Sonntag, 9. September 2007 08:59
Bokrug †: Ruach Elohim als Heiliger Geist
Der Geist in der jüdischen Tradition
Ich denke, dass uns gerade hier die jüdische Tradition weiterhelfen kann – und das obwohl es im Judentum gar keine Lehre über den Heiligen Geist gibt. Aber es gibt die Erfahrung dieses Geistes, und die kleidet Israel in das hebräische Wort „ruach“.

In der Genesis „brütet“ die weibliche hebräische Wortform des Geistes förmlich über dem Wasser.
Der Geist in der jüdischen Tradition…
Ich denke, dass uns gerade hier die jüdische Tradition weiterhelfen kann – und das obwohl es im Judentum gar keine Lehre über den Heiligen Geist gibt. Aber es gibt die Erfahrung dieses Geistes, und die kleidet Israel in das hebräische Wort „ruach“.

„Ruach“ ist der Wind, der Sturm, der Lufthauch, der Atem. Und die „ruach elohim“ ist dieser Gottesgeist, der im Anfang im Schöpfungsbericht über den Wassern schwebt (vgl. Gen 1,2). Dieser Text lässt spüren, wie blass unsere Übersetzung klingt, wenn es heißt, dass der Geist Gottes im Anfang über den Wassern schwebte. Es ist vielmehr die „ruach“: etwas das mit Sturm, mit Brausen zu tun hat, etwas das die Dinge durcheinanderwirbelt und in Bewegung setzt!

Diese schöpferische „ruach elohim“, die „ruach“ Gottes weiß der Hebräer bei der Schöpfung der Welt mit am Werk. Sie ist Ausdruck einer wirbelnden Wirkmacht Gottes, die gleichsam über allem schwebt.

Und nachdem Gott den Menschen erschaffen hat, ihm die Lebenskraft eingehaucht hat, da war es dann die „ruach chajim“, die in ihm war: die „ruach“ des Lebens, dieser Lebensatem, der den Menschen nicht nur ins Dasein ruft, sondern im Dasein erhält.

Der Atem Gottes, der wie ein Sturmwind, aber nicht minder wie ein zarter Lufthauch, die ganze Welt genauso wie den einzelnen Menschen durchzieht, der Windhauch, der den Menschen lebendig macht und der die Welt in Bewegung setzt – in diese Bilder kleidet Israel sein Erahnen dieses göttlichen Phänomens, das in der späteren Reflexion Heiliger Geist genannt wird.

Das sind Bilder, die theologisch nicht bis ins Letzte ausgereift sind, die die Gesamtproblematik des Miteinanders von Vater und Sohn und Geist absolut nicht widerspruchslos klären können. Sie sind aber von einer Lebendigkeit und einer Ausdrucksstärke, die es mir leicht machen, an dieser Stelle theologische „Defizite“ in Kauf zu nehmen.

Diese lebensspendende, wirkmächtige, aufwirbelnde und durcheinanderbringende, und dabei die Welt und den Menschen ganz durchdringende „ruach Jahwe“ ist der Geist, in dem Gott beständig in dieser Welt wirkt. Und um diesen Geist beten wir, wenn wir sprechen: Brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen und vor allem auch spüren kann.

L.M.Giani, „Die Welt des Heiligen“: L.M.Giani, „Die Welt des Heiligen“, München 1997, S. 150. Derselbe Autor macht auch darauf aufmerksam, dass es in der Kirche von Urschalling im Chiemgau eine mittelalterliche Darstellung der Trinität gibt, die aus Gottvater, Gottmutter und Gottsohn besteht. Die Gottmutter ist in diesem Fall nicht Maria, sondern das schöpferische weibliche Prinzip, die Verkörperung der ruach elohim, also der ursprünglich weiblich imaginierte Heilige Geist, der die Werdewelt durchströmt und mithin auch Erkenntnis ermöglicht. – Ich frage mich indessen, ob diese Darstellung tatsächlich Seltenheitswert hat bzw. ob ihr Seltenheitswert valid ist: könnte es nicht sein, dass ein Bildersturm, wie er ja in der Geschichte der abendländischen Beschäftigung mit dem Sakralbereich bekanntermaßen nicht gerade selten vorkam, ähnliche Bildnisse wegen epochentypisch mangelnder politischer oder letztendlich ideologischer Korrektheit einfach verschwinden ließ ? Vielleicht hatten wir mehr ruach- Darstellungen, als wir heute meinen!

Eine psychophysische Einheit, wie sie Eckehart vorstellt, scheint mir übrigens eine Vorstellung zu sein, die im mittelalterlich- scholastischen Denken häufiger auftritt, als man vielleicht glaubt, und die dem heutigen Forscher wohl oft erstaunlich modern vorkommen mag. Nicht nur beiAlbertus Magnus, sondern auch Dante, dessen Vorstellungskanon möglicherweise gar nicht selten aus dem gleichen Ideenpool schöpft wie dem, wiesein Zeitgenosse Eckehart.
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3 Lesermeinungen:
Sonntag, 9. September 2007 21:50
GerdEric: @Lutheraner
Meinen Sie Bokrug?

Volle Zustimmung!
Sonntag, 9. September 2007 17:40
Lutheraner: Was soll das Zugemülle der Leserzeitung?
Nebenan ist ein Forum. Stellen sie ihr Ego da bitte aus!
Sonntag, 9. September 2007 16:54
Pelagius III.: Die Wahrheit über Bokrug
Bokrug ist ein grünliche, waranähnlicher Kreatur, die in Gestalt einer großen, jadegrünen Statue verehrt wurde. Seine ersten Anhänger waren Ältere Wesen, die in der Steinstadt Ib am Ufer eines großen, stillen Sees im Lande Mnar lebten. Als sich dort Menschen niederliessen und in der Nähe die Stadt Sarnath gründeten, kam es bald zu Mißtrauen und Haß, was schließlich vor etwa 10000 Jahren zu der völligen Auslöschung der dort lebenden Älteren Wesen und ihrer Stadt durch einen Überfall der Menschen führte. Das Götzenbild Bokrugs wurde nach Sarnath gebracht, um es dort zu verspotten. Am nächsten Tag aber war das Götzenbild verschwunden, der Hohepriester tot und an der Wand prangte das Wort VERDERBEN. Nachdem Sarnath in den folgenden Jahrhunderten florierte und auf die unbeschreibliche Größe von 50 Millionen Einwohnern angewachsen war, wurde sie am Festtag zum 1000-jährigen Jubiläum der Vernichtung von Ib durch Bokrug und die geister der ermordeten Älteren Wesen völlig zerstört und alle Einwohner grausig getötet. Danach wurde Bokrugs Statue wieder gefunden und ehrfürchtig von den Menschen von Mnar verehrt.

Der Leser Bokrug trägt also den Namen eines archaischen Götzen.
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