Dienstag, 2. Oktober 2007 18:15
Bokrug †: Licht und Schatten. Kirchengeschichte zwischen Glaube, Fakten und Legenden (Gebundene Ausgabe)
Über das Produkt
Walter Brandmüller stellt sichin diesem Buch als Historiker der verbreiteten Kritik an Papsttum, finsterem Mittelalter, Inquisition und Kreuzzügen. Dabei geht es dem Präsidenten des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften nicht um die Schönfärbung dunkler Seiten der Kirchengeschichte, sehr wohl aber um ihre Aufhellung im Sinne eines vertieften historischen Verständnisses. Der Historiker ist weder Staatsanwalt, noch Verteidiger, noch Richter. Es muß ihm um das möglichst umfassende Verstehen eines historischen Phänomens aus seinen Ursachen, Umständen und Wirkungen gehen. Dabei müssen Maßstäbe der betreffenden Epoche der Vergangenheit angelegt werden Maßstäbe und Kategorien unserer Zeit dürfen nur mit großer Behutsamkeit ins Spiel gebracht werden, sagt Brandmüller. Seine ehrliche Aufklärung über die Kirchengeschichte in 17 brillanten Essays zeigt auch den gewaltigen Kulturbeitrag der katholischen Kirche zur Geschichte und Identität Europas.

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Licht und Schatten. Kirchengeschichte zwischen Glaube, Fakten und Legenden (Gebundene Ausgabe)
von Walter Brandmüller
Über das Produkt
Walter Brandmüller stellt sichin diesem Buch als Historiker der verbreiteten Kritik an Papsttum, finsterem Mittelalter, Inquisition und Kreuzzügen. Dabei geht es dem Präsidenten des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften nicht um die Schönfärbung dunkler Seiten der Kirchengeschichte, sehr wohl aber um ihre Aufhellung im Sinne eines vertieften historischen Verständnisses. Der Historiker ist weder Staatsanwalt, noch Verteidiger, noch Richter. Es muß ihm um das möglichst umfassende Verstehen eines historischen Phänomens aus seinen Ursachen, Umständen und Wirkungen gehen. Dabei müssen Maßstäbe der betreffenden Epoche der Vergangenheit angelegt werden Maßstäbe und Kategorien unserer Zeit dürfen nur mit großer Behutsamkeit ins Spiel gebracht werden, sagt Brandmüller. Seine ehrliche Aufklärung über die Kirchengeschichte in 17 brillanten Essays zeigt auch den gewaltigen Kulturbeitrag der katholischen Kirche zur Geschichte und Identität Europas.

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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Nein Danke, 8. August 2007
Von Rosemarie (Illertal, Deutschland) – alle meine Rezensionen ansehen

Bücher über die Kirche und die Welt drumherum gibt es viele: Jeder Autor nimmt dabei das Recht für sich in Anspruch das richtige Verständnis für die Sichtweise über diese Einrichtung zu vermitteln. Auch Walter Brandmüller kritisiert aus historischer Sicht die Machenschaften der Kirche. Dabei versucht er mit etwas über 200 Seiten auch noch ein Resümee zu ziehen. Völlig ohne Berücksichtigung bleibt jedoch das Leben in den Zeitepochen als die Kirche vielleicht die eine oder andere auch heutiger Sicht unglücklich aussehende Entscheidung treffen musste.
Bei keiner der Entscheidungen war Brandmüller dabei gewesen. Wie will er dann aber Fakten schaffen?
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Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind (Gebundene Ausgabe)
von Martin Mosebach (Autor)

Sternstunden statt dunkles Mittelalter (Broschiert)
von Thomas E. Woods (Autor)

Über das Produkt
Keine Institution hat die abendländische Zivilisation mehr geformt als die 2000 Jahre alte katholische Kirche – und das durch Leistungen, von denen wir vielleicht nie etwas gewusst oder die wir vergessen haben. „Sternstunden statt dunkles Mittelalter“ ist ein durch und durch positives Buch, ohne Irrungen und Irrtümer zu beschönigen. Es ist Pflichtlektüre für alle, die verlorene oder verdrängte Wahrheiten wiederentdecken möchten. Sie werden u.a. erfahren: Wie die moderne Wissenschaft in der Kirche entstanden ist. Wie katholische Priester die Idee der Marktwirtschaft entwickelt haben und wie die westliche Gesetzgebung aus dem kanonischen Recht entstanden ist.

Der amerikanische Historiker und Autor Thomas Woods hat dem „Conservative Bookclub“ ein Interview über sein neues Buch, „How the Catholic Church Built Western Civilization“ gegeben.

Hier ein paar Auszüge, von mir übersetzt:

Menschen tendieren dazu zu denken, Religion und Wissenschaft seien Gegensätze, aber Sie behaupten, die westliche Wissenschaft sei ein Geschenk der Kirche. Wie kann das sein?

