Sonntag, 18. November 2007 17:41
Dr. Annemarie Glauberecht-Polkor: Der NAZOMETER für die Kirche
Immer wieder geraten kirchliche Amts- und Würdenträger durch fahrlässigen Gebrauch historisch belasteter Vokabeln in die Kritik der politisch Wachsamen in unserem Lande. Der Schmidt-Pocher-NAZOMETER kann und soll Abhilfe bringen. Hier ein Aufruf an alle verantwortungsbewußten und politisch sensiblen Zeitgenossen innerhalb und außerhalb der Kirchen:
Zurück zum Artikel 16 Lesermeinungen:
Mittwoch, 21. November 2007 21:33
Dr. A. Glauberecht-Polkor: Hier nun die Liste der Index-Kandidaten in alphabetischer Folge:
anständig
Anstand
Ausmerzen
entartet
Gefolgschaft
Gehorsam
Gemeinschaft
Gesundheit
Gesunderhaltung
Gewissen
Heil
Heiland
Kirchenführer
Mutter Gottes
Mutterschaft
Mutter unter dem Kreuz
Rechtgläubigkeit
Reinheit
Säuberung
Volk Gottes
Mittwoch, 21. November 2007 12:11
Lorenz: INDEX Verborum Prohibitorum
Warum fehlt das Wort „Heil“, oder passt es nicht zu den anderen Indexinsassen?

Gerade finde ich die Quelle nicht, in der Göbbels phrasiert, dass man es nicht schaffen könne, dass Millionen für ein Konjunkturprogramm sterben wollen, wohl aber, dass Millionen für ein Evangelium sterben wollen. Dann (mit dem Quellenbeleg) könnten man „Evangelium“ vielleicht auch noch aufnehmen.

Der beste Vorschlag ist für mich „anständig“. Wenn es nicht schon vorgeschlagen wäre, hätte ich es gern selbst getan.
Dienstag, 20. November 2007 08:21
virOblationis: Anstand und Gewissen?
Nachtrag zum Index: „Gebot“

„Ge-wissen“ klingt anmaßend, „Ge-fühl“ ist schon besser. Im Namen eines „Ge-wissens“ könnte uns irgendjemand autoritär kommen, geradezu faschistoid! Aber meinem „Ge-fühl“ kann ich allein nachspüren, um darauf zu hören, was es mir sagt.

„Anstand“ und „anständig“ sind furchtbare Worte. Auch der blutdürstige Jäger steht auf dem „An-stand“: Da steht etwas, starr und unsensibel. Viel schöner ist doch ein behutsames „An-gehen“.
Montag, 19. November 2007 14:00
Rainer Tobak: Darf man eigentlich seit der Posener Rede
von H. Himmler aus dem Jahre 1943 wirklich noch die Begriffe „Anstand“, „anständig“ und „Gewissen“ benutzen?
Montag, 19. November 2007 13:49
Dr. A. Glauberecht-Polkor: Danke für die vielen konstruktiven Beiträge!
Hier eine vorläufige Zwischenbilanz!

Folgende Begriffe konkurrieren um Aufnahme in den aktualisierten INDEX VERBORUM PROHIBITORUM (aufgelistet in der reihenfolge der Nennung):

Reinheit
Ausmerzen
Säuberung
Gesunderhaltung
Rechtgläubigkeit
entartet
Mutter Gottes
Mutterschaft
Kirchenführer
Mutter unter dem Kreuz
Heiland
Volk Gottes
Gemeinschaft
Gehorsam
Gefolgschaft
Montag, 19. November 2007 13:20
virOblationis: Heute wissen wir ja alles besser.
Ja, die Zeiten von Gebot und Gehorsam sind glücklicherweise vorbei.

Heute wissen wir ja alles besser.

Wenn die MitgliederInnen der Kirche als Gottes-Bevölkerung verstanden werden, dann doch wohl die Gemeinde als eine Gruppe. – Müße die Gruppen- bzw. vielmehr die Gemeindedynamik nicht noch weit stärker befördert werden als bisher?
Montag, 19. November 2007 12:04
Pünktchen: „Gehorsam“ und „Gefolgschaft“
darf die Kirche (oder Gott!?) auch nicht mehr erwarten. Politisch korrekt heißt dies jetzt „kritische Loyalität“…
Montag, 19. November 2007 11:40
Rainer Tobak: Der Begriff „Gemeinschaft“
weckt auch ganz düstere Erinnerungen. Die Kirche ist eine „Gesellschaft“, oder vielleicht besser: ein „Verband“ !!!????
Montag, 19. November 2007 11:21
Rainer Tobak: Ja, VirOblationis, wir haben noch gar nicht
gründlich genug nachgedacht. Die Beispiele lassen sich fast beliebig vermehren:

Wie kann 60 Jahre „danach“ – auch noch verstärkt durch eine angebl. erneuerte Ekklesiologie – so ungeschützt vom „Volk Gottes“ geredet werden? Müßte es nicht „Bevölkerung“ heißen? …
Montag, 19. November 2007 11:14
virOblationis: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“
Vielen Dank für Ihre Hinweise, werter Tobak!

