Politik
Es lebe der heidnische Nationalismus!
Um der Kirche ans Bein zu pinkeln, ist deutschen Kirchenhaß-Journalisten kein Mittel zu schlecht. Ein Kommentar.
Der Verleumdungsregisseur Konstantin Costa Gavras
Der Verleumdungsregisseur Konstantin Costa Gavras
© Perline, CC
(kreuz.net) Ende Juli zelebrierte der Journalist Berthold Seewald in der deutschen Tageszeitung ‘Welt’ den franko-griechischen Verleumdungsregisseur Konstantin Costa Gavras (76).

Costa Gavras dämonisierte im Jahr 2003 in seinem Haßfilm „Amen“ den Retter der Juden Italiens, Papst Pius XII. († 1958). Er benützte dazu die bekannten Hochhuth-KGB-Propagandalügen.

Jetzt hat der Regisseur seinen Haß auf die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft gelenkt. Seewald gibt sich keine Mühe, seine Sympathien für den Verleumder zu verbergen:

„Der griechische Filmregisseur Konstantin Costa-Gavras hatte schon immer ein Händchen dafür, Kirchenfürsten gegen sich aufzubringen“ – schreibt er.

Wäre in diesem Zusammenhang statt von „Kirchenfürsten“ von Juden die Rede, wären Costa Gavras und Seewald zwei Antisemiten.

Doch weil der Regisseur die Kirche mit seinem Dreck bedient, ist er ein ‘Welt’- und Seewald-Held.

Es geht um ein dreizehnminütiges Skandal-Video, das der Regisseur zum neuen Akropolis-Museum in Athen beisteuerte.

In dem Machwerk unterstellt Costa Gavras mit rassistischem Unterton und der Zustimmung Seewalds, daß die Athener Akropolis in der Vergangenheit von „barbarischen Horden“, „muslimischen Kriegern“ und „bilderstürmenden Christen“ ruiniert worden sei.

Costa-Gavras läßt in seinem von Seewald bejubelten Haßfilm Leute auftreten, die „wie orthodoxe Priester gekleidet sind“ und Statuen und Bauschmuck des Tempels zerstören.

Darum forderten sogar Vertreter des griechischen Kulturministeriums und des Museums, eine Sequenz von etwa neunzig Sekunden aus dem Verleumdungs-Video herauszuschneiden.

Doch der Haßautor zeigte keine Einsicht. Er protestierte stur gegen diese Maßnahme und beschimpfte zugleich die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft.

Costas Gavras ist ein rückfälliger Täter. Bereits in seinem Film „Z“ aus dem Jahr 1969 versuchte er den Klerus – von Seewald erneut „Kirchenfürsten“ genannt – die Schuld für die griechische Militärdiktatur in die Schuhe zu schieben.

Seewald glaubt, Beweise für seine Kirchenhaß-Thesen in der in der Titular-Kirche des Metropoliten von Athen, Hieronymos, zu finden: „In der im 11./12. Jahrhundert errichteten »kleinen Metropolis« finden sich rund hundert verbaute Spolien, Steine und Schmuckteile antiker Bauten.“

Vor allem heidnische Heiligtümer seien nach dem Verbot jeglicher Kulthandlungen durch Kaiser Theodosius I. in den Jahren 391/92 zerstört und als Steinbrüche benutzt.

In Wahrheit war es in der Antike und weit in die Neuzeit hinein – als der moderne Archäologismus noch nicht die Szene beherrschte – üblich, die Bausubstanz nicht mehr gebrauchter Gebäude wiederzuverwerten.

Das ist eine Praxis, die nicht auf heidnische Gebäude beschränkt blieb. So wurde für den Bau der römischen Peterskirche eine über tausendjährige konstantinische Basilika abgerissen.

Dieser Praxis eine Ideologie zu unterstellen ist völlig unsachlich.

Abschließend beschimpft Seewald die orthodoxe Gemeinschaft noch dafür, sich an griechische Forderung nach der Rückgabe der von den Briten gestohlenen Skulpturen des Parthenon in Athen angeschlossen zu haben.