Gewisse christliche Ideen eignen sich für den wissenschaftlichen Ansatz – Gott ist rational, Gottes Ordnung ist Ausdruck Seiner Güte. Es wird möglich, die natürliche Welt als autonom zu sehen, reguliert von Naturgesetzen – das würde man von einem ordnungsliebenden Gott erwarten. Im Islam dagegen ist es viel schwieriger eine solche Behauptung aufzustellen. Wann immer man auf Naturgesetze hinweist, betrachten Muslime sie als Verstoß gegen die absolute Souveränität Allahs, der so willkürlich handeln kann wie er nur wünscht.

Sie lehren an Hochschulen. Was wissen Ihre Studenten über die Geschichte der westlichen Zivilisation -und der katholischen Kirche?

Im Grunde nichts. Das sage ich nicht ironisch oder als Witz – wirklich nichts, sogar jene, die auf katholischen Schulen waren. Es kommen Leute zu mir die mir sagen, daß sie in einem Semester in meiner Klasse mehr gelernt haben als in 12 Jahren an einer katholischen Schule.

[Anmerkung RG: Und Woods’ Land hat eine Regierung, die beansprucht, für die westliche Zivilisation zu kämpfen – gewählt von Menschen, die vermutlich zu 95 % oder mehr in die von Woods beschriebene Kategorie fallen … na das kann ja noch heiter werden!]

Einige Menschen sagen, daß der neue Papst sich für den Namen Benedikt entschied nach St. Benedikt (dem Vater des westlichen Mönchtums, dessen Benediktiner-Mönche nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches die europäische Kultur retteten), weil der Papst glaubt, daß Europa – und vielleicht die gesamte westliche Zivilisation – in Gefahr ist, in ein neues finsteres Zeitalter zu kollabieren. Was glauben Sie? Wenn das der Fall ist, kann die katholische Kirche irgendetwas dagegen tun?

Ich glaube, die Gefahr existiert und es ist interessant, daß in den frühen Jahrhunderten des Christentums die Kirche den Wert menschlichen Lebens gegen gewisse heidnische Praktiken aufrechterhielt. Jetzt stellt sie fest, daß sie wieder von vorne anfangen muß. Und wenn die Kirche den Kollaps jemals aufhalten wird, wird sie es nicht tun, indem sie die säkulare Welt nachahmt, sondern indem sie den Mut hat, sich gegen sie zu stellen. Und man darf hoffen, daß Menschen guten Willens, wenn sie den Kontrast sehen zwischen der Kirche und der modernen westlichen Welt – ihre ästhetische Verarmung, ihre hochmütige Behandlung menschlichen Lebens, ihr Versagen, auch nur sich selbst zu reproduzieren – sich ihr anschließen werden in ihrer Bemühung um einen Wiederaufbau.

Daneben empfehle ich zur Vertiefung und Ergänzung auch Gustav Ruhlands Werke auf vergessene-buecher.de aus historischer und volkswirtschaftlicher Perspektive.
Ferner „Goethes Faust und das Neue Testament“ vom Theologen Hans Hübner.

Sternstunden statt dunkles Mittelalter von Thomas E. Woods von Mm Verlag, Aachen (Broschiert – 2006)

How the Catholic Church Built Western Civilization von Thomas E., Jr. Woods

How the Catholic Church Built Western Civilization von Thomas E., Jr. Woods und Barrett Whitener von Blackstone Audiobooks (Hörkassette – Juni 2005)

How the Catholic Church Built Western Civilization von Thomas E., Jr. Woods und Barrett Whitener von Blackstone Audiobooks (Hörkassette – August 2005)

How the Catholic Church Built Western Civilization von Thomas E., Jr. Woods von Regnery Publishing Inc (Gebundene Ausgabe – 2. Mai 2005)

How the Catholic Church Built Western Civilization (Gebundene Ausgabe)
von Thomas E., Jr. Woods (Autor)

Der amerikanische Historiker und Autor Thomas Woods hat dem „Conservative Bookclub“ ein Interview über sein neues Buch, „How the Catholic Church Built Western Civilization“ gegeben.

Hier ein paar Auszüge, von mir übersetzt:

Menschen tendieren dazu zu denken, Religion und Wissenschaft seien Gegensätze, aber Sie behaupten, die westliche Wissenschaft sei ein Geschenk der Kirche. Wie kann das sein?

Gewisse christliche Ideen eignen sich für den wissenschaftlichen Ansatz – Gott ist rational, Gottes Ordnung ist Ausdruck Seiner Güte. Es wird möglich, die natürliche Welt als autonom zu sehen, reguliert von Naturgesetzen – das würde man von einem ordnungsliebenden Gott erwarten. Im Islam dagegen ist es viel schwieriger eine solche Behauptung aufzustellen. Wann immer man auf Naturgesetze hinweist, betrachten Muslime sie als Verstoß gegen die absolute Souveränität Allahs, der so willkürlich handeln kann wie er nur wünscht.

