Samstag, 19. Juli 2008 16:10
3-fach satanisch: Wie viele homosexuelle Priester gibt es?
Sooo viele?!
Zahlen und Schätzungen


Es gibt fast keine streng nach den Regeln wissenschaftlicher Statistik erhobene Studie über sexuelles Verhalten oder sexuelle Orientierung von Priestern. Zahlen beruhen daher auf Schätzungen. Diese sind jedoch durchaus fundiert. Dabei muss „sexuelle Orientierung“ von gelebtem Verhalten unterschieden werden
„Orientierung“ meint in diesem Zusammenhang, zu welchem Geschlecht man sich, quasi von Natur aus, hingezogen fühlt; sie beruht nicht auf freier Wahl. Ob jemand sie „auslebt“ oder nicht, ist eine ganz andere Frage.

Schwankende Zahlen
Der katholische Psychologe Richard Sipe hat in den USA über 25 Jahre lang Daten erhoben und verglichen. 1990 veröffentlichte er erstmals Ergebnisse, die auf über 1500 Interviews beruhten, die er mit Priestern, Angehörigen und Freunden von Priestern, Seminarleitern und anderen Insidern anonym geführt hat. Sein Ergebnis: 20 bis 30 Prozent der amerikanischen Priester haben eine homosexuelle Orientierung – Tendenz steigend (heute geht Sipe von „mindestens 22 Prozent“ aus); bei zehn Prozent kann man von gelebtem homosexuellem Verhalten sprechen. Zum Vergleich: Die Rate heterosexueller Priester, die sexuelle Beziehungen zu Frauen haben, liegt nach Sipe bei 20 Prozent.

Sipe räumt ein, dass viele gut unterrichtete Priester Zahlen nennen, die „näher bei 50 Prozent“ homosexuell Orientierten liegen; zu ähnlichen Ergebnissen kam 1992 der Fachjournalist Jason Berry. Der Jesuit und Therapeut Herrmann Kügler SJ (in der Priesterausbildung tätig) wies 2005 darauf hin, dass die Zahlen nach Jahrgängen schwanken: Auch er geht von 20 Prozent als einer „glaubwürdigen“ Zahl aus, jedoch betrage die Zahl in manchen Jahrgängen „bis zu 40 Prozent“ der Kandidaten. Es gibt auch Unterschiede je nach Diözese oder Priesterseminar.

Wie viele sind es?
Für Deutschland kam der Trierer Pastoralpsychologe Professor Alwin Hammers 1997 auf 25 Prozent. Der Augsburger Professor für Pastoraltheologie Hanspeter Heinz hielt 1996 in der Jesuiten-Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ die Zahl von 20 Prozent auch für deutsche Verhältnisse zutreffend. Dem widersprach der damalige Freiburger Erzbischof Oskar Saier, der von zwei bis fünf Prozent ausging – er übertrug einfach den Anteil Homosexueller in der Gesamtbevölkerung auf die katholische Priesterschaft.

Nach dieser Logik müssten dann ebenso viele Bischöfe betroffen sein – sie ist jedoch offensichtlich nicht stichhaltig: Der Anteil von Frauen in der Priesterschaft zum Beispiel entspricht gewiss nicht der Normalverteilung in der Bevölkerung, und man sagt auch von anderen Berufsgruppen, die Sensibilität und Kreativität verlangen, dass sich überdurchschnittlich viele Homosexuelle in ihnen finden. Übrigens ist auch der Anteil von Homosexuellen an der Bevölkerung noch umstritten; es werden Zahlen zwischen einem und 16 Prozent diskutiert.

Mindestens 20 Prozent
Einer der besten Kenner der Lage ist der Theologe und Psychologe Wunibald Müller, heute Leiter eines Therapiezentrums für Priester im Kloster Münsterschwarzach. Von ihm stammt der Artikel „Homosexualität“ im renommierten „Lexikon für Theologie und Kirche“ (Hrsg. Kardinal Walter Kasper, 1996). Er kam aufgrund empirischer Studien seit 1979 ebenfalls auf die Zahl von 20 Prozent. In einem ZDF-Gespräch (sonntags, 17.01.2006) hat er für die USA die Zahl von bis zu 50 Prozent genannt und von einer allgemein steigenden Tendenz gesprochen, da die Zahl der heterosexuellen Priesteramts-Bewerber ständig zurückgehe.

