Sonntag, 9. Dezember 2007 19:55
Gottfried Meskemper: Wie kam es zur mythischen Überhöhung Mariens? Die evangelische Sicht der Marienverehrung (Nachtrag!)
Protestanten war die Marienverehrung der Katholiken immer ein Ärgernis. Aber ist der Marienkult nun nur eine Marotte der Katholiken oder steckt mehr dahinter, wenn ja, was?
Zum ersten muß man feststellen, daß alle alten Kirchen, gleich ob russisch-, griechisch- oder syrisch-orthodox, ägyptisch-koptisch oder armenisch-chaldäisch und eben römisch-katholisch, dem Marienkult huldigen. Das bedeutet also, daß dies ein Kennzeichen der Kirchen schon um 400 nach Christus gewesen sein muß.
Man teilt die Kirchengeschichte dieser Jahrhunderte ein in „Apostelzeit“, „Nachapostolische Zeit“ und „Zeit der Kirchenväter“ (Patristik). Wieso ist damals die Marienverehrung schon vorherrschend? Und es gibt ein weiteres Kennzeichen, die Art der Mariendarstellungen, Maria mit dem Jesus-Kind auf dem Arm oder Schoß und als Gegenstück dazu die „Pieta“, d.h. Maria mit dem Leichnam Jesu nach der Kreuzabnahme. Immer stehen Mutterfreude und Mutterschmerz im Mittelpunkt – der schwache Mann und die starke Frau. Ist das dem Heiland angemessen? Die Frage lautete: Wie konnte es von der „Jesus-Zentrierung“ des NT zur „Marienzentrierung“ der frühen Kirchen kommen? (weiterlesen…)

NACHTRAG

An den Lesermeinungen wird leider ersichtlich, daß diverse Mißverständnisse im Hinblick auf den Stellenwert der Heiligen Schrift in der Glaubenslehre der Katholischen Kirche vorzuliegen scheinen. Nach katholischem Verständnis muß nicht jede Glaubenswarheit aus der Bibel zu rechtfertigen sein, d. h. das Sola Scriptura Luthers gilt nicht. Es ist aber notwendig, daß eine Glaubenswahrheit nicht gegen den Wortlaut der Bibel verstößt, und dann genügt es, daß sie durch mündliche, schriftliche (z.B. Kirchenväter) oder praktische (z. B. liturgische Gebete) Tradition als Wahrheit zu rechtfertigen ist.
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Samstag, 15. Dezember 2007 00:06
MaryLou †: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 11. Dezember 2007 11:29
GerdEric: Das Judentum ist die Wurzel und der Ölbaum,
doch das Christentum hat sich nicht zuletzt mit Maria und menschengemachten Dogmen in der Irminsul eingepfropft.

Dass manche Christen gerne etwas ab-schlagen ist dem Judentum nur zu bekannt, doch den Ewigen Bund G’TTES tangiert das nicht, und eines neuen Bundes bedarf es nicht.
Dienstag, 11. Dezember 2007 10:27
Pünktchen: Der Marienkult hat einen eminent jüdischen Sinn,
wenn man begreift, daß der Segen von Natur aus, der „Abrahams Samen“ verheißen war, sich in Maria mit dem Segen verbindet, der aus dem Glauben kommt. Diese Dualität des Segens ist der ganze Sinn von Röm 11, 16 – 24, das Bildwort vom Ölbaum: Die Heiden als eingepfropfte wilde Zweige empfangen den Segen durch Erwählung, so wie ein eingepfropfter Zweig die Kraft des Baumes empfängt. Die Juden andererseits behalten zwar ihre Eigenschaft als „edle Zweige“, sind aber wegen ihres Unglaubens herausgeschlagen. Wie gesegnet werden sie sein, wenn sie glauben und wieder eingepfropft werden in „ihren eigenen Baum“. Die Dualität des Segens aus der Natur und aus der Gnade wird repräsentiert von Maria, die als Kanal beider Segnungen gesehen wird. Das I. Vatikanum formuliert im Schlußwort des Postulatums, das die Juden in die Kirche einlädt:

„Mögen sie sich in die Arme der unbefleckten Jungfrau Maria werfen, ihrer Schwester dem Fleische nach, die sich ebenso wünscht, ihre Mutter zu sein, entsprechend der Gnade …“
Dienstag, 11. Dezember 2007 09:52
GerdEric: der Marienkult macht nur Sinn im
der Marienkult macht nur Sinn in dem heidnischen Grundlage der Christen, denn ohne eine Frau, der man huldigen kann, fehlt den Heiden einfach was.
Um den heidnischen Rückfällen entgegen zukommen, und dadurch den Abfall vom Christentum zu verhindern, war mit Maria ein Ableiter für die alten heidnischen Praktiken gegeben.
Dienstag, 11. Dezember 2007 09:20
Pünktchen: Leblhuber
Wenn Sie das Marienlob des Lukas zitieren, können Sie schwer behaupten, der Marienkult habe „keine biblische Grundlage“. Sie widersprechen sich damit selber! Ihre Bewertung („Jude“ – „Nicht-Jude“) war offensichtlich für die Kirche, das neue Israel, nicht von Belang. Lukas gehörte zum Kreis der „Freunde Israels“ und wird vom Völkerapostel bezeichnet als „der geliebte Lukas, der Arzt“ (Kol. 4,14). Sein Evangelium ist Bestandteil der apostolischen Überlieferung und wird von der Hl. Kirche als solches vorgelegt und rezipiert. Das Marienlob des Lukas ist biblisch. Der Marienkult hat damit eine biblische Grundlage.
Montag, 10. Dezember 2007 23:28
Leblhuber: @Sirilo:
Sie beziehen sich auf Lukas, und der wiederum konstruiert das Magnifikat vor allem aus dem Lobpreis der Hannah, 1 Samuel 2, 1-10 und den folgenden Psalmen:
Ps 103,13; 103,17, Ps 147,6, Ps 34,11, 107,9

Ist es nicht interessant, dass dieser Anklang an den erst viel später einsetzenden Marienkult gerade von jenem Evangelisten stammt, der kein Jude war.

Ich möchte nicht über die theologische Begründung der „Theotokos“ bzw. „Dei Genetrix“ durch das Konzil von Ephesus urteilen, sondern stelle fest, dass der Marienkult, so wie ihn die kath. Kirche bis in das 19. Jhdt. entwickelt hat, keine biblische Grundlage hat.

Diese leidigen Umdeutungsversuche der Schwestern und Brüder Jesu sind nur ein kleiner Mosaikstein in der Vergötzung der Maria, die in der Maria als Miterlöserin gipfelt.
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