Das rat ich zum ersten,
daß du rechtschaffen dich
gegen deinen Nächsten benimmst;
sei langsam zur Rache,
tun sie auch Leid dir an!
Das bringt Heil nach dem Hinscheiden.
Mittwoch, 9. Juli 2008 15:11
Lutheraner: Mythen, Götter, Kopfgeburten
Am Anfang war das Wort, und das war bei den Ägyptern
Die Ägypter glaubten an die schöpferische Kraft des Wortes. Dem (vermeintlich) primitiven Verstand war der Name eines Lebewesens nicht nur die Bezeichnung, die den Gedankenaustausch darüber erleichtert, sondern er war das Wesen oder das Objekt selbst. Sein ausgesprochener Name läßt es entweder erst entstehen oder ruft es magisch herbei, wenn es bereits existiert. Wir haben Berichte darüber, daß der ägyptische Schöpfergott bei der Entstehung der Welt nichts anderes zu tun hatte, als die Namen aller Dinge auszusprechen, womit allein er ihnen schon ihr Wesen, ihren Platz und ihre Bestimmung im Weltall erschaffen und zugewiesen hat.
Nach der Götterlehre von Hermopolis herrschte vor der Entstehung der Welt die Gruppe der „acht Urgötter“. Die Urgewalten dachte man sich als vier Götterpaare: Nun und Naunet, das Urwasser; Huh und Haunet, der unendliche Raum; Kuk und Kaunet, die Urfinsternis; Amun und Amaunet, das Verborgene (oder die Unendlichkeit im Raum).
Nach ägyptischer Vorstellung ist die Welt als Schlammhügel aus dem Wasser aufgetaucht.
Während der ägyptische Schöpfungsmythus das Unerklärbare nicht zu erklären versucht und den Anfang aller Dinge im Numinosen sucht, behauptet der jüdisch-christliche Schöpfungsmythus, der Geist Gottes erkläre sich aus sich selbst, sei immerdar und ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten: Joh. 1, 1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Mose 1, 1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Dienlich muß Gottes Geist in den Untiefen des Weltalls schon immer und alleine existiert haben, wobei zu bedenken ist, daß er nur ein Punkt in der Unendlichkeit gewesen sein kann.
Woher dieser Geist geweht kam, was er im Weltraum zu suchen hatte, und warum er ausgerechnet mit der Schöpfung von Himmel und (einer von Wasser bedeckten) Erde begann, sich hernach erst den Himmelskörpern zuwandte, kann nicht hinterfragt werden. Die Richtung der Schöpfung geht genau umgekehrt vor: derweil die ägyptische Schöpfung sich von außen nach innen vollzieht, ist der jüdisch-christliche Schöpfungsakt von innen nach außen gerichtet und auf die Wundertätigkeit Gottes abgestellt: Dann schuf Gott Licht, wohl verstanden als Sonne, hob das Land aus dem Wasser und schuf Pflanzen, Tiere, Menschen – wiederum aus dem Nichts.
Seinen Hochsitz stellte sich Jahwe auf die Wolkendecke, welche fortan unzerstörbar gedacht werden muß – woraus unüberbrückbare Widersprüche entstehen. Machen wir einen Sprung zum Weltuntergang:
Apk. 21, 1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. – Hier wird der Himmel samt Gott und den Auserwählten im Weltuntergang zerstört, trotzdem muß all dies irgendwie überlebt haben, und Johannes konnte gar beobachten, wie aus dem Himmel eine neue Stadt herabsank.
Physik und Metaphysik gehen im jüdisch-christlichen Schöpfungsmythus eine unerklärliche Symbiose ein, sind verschieden und doch irgendwie identisch.
Betrachten wir zum Vergleich noch einen weiteren Schöpfungsmythus, den altgermanischen:
In der Urzeit entstand Buri, indem die Urkuh Audhumbla ihn in Ginnungagap aus einem salzigen Eisblock leckte. Dieses Eis entstammte den Schmelzwässern der Elivagar.
Am ersten Tag, als Audhumbla zu Lecken begonnen hatte, wurde das Haar sichtbar, am zweiten Tag der Kopf und am dritten Tag war der ganze Mann frei.
Audhumbla erschien vor Beginn der Weltwerdung als erstes Tier in der gähnenden Leere Ginnungagap, als dort beim Zusammentreffen von Eis und Feuer der Urreif taute.
