Mittwoch, 9. Januar 2008 13:16
Daniel Stöhr: Eine esoterische Trinitätslehre – Hintergründe des Ritus der Neo-Bischofsweihe
Der Leser Karl Murx wies einen Leser (SignumSalutis) vor einigen Tagen auf seine a-katholische Trinitätslehre hin. Daraufhin schickte Murx einigen an dem Thread beteiligten Lesern eine aufschlussreiche E-Mail, die auch zum Problem der Ungültigkeit der „neuen Bischofsweihe“, also des 1968 eingeführten neuen Ritus in der Konzilskirche, Stellung nimmt und nachweist, dass dieser Ritus seine Ursprünge in einer esoterischen Trinitätslehre und Fälschung von Zitaten hat. Nachfolgend der Text von Karl Murx.
„Als ich vor drei Jahren angefangen habe, meine Argumentation zu diesem Thema zu entwickeln, war ich noch
in Diskussion mit P.Gaudron, Dogmatiker in Zaitzkofen. Wie gesagt, ich hatte die Ungültigkeit der neuen
Form der Bischofsweihe aufgrund expliziter Leugnung des Filioque verteidigt.
Er stritt dies erst energisch ab, aber da ich mit dem Diekamp genauso gut umgehen kann, wie er, gab er schließlich zu, daß mein Standpunkt vertretbar sei, wenn er auch nicht absolut evident sei.
Das war, bevor ich den letzten Band von Dörmann gelesen hatte und auch auf den Kanon 9 des Konzils von Ephesus war ich noch nicht gestoßen. Die Kanones 5 und 12 des 2. Konzils von Konstantinopel machten dann zusammen mit dem Kredo des 11. Konzils von Toledo die Argumentation wasserdicht.
Es existiert übrigens eine Verteidigung der des neuen Weiheritus durch das Dominikanerkloster von Avrillé, der in ihrer Zeitschrift Le Sel de la Terre erschienen war. Wie mir ein in Avrillé angestellter Schullehrer mitteilte, glaubt auch er nicht an die eigentliche Verfasserschaft der Mönche. In den Fußnoten findet sich mehrfach die Abkürzung „RdR – remarque de la rédaction“, was man nur einfügt, wenn einen fast fertigen Text nachbessert.
Schon vor zwei Jahren habe ich eine Widerlegung verfasst. Sie ist bis auf fünf Seiten auf Deutsch.
Was ich den Dominikanern hauptsächlich vorwerfe, ist, daß sie ihre Argumentation hauptsächlich auf nicht verifizierter Sekundärliteratur aufbauen, ohne die Originalzitate nachgeprüft zu haben; mit fatalen Folgen. Es existieren seit 1919 aus der Feder von Dom Cagin Falschzitate aus dem zweiten Band von Denzingers Werk „Ritus Orientalium“, auf denen sich die Arbeiten der „Ritenbruzelkommission“, Consilium genannt, aufbauen. Auch die Edition von Rahmani des apokryphen „TESTAMENTUM DOMINI“ wurde falsch zitiert.
Was wurde genau falsch zitiert? Ganz einfach, aus dem Relativpronomen „quam“, welches sich in einem alten westsyrischen Inthronisierungsgebet auf das Wort „intelligentia“ bezog, wurde ein „quem“, welches bei Dom Cagin nun in Beziehung zu „Spiritus principalis“ steht. Daraus wurde eine ganz neue Theologie gemacht:
Der Vater adopiert Jesus als seinen Sohn und schenkt ihm die ominöse „weibliche Kraft“, die „ruhokh rishonoyo – spiritus tuus principalis“.
Die Fabrikatoren des neuen Ritus übersahen in dem syrischen Original mutwillig, daß „ruhokh rishonoyo“ hier gar nicht weiblich war, sondern daß man, – da es um die Person des Hl.Geistes ging –, im Aramäischen die maskuline Transkription angewendet hatte. Das sieht man im weiteren Verlauf, zwei Zeilen weiter, wo man auf „ruho“ das maskuline Pronomen „haw“ anwendet. Das ist immer so, wenn es um den Heiligen Geist geht, ansonsten sind es gnostische Handschriften.