Das zeige, daß sich auch die Kirche in die „nationale Front“ eingereiht habe.

Doch dann spielt Seewald selber den Nationalisten und hält der Kirche vor, daß der griechische Nationalismus im Freiheitskampf gegen die Osmanen nicht von der Orthodoxie, sondern von der nationalistischen Ideologie Europas angestachelt worden sei.

Daß es sich bei den Bewohnern Griechenlands nicht um Einwanderer, sondern um Hellenen gehandelt habe, die ihre gemeinsame „nationale Identität“ auf die antike Zivilisation gründen konnten, hätten sie Fremden „verdankt“.

Seewald läßt unerwähnt, daß nicht nur die Griechen im 19. Jahrhundert mit dem Geschenk und den Folgen des europäischen Nationalismus beglückt wurden.

Statt dessen ruft er beglückt: „Der Tempel und die Demokratie, die ihn vor 2500 Jahren erbaute, ist tatsächlich der Urgrund des modernen Griechenland“.

Selbst die orthodoxe Kirche, „die sich lange selbst in dieser Rolle sah“, habe das nun offensichtlich begriffen.

Jetzt ist klar, was Seewald will – den christlichen Glauben gegen das Heidentum ausspielen.
      
19 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#19   Franz Kappes   10:52:43 | Dienstag, 20. Oktober 2009
@Blaukohl
Die Dogmatik ist eben DIE Dogmatik.
Redaktion benachrichtigen
#18   Matthäus drei+ †   11:37:51 | Sonntag, 18. Oktober 2009
@Lisa et Blaukohl
… Kirchenfürsten gegen sich aufzubringen“
Nicht dass ich den kreuz.nettern unterstellen möchte, dass sich ein „Kirchenfürst“ unter ihnen befindet, aber aufregen können sich die Herrschaften, Damen sind -hoffentlich- keine dabei (angesichts des Eduard-von-Schnitzler-Tones der hier herrscht hoffe ich das jedenfalls), ganz kirchenfürstlich.
Doch der Haßautor zeigte -ganz nach kreuz.net-Manier- keine Einsicht.
Er protestierte -ebenfalls genau wie kreuz.net-stur gegen diese Maßnahme und beschimpfte zugleich die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft.
Wobei kreuz.net natürlich alles beschimpft, was nicht rechts/reaktionär ist. Der kreuz.net Feinde sind Legion und die ersten möchtegern-Märtyrer sind schon gekürt.
Lisa: @Damenschuh
Da können sie sich in Hasstiraden gegenseitig übertreffen.
Sollte Indymedia das „linke kreuz.net“ sein? LOL!
Blaukohl: @Domenico Tuttisanti:
Selbst heute, sind elementare Gesetze des Grundgesetzes der BRD wie die Achtung der Menschenwürde aller Menschen bei den Christen noch immer nicht angekommen.
Leider richtig Blaukohl. Die römisch-katholische Kirche weigert sich seit über einem halben Jahrhundert verstockt, die allgemeine Erklärung der Menschenrechte auch nur anzufassen, obwohl sie selbst zeter und mordio danach plärrt, wenn eines ihrer vermeintlichen „Rechte“ angeblich angegriffen wird. Da wird selbst ein mutmasslicher Straftäter a la Williamson zum möchtegern-Märtyrer hochstilisiert.
Redaktion benachrichtigen
#17   Blaukohl   16:21:05 | Samstag, 17. Oktober 2009
@Domenico Tuttisanti:
Leider sind fast immer die Anschuldigungen, die für das Mittelalter gelten, für das heutige Wirken der christlichen Kirchen unverändert weiterhin gültig.
Während Shakespeare Hamlet über „Sein oder nicht Sein“ philosophieren lässt, ermordete und pfählte die christliche Kirche Menschen, deren einzige Schuld es war homosexuell zu sein.