Urzeit war es,
da Ymir hauste:
nicht war Sand noch See
noch Salzwogen,
nicht Erde unten
noch oben Himmel,
Gähnung grundlos,
doch Gras nirgend.
Bis Burs Söhne
Den Boden hoben,
sie Midgard,
den mächtigen, schufen:
von Süden schien Sonne
aufs Saalgestein;
grüne Gräser
im Grund wuchsen.
Auch hier ist an den Anfang das Numinose gesetzt. Man hat gar nicht erst versucht, das Entstehen von Sternen, Planeten und Erde im Einzelnen zu erklären, sondern kraftvolle Bilder gewählt, die den Leser im heiligen Schauer erfassen. Wie bei den Ägyptern wird die Schöpfung der Welt Urgewalten überlassen und vollzieht sich von außen nach innen.
Solche Mythen sind zeitlos und überleben jede Wissenschaft. Sie entsprechen dem natürlichen Bedürfnis der Menschen, sich als gewollt und im Plan inbegriffen zu empfinden; während der jüdisch-christliche Mythus jedes Ding einzeln erschafft, den Menschen von der umgebenen Natur absondert und ihm Gott ebenbildlich darstellt:
Gen. 1, 26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
Im Späteren wird deutlich, daß Gott unter Menschen nur Männer verstand:
Gen.2, 21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch.Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist.
Im Germanischen sind wie bei den Ägyptern die Menschen von den Göttern unterschieden, die Geschlechter jedoch gleichberechtigt:
Bis drei Asen
aus dieser Schar,
stark und gnädig,
zum Strand kamen:
sie fanden am Land,
ledig der Kraft,
Ask und Embla.
Nicht hatten sie Seele,
nicht hatten sie Sinn,
nicht Lebenswärme
noch lichte Farbe;
Seele gab Odin,
Sinn gab Hönir,
Leben gab Lodur
Und lichte Farbe.
Die Göttersagen begehen nicht den Fehler, das Leben der Götter und der Menschen zu vermischen. Die Götter leben ihr eigenes Leben und sie lassen die Menschen weitgehend zufrieden. Trotzdem können sich die Menschen an die Götter wenden:
die Schicksalsgöttinen spinnen den Schicksalsfaden. Sie heißen Urdr (das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das Werdensollende):
Skuld heißt die dritte der Zauberschwestern,
Ist ew’ges Rätsel, ist Gott und Schicksal.
Ach, alle Hoffnungen, alle Bitten
Und alle Wünsche sind ihr geweiht.
Die Göttin Skuld nimmt damit eine den Asen übergeordnete Rolle ein; sie müssen sich ihrem zugeteilten Los genauso fügen wie die Menschen.
Göttinnen
Unter den Asen gibt es jede Menge Göttinnen, die treten in ganz verschiedenen Funktionen auf: Die schöne Freyja beispielsweise ist eine Schwester des Freyr und eine Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit.
Frigg ist die Göttermutter, eine Art Urbild der Ehefrau, sie steht ihrem Mann Odin warnend und beratend zur Seite.
Aus der Verbindung von Frigg und Odin ging die Tochter Ostara hervor. Lieblingstier und Begleiter der Ostara war dabei der für seine Fruchtbarkeit bekannte Hase. Zum Hasen gesellte sich das Ei als Symbol. Sie war die Göttin des Frühlings, der Auferstehung des Naturlebens nach dem langen Wintertode und stand bei den Germanen hoch in Ehren. Nach ihr ist Ostern und der April als Ostermonat benannt: Bei Eintritt der Tag – und Nachtgleiche beschenkte man sich mit bunten Eiern, dem Sinnbild des keimenden Lebens.
Das Christentum legte diesem Fest die Auferstehung des „Heilands“ in Verbindung mit seiner „Auferstehung“ unter und verdrängte die Göttin schließlich. Heute wird sie mit Hitler und den Nazis identifiziert.
Woher kommen die Wochentage?
Die siebentägige Woche haben wir wohl den astronomischen Beobachtungen der Ägypter zu verdanken. Von Alexandrien, wo sich die Gelehrten viel mit Astronomie beschäftigen, kam diese Einteilung nach Rom und wurde bald allgemein angenommen. Die Römer weihten die Wochentage den verehrten Wesen,
den ersten dem Gott der Sonne, Phöbus,
den zweiten der Mondgöttin Diana,
den dritten dem Kriegsgott Mars,
den vierten vierten dem Götterboten und Seelenführer Merkur,
den fünften dem Himmelsgott Jupiter,
den sechsten der Liebesgöttin Venus,
den siebten dem unglücksschangeren Saturn.