Im Lateinischen hat man nun für die Editio typica ein Problem. Spiritus principalis ist ja nun maskulin. Deswegen wird dieses Wort jetzt mit „virtutem – Akkusativ von ‘Kraft’, feminin“, in der neuen Form der Bischofsweihe synonym gesetzt: „…quae a te est virtutem, Spiritum principalem…“
So hat der Heilige Geist wieder einen weiblichen Sinn als „Heilige Geistin“ und „Zärtlichkeit Gottes“.
Der Ursprung der neuen Bischofsweihe hat also seine Quelle in einem trüben Tümpel von Zitatfälschungen.
Das ist noch nicht alles. Unterhalb der syrischen Phrase welche Vorbild der neuen Form ist und die aus der Inthronisierung eines westsyrischen Patriarchen (der ja schon Bischof ist) genommen wurde, findet sich eine Zeile, wo man noch eine Manipulation vorgenommen hatte, um gutwillige zu täuschen.
Man muß wissen, daß dieser Text an sich apokryph ist und die Monophysiten hatten ihn umändern müssen um eine nestorianische und dynamistische Häresie darin zu bezeitigen. Erst dann konnten sie ihn benutzen und auch die katholischen Westsyrer benutzen ihn zur Inthronisierung. Was also wurde abgeändert, um den Text dogmatisch richtig zu machen und was hatte die Kommission von Bugnini da rückgängig gemacht?
Also, in der apokryphen Ausgabe (Octateuch), die auch Rahmani herausgegeben hatte, findet sich der Satz:
„Gib ihm (dem Weihekandidaten) deinen Geist, den (maskul. ‘haw’) du deinem Heiligen (l-hasyo) gegeben hast“.
„L’hasyo“ kann bedeuten: der Bischof, der Apostel, der Heilige, der Messias.
Das ist natürlich mehrdeutig und klingt tatsächlich auch danach, als hätte der Vater dem Sohn den Heiligen Geist gegeben. Also nahmen die Monophysiten folgende sinnvolle Änderung vor, der sich in ihren liturgischen Büchern, aber auch im so genannten Synodikon findet:
„Gib ihm (dem Patriarchen) deinen Geist, den du auch deinen Heiligen (la-hsayo – Übergang zum Plural) gegeben hast.“
„La-hsayo“, die Pluralform von „l’hasyo“ kann jetzt nicht mehr als Messias gedeuetet werden, sondern heißt nur nur noch: die Heiligen, die Apostel, die Bischöfe.
Lécuyer und Bugnini griffen jetzt im Consilium nicht mehr auf den echten liturgischen Text zurück, sondern auf den apokryphen Ursprung (Octateuch) und übersahen zusätzlich die maskuline Transkription des Wortes „ruho – Geist“, welches ja an sich feminin ist, aber nicht, wenn die Person des Heiligen Geistes gemeint ist. Genau hier unterscheiden sich gnostische und nichtgnostische syrische Schriften.
Dann ließen sie die Falschzitate aus Dom Cagins Werk aus dem Jahre 1919 zirkulieren und niemand schöpfte Verdacht. Wer hätte auch schon an das Jahr 1919 zurückgedacht und Dom Cagin als Fälscher von Zitaten aus Denzingers Buch angeklagt. So fiel dann auch der blinde Ottaviani darauf herein.
Das Ende ist eine neue Theologie vom Heiligen Geist:
Der Vater, einzig wirklich Gott, gibt seine „Geistin – die Lebenskraft“ und weiblicher Aspekt der Gottheit, seinem Sohn. Der Sohn ist so aus Vater und „Geistin“. Dieses Konzept findet sich auch bei dem lutherischen Theologen Mählmann, ein Freund Ratzingers, mit dem er auch schon mal ein Buch veröffentlicht hatte und auch bei dem Apostatenpriester Kuhlmann.
Verantwortlich für das Konzil und seine Reformen sind eben nicht nur Neoprotestanten, sondern waschechte Esoteriker. Und Ratzinger ist ein Neopriszillianer, der die Jakobsmuschel nicht zu Ehren des hl. Jakobus, sondern zu Ehren Priszillians führt, den er in Santiago begraben wähnt.“
Er stritt dies erst energisch ab, aber da ich mit dem Diekamp genauso gut umgehen kann, wie er, gab er schließlich zu, daß mein Standpunkt vertretbar sei, wenn er auch nicht absolut evident sei.