Im jetzt und hier, also gerade jetzt, will Uganda die Todesstrafe für Homosexualität einführen. Die Bevölkerung von Uganda ist heutzutage zu rund 85% einer der christlichen Religionen angehörig. Die europäischen „Christen“ haben diese Denkweise nach Uganda getragen. Der Vatikan schweigt zu diesem Rückfall in das Mittelalter.
Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr ekelt mich dieses Wirken der christlichen Kirchen an. Sie haben schon immer gemordet, wenn sich Menschen nicht ihrem Willen unterordneten und sie tun es heute noch. Selbst heute, sind elementare Gesetze des Grundgesetzes der BRD wie die Achtung der Menschwürde aller Menschen bei den Christen noch immer nicht angekommen.
Redaktion benachrichtigen
#16   sanfrancesco   15:46:23 | Samstag, 17. Oktober 2009
Filmtipp für @prohomo
Ich habe „Amen“ selber gesehen und der Film ist nicht besonders gut gemacht (betrifft auch die Ausstattung des Papstes, die recht lächerlich aussieht, da ist „Z“ wesentlich besser). Ein besserer Film um dieses thema ist sicherlich www.imdb.de/title/tt0086251/ Im Wendekreis des Kreuzes mit Gregory Peck.
Redaktion benachrichtigen
#15   Sefirot   15:34:39 | Samstag, 17. Oktober 2009
Kirchenhaß-Journalisten
… so ein heidnischer Schwachsinn. Wo gibt es denn
die Fakultität, auf der angehende Journalisten das
geistige Rüstzeug erhalten, um dem Kirchenhass in jeder Faser ihres Leibes und Lebens zu huldigen, um dem kreuz.net-Feindbild gerecht werden zu können.
Könnte es sein, dass die Fakultät vom Vatikan gesponsert wird und eine junge Abteilung der Gregoriana ist…, die bevorzugt von kreuz.net.-Journalisten konsultiert wird…? :-! >:) O:O :-! o^/ o^/
Redaktion benachrichtigen
#14   sanfrancesco   13:32:30 | Samstag, 17. Oktober 2009
Hier ist der ganze Artikel:
www.welt.de/…lis-zerstoerten.html
Redaktion benachrichtigen
#13   Domenico Tuttisanti   13:08:12 | Samstag, 17. Oktober 2009
Es bildet einen beliebten Trick
kirchenfeindlicher Hetze heutige Standards und Erkenntnisse in einer Sache in ahistorischer Weise in die Vergangenheit zu projizieren und ihr damaliges Fehlen den Vorfahren als „Schuld“ oder „schuldhaftes Versagen“ anzurechnen.
Irgendwann kommt noch jemand und macht es den Mönchen des Mittelalters zum Vorwurf, biblische und außerbiblische Literatur durch mühevolles Abschreiben tradiert zu haben, und zwar: „unter Verletzung des Copyright“ … :-S
Redaktion benachrichtigen
#12   Navon   12:45:38 | Samstag, 17. Oktober 2009
Stimmt es oder stimmt es nicht…
… dass auch Christen an der teilweisen Zerstörung dieser altgriechischen Kulturschätze beteiligt waren?
Wenn es sich ANGEBLICH nur um die Wiederverwendung von Baumaterial nicht mehr benutzter Tempel gehandelt hat, wieso heulen die Katholiken dann eigentlich immer, wenn mal ein von ihnen nicht mehr verwendeter Tempel einem anderen Zweck zugeführt wird?
Redaktion benachrichtigen
#11   Damenschuh   12:38:50 | Samstag, 17. Oktober 2009
Nee, keine Sorge
ich kann hier alle Fundis ganz gut auseinanderhalten.
Redaktion benachrichtigen
#10   Lisa   12:37:31 | Samstag, 17. Oktober 2009
@Damenschuh
Stellen Sie sich vor ich kenne auch Altermedia. Ich hoffe, ich bringe Sie jetzt nicht durcheinander. :-D
Redaktion benachrichtigen
