Montag, 27. November 2006 09:16
Pünktchen: „Glaube und Vernunft“. Autorisierte u. kommentierte Buchausg. der Regensburger Rede von Benedikt XVI
Benedikt XVI.: „Glaube und Vernunft“. Die Regensburger Vorlesung. Vollständige Ausgabe. Kommentiert von Gesine Schwan, Adel Theodor Khoury, Karl Kardinal Lehmann. Herder Verlag, Freiburg 2006. 144 S., geb., 12,- [Euro].
Begreiflicherweise wart ihr empört!
Bei der Türkei-Reise des Papstes mit im Gepäck: Die überarbeitete Fassung der Regensburger Rede

Es galt das gesprochene Wort: Die am 12. September in Regensburg gehaltene Rede des Papstes hat Furore gemacht. Wird sie einmal der Schlüsseltext dieses Pontifikats genannt werden? Bevor sie gehalten wurde, ist die Rede mit dem Hinweis an die Journalisten verteilt worden, eine „vollständige“, mit Anmerkungen versehene Fassung stehe noch aus. Dieser Hinweis seinerzeit sollte das gesprochene Wort nicht als ungültig, wohl aber als unvollständig ausweisen. Die vollständige Fassung wurde erstellt, nachdem es zum Eklat gekommen war. Entsprechend werden die empörten islamischen Reaktionen in den Anmerkungen dieser Fassung berücksichtigt.

Als vollständige ist sie zugleich eine korrigierte Fassung. Nicht nur sind Fußnoten hinzugekommen, auch die heikle Passage der Rede selbst wurde geringfügig, aber ausschlaggebend verändert. Es handelt sich nun gleichsam um die kritische, um die entschärfte Ausgabe der Rede. So stehen wir vor einer paradoxen editorischen Situation: Es gilt das geschriebene Wort, ohne daß dadurch das gesprochene Wort ungültig würde.

Der mit Fußnoten versehene und überarbeitete Redetext liegt inzwischen als Buchmanuskript vor und wird am 6. Dezember in die Buchhandlungen kommen. Man kann sicher sein, daß der Papst diesen Text auf seiner morgen beginnenden Türkei-Reise mit im Gepäck haben wird.

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ Dazu, zu diesem zitierten, heute weltbekannten Wort des byzantinischen Kaisers Manuel II. an seinen persischen Gesprächspartner, heißt es jetzt in einer Fußnote: „Dieses Zitat ist in der muslimischen Welt leider als Ausdruck meiner eigenen Position aufgefaßt worden und hat so begreiflicherweise Empörung hervorgerufen. Ich hoffe, daß der Leser meines Textes sofort erkennen kann, daß dieser Satz nicht meine eigene Haltung dem Koran gegenüber ausdrückt, dem gegenüber ich die Ehrfurcht empfinde, die dem heiligen Buch einer großen Religion gebührt.“

Das Manuel-Zitat wird nun überdies auch anders eingeleitet als in der Regensburger Aula. Ihm wird nicht nur, wie im mündlichen Vortrag am 12. September, eine „erstaunlich schroffe Form“ bescheinigt, sondern zusätzlich eine „für uns unannehmbar schroffe Form“. Ausdrücklicher als zuvor gesagt steht jetzt geschrieben, daß es in dieser Rede eigentlich gar nicht um den Islam gehen soll. „Jetzt, in dieser Vorlesung, möchte ich darüber nicht handeln“, lautet ein zusätzlich eingefügter Redepassus vor Nennung des Zitats.

Worum genau soll es nicht gehen? Um den Manuel-Dialog, insofern er um „den ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges, besonders um das Gottes- und Menschenbild“ kreist. Schon in Regensburg sagte der Papst: „Der entscheidende Satz in dieser Argumentation (Manuels) gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider.“ Nun wird in einer Fußnote präzisiert: „Einzig um dieses Gedankens willen habe ich den zwischen Manuel und seinem persischen Gesprächspartner geführten Dialog zitiert. Er (dieser Gedanke) gibt das Thema der folgenden Überlegungen vor.“ Und so heißt es in einer anderen Fußnote: „Bei der Zitation des Texts von Kaiser Manuel II. ging es mir einzig darum, auf den wesentlichen Zusammenhang zwischen Glauben und Vernunft hinzuführen. In diesem Punkt stimme ich Manuel zu, ohne mir seine Polemik anzueignen.“

Polemik? Mehr noch: ein Akt sprachlicher Gewalt! Ursprünglich hatte es gleich nach dem schroffen Zitat geheißen: „Der Kaiser begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist.“ Nun heißt es: „Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist.“ Da hat also jemand zugeschlagen! Aber nicht ich, der Papst, habe zugeschlagen, sagt der Papst, sondern Manuel, der Kaiser, war’s. Der historisch argumentierende Papst reicht den Vorwurf, den ihm seine islamischen Kritiker machen, an den geschichtlichen Manuel zurück: Es gibt nicht nur Gewalt durch das Schwert, sondern auch Gewalt durch die Sprache.