Als Jahresanfang galt bei den meisten germanischen Stämmen der 24. Dezember (Mitwinternacht), die „Mutternacht“ der Angelsachsen, in welcher nach damaliger Annahme die Sonne ihren Lauf von neuem beginnen sollte, um am 24. Juni in der Sonnenwendzeit ihren höchsten Stand zu erreichen.
Die Monatsnahmen bezogen sich teils auf die Jahreszeiten, teils auf die typischen Verrichtungen,
Januar, Schneemonat,
Februar, Hornung,
März, Lenz,
April, Ostermonat,
Mai, Wonnemonat,
Juni, Brachmonat,
Juli, Heumonat,
August, Erntemonat,
September, Herbstmonat,
Oktober, Weinmonat,
November, Windmonat,
Dezember, Schneemonat.
Die Germanen bezeichneten ihre Tage in ähnlicher Weise wie die Römer nach den Namen ihrer Götter:
Sonntag, Sunna (Sonne), da Sunna nach den Merseburger Heilssprüchen eine verehrte Göttin war, nach nordischer Myhte ein Wagen, den die Jungfrau Sol auf der Himmeslbahn lenkte.
Montag, Mond, nach dem vom Knaben Mani gelenkten Mondwagen
Dienstag, Thyrsdag (engl. Thuesday), nach dem Kriegs- und Schwertgott Tyr
Mittwoch, Odin; hat mit einer Mitte der Woche nichts zu tun, sondern wurde eingedeutscht; heißt im
Altnordischen „Odinsdiagr“, im Holländischen „Woensdag, im Angelsächischen „Wodenesdueg“ (Wednesday(Wodanstag)), im Skandinavischen „Onsdag“
Donnerstag, Thor; kommt von Donar, Donner. Das Bild ist das des Donnergottes, der mit seinem Streitwagen über das Himmelsgewölbe donnert und so Gewitter auslöst.
Freitag, Freyja
Samstag, ihm wurde keine besondere Gottheit zugeordnet; er hieß im Altnordischen Laugardag, d.i. Badetag, weil man am Ende der Wochenarbeit ein Bad zu nehmen pflegte.
Die germanische Wochentagszuordnung wurde schließlich romanisiert.
Es ist also völlig unsinnig, den Göttersagen männliches Gehabe zu unterstellen. Zudem lassen sich diese Bilder leicht Kindern vermitteln, was man von den Schriften der Bibel nicht gerade behaupten kann.
Zurück nach Ägypten:
Die Maat wird als eine zierliche, sitzende Göttin dargestellt. Auf dem Kopf trägt sie eine Straußenfeder, das Zeichen ihres Namens. Die Texte nennen diese Göttin „Tocher des Re“. Man betrachtet die Maat gewöhnlich als Inkarnation der Wahrheit und Gerechtigkeit. Beim Totengericht ist Maat das rechte Gewicht auf der Waage, nach dem das Herz des Toten gewogen wird. – In der Maat findet sich die Vorstellung des Engels Michael; zunächst führte der im Himmel einen siegreichen Kampf gegen den Diabolos, den er mitsamt seinem Anhang aus dem Himmel auf die Erde stürzte, was ihn geeignet erscheinen läßt, ihn als Seelenwäger beim jüngsten Gericht auftreten zu lassen. Der Diabolos stellt sich damit als Symbol dar für all die Kräfte, welche dem Jahwe feindlich sind, und das sind viele.
Woher kommen die Engel?


Woher kommt die Beschneidung?
Nach Herodot hat Ägypten den Brauch der Beschneidung von den Semiten übernommen. Die Ausgrabungen bezeugen jedoch schon für das Alte Reich (2635-2155) diesen Brauch. Was in den Köpfen der Ägypter vorgegangen ist, sich für diesen seltsamen Brauch zu entscheiden, … aber jeder hat halt so seine Eigenarten.
Woher kommt der Kirchenbau?
Basilika ist griechisch und bedeutet >königliche Halle<; im alten Athen was sie das Amtsgebäude des archon basileus, des obersten Richters, in hellenistisch-römischer Zeit eine langgestreckte Gerichts- und Markthall von wechselnder Form, meist durch Stützen unterteilt, oft auch mit einer Apsis für den Sitz des Richters.
