher bearbeitet, sich ihres Kindes
zu entledigen. Die Mutter weigerte sich anfangs. Einige Wochen später konnte sie überzeugt werden. Das
Kind wurde umgebracht.
Ein drittes Kind wurde in der 25. Lebenswoche abgetrieben, weil sein Körper schwer
deformiert war. Schon sechs Wochen vorher wurde die Mutter bearbeitet, eine Abtreibung vorzunehmen. Eigentlich
hätte auch sie ihr Kind austragen wollen.
Den drei kranken Kindern wurde Gift in ihr junges Herz gespritzt.
Gewöhnlich wird Kaliumchlorat verwendet. Die aggressive Vergiftungsabtreibung bewirkt einen schnellen
Tod. Der Mutter wird während der Tötung ihres Kindes ein Beruhigungsmittel angeboten.
Ein Sprecher
der katholischen Kirche meinte, daß Abtreibungen, die noch in der 34. Woche stattfinden, „alarmierend“
seien. Die meisten Menschen würden dabei Greuel empfinden. Dies zeige klar, daß das britische Abtreibungsgesetz
zu einem Wahlthema gemacht werden müsse.
„Es gebe immer die Schwierigkeit, festzustellen, was eigentlich
eine schwere Behinderung ausmache.“ Außerdem könne man keine genauen Vorhersagen machen, wann ein Kind
tatsächlich sterben werde: „Wir hören ständig Berichte von Kindern, die auf wundersame Weise durch
nachgeburtliche Betreuung überleben.“
Lebensrechtler aus London warnten davor, die Diskussion auf das
Alter der getöteten Kinder zu reduzieren. Die Abtreibung sei in jedem Alter abscheulich. Es gehe nicht
um die Größe der getöteten Kinder: „Ein ausgewachsener Basketballspieler ist nicht mehr wert als ein
Liliputaner.“
Das Ninewells Krankenhaus und schottische Exekutivbehörden versteckten sich gegenüber
dem ‘Scotsman’ hinter einer Mauer des Schweigens.
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