Gebete und Gedichte
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Donnerstag, 3. Juli 2008 10:50
Christine von Schweden: Die Masse
„Die grosse Masse war zu allen
Zeiten und in allen Religionen
dumm und abergläubisch, sie ist
es heute und wird es immer sein.“

Christine,
Königin von Schweden
1626-1698
Diesen Beitrag bearbeiten Redakteur: Christine von Schweden
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Dienstag, 24. Juni 2008 22:18
joberens: Scharlatan
Scharlatan

Ob Kaiser, Kanzler, Papst ob König,
er ist ein Lügner glaub ihm wenig,
wenn er tut, als kenne er Gottes Wille ganz allein,
präsentiert sich groß und fast wie Gott will sein,
sieh ihn dir genauer an,
dann entpuppt er sich als Scharlatan.

Josef Berens
(als einfacher, denkender Katholik)
Quelle: Josef Berens
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Sonntag, 22. Juni 2008 19:14
joberens: Menschsein
Wer nur blind glaubt und vertraut
und nicht wagt selbst zu denken,
wer nur tut, was der Papst erlaubt,
einen Teil seines Menschseins tut verschenken.
Doch wer sich orientiert an Evangelium und Jesus Christ,
hat am Ende mehr gelebt und auf gutem Wege ist.

Josef Berens
(als einfacher, denkender Katholik)
Quelle: Josef Berens
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Mittwoch, 21. Mai 2008 16:17
Lutheraner: Siebenschön
In einem Dorfe wohnten ein paar arme Leute in einem kleinen Häuschen, die hatten eine einzige Tochter. Das Mädchen besorgte ihnen den Hausstand, sie wusch, fegte, kochte und schaffte alles, was zu tun war; das Gärtchen vor dem Hause war immer wohl bestellt, im Hause aber war alles so blank und reinlich, daß es eine Lust anzusehen war. Es gab auch kein Mädchen in der ganzen Gegend, die geschickter im Nähen und Sticken gewesen wäre, und damit verdiente sie ihren armen Eltern das Brot; denn feine Arbeit wird immer gut bezahlt. Weil das Mädchen aber schöner war als sieben andere zusammen, so nannten die Leute sie Siebenschön. Sie war aber so sittsam, daß, wenn sie sonntags zur Kirche ging, was sie fleißig tat, sie immer einen Schleier vor dem Gesichte trug, damit die Leute sie nicht angaffen sollten.

Da sah sie nun einmal des Königs Sohn, und sie war so schlank wie eine Esche, da verliebte er sich in sie und hätte herzlich gerne auch einmal ihr Gesicht gesehen, aber das konnte er nicht vor dem Schleier.
Er sprach zu seinen Dienern: ,,Warum trägt Siebenschön immer einen Schleier, daß man ihr Gesicht nicht sehen kann?“
Die Diener antworteten: ,,Das tut sie, weil sie so sittsam ist.

Siebenschön unter der Esche
Siebenschön unter der Esche
Da sandte der Königssohn einen Diener mit einem goldenen Fingerreif zu Siebenschön und ließ sie so sehr bitten, heute abend bei der großen Eiche zu sein, er hätte was mit ihr zu sprechen. Siebenschön ging hin, denn sie dachte, gewiß will der Prinz bei dir ein Stück feine Arbeit bestellen. Als aber der Prinz sie nun sah, da verliebte er sich noch viel mehr und verlangte sie zur Frau.

Aber Siebenschön sprach: ,,Du bist so reich und ich nur so arm; dein Vater wird sehr böse werden, wenn er hört, daß du mich zur Frau genommen.“
Aber der Prinz bat so viel und sagte, wie lieb er sie hätte;
da sagte Siebenschön endlich: ,,Wenn du noch ein paar Tage warten willst, so will ich mich darauf bedenken.“
Am andern Tage schickte der Königssohn seinen Diener zu Siebenschön, der brachte ihr ein paar silberne Schuhe und bat sie, sich heut abend wieder bei der Eiche einzufinden, denn der Prinz wollte nur ihr sprechen. Siebenschön ging hin, und als der Prinz sie sah, so fragte er, ob sie sich nun schon besonnen bitte.