Das Name Basilika wurde dann auf den christlichen Kirchenbau übertragen. Die frühchristliche Basilika besteht aus einem Mittelschiff zwischen je einem oder je zwei schmäleren und niedrigeren Seitenschiffen. Das Mittelschiff empfängt sein Licht durch Fenster im oberen Teil der die Seitenschiffe überragenden Mauern und endet in einem Apsis. Zwischen Langhaus und Apsis wurde schon früh ein Querschiff eingeschoben. Vor der Eingangsseite liegt oft ein von Säulengängen umgebener Vorhof (Atrium, auch Paradies). Die Basilika blieb in mannigfachen Abwandlungen die im Abendland vorherrschende Grundform des Kirchenbaues. Aus der Basilika entwickelte sich die Hauptform der Kirchen.
Woher kommen die Grabsteine?
Stelen gelten als „die ägyptischen Steine“ schlechthin. Sie lehnten ursprünglich aufgerichtet an einer Mauer oder waren in diese eingefügt; sie bestanden aus einer einzigen Steinplatten auf der Bild und Inschrift gewöhnlich in vertieftem Relief angebracht waren. Viel häufiger sind die Grabstelen, die in den oberirdischen Räumen der vornehmen Gräber standen. Die Entwicklung ihrer Formen und Funktionen war sehr kompliziert; auf jeden Fall aber handelt es sich um eine Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits.
Über den Kulturaustausch gelangte die Stele ins alte Griechenland.
Das Volk Israel übernahm den ägyptischen Brauch, errichtete für seine Patriarchen Stelen und selbst der liebe Jahwe bediente sich und meißelte seine 10 Gebote in Stelen.
Die Christen adaptierten den Brauch und errichteten Stelen mit Inschriften auf den Gräbern der Verstorbenen.

Als sie kamen, hatten wir das Land und sie die Bibel; jetzt haben wir die Bibel und sie das Land (afrikanischer König). In der Summe darf man wohl festhalten, das Christentum hat eine Sogwirkung entwickelt wie ein schwarzes Loch. Es nimmt alles und gibt nichts; es hat nichts eigenes geschaffen. Fragt sich nur, was geschieht, wenn es alles vereinnahmt hat? Werden wir dann alle auferstehen?
Achtung Heidentum!
Hier geht’s zu Odin und Re
Die Ägypter glaubten an die schöpferische Kraft des Wortes. Dem (vermeintlich) primitiven Verstand war der Name eines Lebewesens nicht nur die Bezeichnung, die den Gedankenaustausch darüber erleichtert, sondern er war das Wesen oder das Objekt selbst. Sein ausgesprochener Name läßt es entweder erst entstehen oder ruft es magisch herbei, wenn es bereits existiert. Wir haben Berichte darüber, daß der ägyptische Schöpfergott bei der Entstehung der Welt nichts anderes zu tun hatte, als die Namen aller Dinge auszusprechen, womit allein er ihnen schon ihr Wesen, ihren Platz und ihre Bestimmung im Weltall erschaffen und zugewiesen hat.
Nach der Götterlehre von Hermopolis herrschte vor der Entstehung der Welt die Gruppe der „acht Urgötter“. Die Urgewalten dachte man sich als vier Götterpaare: Nun und Naunet, das Urwasser; Huh und Haunet, der unendliche Raum; Kuk und Kaunet, die Urfinsternis; Amun und Amaunet, das Verborgene (oder die Unendlichkeit im Raum).
Nach ägyptischer Vorstellung ist die Welt als Schlammhügel aus dem Wasser aufgetaucht.
Während der ägyptische Schöpfungsmythus das Unerklärbare nicht zu erklären versucht und den Anfang aller Dinge im Numinosen sucht, behauptet der jüdisch-christliche Schöpfungsmythus, der Geist Gottes erkläre sich aus sich selbst, sei immerdar und ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten: Joh. 1, 1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Mose 1, 1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Dienlich muß Gottes Geist in den Untiefen des Weltalls schon immer und alleine existiert haben, wobei zu bedenken ist, daß er nur ein Punkt in der Unendlichkeit gewesen sein kann.