#9   Damenschuh   12:32:43 | Samstag, 17. Oktober 2009
Ach, Lisa,
woher kennen Sie als unschuldige Katholikin denn solche bösen Seiten wie indymedia? Schon mal da gewesen? Etwa um dort rumzustänkern? Unfassbar… :-D
Redaktion benachrichtigen
#8   chico flojo   12:31:33 | Samstag, 17. Oktober 2009
@Lisa
Sie sollten als Kirchenhasser in linken Foren wie Indymedia ihr Gift verspritzen.
Da hat er aber dann niemanden, an dem er sich reiben kann.
NEIN, Damenschuh, SO hab’ ich das nicht gemeint!!
Redaktion benachrichtigen
#7   Lisa   12:25:32 | Samstag, 17. Oktober 2009
@Damenschuh
Was treiben Sie sich hier im katholischen Forum rum? Sie sollten als Kirchenhasser in linken Foren wie Indymedia ihr Gift verspritzen. Da können sie sich in Hasstiraden gegenseitig übertreffen.
Ihr Hass gegen die katholische Kirche ist einfach widerlich.
Redaktion benachrichtigen
#6   prohomo   12:15:39 | Samstag, 17. Oktober 2009
@redaktion
Danke für diesen Filmtipp!!!
Ich denke, dass er aufschlussreicher sein wird, wie sie es beschrieben haben.
Redaktion benachrichtigen
#5   Damenschuh   12:15:04 | Samstag, 17. Oktober 2009
Na gut, Franz
dann halt Bing. Ist das besser?
Redaktion benachrichtigen
#4   Franz Kappes   12:13:02 | Samstag, 17. Oktober 2009
@Damenschuh
Steve Ballmer würde kein Google nutzen.
Redaktion benachrichtigen
#3   Damenschuh   12:10:32 | Samstag, 17. Oktober 2009
Meinen aufrichtigen Dank
Ich möchte mich sehr herzlich bei der kreuz.net-Redaktion, Verzeihung, „Redaktion“, für diesen ausgezeichneten Filmtip bedanken! Ohne Euch, liebe „Redaktion“, wäre ich nie auf diesen hochinteressant klingenden Film gestoßen. Passenderweise liefert ihr ja auch noch eine kleine inhaltliche Beschreibung. Auch dafür vielen Dank!
Netterweise könntet ihr noch Links zu Erwerbsquellen im Internet zur Verfügung stellen, aber ich weiß, das wäre etwas zu viel verlangt. Und dafür gibt es ja auch Google.
Trotzdem recht herzlichen Dank!
Euer Damenschuh
Redaktion benachrichtigen
#2   Franz Kappes   12:09:03 | Samstag, 17. Oktober 2009
„Pflicht“ des Kreativen
Lassen Sie doch den Gescholtenen auch einmal selbst zu Wort kommen. Weiß Herr Seewald von diesen Anschuldigungen?
Redaktion benachrichtigen
#1   Großwildjäger   12:07:26 | Samstag, 17. Oktober 2009
Es ist eine…
…bekannte Tatsache, dass im 6. Jahrhundert der Parthenon-Tempel der Akropolis durch – wie es so schön genannt wird – „Umbauten“ in eine Marienkirche umgewandelt wurde!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
PolitikDeutscher Homo-Außenminister mit Einreiseverbot? PolitikHeute gibt es viele Hitler-Parteien PolitikVor einer Wahl des „geringeren Übels“ ist dringend abzuraten PolitikUngeheuerlich, infam, scheinheilig PolitikEs geht nicht um Recht und Wahrheit PolitikMit dem Rücken an der Wand PolitikDer katholischste Protestant PolitikBrauchen Katholiken die Monarchie? PolitikWozu eine royalistische Partei? PolitikAusbildungsangebot für die Töchter deutscher Politiker? PolitikFrankreich: Katholische Monarchisten im Angriff PolitikDie Zensur hat tausend schöne Namen PolitikKastraten haben eine hohe Stimme PolitikDie deutsche Haßpredigerin PolitikSie hält sich für eine Christin
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net