Montag, 17. März 2008 16:41
Karl Murx: War Jesus Jude?
Bischof Marx leistet sich folgende Ungeheuerlichkeit:

Gläubig?

„Wir können Jesus nicht verstehen, ohne auf die Geschichte des Volkes Gottes zu schauen, ohne zu begreifen, dass er ein gläubiger Jude war.“ Das erklärte der Erzbischof von München und Freising, Mons. Reinhard Marx, in seiner Predigt am Palmsonntag. Deswegen blieben die Juden unsere älteren Geschwister – so Erzbischof Marx.

Um zu begreifen, warum Jesus kein Jude war, muß man sich vor Augen halten, daß Prädikate wir Römer, Grieche, Jude etc. die menschlichen Personen betreffen und nicht die menschliche Natur. Das wiederum wird niemand verstehen können, der Natur und Person gleichsetzt. Zur Realunterscheidung von Natur und Person bei allen geschaffenen Vernunftwesen verweise ich auf die Dogmatik von Diekamp und auch auf das Buch von David Berger, „Thomismus“.
Kurz gesagt, geht es darum, daß Person und Natur genau so real unterschieden sind, wie Wesenheit und Existenz, Potenz und Akt, mögliches Sein und wirkliches Sein.

Wenn ich also von jemandem sage, er sei Römer, so mache ich eine Aussage zu seiner Person, nicht zu seiner menschlichen Natur, die er gemeinsam mit allen Menschen hat.

Wenn also jemand von Jesus sagt, er sei Jude gewesen, so behauptet er damit auch, daß Jesus angeblich ein geschaffenes menschliches Dasein habe und einen geschaffenen substantiellen Modus. Der Sohn Gottes hat in der Menschwerdung aber keinen konkreten Menschen angenommen, sondern die menschliche Natur. „Und aus diesem Grund kann nicht im eigentlichen Sinne gesagt werden, daß der Sohn einen Menschen annahm, auf Grund der Tatsache, daß es in Christus nur ein Suppositum und eine Hypostase gibt“. ( S.Th. III. q.4 a.4)

Da also die Hypostase Christi der ewige und ungeschaffene Sohn ist, können dieser Person auch keine Attribute zukommen, die geschaffenen Personen normal angehören. Man kann höchstens sagen, daß der Sohn Gottes im Volk des Alten Bundes Fleisch annehmen wollte.

Erst recht ist es skandalös und geradezu häretisch, der Person Christi die Tugend des Glaubens anzudichten.

Die Aussage, Jesus sei Jude gewesen, ist angesichts einer ontologischen Betrachtung der Person Christi, deren Dasein allein göttlich ist, eine Absurdität. Ontologischer Grund der Einheit der Person Jesu, ist Einzigkeit ihres ungeschaffenen Daseins, welche die menschliche Natur in sich aufnimmt.
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Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 37 Lesermeinungen:
Mittwoch, 2. April 2008 21:40
Marcelus: @GerdEric: Jesus Christus ist seit dem ersten Moment Seines Daseins wahrer Gott,
eines Wesens mit Gott im Himmel.
Ist Jesus nach christlicher Definition nicht erst nach seinem menschlichen Tod von Gott in die „Ebenbürtigkeit“ aufgenommen worden (vorher jedenfalls nicht)?Christus wurde erst nach Seiner leiblichen Auferstehung von Gottvater in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen,
um im Himmel bereits als König zu regieren.
Er ist in Seiner göttlichen Natur immer wahrer Gott,
aber in Seiner menschlichen Natur geringer als Gott.

wenn Jesus überhaupt nicht Mensch war, so kann er auch nicht menschliches Leid gefühlt haben, dann ist all das, was das Christentum über ihn sagt, hinsichtlich seines menschlichen Leidensweges, Un-sinn.Jesus Christus war aber immer auch wahrer Mensch,
und ist dies auch nach Seiner Auferstehung geblieben.
Mittwoch, 2. April 2008 20:25
Marcelus: @K. Murx: Christus hatte natürlich ein offizielles Religionsbekenntnis,
was ja noch keine „Tugend des Glaubens“ ist.

Dem Sohn Gottes die Tugend des Glaubens zu unterstellen,…ist ein glatte Häresie!

Die Menschheit Christi konnte wegen der hypostatischen Union weder die Tugend der Hoffnung, noch der des Glaubens haben.

Christi Menschheit mußte also nicht an Gott glauben, sondern wußte über Gott Bescheid,
so wie alle Menschen im Jenseits.

Christus konnte also keine Hoffnung haben?
Wieso hat Er dann gebetet „Vater, nimm diesen Kelch von Mir, wenn es Dir möglich ist“,
wenn Er zumindest nicht gehofft hätte, daß nicht doch ein anderer Weg möglich wäre?
Dienstag, 1. April 2008 14:29
GerdEric: Ups, was verpasst?
wenn Jesus überhaupt nicht Mensch war, so kann er auch nicht menschliches Leid gefühlt haben, dann ist all das, was das Christentum über ihn sagt, hinsichtlich seines menschlichen Leidensweges, Un-sinn.
Ist Jesus nach christlicher Definition nicht erst nach seinem menschlichen Tod von Gott in die „Ebenbürtigkeit“ aufgenommen worden (vorher jedenfalls nicht)?
Donnerstag, 20. März 2008 09:37
Karl Murx: Dem Sohn Gottes die Tugend des Glaubens zu unterstellen,…
…ist ein glatte Häresie!

Die Menschheit Christi konnte wegen der hypostatischen Union weder die Tugend der Hoffnung, noch der des Glaubens haben.

Sie ein Schwätzer, Marcelus.

Mittwoch, 19. März 2008 19:10
Marcelus: Jesus Christus war jüdischer Religion
ProFideCatholica
Ganz sicher hätte Thomas aber wohl den Sätze wie „Jesus war gläubiger Jude“ abgelehnt, denn dies könnte ja nur als ein Hinweis auf eine seiner Person zukommende Unvollkommenheit interpretiert werden…!

Diesen Satz hätte der hl. Thomas v. Aquin wohl kaum abgelehnt, sondern sich eher einer anderen Diktion bedient, z.B. „Jesus war jüdisch-mosaischer Religionskonfession“, und zweifellos war Jesus auch ein Gläubiger der jüdischen Religion.
Die Aussage, Jesus „war gläubiger Jude“ ist deshalb auch richtig.
Es kommt lediglich zusätzlich hinzu, daß Jesus selbst die jüdische Religion wesentlich verändert hat, da Er als Gottessohn und verheißener Messias (Christus) höher als der Stifter des mosaischen Gesetzes steht.
Auch nach der messianischen Reformierung des Judentums bleibt Jesus Gläubiger der jüdischen Religion – allerdings messianisch-reformiert, und nicht mehr mosaisch-gesetzestreu.
Dienstag, 18. März 2008 19:53
sullivan: Sullivan@Berger, Thomismus
ach daher weht der Wind
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