Diese Überlegungen gelten nur der Editio typica, weil nur dort die streitgegenständliche Formulierung
genau so vorkommt, um die es hier geht:
„ tu qui dedisti in Ecclesia tua normas per verbum gratiae tuae,
qui praedestinasti ex principio genus iustorum ab Abraham, qui constituisti principes et sacerdotes, et
sanctuarium tuum sine ministerio non dereliquisti, cui ab initio mundi placuit in his quos eligisti glorificari“
Auf den ersten Blick sieht das aus, wie eine Typologie, welche einfach auf alttestamentarische Vorbilder
anspielt. Wörtlich steht dort: „…der du von Anbeginn das Volk der Gerechten aus Abraham vorherbestimmt
hast, der du Fürsten und Priester eingesetzt hast und dein Heiligtum nie ohne Dienst gelassen hast…“
Bevor wir zu der Frage kommen inwiefern das die Gültigkeit beeinflussen könnte, was vielleicht nicht
sofort einsichtig sein mag, stellen wir hier erst einmal als Faktum fest:
weder in den gebräuchlichen
koptischen, noch westsyrischen Texten steht das so. Keine dieser beiden Weiheliturgien nährt den Eindruck,
als wenn Gerechtigkeit im biblischen und übernatürlichen Sinne durch die Bündnisse des Alten Bundes
gewirkt worden wäre, oder als wenn den Gliedern des Volkes Israel Gerechtigkeit allein durch fleischliche
Abstammung zuteil würde.
Auf sie bezieht sich ja Paul VI in seiner Promulgation Pontificalis Romani
Recognitio.
Weiterhin erweckt der Text so den Eindruck, als wären die HÜter des Heiligtums weiterhin
die Juden durch ihr Priestertum. Das ergibt sich mindestens, wenn man den ersten Teil weiterdenkt.
Die
koptischen Texte sprechen dieses Problem gar nicht an. Die westsyrische Inthronisierung eines Patriarchen
(pseudo-klementinisches Gebet) sagt das glatte Gegenteil des Textes von Paul VI. Mit dem heiligen Pauls
wird da betont, daß Abraham Gott gefiel durch seinen Glauben.
Der heilige Paulus sagt in einem seiner
Briefe, wo er von Vätern sprach, die in der Wüste unter der Wolke gestanden hatten: dennoch hatte Gott
an den meisten von ihnen keinen Gefallen!
Der Grund ist ein übernatürlicher: die Einrichtungen des
Alten Bundes konnten durch ihre Opfer die Menschen nicht innerlich heiligen und vermittelten nur eine
gesetzliche Reinheit. Schon gar nicht vermittelte die Abstammung diese Gerechtigkeit.
Erst die Sakramente
des Neuen Bundes sind wirklich in der Lage, Gerechtigkeit innerlich zu wirken und einzugießen.
Man stelle
sich eine Taufe vor, wo innerhalb eines Ritus servandus, zumal in der Form, behauptet würde, daß die
Wirkung und Anwendbarkeit der Taufe nicht universal sei und die Juden nach wie vor durch die Beschneidung
geheiligt würden.
Genauso ist ist es jetzt im neuen Weihegebet der Bischofsweihe. In dem Moment, wo
doch der Gipfel und die Vollendung des ewigen Priestertums nach der Ordnung des Melchisedek gespendet
werden soll, tut man so, als kämen durch die Abstammung von Abraham her und durch die aronitischen Vorbilder
und Schatten, wahre Gerechtigkeit, wenigstens für einen Teil Menschheit.
Das ist gegen die Intention
dessen, der Mittler des neuen und ewigen Bund ist.
Man komme hier nicht mit dem so genannten Methodistenerlaß
aus den 70ern des 19.Jhr. Damals fragte ein apostolische Vikar in Rom an, ob eine Taufe durch einen Methodisten
gültig sei, wenn er in seiner predigt die Tilgung der Erbsünde durch die Taufe leugne.
Eine solche
Taufe ist deswegen noch gültig, weil der Pastor ja nicht Minister der Predigt war; eine solche bleibt
ein nichtkultischer Akt.
Es wäre aber etwas anderes, wenn man diesen Irrtum in die Form einer Taufe
einflechten würde. In diesem Falle wäre die Leugnung des Effektes der Taufe in die Spendung selbst integriert.
Das wäre ungültig. Ähnlich verhält es sich mit der neuen Bischofsweihe.
Im Anhang sind die Sachverhalte
ausführlich in französischer Sprache dargestellt, auch unter Konsultierung der Moraltheologie.
Dienstag, 29. Januar 2008 11:38
Karl Murx: Die zionistischen Aspekte der neuen Bischofsweihe
Montag, 4. Februar 2008 00:40
Benedikt: Ganz tolles Gebet, Murx…
…
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