Das war, bevor ich den letzten Band von Dörmann gelesen hatte und auch auf den Kanon 9 des Konzils von Ephesus war ich noch nicht gestoßen. Die Kanones 5 und 12 des 2. Konzils von Konstantinopel machten dann zusammen mit dem Kredo des 11. Konzils von Toledo die Argumentation wasserdicht.
Es existiert übrigens eine Verteidigung der des neuen Weiheritus durch das Dominikanerkloster von Avrillé, der in ihrer Zeitschrift Le Sel de la Terre erschienen war. Wie mir ein in Avrillé angestellter Schullehrer mitteilte, glaubt auch er nicht an die eigentliche Verfasserschaft der Mönche. In den Fußnoten findet sich mehrfach die Abkürzung „RdR – remarque de la rédaction“, was man nur einfügt, wenn einen fast fertigen Text nachbessert.
Schon vor zwei Jahren habe ich eine Widerlegung verfasst. Sie ist bis auf fünf Seiten auf Deutsch.
Was ich den Dominikanern hauptsächlich vorwerfe, ist, daß sie ihre Argumentation hauptsächlich auf nicht verifizierter Sekundärliteratur aufbauen, ohne die Originalzitate nachgeprüft zu haben; mit fatalen Folgen. Es existieren seit 1919 aus der Feder von Dom Cagin Falschzitate aus dem zweiten Band von Denzingers Werk „Ritus Orientalium“, auf denen sich die Arbeiten der „Ritenbruzelkommission“, Consilium genannt, aufbauen. Auch die Edition von Rahmani des apokryphen „TESTAMENTUM DOMINI“ wurde falsch zitiert.
Was wurde genau falsch zitiert? Ganz einfach, aus dem Relativpronomen „quam“, welches sich in einem alten westsyrischen Inthronisierungsgebet auf das Wort „intelligentia“ bezog, wurde ein „quem“, welches bei Dom Cagin nun in Beziehung zu „Spiritus principalis“ steht. Daraus wurde eine ganz neue Theologie gemacht:
Der Vater adopiert Jesus als seinen Sohn und schenkt ihm die ominöse „weibliche Kraft“, die „ruhokh rishonoyo – spiritus tuus principalis“.
Die Fabrikatoren des neuen Ritus übersahen in dem syrischen Original mutwillig, daß „ruhokh rishonoyo“ hier gar nicht weiblich war, sondern daß man, – da es um die Person des Hl.Geistes ging –, im Aramäischen die maskuline Transkription angewendet hatte. Das sieht man im weiteren Verlauf, zwei Zeilen weiter, wo man auf „ruho“ das maskuline Pronomen „haw“ anwendet. Das ist immer so, wenn es um den Heiligen Geist geht, ansonsten sind es gnostische Handschriften.
Im Lateinischen hat man nun für die Editio typica ein Problem. Spiritus principalis ist ja nun maskulin. Deswegen wird dieses Wort jetzt mit „virtutem – Akkusativ von ‘Kraft’, feminin“, in der neuen Form der Bischofsweihe synonym gesetzt: „…quae a te est virtutem, Spiritum principalem…“
So hat der Heilige Geist wieder einen weiblichen Sinn als „Heilige Geistin“ und „Zärtlichkeit Gottes“.
Der Ursprung der neuen Bischofsweihe hat also seine Quelle in einem trüben Tümpel von Zitatfälschungen.
Das ist noch nicht alles. Unterhalb der syrischen Phrase welche Vorbild der neuen Form ist und die aus der Inthronisierung eines westsyrischen Patriarchen (der ja schon Bischof ist) genommen wurde, findet sich eine Zeile, wo man noch eine Manipulation vorgenommen hatte, um gutwillige zu täuschen.
Man muß wissen, daß dieser Text an sich apokryph ist und die Monophysiten hatten ihn umändern müssen um eine nestorianische und dynamistische Häresie darin zu bezeitigen. Erst dann konnten sie ihn benutzen und auch die katholischen Westsyrer benutzen ihn zur Inthronisierung. Was also wurde abgeändert, um den Text dogmatisch richtig zu machen und was hatte die Kommission von Bugnini da rückgängig gemacht?