„Ausgerechnet in den gut besuchten und kunsthistorisch bedeutsamen Kirchen liegt fast immer ein ,Kirchenführer’ aus!“

Igitt!

„Die ,Mutterschaft’ Mariens
muß auch überdacht werden! Hatten nicht die Nazis einen wahren Kult um Mütter und Mutterschaft errichtet?“

So ist es.

Wenn es heißt: „Die Mutter des Heilands stand unter dem Kreuz“ – da ist ja die Rede vom „Mutterkreuz“ schon fast mit Händen zu greifen!

Mit Ihrem Vorschlag „,theotokos’ = Gottegebärerin!“ gehe ich allerdings nicht konform.

Es kann doch nicht nur darum gehen, eindeutig nazistisches Vokabular zu meiden, sondern auch solche ideologischen Konzeptionen, die den Faschismus erst dazu verhelfen, sich zu etablieren. Ihre „Gottesgebärerin“ ist leider von Intoleranz gegenüber dem Judentum geprägt. „Gottesgebärerin“! Ein solcher Begriff muß doch jedem gläubigen Juden geradezu ein Greuel sein. Auch die werten Mohammedaner werden daran gewiß keine Freude haben. Also etwas toleranter muß er schon lauten, der Ersatz für „Mutter Maria“, vielleicht etwa „Erziehungsberechtigte des …“ – nun hätte ich fast „Heilands“ geschrieben.
Montag, 19. November 2007 10:30
Rainer Tobak: Ist das nötig?
Ausgerechnet in den gut besuchten und kunsthistorisch bedeutsamen Kirchen liegt fast immer ein „Kirchenführer“ aus!
Montag, 19. November 2007 09:28
Rainer Tobak: Die „Mutterschaft“ Mariens
muß auch überdacht werden! Hatten nicht die Nazis einen wahren Kult um Mütter und Mutterschaft errichtet? Vorschlag:

„theotokos“ = Gottegebärerin!
Montag, 19. November 2007 08:49
daß schon nach so kurzer Zeit erste Nennungen und Beispiele eintreffen! Auch den Hinweis auf meinen Familiennamen nehme ich ernst! Von „Rechtgläubigkeit“ kann natürlich in einer politisch einwandfreien kirchlichen Sprache nicht mehr die Rede sein! In vielen Fällen schaffen Synonyma Abhilfe: „Degeneriert“ statt „Entartet“, „orthodox“ statt „rechtgläubig“
Sonntag, 18. November 2007 20:59
Vineta: Leider auf dem Holzweg
In einem Volk ( samt Kirche) mit Denkverbot-Stirnbinden und Maulkörben, die ihm verpaßt werden von ??? (tabu)
geschieht vor lauter Denk-und Handlungsblockaden das nicht mehr, was dringend geboten wäre, um seinen Untergang zu verhindern _____doch für Sie ist das NUR ein Anlaß zum Blödeln, Witzeln, zur allgemeinen Belustigung!?

Guter Rat: Denken Sie um, und unterziehen Sie sich der mühsamen Pflicht des besonnenen, unnachgiebigen, bitterernsten Argumentierens ( auch um den Preis, zensiert, verlacht, diskriminiert, niedergemacht zu werden)!
Sonntag, 18. November 2007 18:57
Ultramontanus: Frau Glauberecht-Polkor,
ihr erster Nachname weist zu 100 % nazionalsozialistische Inhalte auf!

Beweis: http://www.nazometer.in/
Sonntag, 18. November 2007 18:09
Pünktchen: Sehr geehrte Frau Dr. Glauberecht-Polkor,
Sie haben in ihrem Aufruf den Begriff der „Reinheit“ verwandt. Da müßte das Nazometer m.E. unbedingt Alarm schlagen, ebenso wie bei den Begriffen: „Ausmerzen“, „Säuberung“, „Gesunderhaltung“ … !
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