Samstag, 21. Juni 2008 03:11
Karl Murx glaubt, in der Enzyklika „Dominum et vivificantem“ von Johannes Paul II (1986) in diesem Zitat eine Häresie gefunden zu haben:

17. Man muß an dieser Stelle betonen, daß »der Geist des Herrn«, der auf dem kommenden Messias »ruhen« wird, deutlich ein Geschenk Gottes für die Person jenes Knechtes des Herrn darstellt. Er selbst aber ist keine eigene, für sich allein stehende Person; denn er wirkt auf Geheiß des Herrn, kraft dessen Entscheidung und Wahl.

Wenn man die nähere Umgebung dieses Zitates durchliest, fällt dieser Häresievorwurf rasch in sich zusammen.
Zurück zum Artikel 3 Lesermeinungen:
Samstag, 21. Juni 2008 10:27
Karl Murx: Die Seiten aus Dörmanns Buch zu diesem Thema in PDF-Format
Bitte hier klicken!
Samstag, 21. Juni 2008 10:22
Karl Murx: Zum §8 von Dominum et Vivificantem
Genau diesen Abschnitt nimmt Dörmann in sein „Trintarischen Trilogie“ II/3 auseinander. Ich habe das noch gar nicht aufgegriffen, weil ich prinzipiell die Lektüre von Dörmanns Werken zu JPII. voraussetze. Ich habe mich also darauf beschränkt, nur einen Punkt zu kritisieren, den Dörmann sehr kurz behandelt hat.

Der von Wolfgang-e eingeführte Abschnitt ist für Dörmann übrigens der schlagende Beweis, daß JPII. der Irrlehre des Photianismus anhängt. Das war aber nicht mein Thema. Wie auch immer, der Vater sendet nicht den Heiligen Geist kraft seiner Vaterschaft, denn sonst gäbe es zwei Söhne. Wie sollten die sich unterscheiden, wenn dies auf der Ebene der Relationen nicht mehr möglich wäre. Ein Sohn kann vom anderen nur dadurch unterschieden werden, wenn Wesenheit und Dasein real verschieden wären. Das aber wäre ein Geschöpf.

In Gott, wo Dasein und Wesenheit identisch sind, können die Personen nur beziehungsweise unterschieden sein. Die Vaterschaft ist der Vater, die Sohnschaft der Sohn, die passive Hauchung der Heilige Geist. Der passiven Hauchung steht nur eine numerisch einzige aktive Hauchung gegenüber. Also sind Vater und Sohn ein Spirator, wie das Konzil von Lyon lehrt.

Wolfgang-e versucht also die Häresie in §7 mit einer neuen in §8 zu begründen.
Samstag, 21. Juni 2008 10:03
Karl Murx: Es geht hier nicht um die Gottheit des Heiligen Geistes
Diesen Punkt greife ich ja auch gar nicht an.

Es geht darum, daß JPII. selbst die Prophetie so darstellt, daß er den Begriff des Gottesknechtes hypostasiert. Nicht die Prophetie sagt, daß der Geist des Herrn ein Geschenk sei für die Person des Gottesknechtes, sondern JPII. personifiziert den letzteren Begriff.

Diese Aspekte werden von JPII. selbst in diesen Text hineingetragen. Meine Kritik setzte gar nicht an einer Leugnung der Personalität des Heiligen Geistes an.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net