Da antwortete Siebenschön: ,,Ich habe mich noch nicht bedenken können, denn meine Tauben und Hühner wollten gefüttert, der Kohl mußte geschnitten und die Hemden sollten genäht werden; aber was ich dir sagte, ich bin so arm und du so reich, dein Vater aber wird böse werden, darum kann ich nicht deine Frau werden.“

Da bat sie aber der Prinz wieder so viel, daß sie endlich
sagen mußte, daß sie sich ganz gewiß bedenken und mit ihren Eltern sprechen wolle. Am andern Tage schickte er ihr durch einen Diener ein prächtiges goldenes Kleid und ließ sie bitten, heute abend wieder zu der Eiche zu kommen. Siebenschön ging abends auch wieder hin, und der Prinz fragte, wie sie sich denn nun besonnen hatte.

,,Ach“, sagte Siebenschön, ,,ich habe mich nicht bedenken können, und meine Eltern habe ich auch noch nicht gefegt, es gab den ganzen Tag wieder so viel zu schaffen in und außer dem Hause, daß ich nicht dazu kommen konnte; aber was ich immer gesagt habe, dabei muß es doch bleiben, ich bin viel zu arm und du zu reich, und dein Vater wird sehr böse werden.“

Nun ließ der Prinz aber gar nicht mit Bitten nach und stellte ihr vor, daß sie endlich Königin werden sollte, er würde ihr auch ganz gewiß treu bleiben und keine andre heiraten, was da auch kommen möchte. Da Siebenschön nun sah, wie lieb er sie hatte, so sagte sie endlich ja.
Von nun an trafen sie sich jeden Abend bei der Eiche und waren ganz glücklich, denn sie liebten sich wirklich so sehr, doch der König sollte es nicht wissen. Aber da war da eine alte garstige Dirne, die sagte es ihm endlich doch, daß sein Sohn immer mit Siebenschön jeden Abend spät zusammenkäme. Da ward der König ganz grimmig und schickte seine Leute hin, Siebenschön Haus in Brand zu stecken, damit sie darin verbrenne. Siebenschön saß am Fenster und stickte; als sie aber merkte, daß das Haus brenne, sprang sie geschwind hinaus und gerade hinein in einen leeren Brunnen; ihre armen Eltern aber verbrannten beide mit dem Hause.

Es war ihr erst nun gewaltig gram und so traurig ums Herz, daß sie tagelang im Brunnen saß und weinte. Nachdem sie aber ausgeweint, arbeitete sie sich allmählich hinauf und grub sich dann mit ihren feinen Händen etwas Geld aus dem Schutt ihres verbrannten Hauses. Dafür kaufte sie sich Mannskleider. Dann ging sie zum Könige an den Hof und bat, er möge sie doch als Bedienten annehmen, denn sie heiße Unglück.
Dem Könige gefiel der hübsche junge Mensch, und er nahm ihn zum Bedienten an; sie war nun immer treu und fleißig, und bald mochte der alte König Unglück von allen seinen Bedienten am liebsten leiden und ließ sich von keinem andern bedienen.

Der Königssohn aber, als er hörte, Siebenschöns Haus sei niedergebrannt, trauerte sehr, denn er meinte nicht anders, als daß Siebenschön auch mit verbrannt sei. Nachher aber wollte sein Vater, daß er sich eine Frau nehmen sollte; der alte König wollte seinem Sohn das Reich übergeben, aber dann mußte dieser auch eine Königin haben. Also freite der Prinz um eines andern Königs Tochter und ward mit ihr verlobt.

Als nun die Hochzeit sein sollte, ward das ganze Land dazu eingeladen, und als der König mit seinem Sohn hinreist; die Braut zu holen, mußten alle Bedienten mit. Das war eine traurige Reise für Unglück, und es lag ihm so hart auf dem Herzen wie ein Stein. Er hielt sich immer hinten im Zuge, damit die Leute nicht seine Traurigkeit sähen, als sie aber in die Nähe des Schlosses der Braut kamen, hub er an zu singen mit klarer Stimme:
,,Siebenschön bin ich genannt,
Unglück ist mir wohlbekannt.“

