Dienstag, 22. Mai 2007 15:14
Pünktchen: „Das heilige Russland“: WIDER DEN HUMANISTISCHEN LIBERALISMUS: Links auf mehrere FILMDOKUMENTE
Nach der Wiedervereinigung von Patriarchat und Auslandskirche in Moskau:

Wendet sich die russisch-orthoxe Kirche vom Ökumenismus ab?
Droht eine Entfremdung zum Westen wegen seines Modernismus?
Bereitet sich ein neues Staatskirchentum in Rußland vor?


Ein Artikel in der online-Ausgabe der Welt von Gernot Facius
diskutiert die Lage nach dem „Akt der kanonischen Gemeinschaft“ am 17. Mai 2007:
DIE RUSSISCHE ORTHODOXIE VERSÖHNT SICH MIT IHRER DIASPORA UND TRITT UMSO GESCHLOSSENER DEN WESTKIRCHEN GEGENÜBER:
Wider den humanistischen Liberalismus

Ein Bruderkuss in New York, eine Umarmung – und die orthodoxe Welt war wieder in Ordnung. Im September 2003 war Wladimir Putin eigens in die USA gereist, um ein patriotisches Projekt zu vollenden: die „Versöhnung“ zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Auslandskirche (ROKA), die sich, seit der kommunistischen Oktober-Revolution 1917, als die wahre russische Kirche verstand; sie nahm für sich in Anspruch, das wahre Heilige Russland zu repräsentieren. Schon 2002 hatte Putin die Parole ausgegeben: „Jede russische Kirchengemeinde im Ausland muss zu einer Repräsentanz der Russländischen Föderation werden!“
Bei seiner Visite in New York dankte der Präsident den Bischöfen der ROKA, dass sie russischen Geist in der Diaspora bewahrt hätten und brachte schließlich zustande, was dem Patriarchen Alexei II. von Moskau und ganz Russland nicht so recht gelingen wollte, obwohl es seit Mitte der Neunzigerjahre konspirativ anmutende Kontakte zwischen dem in München residierenden Erzbischof Mark und der durch die kommunistische Zeit kompromittierten Russisch-orthodoxen Kirche (ROK) gegeben hatte.Die Frucht der New Yorker Begegnung ist Donnerstag zu besichtigen. An diesem Tag unterzeichnen die einstigen Kontrahenten eine Vereinbarung über kanonische Gemeinschaft. Der Kalte Krieg an der östlichen Kirchenfront wird beendet, was viele Christen freuen wird. Auf die weltweite ökumenische Bewegung kommen indes neue Probleme zu. Durch die Vereinigung mit der bisher als „unkanonisch“ geächteten Auslandskirche wird die Russisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die zahlenmäßig größte orthodoxe Kirche, gestärkt. Sie kann ihren Einfluss weiter nach Westen ausdehnen. Auch in Richtung Europäische Union, zu der bereits Länder mit orthodoxer Bevölkerung (Griechenland, Bulgarien, Rumänien) gehören.Schon jetzt ist sie ein wichtiger Gesprächspartner der römisch-katholischen Kirche. Im ökumenischen Konzept von Papst Benedikt XVI. hat der Dialog mit der Orthodoxie eindeutig Priorität; dieser Aspekt seiner Regensburger Vorlesung ist wegen der Fokussierung auf das Islam-Zitat unbeachtet geblieben. Sein „Ökumeneminister“ Walter Kasper lobt die spirituelle und kulturelle Tradition der ROK, er würdigt ihre Rolle beim gemeinsamen internationalen theologischen Disput, er weist darauf hin, dass es nicht mehr die pastorale Strategie der katholischen Kirche ist, möglichst viele orthodoxe Christen „herüberziehen“ zu wollen, er hofft ungeachtet aller Moskauer Gesprächsverweigerung geduldig auf eine Begegnung zwischen Papst und Patriarch: „Wir arbeiten daran und wir beten auch dafür.“ (…)

Weiterlesen: in >>>Welt-online<<<

LINK auf einen >>>>englischsprachigen Fernsehbeitrag<<<< zum „Akt der kanonischen Gemeinschaft“

LINK auf einen >>>>russischsprachigen Fernsehbeitrag<<<<

LINK auf russ. Fernsehbericht über die Praxis des >>>>Exorzismus<<<< in russisch-orthodoxen Kirchen
(s.a. www.exorcism.ru)

LINK auf ein privates Video von der

>>>>>Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau bei Nacht<<<<<.

Die vom deutschstämmigen Architekten Konstantin Ton entworfene und 1883 eingeweihte Kathedrale war unter Stalin abgerissen worden! Nach ihrer Neuerrichtung in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts dient diese größte Kirche in Moskau seit dem Jahre 2000 wieder dem Zweck der Verherrlichung Gottes. Hier fand auch der feierliche „Akt“ statt, von dem der Artikel berichtet. (Weitere Informationen hier!)

LINK auf Filmdokumente von der

>>>>Zerstörung der Christus-Erlöser-Kathedrale unter Stalin<<<<

Es ist auch das Freibad zu sehen, das von 1960 bis 1993 die Stelle der Christus-Erlöser-Kathedrale einnahm.

