Dienstag, 25. September 2007 00:08
Bokrug †: Georg von Breunig oder „Bourbaki“: Teleologie
„Zusammenfassend ergibt sich die folgende Situation: In der Natur existieren anscheinend zwei verschiedene Steuerzentren, von welchen aus Aufbau und Steuerung von lebenden Organismen erfolgt:

• Die DNA-Struktur, welche – wie jederman weiß – ein Digitalcode ist. Dies erweist sich dabei als sehr nützlich, weil eine atomare Kodierung so klein gemacht werden kann, daß sie innerhalb jeder Zelle eines mehrzelligen Organismus unterzubringen ist. Zusätzlich hat eine derartige Kodierung den großen Vorteil, daß aufgrund ihrer Digitalstruktur Kopierfehler auf einem sehr geringen Wert gehalten werden können. Da innerhalb jeder Zelle eines lebenden Organismus zwischen 30.000 und 100.000 unterschiedliche chemische Reaktionen kontinuierlich zum Ablauf gelangen, erscheint ein derartiger DNA-Code für die Steuerung derartiger Vorgänge auch vollkommen ausgelastet zu sein.
Hierzu:

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Leserbrief
von Michael Schröter-Kunhardt als Antwort auf Thomas
Asshauers Artikel „Im Labyrinth der Synapsen“
(letzterer war in der Wochenzeitung „Die Zeit“ Nr.
39). Der Leserbrief ist übertitelt mit „Arrogante
Neuro-Biologen“.

Interessant in Bezug auf Erkenntnistehorie und gegen
voreiligen Reduktionismus, der zu wissenschaftlichen
Fehlschlüssen führt.

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>Ignorante Neurobiologen

Thomas Assheuer:„Im Labyrinth der Synapsen“, ZEIT Nr.39

Es zeugt von grenzenloser Selbstüberschätzung und hohen erkenntnistheoretischen Defiziten, wenn Neurobiologen wie Roth oder Singer, die gerade mal ganz grob die Hardware des Gehirns kennen, daraus ableiten wollen, es gebe keinen freien Willen.
Unbestrittene Tatsache ist, dass ein Erwachsener je nach Ausbildungs- und psychischem Differenzierungsgrad, Selbsterkenntnis und ethischer Entwicklung über eine RELATIV grosse Anzahl freier Entscheidungsmöglichkeiten verfügt. Dieser RELATIV freie Wille wird milliardenfach in der Justiz, der Psychotherapie und der Religion bestätigt und kann nie und nimmer durch eine Neurobiologie widerlegt werden, die noch nicht einmal altbekannte und häufige psychische Krankheiten genau lokalisieren, geschweige denn erklären kann.
Stellt man den Erwachsenen vor eine differenzierte Entscheidung, kann man das Durchspielen der verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten auch am Spect- oder Pet-Bildschirm verfolgen. Der Mensch ist somit durchaus und auch neurobiologisch RELATIV VERANTWORTLICH für sein Tun und kann aus dieser gelernten Verantwortung heraus dann die Qualität seiner Entscheidungen verbessern. Damit besitzt jeder Mensch einen zwar unterschiedlich großen, aber RELATIV freien Willen, der zwischen verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten entscheiden kann.
Die Änderungsfähigkeit des Menschen – und damit seine Willensfreiheit – ist tatsächlich enorm, wenn auch in manchen Extremfällen durchaus begrenzt. Und nur für diese Fälle – wie zum Beispiel für Schizophrene – gilt, dass sie nicht schuldfähig sind.
Tatsächlich ist aus der Hypnoseforschung bekannt, dass man bei vielen Menschen ein ihnen völlig fremdes Verhalten produzieren und damit eine extreme Körperkontrolle erreichen kann, obwohl das Gehirn dafür überhaupt noch keine Vorerfahrung hatte. So lassen sich beliebig Brandblasen durch eine kalte Münze auf der Haut erzeugen, die Schmerzwahrnehmung einzelner Körperteile kann gezielt unterdrückt werden, Wundheilungen können in Sekundenschnelle erfolgen. Diese enorme Plastizität beziehungsweise Steuerbarkeit des Gehirns unter Hypnose ist geradezu das äußere und empirische Äquivalent des freien Willens, da der von extern steuernde Hypnotiseur beweist, dass das Gehirn ein derart steuerbares und zu steuerndes Organ ist und somit auch einen internen steuernden freien Willen haben muss, weil diese Steuerung eine Systemeigenschaft des Gehirns ist. Das von Roth angeführte Phänomen, dass Hypnotisierte suggerierte Wünsche auf sich selbst zurückführen, erklärt sich ja gerade dadurch, dass die Ich-Kontrolle und damit das üblicherweise das Gehirn steuernde Selbst ausgeschaltet wurde!
Auch die genaueste Lokalisation einer geistigen Leistung sagt erkenntnistheoretisch nichts über die Kausalität aus, kann also keine geistige Leistung auf „nur Gehirnvorgänge“ zurückführen.
Singer und Roth sollten also erst einmal erkenntnistheoretisches Grundwissen erwerben, bevor sie sich zu den neuen Welterklärern machen, die den Stein der Weisen gefunden haben.