Da sagte der Prinz zu seinem Vater, neben dem er vornean im Zuge ritt: ,,Wer singt doch da so schön?“
,,Wer sollte es wohl anders sein“, antwortete der Alte, ,,als Unglück, mein Bedienter?“
Darauf sang er zum zweiten Male:
,,Siebenschön bin ich genannt,
Unglück ist mir wohlbekannt.“

Da fragte der Königssohn wieder: ,,Wer singt doch einmal da? Sollte es wirklich Unglück, dein Bedientet, sein, lieber Vater?“
,,Ja gewiß“, sagte der alte König, ,,wer anders sollte wohl so schön singen als Unglück, mein Bedienter?“
Nun waren sie ganz nahe vor das Tor des Schlosses der Braut gekommen, da sang Unglück zum dritten Male:
,,Siebenschön bin ich genannt,
Unglück ist mir wohlbekannt.“

Siebenschön und des Königs Sohn
Siebenschön und des Königs Sohn
Als der Prinz das nun wieder hörte, wandte er schnell sein Pferd und ritt hin zu Unglück und sah ihm einmal stark ins Gesicht; da erkannte er Siehenschön und nickte ihr ganz freundlich zu, dann aher ritt er wieder weg.

Als sie nun alle beisammen waren auf dem Schlosse der Braut und war eine große Gesellschaft da, so sagte der König, der Vater der Braut: ,,Wir wollen Rätsel spielen, und der Bräutigam soll anfangen.“

Da fing der Königssohn an. ,,Ich habe einen Schrank, und stur einiger Zeit verlor ich den Schlüssel dazu; da ging ich gleich hin und kaufte mir einen neuen; als ich aber nach Hause kam, fand ich meinen alten wieder; nun frage ich dich, Herr König, welchen Schlüssel soll ich zuerst gebrauchen, den alten oder den neuen?“
Der König antwortete sogleich: ,,Natürlich den alten!“ Da hatte er sich selber das Urteil gesprochen, und der Königssohn sagte: ,,So behalte du nur deine Tochter, hier ist mein alter Schlüssel.“

Da griff er Siebenschön bei der Hand und führte sie mitten unter sie; der alte König aber, sein Vater rief, ,,Nein, das ist ja Unglück, mein Diener!“
Doch der Königssohn antwortete: ,,Lieber Vater, es ist Siebenschön, meine Frau!“
Da gingen allen die Augen auf, und sie sahen nun erst, wie schön sie war.

Müllenhoff (überliefert in „Kinder und Hausmärchen“ 1854)
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Mittwoch, 16. April 2008 17:38
Kilian: Flehrufe um die Bekehrung eines armen Sünders
Flehrufe um die Bekehrung eines Sünders

