11:43:25 | Samstag, 17. Oktober 2009
Um der Kirche ans Bein zu pinkeln, ist deutschen Kirchenhaß-Journalisten kein Mittel zu schlecht. Ein Kommentar.

Der Verleumdungsregisseur Konstantin Costa Gavras
© Perline, CC(kreuz.net) Ende Juli zelebrierte der Journalist Berthold Seewald in der deutschen Tageszeitung ‘Welt’
den franko-griechischen Verleumdungsregisseur Konstantin Costa Gavras (76).
Costa Gavras dämonisierte
im Jahr 2003 in seinem Haßfilm „Amen“ den Retter der Juden Italiens, Papst Pius XII. († 1958). Er benützte
dazu die bekannten
Hochhuth-KGB-Propagandalügen.
Jetzt hat der Regisseur seinen Haß auf die griechisch-orthodoxe
Gemeinschaft gelenkt. Seewald gibt sich keine Mühe, seine Sympathien für den Verleumder zu verbergen:
„Der griechische Filmregisseur Konstantin Costa-Gavras hatte schon immer ein Händchen dafür, Kirchenfürsten
gegen sich aufzubringen“ – schreibt er.
Wäre in diesem Zusammenhang statt von „Kirchenfürsten“ von
Juden die Rede, wären Costa Gavras und Seewald zwei Antisemiten.
Doch weil der Regisseur die Kirche
mit seinem Dreck bedient, ist er ein ‘Welt’- und Seewald-Held.
Es geht um ein dreizehnminütiges Skandal-Video,
das der Regisseur zum neuen Akropolis-Museum in Athen beisteuerte.
In dem Machwerk unterstellt Costa
Gavras mit rassistischem Unterton und der Zustimmung Seewalds, daß die Athener Akropolis in der Vergangenheit
von „barbarischen Horden“, „muslimischen Kriegern“ und „bilderstürmenden Christen“ ruiniert worden sei.
Costa-Gavras läßt in seinem von Seewald bejubelten Haßfilm Leute auftreten, die „wie orthodoxe Priester
gekleidet sind“ und Statuen und Bauschmuck des Tempels zerstören.
Darum forderten sogar Vertreter des
griechischen Kulturministeriums und des Museums, eine Sequenz von etwa neunzig Sekunden aus dem Verleumdungs-Video
herauszuschneiden.
Doch der Haßautor zeigte keine Einsicht. Er protestierte stur gegen diese Maßnahme
und beschimpfte zugleich die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft.
Costas Gavras ist ein rückfälliger
Täter. Bereits in seinem Film „Z“ aus dem Jahr 1969 versuchte er den Klerus – von Seewald erneut „Kirchenfürsten“
genannt – die Schuld für die griechische Militärdiktatur in die Schuhe zu schieben.
Seewald glaubt,
Beweise für seine Kirchenhaß-Thesen in der in der Titular-Kirche des Metropoliten von Athen, Hieronymos,
zu finden: „In der im 11./12. Jahrhundert errichteten »kleinen Metropolis« finden sich rund hundert
verbaute Spolien, Steine und Schmuckteile antiker Bauten.“
Vor allem heidnische Heiligtümer seien nach
dem Verbot jeglicher Kulthandlungen durch Kaiser Theodosius I. in den Jahren 391/92 zerstört und als
Steinbrüche benutzt.
In Wahrheit war es in der Antike und weit in die Neuzeit hinein – als der moderne
Archäologismus noch nicht die Szene beherrschte – üblich, die Bausubstanz nicht mehr gebrauchter Gebäude
wiederzuverwerten.
Das ist eine Praxis, die nicht auf heidnische Gebäude beschränkt blieb. So wurde
für den Bau der römischen Peterskirche eine über tausendjährige konstantinische Basilika abgerissen.
Dieser Praxis eine Ideologie zu unterstellen ist völlig unsachlich.
Abschließend beschimpft Seewald
die orthodoxe Gemeinschaft noch dafür, sich an griechische Forderung nach der Rückgabe der von den Briten
gestohlenen Skulpturen des Parthenon in Athen angeschlossen zu haben.
Das zeige, daß sich auch die Kirche
in die „nationale Front“ eingereiht habe.
Doch dann spielt Seewald selber den Nationalisten und hält
der Kirche vor, daß der griechische Nationalismus im Freiheitskampf gegen die Osmanen nicht von der Orthodoxie,
sondern von der nationalistischen Ideologie Europas angestachelt worden sei.
Daß es sich bei den Bewohnern
Griechenlands nicht um Einwanderer, sondern um Hellenen gehandelt habe, die ihre gemeinsame „nationale
Identität“ auf die antike Zivilisation gründen konnten, hätten sie Fremden „verdankt“.
Seewald läßt
unerwähnt, daß nicht nur die Griechen im 19. Jahrhundert mit dem Geschenk und den Folgen des europäischen
Nationalismus beglückt wurden.
Statt dessen ruft er beglückt: „Der Tempel und die Demokratie, die ihn
vor 2500 Jahren erbaute, ist tatsächlich der Urgrund des modernen Griechenland“.
Selbst die orthodoxe
Kirche, „die sich lange selbst in dieser Rolle sah“, habe das nun offensichtlich begriffen.
Jetzt ist
klar, was Seewald will – den christlichen Glauben gegen das Heidentum ausspielen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#12
Navon 12:45:38 | Samstag, 17. Oktober 2009
#10
Lisa 12:37:31 | Samstag, 17. Oktober 2009
#7
Lisa 12:25:32 | Samstag, 17. Oktober 2009