Mittwoch, 16. Juli 2008 16:36
B e r l i n (idea) – Scharfe Kritik an der von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgewählten Jahreslosung für 2006 hat der Theologieprofessor Gerd Lüdemann (Göttingen, Foto) geübt, der sich vom Christentum losgesagt hat. Die Losung stammt aus dem alttestamentlichen Buch Josua (Kapitel 1, Vers 5), wo Gott Josua vor dem Einzug in das gelobte Land Kanaan verspricht: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“
Zurück zum Artikel 2 Lesermeinungen:
Donnerstag, 17. Juli 2008 12:01
Dr. Christoph Heger: Befiehlt Gott einen Völkermord?
Es kommt wohl selten vor, daß ich Lüdemann zustimme – jedenfalls wenn man die Bibel so einfältig liest, wie er das tut.

Leider tut er das nicht allein, sondern das taten auch die jüdischen Gelehrten, die im Mittelalter aus den jüdischen Heiligen Schriften die 613 Ge- und Verbote des jüdischen (halachischen) Gesetzes destillierten. Sie lasen diese Schriften so, daß sie aus ihnen Gebote zum Völkermord an den 7 kanaanitischen Stämmen, insbesondere aber auch an den Amalekitern, in diese 613 Ge- und Verbote übernahmen.

Diese Folgerung haben die Kirchenväter und hat mit ihnen die Kirche gerade nicht gezogen.

Wenn man in der Tat die Worte von Moses, Josua usw. nicht gerade für gleichbedeutend mit den Worten Gottes hält, vielmehr unterscheidet, wie Gott zitiert wird und was diese Personen daraus machen, so wird man nicht mehr vor der moralischen Unmöglichkeit stehen, daß Gott in seinen 10 Geboten den Mord verflucht und gleichzeitig einen Völkermord befohlen haben soll.

MfG
Christoph Heger
Mittwoch, 16. Juli 2008 20:28
Brandenburgis: Das enzige Ärgernis
ist Lüdemann selbst und daß er skandalöserweise weiterhin lehren darf.
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