Woher dieser Geist geweht kam, was er im Weltraum zu suchen hatte, und warum er ausgerechnet mit der Schöpfung von Himmel und (einer von Wasser bedeckten) Erde begann, sich hernach erst den Himmelskörpern zuwandte, kann nicht hinterfragt werden. Die Richtung der Schöpfung geht genau umgekehrt vor: derweil die ägyptische Schöpfung sich von außen nach innen vollzieht, ist der jüdisch-christliche Schöpfungsakt von innen nach außen gerichtet und auf die Wundertätigkeit Gottes abgestellt: Dann schuf Gott Licht, wohl verstanden als Sonne, hob das Land aus dem Wasser und schuf Pflanzen, Tiere, Menschen – wiederum aus dem Nichts.
Seinen Hochsitz stellte sich Jahwe auf die Wolkendecke, welche fortan unzerstörbar gedacht werden muß – woraus unüberbrückbare Widersprüche entstehen. Machen wir einen Sprung zum Weltuntergang:
Apk. 21, 1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. – Hier wird der Himmel samt Gott und den Auserwählten im Weltuntergang zerstört, trotzdem muß all dies irgendwie überlebt haben, und Johannes konnte gar beobachten, wie aus dem Himmel eine neue Stadt herabsank.
Physik und Metaphysik gehen im jüdisch-christlichen Schöpfungsmythus eine unerklärliche Symbiose ein, sind verschieden und doch irgendwie identisch.
Betrachten wir zum Vergleich noch einen weiteren Schöpfungsmythus, den altgermanischen:
In der Urzeit entstand Buri, indem die Urkuh Audhumbla ihn in Ginnungagap aus einem salzigen Eisblock leckte. Dieses Eis entstammte den Schmelzwässern der Elivagar.
Am ersten Tag, als Audhumbla zu Lecken begonnen hatte, wurde das Haar sichtbar, am zweiten Tag der Kopf und am dritten Tag war der ganze Mann frei.
Audhumbla erschien vor Beginn der Weltwerdung als erstes Tier in der gähnenden Leere Ginnungagap, als dort beim Zusammentreffen von Eis und Feuer der Urreif taute.
Urzeit war es,
da Ymir hauste:
nicht war Sand noch See
noch Salzwogen,
nicht Erde unten
noch oben Himmel,
Gähnung grundlos,
doch Gras nirgend.
Bis Burs Söhne
Den Boden hoben,
sie Midgard,
den mächtigen, schufen:
von Süden schien Sonne
aufs Saalgestein;
grüne Gräser
im Grund wuchsen.
Auch hier ist an den Anfang das Numinose gesetzt. Man hat gar nicht erst versucht, das Entstehen von Sternen, Planeten und Erde im Einzelnen zu erklären, sondern kraftvolle Bilder gewählt, die den Leser im heiligen Schauer erfassen. Wie bei den Ägyptern wird die Schöpfung der Welt Urgewalten überlassen und vollzieht sich von außen nach innen.
Solche Mythen sind zeitlos und überleben jede Wissenschaft. Sie entsprechen dem natürlichen Bedürfnis der Menschen, sich als gewollt und im Plan inbegriffen zu empfinden; während der jüdisch-christliche Mythus jedes Ding einzeln erschafft, den Menschen von der umgebenen Natur absondert und ihm Gott ebenbildlich darstellt:
Gen. 1, 26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
Im Späteren wird deutlich, daß Gott unter Menschen nur Männer verstand:
Gen.2, 21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch.Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist.
Im Germanischen sind wie bei den Ägyptern die Menschen von den Göttern unterschieden, die Geschlechter jedoch gleichberechtigt:
Bis drei Asen
aus dieser Schar,
stark und gnädig,
zum Strand kamen:
sie fanden am Land,
ledig der Kraft,
Ask und Embla.
Nicht hatten sie Seele,
nicht hatten sie Sinn,
nicht Lebenswärme
noch lichte Farbe;
Seele gab Odin,
Sinn gab Hönir,
Leben gab Lodur
Und lichte Farbe.
Die Göttersagen begehen nicht den Fehler, das Leben der Götter und der Menschen zu vermischen. Die Götter leben ihr eigenes Leben und sie lassen die Menschen weitgehend zufrieden. Trotzdem können sich die Menschen an die Götter wenden:
die Schicksalsgöttinen spinnen den Schicksalsfaden. Sie heißen Urdr (das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das Werdensollende):
Skuld heißt die dritte der Zauberschwestern,
Ist ew’ges Rätsel, ist Gott und Schicksal.