Um deiner heiligen Menschwerdung willen, errette diese arme Seele o Herr
um deiner Geburt willen, im armen Stalle zu Bethlehem, errette diese arme Seele…
um deiner Aufopferung willen im Tempel, errette diese arme Seele…
um der Flucht nach Ägypten willen, errette diese arme Seele…
um deiner Wiederfindung willen nach dreier Tage im Tempel, errette diese arme Seele
um deines Gehorsams willen gegenüber deiner hl. Mutter und des hl. Josephs, errette…
um deiner reinsten und heiligsten Kindheit willen, errette…
um deiner Reinheit und Keuschheit willen, errette…
um deines verborgenen Lebens willen, errette diese arme Seele…
um deines vierzigtägigen Fastens willen, errette diese arme Seele…
um deiner Zeichen und Wunder willen, errette…
um der Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes willen, errette…
um deines Verrates willen, errette …
um deiner Todesangst und des blutigen Schweißes willen am Ölberg, errette…
um deiner Gefangennahme willen, errette…
um deiner Verlassenheit willen, errette…
um deiner ungerechten Verurteilung willen, errette diese arme Seele, o Herr
um deiner Geißelung willen, errette…
um deiner Dornenkrönung willen, errette…
um deines schmerzlichen Kreuzweges willen, errette…
um der Begegnung mit deiner Mutter am Kreuzwege willen, errette…
um des schmählichen Kleiderraubes willen, errette…
um der Durchbohrung deiner Hände und Füße willen, errette…
um deiner Kreuzigung willen, errette…
um deiner Verlassenheit am Kreuz willen, errette…
um deiner schändlichen Verspottung und Verhöhnung willen, errette…
um der Verheißung willen, der du dem reumütigen Schächer gabest, errette…
um der Durchbohrung deines hl. Herzens willen, errette…
um deines heilbringenden Todes willen am Kreuze, errette…
um deines Kreuzesopfers willen, errette…
um der Schmerzen willen, welche deine Mutter empfand, als sie deinen toten Leib in ihren Armen hielt,…
um deiner Grablegung willen, errette…
um deiner dreitägigen Grabesruhe willen, errette…
um deiner glorreichen Auferstehung willen, errette…
um deiner glorreichen Himmelfahrt willen, errette…
um der Sendung des Heiligen Geistes willen, errette…
um der reinsten und unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria willen, errette…
um ihrer Reinheit und Keuschheit willen, errette
um ihres demütigen Gehorsams willen, errette…
wegen ihrer heiligen Jungfräulichkeit, errette…
wegen ihrer heilige Mutterschaft, errette…
wegen ihres heiligen Lebens, errette
wegen ihrer Makellosigkeit, errette…
wegen all ihrer Freuden und Leiden, errette…
wegen ihrer Tränen und Bitterkeiten, errette…
wegen ihrer hingebungsvollen Opfer, errette…
wegen der Leiden und Schmerzen ihres reinsten Herzens, um deinetwillen, errette…
wegen ihrer Aufnahme in den Himmel und ihrer Krönung, errette…
wegen ihrer demütigen Fürsprache, errette…
um der innigen Liebe wegen, die du zu deiner heiligsten Mutter empfindest, errette…
um deiner unendlichen Liebe wegen, errette…
um der Leiden und Schmerzen willen, die dein allerheiligstes Herz in der gegenwärtigen Zeit empfindet…
Herr, erhöre mein Gebet, und laß mein Rufen zu dir kommen.
Herr Jesus Christus, erhöre dieses Gebet, welches dir um die Bekehrung von N.N. dir dargebracht wird.
Erzeige deine Herrlichkeit und Macht, in dem du dieses verirrte Schäflein aus der Gottesferne und Verblendung zurück in den Schoße deiner hl. Kirche führen mögest und im hl. Bußsakrament von seinen Sünden reinwaschen und mit dir versöhnen wollest. Dies möge geschehen, durch die Fürsprache deiner reinsten Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria. Amen
Credo,Pater noster, drei Ave Maria, Gloria Patri…
Quelle: Kilian
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Mittwoch, 2. April 2008 16:38
Alexij: Himmlischer König
Gebet zum Heiligen Geist

Himmlischer König,
Du Tröster,
Geist der Wahrheit,
Allgegenwärtiger und alles Erfüllender,
Urquell des Guten und Spender des Lebens.
Komm und nimm Wohnung in uns,
reinige uns von aller Befleckung
und rette, o Gütiger, unsere Seelen. Amen.

(aus der ostkirchlichen Tradition)
Diesen Beitrag bearbeiten Redakteur: Alexij
Samstag, 1. März 2008 11:38
Bruderschaft St. Michael: Bruderschaftsgebet
Tägliches Gebet für Mitglieder der Bruderschaft vom heiligen Erzengel Michael:

Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe;
gegen die Bosheit und die Nachstellungen
des Teufels, sei du unser Schutz.
‘Gott gebiete ihm’, so bitten wir flehentlich;
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
die in der Welt umherschleichen,
um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle.
Amen.
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Samstag, 23. Februar 2008 16:39
Christliches Wien: Mittagsgebet
Vor dem Essen:

Lasset uns beten: Segne + Herr, uns und diese deine Gaben, die wir aus deiner Güte nun empfangen werden. Durch Christus unsern Herr. Amen
Des himmlischen Mahles teilhaftig mache uns der König der ewigen Herrlichkeit. Amen.

Nach dem Essen:

Wir sagen dir Dank, allmächtiger Gott, für alle deine Wohltaten: Der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen
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Freitag, 22. Februar 2008 21:01
Rolaf †: Die Christen sind das „Israel Gottes“
„Zu Israel und den Juden (die nicht mehr ein auserwähltes Volk Gottes laut Bibel bleiben)“

Die endgültige Rettung Israels: 9,1 – 11, 36

Die gesamte lange Passage ist wichtig-aber in Kürze zusammengefasst:

„Ich frage also:Hat Gott sein Volk verstossen?Keineswegs!Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamins.Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt hat.“ Römer 11,1-3

Ich finde es sehr gut, diesen Text aus Römer an dieser Stelle anzuführen. Paulus erklärt hier sehr schön, inwiefern das buchstäbliche Israel als Nation nicht Gottes auserwähltes Volk bleibt.

