Mittwoch, 14. Mai 2008 10:41
1. Bischöfe politisch vorgeprägt – Bei Konflikt für Staat oder Gott?

In einer Hörersendung des RAI Senders Bozen am 12.3.2008 nach 13 h zum Thema „Kirche und Politik“ befiel den christlichen Hörer wieder einmal das Gefühl der gänzlichen Verlassenheit, wie es Jesus am Ölberg erlitten hat. Die Hörerfragen beantwortete der Moraltheologe Don Paolo Renner vom Institut für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, einer der höchsten Kleriker nach dem Bischof. Trotzdem: nichts Schlechtes ohne einen Tropfen Gutes, hier Wahres. So erfuhr man (ca. um 13.20 h) die haarsträubende Wahrheit, daß die italienischen Bischöfe, bevor sie vom Staat akzeptiert werden, Treue auf die italienische demokratische Verfassung schwören müssen. Dies hat sicherlich nicht Mussolini ausgeheckt.
Zurück zum Artikel 4 Lesermeinungen:
Donnerstag, 15. Mai 2008 15:11
Lutheraner: Gott und Engel
Was werden die Bischöfe in einem derartigen Konflikt tun? Man lese nach bei Solowjews „Erzählung vom Antichrist“. Zum Glück greift am Ende Gott ein mit Seinen Engeln.

Etwa in der Art: 5.Mose 7,22 Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. ?

Oder so: Jes. 63, 3“Ich trete die Kelter allein, und ist niemand unter den Völkern mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Daher ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt, und ich habe all mein Gewand besudelt.Denn ich habe einen Tag der Rache mir vorgenommen; das Jahr, die Meinen zu erlösen, ist gekommen.5Und ich sah mich um, und da war kein Helfer; und ich verwunderte mich, und niemand stand mir bei; sondern mein Arm mußte mir helfen, und mein Zorn stand mir bei 6Und ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und habe sie trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Blut auf die Erde geschüttet.“ ?

Man sollte sich überlegen, was man sich wünscht, vor allem als Christ.
Donnerstag, 15. Mai 2008 00:11
clarissa colonia: Werte Etika, meine sehr verehrten Herren!
Auch im Geltungsbereich des Reichskonkordats (und der entsprechenden Länderkonkordate) ist ein Bischof in Deutschland (üblicherweise aber nach der Amtseinführung) verpflichtet, vor der entsprechenden Landesregierung einen Verfassungseid abzulegen. Gleiches trifft für die Domkanonikate in jenen deutschen Diözesen zu, welche die Staatsleistungen für die Domkanoniker nicht abgelöst haben: Diese werden staatsbesoldet und gelten als Staatsbeamten gleichgestellt und müssen daher einen solchen Verfassungseid leisten.
Schürt oder mindert das die Entrüstung?

Es gab Zeiten, in denen man sich in Deutschland Bischöfe gewünscht hätte, die eidlich auf die Einhaltung der demokratischen Verfassung verpflichtet gewesen wären. Leider haben sie in ihrer Verkündigung (selbst wenn sie später gegen Regierungsmaßnahmen entschieden Stellung bezogen) anfänglich in nationaler Begeisterung als alerte Steigbügelhalter gedient, derer man sich später (spätestens nach dem Endsieg) zu entledigen gedachte.

Merke: Ein Verfassungseid ist nichts in sich Schlechtes!
Mittwoch, 14. Mai 2008 23:54
Benedikt: Quark
Bischöfe sind durch Eid politisch an den Staat gebunden!

So ein Unfug. Sie sind wie alle anderen dem Gesetz unterworfen. So war das schon immer, wenn es sich nicht gerade um einen Fürstbischof gehandelt hat.
Mittwoch, 14. Mai 2008 11:05
Gallowglas: schon seltsam…
Wenn die Kirche Sonderrechte (oder Geldquellen) in einem Staat genießt, dann hört man aus der katholischen Ecke nichts von wegen „Trennung von Staat und Kirche“, aber wehe die Kirche muß sich mal den Gesetzen unterordnen, dann ist, wie man sieht, das Geschrei groß …

Und was regen sich die Italiener da überhaupt auf ?
In Deutschland müssen Bischöfe & Co auch auf die Verfassung schwören und strenggenommen kann der Staat sogar sein Veto gegen eine Bischofsernennung einlegen … bis heute hat die Kirche das überlebt und besteht sogar auf Einhaltung des zu Grunde liegenden Vertrages …
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