LINK auf eine kurze Film-Polemik gegen die harmonische Relation von Staat und Kirche in Rußland und anderswo. Die orthodoxe Theologie spricht dabei von der „Symphonia“. Daher der Titel: >Does Russia need the „symphonic“ relations?< Die Polemik stellt die Beziehung zwischen Stalin und der orthodoxen Kirche als „symphonisch“ dar (ebenso zwischen Hitler und der katholischen Kirche) und bezieht aus dieser Tatsachenverdrehung ihre trügerische Durchschlagskraft!
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Weiterlesen:
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 12 Lesermeinungen:
Samstag, 13. Oktober 2007 22:08
Angelos †: Tatsache ist…
…das die Orthodoxen mit ihrer Betonung des solarischen auferstandenen, erlösten und siegreichen Christus (vergleiche Chrestos-Symbol) dem Urchristentum allemal näher stehen als beispielsweise die alttestamentarisch ausgerichteten Calvinisten und Zeugen Jehovas (Neo-Pharisäer und Neo-Sadduzäer).

Neutestamentarische Ausrichtung ist für mich wesentlich – dem Christi Wort vom fremden Wundertäter gemäß im Neuen Testament aktzeptiere ich daher auch Quäker und Charismatiker und Geist-Kirchen als wahre Christen.

Nicht aber die alttestamentarisch ausgerichteten Calvinisten und Zeugen Jehovas.

Sogar ein Luther predigte noch gegen den Wucher…

Die Calvinisten der Niederlande, Großbritanniens und der USA ließen den Wucher wieder zu.

Die Orthodoxen betonen den siegreichen und erlösten auferstanden Christus im platonischen und neuplatonischen Sinne…nicht wie die Katholiken zu sehr den gekreuzigten und leidenden Christus…nach der Kreuzigung folgt immer noch die Auferstehung!

Christus als erlöster und auferstandener siegreicher Christus entspricht dem Anthropos des Alten Testamentes nach Philo von Alexandrien (der Philosoph stand dem Heiligen Paulus sehr nahe).

Seine Symbole sind Monstranz und Hostie…
Die Quäker kennen ihn als inneren Christus und LOGOS, den inneren Gott-Menschen.
Metathron.

Der Logos Christus kommt durchaus schon im Alten Testament vor – nämlich als Metathron („der neben dem Throne steht“). Darauf (auf Metatron bzw. Metathron) nämlich bezieht sich Jesus im Neuen Test
Donnerstag, 31. Mai 2007 08:38
GerdEric: Herrlich
Kirche von Putins Gnaden
Samstag, 26. Mai 2007 14:54
verecundus: @Jassu
Ächt?! Wie erklärt sich dann Herr Gutmensch so etwas freiheitliches wie Antidikriminierungsgesetze, staatlich verhängte Pflichtideologien (Dschendamäjstriemik) und die Dezent, mit der der Superwesten, die ganze Welt mit Kriegen überzieht, um Mänschnrächte-und-dähmokratie zu verbreiten … alles sehr freiheitlich, tolerant und oberkultiviert, gell?

Tja, Ihre geistigen Ahnen haben’s ja schon 1795 bösen aufklärungsunwilligen Tirolern entgegengeschleudert (bevor sie dann zum Massaker dieser Alpendummköpfe schritten): ob ihr sie wollt oder nicht, wir bringen euch die Freiheit.

Man muß nur ein wenig unsentimental und unerschrocken sein beim Nachdenken und schon tun sich einem die verblüffendsten Zusammenhänge auf – was freilich nichts für schwache GEW-Nerven ist.
Samstag, 26. Mai 2007 12:37
Rudolfus: Die Haltung des Patriarchen
von Rußland ist für die glaubenstreuen Katholiken sicherlich gut nachzuvollziehen.

Ein Ökumenismus wie in Deutschland, das führte zu einer ähnlichen Situation wie wir diese seit den 1960ern und 1970ern bis heute an der hl. römisch-katholischen Kirche in Deutschland, Rom und weltweit mitansehen durften bzw. mußten.

Trotzdem bleibt den Katholiken die Pflicht, weiterhin auch für die Umkehr der Russischen Nationalkirche und aller Konstantinopel’schen Kirchen zu beten, besonders durch das Unbefleckte Herz Mariens, dessen Kult und Verehrung Gott durch die hl. Jungfrau selbst 1917 in Fátima begründete, mit der Bitte um das Gebet für alle Seelen, aber auch besonders für die Bekehrung Rußlands.
Freitag, 25. Mai 2007 13:32
homo erectus: Hat die orthodoxe Kirche
auch schon einen Exorzisten für das Internet ernannt? Wenn ja, pünktchen, bitte teile uns auch die Adresse und Kontaktmöglichkeiten mit!
Freitag, 25. Mai 2007 12:28
Rainer Tobak: Dank für die interessanten Links
bes. auf die Filmdokumente aus der Sowjetzeit!

Super!
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