Sonntag, 18. November 2007 17:41
Dr. Annemarie Glauberecht-Polkor: Der NAZOMETER für die Kirche
Immer wieder geraten kirchliche Amts- und Würdenträger durch fahrlässigen Gebrauch historisch belasteter Vokabeln in die Kritik der politisch Wachsamen in unserem Lande. Der Schmidt-Pocher-NAZOMETER kann und soll Abhilfe bringen. Hier ein Aufruf an alle verantwortungsbewußten und politisch sensiblen Zeitgenossen innerhalb und außerhalb der Kirchen:
Der Schmidt-Pochersche NAZOMETER gehört der neuesten Computergeneration mit verbesserter Spracherkennung und Korrektur-Software an. Für den kirchlichen Gebrauch aber soll der Thesaurus (Wortsammlung) belasteter (oder nicht belastbarer) Begriffe unter dem Namen INDEX VERBORUM PROHIBITORUM erheblich erweitert werden. Ziel einer Überarbeitung des NAZOMETER für kirchliche Zwecke ist die vollkommene polit-semantische Reinheit von amtlichen und halbamtlichen Verlautbarungen und Äußerungen auf allen Ebenen.

Kardinal Meisner hat mit seinem politisch unsensiblen Wortgebrauch gegenüber Kulturschaffenden den Anstoß für den Kirchen-NAZOMETER gegeben. (Er sprach von „entarteter“ Kultur) Aber auch schon vor diesem jüngsten Ereignis hatten Bischöfe durch ungeheuerliche Vergleiche Mißfallen im In- und Ausland erregt. Dies soll künftig ausgeschlossen sein. In der Endstufe der Entwicklung soll der NAZOMETER nazistisches Gedankengut schon detektieren, bevor überhaupt ein einziges Wort gefallen ist.

Die sprachsensiblen Leser auf kreuz.net sind um Mithilfe gebeten! Benennen Sie bitte politisch bedenkliche Begriffe und Anschauungen, die auf heimliche oder offene Sympathie mit dem Nationalsozialismus hindeuten! Vielleicht haben Sie auch Vorschläge für eine korrektere Sprechweise? Jede Zuschrift wird gewissenhaft geprüft und bei der Überarbeitung und Erweiterung des Thesaurus berücksichtigt!

Für Zuschriften und Leserbriefe mit oder ohne Erläuterungen der indizierten Begriffe danke ich im voraus!
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• Sedisvakanist: Kohl war gedopt!
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Mittwoch, 21. November 2007 21:33
Dr. A. Glauberecht-Polkor: Hier nun die Liste der Index-Kandidaten in alphabetischer Folge:
anständig
Anstand
Ausmerzen
entartet
Gefolgschaft
Gehorsam
Gemeinschaft
Gesundheit
Gesunderhaltung
Gewissen
Heil
Heiland
Kirchenführer
Mutter Gottes
Mutterschaft
Mutter unter dem Kreuz
Rechtgläubigkeit
Reinheit
Säuberung
Volk Gottes
Mittwoch, 21. November 2007 12:11
Lorenz: INDEX Verborum Prohibitorum
Warum fehlt das Wort „Heil“, oder passt es nicht zu den anderen Indexinsassen?

Gerade finde ich die Quelle nicht, in der Göbbels phrasiert, dass man es nicht schaffen könne, dass Millionen für ein Konjunkturprogramm sterben wollen, wohl aber, dass Millionen für ein Evangelium sterben wollen. Dann (mit dem Quellenbeleg) könnten man „Evangelium“ vielleicht auch noch aufnehmen.

Der beste Vorschlag ist für mich „anständig“. Wenn es nicht schon vorgeschlagen wäre, hätte ich es gern selbst getan.
Dienstag, 20. November 2007 08:21
virOblationis: Anstand und Gewissen?
Nachtrag zum Index: „Gebot“

„Ge-wissen“ klingt anmaßend, „Ge-fühl“ ist schon besser. Im Namen eines „Ge-wissens“ könnte uns irgendjemand autoritär kommen, geradezu faschistoid! Aber meinem „Ge-fühl“ kann ich allein nachspüren, um darauf zu hören, was es mir sagt.

„Anstand“ und „anständig“ sind furchtbare Worte. Auch der blutdürstige Jäger steht auf dem „An-stand“: Da steht etwas, starr und unsensibel. Viel schöner ist doch ein behutsames „An-gehen“.
Montag, 19. November 2007 14:00
Rainer Tobak: Darf man eigentlich seit der Posener Rede
von H. Himmler aus dem Jahre 1943 wirklich noch die Begriffe „Anstand“, „anständig“ und „Gewissen“ benutzen?
Montag, 19. November 2007 13:49
Dr. A. Glauberecht-Polkor: Danke für die vielen konstruktiven Beiträge!
Hier eine vorläufige Zwischenbilanz!

Folgende Begriffe konkurrieren um Aufnahme in den aktualisierten INDEX VERBORUM PROHIBITORUM (aufgelistet in der reihenfolge der Nennung):

Reinheit
Ausmerzen
Säuberung
Gesunderhaltung
Rechtgläubigkeit
entartet
Mutter Gottes
Mutterschaft
Kirchenführer
Mutter unter dem Kreuz
Heiland
Volk Gottes
Gemeinschaft
Gehorsam
Gefolgschaft
Montag, 19. November 2007 13:20
virOblationis: Heute wissen wir ja alles besser.
Ja, die Zeiten von Gebot und Gehorsam sind glücklicherweise vorbei.

Heute wissen wir ja alles besser.

Wenn die MitgliederInnen der Kirche als Gottes-Bevölkerung verstanden werden, dann doch wohl die Gemeinde als eine Gruppe. – Müße die Gruppen- bzw. vielmehr die Gemeindedynamik nicht noch weit stärker befördert werden als bisher?
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