Sieht man recht, wird der christlich-islamische Dialog bald eine neue Integrationsfigur haben: Kaiser Manuel II., den verbalen Schläger, in dessen Ablehnung sich Ost und West neuerdings aufs herzlichste verbunden wissen.“

(aus der Frankfurter Allg. Zeitung)
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Dienstag, 28. November 2006 15:03
Pünktchen: Bester turk,
was der Papst gesagt hat, ist bei youtube recherchierbar! Er sprach m.W. von „erstaunlich schroffen“ Worten. Die um das Wort „unannehmbar“ erweiterte Wendung kam später hinzu, verstärkt aber nur die Aussageabsicht des Papstes, die auch ohne diesen Ausdruck klar erkennbar ist. Ich gehe noch weiter: selbst wenn die Haltung des Papstes zu dem Manuel-Zitat unklar wäre, dürfte nicht von einer „Beleidigung“ des Islam gesprochen werden!
Dienstag, 28. November 2006 14:27
turk: http://www.kath.net/detail.php?id=14707 – Anmerkungsapparat war von Anbeginn (!) angekündigt
Immer noch fehlt der Beweis eines Ohrenzeugen, daß beim Auftritt des Papstes in Regensburg dieser Satz („… wendet er sich in erstaunlich schroffer, für uns unannehmbar schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner.nicht gehört hätte …“) gefehlt hätte, der meines Wissens nach von Anfang an enthalten war. Im übrigen war schon bei der Ansprache klar, daß ein Anmerkungsapparat in der schriftlichen Version erfolgen würde (vgl. http://www.kath.net/detail.php?id=14707)

Wer turk und Pünktchen von Anfang liest, wird deutlich erkennen, daß es sich um zwei klar unterscheidbare Personen(gruppen) handeln muß. Manchmal gibt es sachlich Gemeinsamkeiten, manchmal Unterschiede. Anders ist dies im Falle von Konrad und Schüttel: hier erkennt der Beobachter, daß Schüttel in der Tat der wild gewordene Schatten des eigentlichen Herrn Konrad ist, und beide ließen sich all zu oft als Erfüllungsgehilfe(n) des Herrn Justus mißbrauchen. Nun aber hat Konard-Schüttel den Salto schlechthin geschlagen: der Papst müßte sich auch dann entschuldigen, wenn es sich um eine „unbeabsichtigte Verletzung“ gehandelt haben sollte. Dann jedoch müßten sich die rechtskräftig beurteilten Ex-Regenten von St. Pölten und ihre uneinsichtigen Verteidiger und sogar Bischof Krenn schon einhundertfach früher entschuldigen. Ihre eigene nun dargebotene „Advocatus“-Entschuldung ist nicht glaubwürdig.
Dienstag, 28. November 2006 13:59
Pünktchen: Islamkritik ist keine „Verletzung“/ „Beleidigung“
Schüttel/Konrad! Sie kapieren es immer noch nicht oder wollen es nicht kapieren!? Es hat keine „Verletzung“ der Muslime gegeben und schon gar keine „Beleidigung“! Durch gebetsmühlenhafte Wiederholung wird Ihre falsche Tatsachenbehauptung nicht richtiger!

Mohammed HAT zur Gewalt gegen Andersgläubige aufgerufen und zugleich Toleranz gepredigt. Die Widersprüche des Koran in dieser Beziehung kennzeichnen auch die Geschichte des Islam. Entsprechende Anfragen an den Islam sind keine „Verletzungen“, „Beleidigungen“ usw., es sei denn, daß jede Abweichung der Fremdeinschätzung des Islam von der Selbsteinschätzung desselben als „Beleidigung“ akzeptiert wird!

Die Äußerung des Kaisers Manuel drückt eine entschieden negative Bewertung des Islam aus! Wenn jemand dieselbe Aussage über das Christentum trifft, kommt niemand auf die Idee, von „Beleidigung“ zu sprechen! Vielmehr könnte von Irrtum, Einseitigkeit, Fehlinterpretation, historischen Unkenntnissen etc. die Rede sein! Mit den ständig von Anhängern des Islam heraufbeschworenen „Beleidigungs“-Tatbeständen und den daran geknüpften Gewaltdrohungen soll freie Rede und jegliche Islamkritik unterbunden werden!