Einzelne Diözesanpriester, Novizenmeister in Klöstern, Äbte und Seminarleiter haben über ihr engeres Umfeld von 30 bis über 60 Prozent homosexuell Orientierter gesprochen. 20 Prozent ist die für Deutschland niedrigste Schätzung, in der die meisten Experten übereinstimmen
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Weiterlesen:
• spiegel online: CSD Köln 2008
3 Lesermeinungen:
Montag, 21. Juli 2008 18:41
methusalix †: @Lutheraner
Lutheraner: Glaube und Homoausfälle

Die sexuelle Desorientierung


Gleichgeschlechtliche Liebe ist keine sexuelle Desorientierung, sondern einfach eine Liebe zum gleichen Geschlecht, genau wie der Name sagt. Dass Ihnen und anderen Hexenverbrennern das nicht passt, ändert überhaupt nichts an diesen Tatsachen. Es ist einfach, mit Fingern auf andere zu zeigen und sie als „desorientiert“ zu denunzieren aber es ist nicht unbedingt jesuanisch oder dem Gebot christlicher Nächstenliebe entsprechend, um es mal euphemistisch auszudrücken. Wahr ist es gleich gar nicht.

… geht einher mit Kindesmißbrauch und homosexuellen Ausfällen, das haben die Nachrichten der letzten Jahrzehnten eindrücklich gezeigt.

Pädophil gleich homosexuell, homosexuell gleich pädophil? Das ist ungefähr so richtig wie linkshändig gleich widerborstig oder rothaarig gleich böse. Aber bleiben Sie weiter bei Ihren (von „Nachrichten gezeigten“) Vorurteilen. Es ist besser für Ihr schlichtes Gemüt.
Sonntag, 20. Juli 2008 18:11
juergen: Zartbitter e.V. schreibt:
In Fällen sexueller Grenzüberschreitungen durch Geistliche ist die Kirche inzwischen – nicht zuletzt aus Angst vor Skandalen – wesentlich aufmerksamer geworden, doch auch heute noch wird das große Ausmaß der sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Jungen durch Laienhelfer/innen und gleichaltrige Jugendliche innerhalb der Kirche bagatellisiert und geleugnet. Ebenso wie Sportverbände, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Jugendverbände… wird die Kirche sich dieser Problematik stellen müssen.

Aber es sind nicht immer Homosexuelle – und schon gar nicht ist das Problem auf die kath. Kirche beschränkt, sonder auch bei ev. Amtsträgern gibt es sowas:

…Zartbitter war in den letzten Jahren nicht nur mit Fällen der sexuellen Ausbeutung von katholischen Priestern, sondern auch mit Fällen des Missbrauchs durch heterosexuell lebende evangelische Pfarrer konfrontiert und vor allem mit zahlreichen Fällen der sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Jungen durch kirchliche Laien – wie z.B. Gemeindereferenten, Diakone, Gruppenleiterinnen, Jugendbetreuer, jugendlichen Messdienerinnen, ehrenamtlich tätigen Gemeindemitgliedern, die Mädchen und Jungen Kommunionunterricht erteilen oder als Koch mit auf Ferienfreizeiten fahren…
Sonntag, 20. Juli 2008 17:20
Lutheraner: Glaube und Homoausfälle
Die sexuelle Desorientierung geht einher mit Kindesmißbrauch und homosexuellen Ausfällen, das haben die Nachrichten der letzten Jahrzehnten eindrücklich gezeigt. Sich auf reine Homoneigung zurückzuziehen, zeigt bestenfalls weihevolle Verantwortungslosigkeit gegenüber der Gesellschaft – oder schlimmeres.

Den reinen Glauben gibt es nicht, wo der Papst auftritt, stehen die Opfer Spalier und fordern eine Entschuldigung.

Was heute an Tateinheiten bekannt ist, übersteigt jede Verhältnismäßigkleit. Sind die Täter gläubge Christen? Oder sind sie Opportunisten, ja Lügner vor der Herde?

Die Thematik als solche ist erst vor wenigen Jahrzehnten enttabuisiert worden, was bedeutet, es galt als Schande, Opfer eines priesterlichen Übergriffs geworden zu sein. Also wurde geschwiegen.

Gerade in den letzten Jahren sind wahrhaft abscheuliche, ja menschenverachtende Vorfälle mit Kindern bekannt geworden. Von Einzellfällen kann man lange nicht mehr sprechen, eher von einem Prinzip.

Rechnet man die bekannten Ausfälle hoch auf 1700 Christentum, bekommt man eine Vorstellung davon, daß Worte und Taten im Glockengewande zwei Dinge sind.
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