Ach, alle Hoffnungen, alle Bitten
Und alle Wünsche sind ihr geweiht.
Die Göttin Skuld nimmt damit eine den Asen übergeordnete Rolle ein; sie müssen sich ihrem zugeteilten Los genauso fügen wie die Menschen.
Göttinnen
Unter den Asen gibt es jede Menge Göttinnen, die treten in ganz verschiedenen Funktionen auf: Die schöne Freyja beispielsweise ist eine Schwester des Freyr und eine Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit.
Frigg ist die Göttermutter, eine Art Urbild der Ehefrau, sie steht ihrem Mann Odin warnend und beratend zur Seite.
Aus der Verbindung von Frigg und Odin ging die Tochter Ostara hervor. Lieblingstier und Begleiter der Ostara war dabei der für seine Fruchtbarkeit bekannte Hase. Zum Hasen gesellte sich das Ei als Symbol. Sie war die Göttin des Frühlings, der Auferstehung des Naturlebens nach dem langen Wintertode und stand bei den Germanen hoch in Ehren. Nach ihr ist Ostern und der April als Ostermonat benannt: Bei Eintritt der Tag – und Nachtgleiche beschenkte man sich mit bunten Eiern, dem Sinnbild des keimenden Lebens.
Das Christentum legte diesem Fest die Auferstehung des „Heilands“ in Verbindung mit seiner „Auferstehung“ unter und verdrängte die Göttin schließlich. Heute wird sie mit Hitler und den Nazis identifiziert.
Woher kommen die Wochentage?
Die siebentägige Woche haben wir wohl den astronomischen Beobachtungen der Ägypter zu verdanken. Von Alexandrien, wo sich die Gelehrten viel mit Astronomie beschäftigen, kam diese Einteilung nach Rom und wurde bald allgemein angenommen. Die Römer weihten die Wochentage den verehrten Wesen,
den ersten dem Gott der Sonne, Phöbus,
den zweiten der Mondgöttin Diana,
den dritten dem Kriegsgott Mars,
den vierten vierten dem Götterboten und Seelenführer Merkur,
den fünften dem Himmelsgott Jupiter,
den sechsten der Liebesgöttin Venus,
den siebten dem unglücksschangeren Saturn.
Als Jahresanfang galt bei den meisten germanischen Stämmen der 24. Dezember (Mitwinternacht), die „Mutternacht“ der Angelsachsen, in welcher nach damaliger Annahme die Sonne ihren Lauf von neuem beginnen sollte, um am 24. Juni in der Sonnenwendzeit ihren höchsten Stand zu erreichen.
Die Monatsnahmen bezogen sich teils auf die Jahreszeiten, teils auf die typischen Verrichtungen,
Januar, Schneemonat,
Februar, Hornung,
März, Lenz,
April, Ostermonat,
Mai, Wonnemonat,
Juni, Brachmonat,
Juli, Heumonat,
August, Erntemonat,
September, Herbstmonat,
Oktober, Weinmonat,
November, Windmonat,
Dezember, Schneemonat.
Die Germanen bezeichneten ihre Tage in ähnlicher Weise wie die Römer nach den Namen ihrer Götter:
Sonntag, Sunna (Sonne), da Sunna nach den Merseburger Heilssprüchen eine verehrte Göttin war, nach nordischer Myhte ein Wagen, den die Jungfrau Sol auf der Himmeslbahn lenkte.
Montag, Mond, nach dem vom Knaben Mani gelenkten Mondwagen
Dienstag, Thyrsdag (engl. Thuesday), nach dem Kriegs- und Schwertgott Tyr
Mittwoch, Odin; hat mit einer Mitte der Woche nichts zu tun, sondern wurde eingedeutscht; heißt im
Altnordischen „Odinsdiagr“, im Holländischen „Woensdag, im Angelsächischen „Wodenesdueg“ (Wednesday(Wodanstag)), im Skandinavischen „Onsdag“
Donnerstag, Thor; kommt von Donar, Donner. Das Bild ist das des Donnergottes, der mit seinem Streitwagen über das Himmelsgewölbe donnert und so Gewitter auslöst.
Freitag, Freyja
Samstag, ihm wurde keine besondere Gottheit zugeordnet; er hieß im Altnordischen Laugardag, d.i. Badetag, weil man am Ende der Wochenarbeit ein Bad zu nehmen pflegte.