Bei der jüngsten Demo in Istanbul konnte man Plakate lesen mit der Aufschrift: „Jesus ist nicht der Sohn Gottes!“ Stellen Sie sich nur einmal vor, SIE würden wiederholt in Wien mit dem Plakat angetroffen: „Mohammed ist nicht Gottes Prophet!“

Es kann hier nicht zwei Maßstäbe geben! Die freie Rede ist nicht verhandelbar im „Dialog“!
Dienstag, 28. November 2006 12:36
Schüttel: Auch wenn jeder weiss, dass Pünktchen
die „light-version“ von turk ist, so sollte, wenn das Ganze hier einen Erkenntnisgewinn haben soll, doch einigermaßen logisch argumentiert werden. Jede video-Aufzeichnung und die FAZ vom 13.09. mit dem zunächst veröffentlichten offiziellen Text (ohne Anmerkungen) beweist die Lage. Der durch turk’schen Totalitarismus vertriebene Konrad hat nicht behauptet, das BXVI die Moslems beleidigen wollte. Aber auch eine unbeabsichtigte Verletzung verlangt eine Entschuldigung. So entschuldigt man sich, wenn man unbeabsichtigt jemand auf den Fuss tritt oder anrempelt!
Und das ist objektiv und beweisbar am 12.09. geschehen und deshalb ist die heute beginnende Reise ins Land der „turken“ auch zusätzlich dramatisiert. Schuld haben, wie Konrad vor seiner Einschüchterung durch turk richtig feststellte, die jesuitischen Naivlinge im vatikanischen Presseamt, die sofort entlassen werden sollten (das wäre dann – weil sichtbare Folge – ja indirekt genug an päpstliche Entschuldigung!).
Und es nervt absolut, wie turk in punkto St. Pölten den Richter des jüngsten Tages spielt! Alle lachen über den „13.“, nur turk (…) nimmt ihn auf kreuz.net regelmässig ernst. Schüttel spielte lediglich den advokatus
Dienstag, 28. November 2006 11:57
turk: Nochmals, wo ist der Beweis?
Herr Schüttel-Konrad! Es ging hier einzig und allein um die Forderung einer Entschuldigung an den Papst ausgerechnet aus Ihrem Munde, aus dem wir hier im anonymen Forum absurde Verteidigungsreden für die Pöltner Ex-Regenten ertragen mußten. Es ist nicht tolerabel, daß hier einige uneinsichtige Lesernamen à la Durschnittspoliltiker mit dem Vergessen schwerer Ausrutscher spekulieren. Es muß Richtigstellung und Umkehr geben können. Grotesk ist es, wenn sich ein Konrad-Schüttel von einem anderen anonymen Lesernamen angeblich „vertreiben“ läßt. Wie ernst nehmen Sie das von Ihnen beschimpfte kreuz.net? Ihre Beschimpfung gegen kreuz.net ist so lange unglaubwürdig, als es den auf http://www.priesternetzwerk.net/html/konveniats.html benannten Personen nicht gelingt, die Verlinkungen zu kreuz.net auf http://www.priesternetzwerk.net/html/links.html und das Dokument namens http://www.priesternetzwerk.net/…_wolfgang_rothe.html im Hinblick auf http://www.kreuz.net/bookentry.657.html entfernen zu lassen.

Immer noch fehlt der Beweis eines Ohrenzeugen, der beim Auftritt des Papstes in Regensburg dieser Satz („… wendet er sich in erstaunlich schroffer, für uns unannehmbar schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner.nicht gehört hätte …“) gefehlt hätte, der meines Wissens nach von Anfang an enthalten war. Im übrigen war schon bei der Ansprache klar, daß ein Anmerkungsapparat in der schriftlichen Version e…
Dienstag, 28. November 2006 10:35
Pünktchen: Der von mir unten zitierte Redetext des Papstes
.
wurde ausdrücklich als „nachgebessert“ präsentiert (s.u.!) Insofern waren die Hinweise von Konrad eigentlich überlüssig, wenn auch in der Sache richtig. Der Papst hatte von einer „erstaunlich schroffen“ Rede des Kaisers gesprochen. Dies und der Textzusammenhang machen gleichwohl deutlich, daß der Papst sich der kaiserlichen Aussage nicht einfach anschließt, sondern sie nur zum Ausgangspunkt von Grundsatzüberlegungen zum Thema „Religion und Gewalt“ macht. Wenn dies von islamischer Seite als „Beleidigung“ des Propheten aufgefaßt wird, dann gibt es auf islamischer Seite eindeutig überhaupt keine Toleranz für Islamkritik, die Voraussetzung für einen Dialog wäre! Die Reaktionen der islamischen Welt auf die Papstrede erinnern mich an das Sprichwort:

>>Getroffene Hunde bellen!<<

Daß Sie sich die Auffassung zu eigen machen konnten, der Papst habe in seiner Rede irgendjemanden „beleidigt“ und müsse sich daher „entschuldigen“, läßt mich an Ihrer Urteilskraft zweifeln, Konrad!
Was der FAZ-Journalist Christian Geyer offensichtlich bedauert ist die politisch-opportunistische Distanzierung vom Kaiserzitat, in dem ja gleichwohl Wahrheitsmomente enthalten sind, die als berechtigte Anfragen an den Islam bestehen bleiben! Die ganze Reaktion auf die Regensburger Rede beweist nur, daß der Hl. Vater einen neuralgischen Punkt berührt hatte, den kein „Dialog“, der diesen Namen verdient, unberücksichtigt lassen kann und bei dem es auch künftig keinen diplomatischen „Rabatt“ geben darf!
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