Sie lehren an Hochschulen. Was wissen Ihre Studenten über die Geschichte der westlichen Zivilisation -und der katholischen Kirche?

Im Grunde nichts. Das sage ich nicht ironisch oder als Witz – wirklich nichts, sogar jene, die auf katholischen Schulen waren. Es kommen Leute zu mir die mir sagen, daß sie in einem Semester in meiner Klasse mehr gelernt haben als in 12 Jahren an einer katholischen Schule.

[Anmerkung RG: Und Woods’ Land hat eine Regierung, die beansprucht, für die westliche Zivilisation zu kämpfen – gewählt von Menschen, die vermutlich zu 95 % oder mehr in die von Woods beschriebene Kategorie fallen … na das kann ja noch heiter werden!]

Einige Menschen sagen, daß der neue Papst sich für den Namen Benedikt entschied nach St. Benedikt (dem Vater des westlichen Mönchtums, dessen Benediktiner-Mönche nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches die europäische Kultur retteten), weil der Papst glaubt, daß Europa – und vielleicht die gesamte westliche Zivilisation – in Gefahr ist, in ein neues finsteres Zeitalter zu kollabieren. Was glauben Sie? Wenn das der Fall ist, kann die katholische Kirche irgendetwas dagegen tun?

Ich glaube, die Gefahr existiert und es ist interessant, daß in den frühen Jahrhunderten des Christentums die Kirche den Wert menschlichen Lebens gegen gewisse heidnische Praktiken aufrechterhielt. Jetzt stellt sie fest, daß sie wieder von vorne anfangen muß. Und wenn die Kirche den Kollaps jemals aufhalten wird, wird sie es nicht tun, indem sie die säkulare Welt nachahmt, sondern indem sie den Mut hat, sich gegen sie zu stellen. Und man darf hoffen, daß Menschen guten Willens, wenn sie den Kontrast sehen zwischen der Kirche und der modernen westlichen Welt – ihre ästhetische Verarmung, ihre hochmütige Behandlung menschlichen Lebens, ihr Versagen, auch nur sich selbst zu reproduzieren – sich ihr anschließen werden in ihrer Bemühung um einen Wiederaufbau.

Daneben empfehle ich zur Vertiefung und Ergänzung auch Gustav Ruhlands Werke auf vergessene-buecher.de

Berge der Barmherzigkeit: Vom mittelalterlichen Schwundgeld-System bis ins 19. Jahrhundert

Du sollst an deinem Bruder nicht wuchern, weder mit Gelde, noch mit Speise, noch mit allem, damit man wuchern kann. Sagt die Bibel, die Kirche folgte ihr, 800 nach Christus verbot der Papst die Erhebung von Zinsen. Und regte damit nur die Fantasie von Geschäftsleuten wie den Medicis an, die es mit allerlei Tricks schafften, für den Geldverleih trotzdem Geld zu verlangen. Mit Erlaubnis der Kirche.
Die Scheinheiligkeit war ein Grund, dass sich die Kirche spaltete. Martin Luther, der Reformator, bestand darauf, dass ein christlicher Mann die Freiheit besitzt, Geld zu verleihen, und hielt einen Zinssatz von fünf bis sechs Prozent keineswegs für ausbeuterisch. 1839 hob zwar auch die katholische Kirche das Zinsverbot auf, aber erst Papst Pius XII. erklärte 1950 offiziell, dass Bankiers ihr Geld auf ehrliche Weise verdienen.
In der Zwischenzeit richtete die strikte Haltung des Heiligen Stuhls viel Schaden an. In Norditalien trieben illegale Pfandleiher und Zinswucherer ihr Unwesen. Unbeeindruckt von Fegefeuer und Hölle, verlangten sie Kreditzinsen von bis zu 80 Prozent und trugen zur Verelendung der Massen bei.
Um dem Wucher Einhalt zu gebieten, schlugen Franziskanermönche ein eigenes System vor. 1462 eröffnete die Stadt Perugia ein öffentliches Pfandleihhaus, ein Mons Pietatis (Berg der Barmherzigkeit), das nur zur Kostendeckung einen Kreditzins zwischen vier und zwölf Prozent verlangte. Trotz theologischer Bedenken gab Papst Pius II. dem Projekt seinen Segen, und das Modell vom barmherzigen Verleiher machte Schule. Von Italien bis England eröffneten Montes Pietatis ihre Schalter für die Unterschichten. Bald wurden sie zu veritablen Geldinstituten, die Guthaben von Privatleuten annahmen und ihnen dafür geringe Zinsen zahlten. Nach dem Vorbild der Montes Pietatis entwickelten sich in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert die in kommunaler Selbstverwaltung geführten Gemeindesparkassen.
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