Der Herausgeber und Chefredakteur der in
Istanbul erscheinenden zweisprachigen Wochenzeitung
Agos wurde
am 12. Mai mit dem „Henri
Nannen Preis“ ausgezeichnet. Der Gruner und
Jahr Verlag und der „stern“ würdigten
ihn damit
nicht nur für seinen Verdienst für die Pressefreiheit,
sondern auch seinen Einsatz für die
Rechte
der unterdrückten armenischen Minderheit.
Mittwoch, 9. August 2006 11:57
Y.Khosrovian: In Deutschland mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet, in der Türkei zu Gefängnis verurteilt!
Hrant Dink wurde am 15. September 1954 in
Malatya im Südosten der heutigen Türkei als ältester
von drei Söhnen geboren. Als er sieben Jahre alt
war, ging sein Vater nach Istanbul, ein Jahr später
folgte ihm seine Frau mit den drei Söhnen. Bald
danach trennten sich die Eltern. Hrant Dink und
seine beiden Brüder lebten bis zu ihrem Abitur in
einem armenischen Waisenhaus. Ein Jahr vor
seinem Schulabschluss flog er wegen linksgerichteter
politischer Aktivitäten vom armenischen Gymn asium
und besuchte danach eine türkische Schule.
Anschließend studierte er Zoologie und Philosophie
an der Universität Istanbul. Danach eröffnete er mit
seinen Brüdern einen Buchladen, der heute zwei
Filialen hat. Nach dem Militärputsch von 1980
wurde mehrmals inhaftiert, verbrachte mehrere
Monate im Gefängnis und erhielt jahrelang keinen
Pass.
Foto: T. Sarian
Mit seiner Ehefrau Rakel leitete er ein Ferienheim
für armenische Kinder. Als der der türkische Staat
Mitte der 80er Jahre das Ferienheim in der Nähe von
Istanbul beschlagnahmte, beschloss er für die Rechte
der Armenier in der Türkei zu kämpfen. „Ich bin mit
und an diesem Ort groß geworden. Es war unser
Paradies. Als es konfisziert wurde, unter dem Vorwand,
die armenische Kirche habe das Grundstück
illegal gekauft, wurde mir zum ersten Mal wirklich
bewusst, was es bedeutet, Armenier in der Türkei zu
sein. Ich beschloss, für meine Identität zu kämpfen.“
Malatya im Südosten der heutigen Türkei als ältester
von drei Söhnen geboren. Als er sieben Jahre alt
war, ging sein Vater nach Istanbul, ein Jahr später
folgte ihm seine Frau mit den drei Söhnen. Bald
danach trennten sich die Eltern. Hrant Dink und
seine beiden Brüder lebten bis zu ihrem Abitur in
einem armenischen Waisenhaus. Ein Jahr vor
seinem Schulabschluss flog er wegen linksgerichteter
politischer Aktivitäten vom armenischen Gymn asium
und besuchte danach eine türkische Schule.
Anschließend studierte er Zoologie und Philosophie
an der Universität Istanbul. Danach eröffnete er mit
seinen Brüdern einen Buchladen, der heute zwei
Filialen hat. Nach dem Militärputsch von 1980
wurde mehrmals inhaftiert, verbrachte mehrere
Monate im Gefängnis und erhielt jahrelang keinen
Pass.
Foto: T. Sarian
Mit seiner Ehefrau Rakel leitete er ein Ferienheim
für armenische Kinder. Als der der türkische Staat
Mitte der 80er Jahre das Ferienheim in der Nähe von
Istanbul beschlagnahmte, beschloss er für die Rechte
der Armenier in der Türkei zu kämpfen. „Ich bin mit
und an diesem Ort groß geworden. Es war unser
Paradies. Als es konfisziert wurde, unter dem Vorwand,
die armenische Kirche habe das Grundstück
illegal gekauft, wurde mir zum ersten Mal wirklich
bewusst, was es bedeutet, Armenier in der Türkei zu
sein. Ich beschloss, für meine Identität zu kämpfen.“
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Y.Khosrovian
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