Wichtig ist wie immer der Kontext:

„Es ist jedoch nicht so, als ob das Wort Gottes versagt hätte. Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind wirklich „Israel“. Auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, sondern: „Was ‘dein Same’ genannt werden wird, wird durch Isaak kommen.“ Das heißt nicht, die Kinder des Fleisches sind wirklich die Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als der Same gerechnet. […] Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den Nationen, was dann? Es ist so wie er auch in Hosea sagt: „Die nicht mein Volk sind, will ich ‘mein Volk’ nennen und sie, die Nichtgeliebte, ‘Geliebte’; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: ‘Ihr seid nicht mein Volk’, dort werden sie ‘Söhne des lebendigen Gottes’ genannt werden.“
Ferner ruft Jesaja in bezug auf Israel aus: „Obwohl die Zahl der Söhne Israels wie der Sand am Meer sein mag, ist es der Überrest, der gerettet werden wird.“
Jesaja aber erkühnt sich und sagt: „Ich wurde von denen gefunden, die mich nicht suchten; ich wurde denen offenbar, die nicht nach mir fragten.“ In bezug auf Israel dagegen sagt er: „Den ganzen Tag habe ich meine Hände nach einem Volk ausgebreitet, das ungehorsam ist und widerspricht.“
Ich frage also: Gott hat doch nicht etwa sein Volk verworfen? Das geschehe nie! Denn auch ich bin ein Israelit, vom Samen Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt hat. Nun wisst ihr nicht, was die Schrift in Verbindung mit Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel vorstellig wird? „Jehova, sie haben deine Propheten getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten mir nach der Seele.“ Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch? „Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben lassen, Männer, die das Knie nicht vor Baal gebeugt haben.“ So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung zufolge unverdienter Güte gezeigt. Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht mehr als unverdiente Güte.
Was nun? Gerade das, was Israel ernstlich suchte, hat es nicht erlangt, die Auserwählten aber haben es erlangt. Die übrigen hatten ihr Empfindungsvermögen abgestumpft, so wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen einen Geist tiefen Schlafes gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag.“
Römer 9:6-8, 22-28; 10:21; 11:1-8;

Die Juden sind also nicht vollständig verworfen, Paulus ist schließlich selbst ein Jude. Allerdings müssen sie, wie alle anderen Menschen auch, Glauben an Christus ausüben, um gerettet zu werden. Als Nation sind sie nicht mehr Gottes auserwähltes Volk, nur ein „Überrest“ der fleischlichen Juden hat auch das Vorrecht zum „Israel Gottes“ zu gehören (Galater 6:16). Dazu müssen sie, wie Paulus auch, Christus annehmen.
Denke doch auch in diesem Zusammenhang an das Gleichnis vom Weingarten aus Markus, Kapitel 12.
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Freitag, 22. Februar 2008 20:46
Rolaf †: Das traditionelle katholische Karfreitagsgebet
Oremus et pro perfidis Judaeis: ut Deus et Dominus noster auferat velamen de cordibus eorum; ut et ipsi agnoscant Jesus Christum Dominum nostrum. Omnipotens sempiterne Deus, qui etiam judaicam perfidiam a tua misericordia non repellis: exaudi preces nostras, quas pro illius populi obcaecatione deferimus; ut, agnita veritatis tuae luce, quae Christus est, a suis tenebris eruantur. Per eundem Dominum nostrum. Amen.
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Montag, 18. Februar 2008 19:09
Die Christen Wien: Gebet für das Abendland
Allmächtiger und barmherziger Vater! Wir flehen dich demütig an, unterstütze uns, damit es uns gelingt unsere Heimat vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Schaffe uns gute Bedingungen, um die Herzen der Menschen zu erreichen und sie für unsere Sache zu gewinnen. Du hast ja deinen Sohn gesandt, um uns das Licht zu bringen. Lasse in deiner Güte nicht zu, dass wir wieder in die Dunkelheit fallen.
Und sollte es uns nicht gelingen einen Sieg zu erringen, dann gib uns die Kraft deinen Geboten bis zum Tode treu zu bleiben.
Aber nicht unser Wille, sondern deiner geschehe!
Amen.
Samstag, 16. Februar 2008 16:57
Die Christen Wien: Gebet vor der Arbeit
Herr, unser Gott, komme unserem Beten und Arbeiten mit Deiner Gnade zuvor und begleite es, damit alles, was wir beginnen, bei Dir seinen Anfang nehme und durch Dich vollendet werde. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Dieses Gebet ist als Vorbereitung für jede Arbeit sehr nützlich.
Dienstag, 12. Februar 2008 20:54
Die Christen Wien: Stoßgebet
„Ich will, was du willst! Dein Wille geschehe, o Herr!“
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Dienstag, 29. Januar 2008 11:38
Karl Murx: Die zionistischen Aspekte der neuen Bischofsweihe
Diese Überlegungen gelten nur der Editio typica, weil nur dort die streitgegenständliche Formulierung genau so vorkommt, um die es hier geht:

