Samstag, 28. Juli 2007 10:53
St. Pölten: VISITATIONSPROTOKOLLE BELASTEN ALT-WEIHBISCHOF FASCHING
In hohen und höchsten Kirchenkreisen wächst die Unzufriedenheit mit dem vormaligen Apostolischen Visitator und jetzigen St. Pöltener Bischof Klaus Küng. Dies belegen die Kopien von Visitationsprotokolle, die der Redaktion des „13.“ Auf langem Weg kürzlich zugespielt wurden.

Foto: Bischof Küng zusammen mit Dr. Pytlik, seinem Rechtberater bei der Apostolischen Visitation
In den brisanten Dokumenten werden die Hintermänner der Kardinalsintrige vom Sommer 2004 offen beim Namen genannt. Schwer belastet wird unter anderem der St. Pöltener Alt-Weihbischof Heinrich Fasching. Auch in Rom ist man nämlich (ebenso wie in liberalen Kreisen in Österreich) bestürzt darüber, daß es noch immer kein Ergebnis der Visitation gibt, dessentwegen Krenn 2004 gestürzt worden war.

Zur Erinnerung: Im Juli 2004 wurde der bisherige Bischof von Feldkirch, Klaus Küng, zum Apostolischen Visitator der Diözese St. Pölten bestellt. Auslöser der Visitation war eine weltweit inszenierte Medienkampagne gegen den großen St. Pöltener Bischof Kurt Krenn und sein Priesterseminar. Noch am Tag seiner Ernennung machte sich Visitator Küng auf den Weg in die niederösterreichische Landeshauptstadt; alles war offenbar von langer Hand vorbereitet.

In St. Pölten wurde Visitator Küng vom damals noch amtierenden Weihbischof Heinrich Fasching freudig empfangen und begrüßt. Fasching war es auch, der Küng sein eigenes Büro für die Visitationsbefragungen zur Verfügung stellte. Die Visitation schleppte sich von Juli bis Oktober dahin und endete ergebnislos. Bis heute wurde der lang erwartete Abschlussbericht nicht veröffentlicht. Trotzdem wurde Bischof Krenn gnadenlos zum Rücktritt gezwungen. Der Visitator hatte seine Pflicht erfüllt und wurde mit dem St. Pöltener Bischofsstuhl belohnt, Medien und linke Kirchenkreise jubelten.

Bald mehrten sich jedoch die Zweifel an der Korrektheit der Visitation. Zeugen berichteten, Visitator Küng hätte ihre Aussagen unterschlagen. Andere fühlten sich unter Druck gesetzt und zu Falschaussagen gedrängt. Außerdem hat keiner der Befragten die Protokolle seiner Aussagen zu Gesicht bekommen, kontrolliert und gegengezeichnet. Ob Küng ihre Aussagen überhaupt korrekt aufgeschrieben worden habe, sei zweifelhaft.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass diese Zweifel mehr als berechtigt waren. Kürzlich wurden der Redaktion des „13.“ nämlich Auszüge aus den hochbrisanten Visitationsakten in Kopie zugespielt. Die ausdrückliche Bitte des Informanten lautet, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Wo die undichte Stelle in der kirchlichen Hierarchie zu finden ist, muss aber aus Gründen des Redaktionsgeheimnisses bis auf weiteres geheim bleiben.

Jedenfalls geht aus den Protokollen hervor, dass die Visitation äußerst dilettantisch durchgeführt wurde. Die Dokumente verraten keinerlei systematisches Vorgehen und sind voller Rechtschreibfehler. Auf der ersten Seite tragen sie jeweils im linken oberen Eck die Bezeichnung „Apostolischer Visitator“. Darunter werden der Name des Befragten und das jeweilige Datum angegeben. Am Ende folgt die Unterschrift des Apostolischen Visitators, nicht aber die Unterschrift der befragten Person. Unglaublich, alles undenkbar in dieser dilettantischen Art.

Weiterhin geht aus den Protokollen klar hervor, dass Visitator Küng spätestens im August 2004 gewusst haben muss, dass es sich beim angeblichen Skandal um eine von langer Hand geplante und inszenierte Intrige handelt, die den einzigen Zweck hatte, Bischof Krenn zu stürzen.

Ein wegen bestimmter Vorkommnisse noch unter Bischof Krenn entlassener St. Pöltener Ex-Seminarist gab beispielsweise am 19. August 2004 zu Protokoll, dass jemand noch vor dem Beginn der Medienkampagne seine Telefonnummer an den ORF weitergegeben habe (siehe Faksimile). Er habe daraufhin Weihbischof Heinrich Fasching um Rat gefragt, mit dem er scheinbar bereits in bestem Einvernehmen stand. Anscheinend hatte Fasching den entlassenen Ex-Seminarist (und andere Krenn-Gegner?) längst unter seine Fittiche genommen. Auf die Frage, ob er in die Medien gehen sollte, habe Fasching ermutigend geantwortet: „Es bleibt uns nichts anderes übrig“. Es blieb also den Feinden von Bischof Krenn, um diesen zu stürzen, nichts anderes übrig, als in die Medien zu gehen. Damit steht fest: Die Kardinalsintrige hatte tatsächlich ihren Ursprung in hochrangigen Kirchenkreisen, die ohne Rücksicht auf die Wahrheit und das Wohl der Kirche eine wochenlange Verleumdungskampagne eines unschuldigen Bischofs und seiner unschuldigen Mitarbeiter in Kauf nahmen.