Also, in der apokryphen Ausgabe (Octateuch), die auch Rahmani herausgegeben hatte, findet sich der Satz:
„Gib ihm (dem Weihekandidaten) deinen Geist, den (maskul. ‘haw’) du deinem Heiligen (l-hasyo) gegeben hast“.
„L’hasyo“ kann bedeuten: der Bischof, der Apostel, der Heilige, der Messias.
Das ist natürlich mehrdeutig und klingt tatsächlich auch danach, als hätte der Vater dem Sohn den Heiligen Geist gegeben. Also nahmen die Monophysiten folgende sinnvolle Änderung vor, der sich in ihren liturgischen Büchern, aber auch im so genannten Synodikon findet:
„Gib ihm (dem Patriarchen) deinen Geist, den du auch deinen Heiligen (la-hsayo – Übergang zum Plural) gegeben hast.“
„La-hsayo“, die Pluralform von „l’hasyo“ kann jetzt nicht mehr als Messias gedeuetet werden, sondern heißt nur nur noch: die Heiligen, die Apostel, die Bischöfe.
Lécuyer und Bugnini griffen jetzt im Consilium nicht mehr auf den echten liturgischen Text zurück, sondern auf den apokryphen Ursprung (Octateuch) und übersahen zusätzlich die maskuline Transkription des Wortes „ruho – Geist“, welches ja an sich feminin ist, aber nicht, wenn die Person des Heiligen Geistes gemeint ist. Genau hier unterscheiden sich gnostische und nichtgnostische syrische Schriften.
Dann ließen sie die Falschzitate aus Dom Cagins Werk aus dem Jahre 1919 zirkulieren und niemand schöpfte Verdacht. Wer hätte auch schon an das Jahr 1919 zurückgedacht und Dom Cagin als Fälscher von Zitaten aus Denzingers Buch angeklagt. So fiel dann auch der blinde Ottaviani darauf herein.
Das Ende ist eine neue Theologie vom Heiligen Geist:
Der Vater, einzig wirklich Gott, gibt seine „Geistin – die Lebenskraft“ und weiblicher Aspekt der Gottheit, seinem Sohn. Der Sohn ist so aus Vater und „Geistin“. Dieses Konzept findet sich auch bei dem lutherischen Theologen Mählmann, ein Freund Ratzingers, mit dem er auch schon mal ein Buch veröffentlicht hatte und auch bei dem Apostatenpriester Kuhlmann.
Verantwortlich für das Konzil und seine Reformen sind eben nicht nur Neoprotestanten, sondern waschechte Esoteriker. Und Ratzinger ist ein Neopriszillianer, der die Jakobsmuschel nicht zu Ehren des hl. Jakobus, sondern zu Ehren Priszillians führt, den er in Santiago begraben wähnt.“
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Redakteur:
Daniel Stöhr
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Mittwoch, 9. Januar 2008 14:31
matt2 †: Der Vater gibt dem Sohn ja seinen Geist…
das jesukind war ja zunächst geistloses Wesen, bis es im Geist des Vaters erstarkte. Ich habe ja schon
einmal auf die Stelle bei Lukas hingewiesen Lk 2,40: Das Kind wuchs heran und ward stark im Geist. Es
nahm zu an Weisheit und Gottes Wohlgefallen ruhte auf ihm.
Zudem haben wir ja eine Aussage von Jesus selbst beim letzten Abendmahl: Joh. 14,16: Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.
Der hl. Geist kommt also vom Vater, er geht aus von ihm. Das ist wichtig hier festzuhalten.
Wer diese Hinweise nicht ernstnimmt und in seiner Theologie ignoriert, der geht nicht konform mit dem Evangelium.
Zudem haben wir ja eine Aussage von Jesus selbst beim letzten Abendmahl: Joh. 14,16: Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.
Der hl. Geist kommt also vom Vater, er geht aus von ihm. Das ist wichtig hier festzuhalten.
Wer diese Hinweise nicht ernstnimmt und in seiner Theologie ignoriert, der geht nicht konform mit dem Evangelium.
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