„ tu qui dedisti in Ecclesia tua normas per verbum gratiae tuae, qui praedestinasti ex principio genus iustorum ab Abraham, qui constituisti principes et sacerdotes, et sanctuarium tuum sine ministerio non dereliquisti, cui ab initio mundi placuit in his quos eligisti glorificari“

Auf den ersten Blick sieht das aus, wie eine Typologie, welche einfach auf alttestamentarische Vorbilder anspielt. Wörtlich steht dort: „…der du von Anbeginn das Volk der Gerechten aus Abraham vorherbestimmt hast, der du Fürsten und Priester eingesetzt hast und dein Heiligtum nie ohne Dienst gelassen hast…“

Bevor wir zu der Frage kommen inwiefern das die Gültigkeit beeinflussen könnte, was vielleicht nicht sofort einsichtig sein mag, stellen wir hier erst einmal als Faktum fest:

weder in den gebräuchlichen koptischen, noch westsyrischen Texten steht das so. Keine dieser beiden Weiheliturgien nährt den Eindruck, als wenn Gerechtigkeit im biblischen und übernatürlichen Sinne durch die Bündnisse des Alten Bundes gewirkt worden wäre, oder als wenn den Gliedern des Volkes Israel Gerechtigkeit allein durch fleischliche Abstammung zuteil würde.

Auf sie bezieht sich ja Paul VI in seiner Promulgation Pontificalis Romani Recognitio.

Weiterhin erweckt der Text so den Eindruck, als wären die HÜter des Heiligtums weiterhin die Juden durch ihr Priestertum. Das ergibt sich mindestens, wenn man den ersten Teil weiterdenkt.

Die koptischen Texte sprechen dieses Problem gar nicht an. Die westsyrische Inthronisierung eines Patriarchen (pseudo-klementinisches Gebet) sagt das glatte Gegenteil des Textes von Paul VI. Mit dem heiligen Pauls wird da betont, daß Abraham Gott gefiel durch seinen Glauben.

Der heilige Paulus sagt in einem seiner Briefe, wo er von Vätern sprach, die in der Wüste unter der Wolke gestanden hatten: dennoch hatte Gott an den meisten von ihnen keinen Gefallen!

Der Grund ist ein übernatürlicher: die Einrichtungen des Alten Bundes konnten durch ihre Opfer die Menschen nicht innerlich heiligen und vermittelten nur eine gesetzliche Reinheit. Schon gar nicht vermittelte die Abstammung diese Gerechtigkeit.

Erst die Sakramente des Neuen Bundes sind wirklich in der Lage, Gerechtigkeit innerlich zu wirken und einzugießen.

Man stelle sich eine Taufe vor, wo innerhalb eines Ritus servandus, zumal in der Form, behauptet würde, daß die Wirkung und Anwendbarkeit der Taufe nicht universal sei und die Juden nach wie vor durch die Beschneidung geheiligt würden.

