Montag, 6. Oktober 2008 13:40
Lutheraner: Der Christ und sein Untertan, oder die schöne Göttin Freyja
„Die alten Germanen, sie lagen
Zu beiden Ufern des Rheins
Sie lagen auf Bärenfellen
Und tranken immer noch eins.“
Freyrs Schwester ist die bekannteste unter den Göttinnen und die Schutzpatronin des Krieges, der Liebe und der Zauberei. Sie ist in der nordischen Mythologie die schöne Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, des Glücks und der Liebe sowie Lehrerin des Zaubers Seidr.
Obwohl Frigg die Frau Odins ist (eine von mindestens dreien), stellt Freyja sowohl seinen Gegenpol als auch sein am besten passende Partnerin dar. Freyja und Odin teilen sich die in er Schlacht gefallenen, wobei Freyja die erste Wahl hat. Sie ist die schönste der Göttinnen und ist sich auch nicht für die eine oder andere pragmatische Hurerei zu schade. So schläft sie in einer Nacht mit vier Zwergen, um damit das Halsgeschmeide Brisingamen zu bezahlen, das diese für Freyja hergestellt haben.

In Schweden und Norwegen sind zahlreiche Orte nach ihr benannt. Der Freyja war die Linde heilig. Unter zahlreichen Freyja-Linden hielt man die Thing-Versammlungen ab.

Gern vernimmt diese Göttin der Liebe den Minnesang, besonders in Liebesangelegenheiten wird sie angerufen und ist den Anrufenden gewogen.
Am Brutkamp, dem gewaltigen Hünengrab in Albersdorf (Dithmarschen/Norddeutschland) sollen früher Neuvermählte ihr erstes Opfer der Freyja dargebracht haben.
Die der Freyja geschuldete Ehrerbietung ging auf die Damenwelt über, denn von ihr hat der Ehrenname den Ursprung, daß man vornehme Weiber Frauen (freyjur) nennt.

Ein Wünschelding ist ihr Falkengewand, mit dem gleich dem Falken durch die Luft fliegen kann, wer es anlegt .

Freyjas Schmuck Brisingamen wird mit der Regenbogenbrücke Bifröst in Verbindung gebracht, dem Verbindungsweg von Himmel und Erde.
An Freyjas Hals wurde Brisingamen zu einem Symbol der Früchte des Himmels und der Erde. Freyja bescherte die Erde mit Schätzen, wann immer sie weinte. Wenn ihre Tränen auf Felsen auftrafen, verwandelten die sich in Gold; fielen sie ins Wasser, so wurden sie zu Bernstein.

Ägirs Trinkgelag

Ägir, der mit anderm Namen Gymir hieß, bereitete den Asen ein Gastmahl, nachdem er den großen Kessel erlangt hatte. Zu diesem Gastmahl kam Odin und Frigg, sein Weib. Thor kam nicht, denn er war auf der Ostfahrt. Sif war zugegen, Thors Weib, desgleichen Bragi und Idun sein Gemahl. Auch Tyr war da, der nur eine Hand hatte, denn der Fenriswolf hatte ihm die andre abgebissen, als er gebunden wurde. Da war auch Niörd und Skadi, sein Weib, Freyr und Freyja, und Widar, Odins Sohn. Auch Loki war da und Freyrs Diener Byggwir und Beyla. Da waren noch viele Asen und Alfen.

Ägir hatte zwei Diener, Fimafeng und Eldir. Leuchtendes Gold diente statt brennenden Lichtes. Das Ael trug sich selber auf. Der Ort hatte heiligen Frieden. Alle Gäste rühmten, wie gut Ägirs Leute sie bedienten. Loki, der das nicht hören mochte, erschlug den Fimafeng. Da schüttelten die Asen ihre Schilde und rannten wider Loki und verfolgten ihn in den Wald und fuhren dann zu dem Mahl. Loki kam wieder und sprach zu Eldir, den er vor dem Saale fand:

Loki:
Du willst es, Frigg,
daß ich weiter noch
Hohnreden halten soll:
Mein Werk war’s,
daß du nach Wahlhall reiten
den Sohn nicht mehr siehst.

Freyja:
Von Sinnen bist du, Loki,
da du selbst erzählst
deine schlimmen Schandtaten:
Kund ist Frigg
das künftige all,
wenn sie’s auch selbst nicht sagt.

Loki:
Schweig doch Freyja!
Zuviel von dir weiß ich,
kein Fehl ist dir fremd:
mit den Asen und Alben
hast du allen gebuhlt,
die im Saal hier sind.

Freyja:
Bös’ ist deine Zunge;
Doch bald, mein ich, wirst du
dir Unheil anschwatzen:
Grimm sind dir die Asen
und die Asinnen;
du wirst übel abziehen.

Ägirs Trinkgelag

Nach der nordischen Mythologie wurden die beiden ersten Menschen, Askr und Embla, von den Göttern geistig-seelisch gleich ausgestattet, sind jedoch vom „Holze“ (Charakter) verschieden. Askr bedeutet Esche, Embla Ulme. Eine freudlose Männergesellschaft wie im Christentum, daß die Frau zum Manne ehrfürchtig aufschauen soll und dessen Untertan ist, war damit verhindert. Deshalb waren die Frauen auch immer dabei.
Selbst Allvater Odin wird von den Frauen immer wieder an der Nase herumgeführt. Er gibt es zu und sich mit geistreicher Selbstironie dem Gelächter preis –> Odinsbeispiele.

Man sollte nie einer Frau trauen, die einem ihr wirkliches Alter verrät. Eine Frau, die einem das erzählt, würde einem auch alles andere erzählen (Oscar Wilde)
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1 Lesermeinung:
Montag, 6. Oktober 2008 14:04
Franz Kappes: Oscar Wilde
… ein Frauenverächtler?
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