Die germanische Wochentagszuordnung wurde schließlich romanisiert.
Es ist also völlig unsinnig, den Göttersagen männliches Gehabe zu unterstellen. Zudem lassen sich diese Bilder leicht Kindern vermitteln, was man von den Schriften der Bibel nicht gerade behaupten kann.
Zurück nach Ägypten:
Die Maat wird als eine zierliche, sitzende Göttin dargestellt. Auf dem Kopf trägt sie eine Straußenfeder, das Zeichen ihres Namens. Die Texte nennen diese Göttin „Tocher des Re“. Man betrachtet die Maat gewöhnlich als Inkarnation der Wahrheit und Gerechtigkeit. Beim Totengericht ist Maat das rechte Gewicht auf der Waage, nach dem das Herz des Toten gewogen wird. – In der Maat findet sich die Vorstellung des Engels Michael; zunächst führte der im Himmel einen siegreichen Kampf gegen den Diabolos, den er mitsamt seinem Anhang aus dem Himmel auf die Erde stürzte, was ihn geeignet erscheinen läßt, ihn als Seelenwäger beim jüngsten Gericht auftreten zu lassen. Der Diabolos stellt sich damit als Symbol dar für all die Kräfte, welche dem Jahwe feindlich sind, und das sind viele.
Woher kommen die Engel?


Woher kommt die Beschneidung?
Nach Herodot hat Ägypten den Brauch der Beschneidung von den Semiten übernommen. Die Ausgrabungen bezeugen jedoch schon für das Alte Reich (2635-2155) diesen Brauch. Was in den Köpfen der Ägypter vorgegangen ist, sich für diesen seltsamen Brauch zu entscheiden, … aber jeder hat halt so seine Eigenarten.
Woher kommt der Kirchenbau?
Basilika ist griechisch und bedeutet >königliche Halle<; im alten Athen was sie das Amtsgebäude des archon basileus, des obersten Richters, in hellenistisch-römischer Zeit eine langgestreckte Gerichts- und Markthall von wechselnder Form, meist durch Stützen unterteilt, oft auch mit einer Apsis für den Sitz des Richters.
Das Name Basilika wurde dann auf den christlichen Kirchenbau übertragen. Die frühchristliche Basilika besteht aus einem Mittelschiff zwischen je einem oder je zwei schmäleren und niedrigeren Seitenschiffen. Das Mittelschiff empfängt sein Licht durch Fenster im oberen Teil der die Seitenschiffe überragenden Mauern und endet in einem Apsis. Zwischen Langhaus und Apsis wurde schon früh ein Querschiff eingeschoben. Vor der Eingangsseite liegt oft ein von Säulengängen umgebener Vorhof (Atrium, auch Paradies). Die Basilika blieb in mannigfachen Abwandlungen die im Abendland vorherrschende Grundform des Kirchenbaues. Aus der Basilika entwickelte sich die Hauptform der Kirchen.
Woher kommen die Grabsteine?
Stelen gelten als „die ägyptischen Steine“ schlechthin. Sie lehnten ursprünglich aufgerichtet an einer Mauer oder waren in diese eingefügt; sie bestanden aus einer einzigen Steinplatten auf der Bild und Inschrift gewöhnlich in vertieftem Relief angebracht waren. Viel häufiger sind die Grabstelen, die in den oberirdischen Räumen der vornehmen Gräber standen. Die Entwicklung ihrer Formen und Funktionen war sehr kompliziert; auf jeden Fall aber handelt es sich um eine Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits.
Über den Kulturaustausch gelangte die Stele ins alte Griechenland.
Das Volk Israel übernahm den ägyptischen Brauch, errichtete für seine Patriarchen Stelen und selbst der liebe Jahwe bediente sich und meißelte seine 10 Gebote in Stelen.
Die Christen adaptierten den Brauch und errichteten Stelen mit Inschriften auf den Gräbern der Verstorbenen.

Als sie kamen, hatten wir das Land und sie die Bibel; jetzt haben wir die Bibel und sie das Land (afrikanischer König). In der Summe darf man wohl festhalten, das Christentum hat eine Sogwirkung entwickelt wie ein schwarzes Loch. Es nimmt alles und gibt nichts; es hat nichts eigenes geschaffen. Fragt sich nur, was geschieht, wenn es alles vereinnahmt hat? Werden wir dann alle auferstehen?
Achtung Heidentum!
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