Ebenso steht damit fest, dass der damalige Visitator und jetzige St. Pöltener Bischof Klaus Küng seit langem Bescheid weiß, wer hinter der Kardinalsintrige steckt. Trotzdem deckt er die Schuldigen bis heute. Wie lange schaut man von Rom aus noch zu?

PS: Der Artikel ist mit dem Faksimile eines Visitationsprotokolls vom 19. August 2004 versehen, in dem es heißt: „Er (ein wegen bestimmter Vorkommnisse entlassener Seminarist) habe den Weihbischof konsultiert, ob er ein Interview geben solle. Dieser habe geantwortet: ‘Es bleibt uns nichts anderes übrig’“.
Diesen Beitrag bearbeiten Redakteur: St. Pölten
Quelle: „Der 13.“ vom 13. Juli 2007, Seite 11
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Weiterlesen:
• Feministen in der Kirche: Was Sie Fordern Und Wie Sie Agieren
5 Lesermeinungen:
Dienstag, 7. August 2007 08:58
Alleluia: Pfarrer Braun
Nun ja, ich finde die Serie „Pfarrer Braun“ nun mal ganz klasse – vor allem wenn die Personen so lebensnah dargestellt sind wie dieser komische Bischof Hemmelrath und der schmierige Mons. Mühlich . Man kann gar nicht anders als an das Foto von Bischof Küng und seinem Adlatus Pytlik denken. Und dass der brave Pfarrer Braun auch noch dem braven Bischof Krenn gleicht, macht das Bild geradezu perfekt!!!
Freitag, 3. August 2007 13:27
wolfgang e.: @ Allelujah
Hemmelrath und Mühlich

klingt ein bisschen nach Argumentationsnotstand, finden Sie nicht?

Jedenfalls finde ich die Argumentationslinie des 13. immer absurder. Welcher der bisher ca. 20 verschiedenen Theorien des 13. zu den Vorgängen in St. Pölten soll ich eigentlich meinen Glauben schenken?

Ist es eigentlich zu Verantworten, rein aufgrund von Gerüchten und Vermutungen derartige Anschuldigungen („Kardinalsintriege“) in die Welt zu setzten?

Wozu es notwendig ist, das hier ständig in der Leserzeitung breitzutreten, ist mir schleierhaft. Wenigstens erscheinen im Hauptteil von kreuz.net keine sinnlosen St.Pölten Artikel mehr.
Donnerstag, 2. August 2007 10:53
Alleluia: Mühlich lässt grüßen
Dass Turk meinen unten geschilderten Eindruck wortreich bestätigt, wäre aber nicht nötig gewesen.

Mühlich lässt grüßen!
Donnerstag, 2. August 2007 08:24
turk: Homoseminar-Skandal kann nicht vertuscht werden
Der „13.“ und seine „Hintermänner“ können noch so oft dieselben Geschichtchen „neu verarbeiten“ oder als „Neuheiten“ verkaufen, aber dies alles hilft gar nichts, um die vom Visitator öffentlich und unwiderruflich festgestellten Fakten vom Tisch zu wischen.

DIÖZESANBISCHOF KÜNG BESTÄTIGT NACH LETZTEN ZUSATZBEFRAGUNGEN: ERGEBNIS DER VISITATION WAR RICHTIG (vom Mai 2007)

Lustigerweise wird im „13.“ nicht angegeben, um welche angeblich „hohen“ und „höchsten“ Kirchenkreise es sich handeln würde: reine Phantasie. Im übrigen haben nicht wenige Beobachter festgestellt, daß ohne herkömmliche Medien die aktiven homophilen Beziehungen zwischen Priesterausbildnern und Seminaristen und die homophile Attraktivität des damaligen St. Pöltner Seminars nicht beendet worden wären. Es ist daher fraglich, ob und wie Weihbischof Fasching „belastet“ worden ist. Völlig lächerlich ist auch der Vorwurf, daß Aussagen unterschlagen worden wären. Für eine lang geplante Intrige fehlen jegliche Beweise. Rechtskräftig ist jedoch die homophile Schuld der beiden sog. „unschuldigen“ Mitarbeiter Bischof Krenns in Österreich erwiesen.
Sonntag, 29. Juli 2007 11:37
Alleluia: Hemmelrath und Mühlich
Beim Anschauen des Fotos musste ich unwillkürlich an den hinterfotzigen Bischof Hemmelrath und seinen schleimigen Sekretär Mühlich aus der Serie „Pfarrer Braun“ (mit Otfried Fischer) denken…
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