Michael Schröter-Kunhardt

Facharzt für Psychatrie

Heidelberg<

„Schöpfung oder Evolution“

Wiso nicht Schöpfung und Evolution, oder besser Schöpfung gleich Evolution (Wortsin--Entwicklung bzw. Weiterentwicklung)?

Und zur Evolution nach den Prinzipien Darwins könnte unter Umständen durchaus noch einige Prinzipien die im Medizin-Teil von www.bourbaki.de genannt werden hinzufügen.

Mal ein Auszug:

„Zusammenfassend ergibt sich die folgende Situation: In der Natur existieren anscheinend zwei verschiedene Steuerzentren, von welchen aus Aufbau und Steuerung von lebenden Organismen erfolgt:

• Die DNA-Struktur, welche – wie jederman weiß – ein Digitalcode ist. Dies erweist sich dabei als sehr nützlich, weil eine atomare Kodierung so klein gemacht werden kann, daß sie innerhalb jeder Zelle eines mehrzelligen Organismus unterzubringen ist. Zusätzlich hat eine derartige Kodierung den großen Vorteil, daß aufgrund ihrer Digitalstruktur Kopierfehler auf einem sehr geringen Wert gehalten werden können. Da innerhalb jeder Zelle eines lebenden Organismus zwischen 30.000 und 100.000 unterschiedliche chemische Reaktionen kontinuierlich zum Ablauf gelangen, erscheint ein derartiger DNA-Code für die Steuerung derartiger Vorgänge auch vollkommen ausgelastet zu sein. (Ein gravierender Nachteil derartiger digitaler Kodierungen scheint der zu sein, daß sie ähnlich wie digitale Rechnerprogramme virenanfällig sind!)

• Zusätzlich existiert dann noch dieser morphogenetische Sollwert- oder Masterplan, welcher wahrscheinlich auf einer Analogbasis arbeitet. Dieser morphogenetische Masterplan steuert dabei die physische Auslegung eines lebenden Organismus, wodurch beispielsweise festgelegt wird, daß der Rüssel eines Elefanten am Ende auch wie ein Rüssel aussieht.

Was nun den Evolutionsprozeß betrifft, so wie er von Charles Darwin mit seinem „Kampf ums Überleben“ und seiner „natürlichen Auslese“ postuliert worden war, so läuft derselbe bekanntlich in ganz abenteuerliche Schwierigkeiten, wenn man damit das sprunghafte Auftauchen einer neuen Tierspezies erklären möchte. Derartige Schwierigkeiten können jedoch in einer sehr eleganten Art und Weise vermieden werden, falls man die Existenz von derartigen immateriellen Masterplänen als tatsächlich real akzeptiert. Unter diesen Umständen erscheint es nämlich durchaus nachvollziehbar, daß derartige Masterpläne ähnlich wie bei einem Modellwechsel in der Autoindustrie von einem Moment zum anderen ausgetauscht werden können. Die Gründe für einen derartigen „biologischen Modellwechsel“ sind dabei bisher noch nicht bekannt. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, daß es unter Biologen sehr wohl bekannt ist, daß die Gene für ein neues organisches Merkmal bereits zu einem Zeitpunkt zur Verfügung stehen müssen, bevor das betreffende Merkmal tatsächlich zum Einsatz gelangt. Es ergibt sich somit der Eindruck, daß der Vorgang für die Erstellung neuer Masterpläne auf dem Zeichenbrett der Natur bereits zu einem Zeitpunkt erfolgt, wenn das jeweilige Lebewesen noch gar nicht geboren ist. Im Hinblick auf die letzte Aussage sei beispielsweise auf das menschliche Auge verwiesen, welches einen derart komplizierten inneren Aufbau besitzt, daß Faktoren wie „natürliche Auslese“ oder „Überleben des Tüchtigsten“ unter gar keinen Umständen die Entwicklung derartiger Strukturen zu erklären vermögen. Bereits der große Charles Darwin hatte diese Schwierigkeiten sehr wohl erkannt.“
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• Rudi Rüssel: Schweinemann & co:
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