Von der TFP zu den „Herolden des Evangelium“
Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel,
geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. (1 Petr 5, 8)
Donnerstag, 2. August 2007 15:48
itsme: Die verborgene Seite von „Tradition, Familie und Privateigentum“ (TFP)
In diesem Artikel wurde die TFP-interne Geheimgesellschaft „Sempre Viva“ vorgestellt. Neben den prominenten
Mitgliedern Dom Bertrand de Orleans e Bragança (Sklave Plinio Miguel) und Dom Luiz de Orleans e Bragança
(Sklave Plinio da Cruz), beide Prinzen des brasilianischen Kaiserhauses, sticht folgende Person heraus:
João Scognamiglio Clà Dias.João Scognamiglio Clà Dias, alias Sklave Plinio Fernando (Mitglied Nr. 4 der TFP-Geheimgesellschaft „Sempre Viva“), war laut TFP-Aussteiger Orlando Fedeli, der Lieblingsjünger des TFP-Gründers und -Guru Plinio Corrêa de Oliveira: Plinio bezeichnete ihn als „meu João de olhos redondos e andaluzes“ („Mein João mit runden und andalusischen Augen“) und hatte ihn zu seinem Nachfolger bestimmt. Weiters ist Clà Dias laut Fedeli gemeinsam mit einigen TFP-Eremiten für die Erstellung der Litanei an Plinios Mutter Lucilia verantwortlich gewesen, welche von Bischof Castro-Mayer öffentlich verurteilt wurde.
Plinios Tod am 3. Oktober 1995 erschütterte die TFP: Plinio hatte prophezeit, er würde die Errichtung des „Reichs Mariens“ selbst miterleben. Da sich diese Voraussage nicht erfüllt hatte, so berichtet Fedeli weiter, erwarteten die Jünger die Auferstehung ihres „unsterblichen“ Plinio, welche am dritten Tage nach dessen Tod erfolgen hätte sollen,- und natürlich nicht eintraf (was dazu führte, daß der vorausgesagte Auferstehungstermin um sechs Monate verschoben wurde, usw.). – Dies führte zur Desillusionierung nicht weniger TFP-Anhänger.
Zu den neuen Weichenstellungen des Plinio Nachfolgers Clà Dias an der TFP-Spitze zählen die Einrichtung eines weiblichen Zweigs der TFP und die TFP-interne Anerkennung des Neuen Meßritus, was in den Reihen der TFP auf Mißgunst stieß und zur Spaltung der TFP in zwei Lager führte. Die von Clà Dias geführte TFP änderte ihren Namen in „Herolde des Evangeliums“ („Arautos do Evangelho“), während die Dissidenten an der Bezeichnung TFP festhielten und diese heute noch weltweit gebrauchen.
Clà Dias’ „Herolde“ haben vor Gericht erreicht, daß den TFP-Dissidenten in Brasilien untersagt ist, die Bezeichnung TFP und das Logo der TFP (goldener Löwe auf rotem Grund) zu gebrauchen ; Aus diesem Grund treten diese im TFP-Mutterland unter der Bezeichnung „Fundadores da TFP“ (= „Gründer der TFP“) auf und benützen eine modifizierte Version des traditionellen TFP-Logos auf dem der Löwe ein Feuerschwert schwingend und sprungbereit mit leicht angehobenem vorderem Hinterlauf zu sehen ist. In Europa und den USA wird hingegen auch das traditionelle Logo gebraucht.
Die „Ordens“-Trachten von TFP und „Herolde“ sind nahezu identisch: knielange Tunika, Skapulier mit Santiago-Kreuz, Kapuze, Reiterstiefel, Stahlkette als Gürtel (Symbol für die Sklavenweihe an Maria), Rosenkranz. Die Färbung von Tunika und Skapulier ist je nach hierarchischem Grad und je nach Aufgabe in der Organisation verschieden. Neu sind freilich die Trachten der weiblichen Mitglieder der „Herolde“ und neu ist auch das Logo der „Herolde des Evangeliums“: Mandorla mit Büste der Fatima-Madonna, Monstranz, Tiara mit Petrusschlüsseln und Buchstabenpaar „E“ und „P“.
Clà Dias’ „Herolde des Evangelium“ erfreuen sich besonders in Brasilien großen Zulauf und entsprechender finanzieller Zuwendungen und sind mittlerweile auch in Europa aktiv. Dieser Erfolg ermöglichte Ihnen unter anderem den Bau eines großen Ausbildungszentrums, das Colégio Arautos do Evangelho International, mit einer großen Kirche, Auditorium, einer Schule etc.
Der bedeutendste Coup des Plinio-Sklaven Clà Dias ist aber die päpstliche Anerkennung der „Herolde“ als „Internationale Vereinigung päpstlichen Rechts“ unter Papst Johannes Paul II., welche in der Propaganda der „Herolde“ stets besonders hervorgehoben wird. Hinzu kommt die Priesterweihe des Clà Dias und anderer Mitglieder der „Herolde“.
Clà Dias offizielles Curriculum wurde freilich von seiner über 40-jährigen TFP-Mitgliedschaft unter, und Verehrung für Plinio Corrêa de Oliveira gesäubert, ganz zu schweigen von seiner Mitgliedschaft in der TFP-Geheimgesellschaft „Sempre Viva“…
…Angesichts der Schlüsselrolle Clà Dias innerhalb der TFP und der „Sempre Viva“ drängt sich die Frage auf, ob von einer Abkehr Clà Dias von der durch die Kirche verurteilten TFP überhaupt die Rede sein kann, zumal auch keine öffentliche Distancierung vorliegt, oder nicht vielmehr in den „Herolden des Evangelum“ eine neue Phase des TFP-Projektes zu sehen ist. – Stellen die „Herolde des Evangelium“ vielleicht die gelungenste Maske der TFP dar? Ein Trojanisches Pferd innerhalb der Kirche?
Siehe auch: http://www.montfort.org.br/index.php?secao=cartas&subsecao=tfp&artigo=20040728115440&lang=bra
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