Genauso ist ist es jetzt im neuen Weihegebet der Bischofsweihe. In dem Moment, wo doch der Gipfel und die Vollendung des ewigen Priestertums nach der Ordnung des Melchisedek gespendet werden soll, tut man so, als kämen durch die Abstammung von Abraham her und durch die aronitischen Vorbilder und Schatten, wahre Gerechtigkeit, wenigstens für einen Teil Menschheit.

Das ist gegen die Intention dessen, der Mittler des neuen und ewigen Bund ist.

Man komme hier nicht mit dem so genannten Methodistenerlaß aus den 70ern des 19.Jhr. Damals fragte ein apostolische Vikar in Rom an, ob eine Taufe durch einen Methodisten gültig sei, wenn er in seiner predigt die Tilgung der Erbsünde durch die Taufe leugne.

Eine solche Taufe ist deswegen noch gültig, weil der Pastor ja nicht Minister der Predigt war; eine solche bleibt ein nichtkultischer Akt.

Es wäre aber etwas anderes, wenn man diesen Irrtum in die Form einer Taufe einflechten würde. In diesem Falle wäre die Leugnung des Effektes der Taufe in die Spendung selbst integriert. Das wäre ungültig. Ähnlich verhält es sich mit der neuen Bischofsweihe.

Im Anhang sind die Sachverhalte ausführlich in französischer Sprache dargestellt, auch unter Konsultierung der Moraltheologie.
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Dienstag, 29. Januar 2008 08:16
Karl Murx: Aus der Anaphora des Heiligen Basilius
Manche sagen, daß die neue Form der Bischofsweihe ungültig sei, weil sie die göttliche Kraft, ein Attribut der Wesenheit, mit der Person des Heiligen Geistes gleichsetzt. Nichts anderes aber tut der heilige Basilius in seiner Anphora:

„Von ihm (Christus) erschien der Heilige Geist, der Geist der Wahrheit, …, die lebendigmachende Kraft und die Quelle der Heiligung“.

Antwort: Man darf das Zitat nicht verkürzen, dann sieht man, daß der heilige Basilius einmal die „Kraft“ wesentlich und einmal notional benennt. Hier tut er es in Bezug auf den Heiligen Geist notional. Ähnlich ist es ja bei der Liebe. Die notionale Liebe ist der Heilige Geist, aber er ist nicht die wesenhafte Liebe. Aus der Vermischung von notionalen und wesenhaften Termini gelangt die moderne Theologie zu den Irrtümern Joachims von Fiore.

Hier einmal das volle Zitat:

„Dieser (Christus) ist das Bild deiner Güte (notional), das Siegel der Gleichheit (notional), das in sich den Vater zeigt (notional), das lebendige Wort (notional), wahrer Gott (notional) von Ewigkeit (wesenhaftes Attribut und es folgen weitere), Weisheit, Leben, Heiligung, Kraft (als wesenhafter, attributiver Begriff), und wahres Licht.“

Es folgt dann der bereits oben genannte Text, wo im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist der Begriff der Kraft eine notionale Anwendung findet, in einer Weise, die dem Filioque ganz und gar entspricht. Kein Problem!

Wie ist denn in der neuen Form der Bischofsweihe?

Ist die Kraft notional, oder wesenhaft gemeint?

Das Problem ist, daß beide Anwendungen zu Häresien führen. Fasse ich die Kraft notional auf, so behauptet die Form, der Heilige Geist, die Spiratio passiva, gehe vom Vater in den Sohn aus, was gegen den Kanon 9 von Ephesus ist und auch gegen das Credo des 11. Konzils von Toledo.

Zweite Alternative, ich begreife hier die Kraft als wesenhaftes Attribut. In diesem Sinne hat der Sohn die Kraft (eigentlich die Substanz) tatsächlich durch die Zeugung; aber diese wesenhafte Kraft ist nicht der Heilige Geist. Wir haben es also in der neuen Form der Bischofsweihe mit einer Quadratur des Kreises zu tun.

Durch eine Vermengung von notionalen und wesenhaft gemeinten Begriffen, kommen der orthodoxe Theologe Paul Evdokimov; Yves Cogar, der sich auf Evdokimov beruft; Jürgen Moltmann und Jürgen Kuhlmann dazu, daß sie sagen, der Sohn sein „ex Patre Spirituque“..

Eine Monstrosität !
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