Sonntag, 10. Dezember 2006 11:32
Artois †: C. Julius Döpfner – ein Wolf im Schafspelz
Im Juli 2001 rühmte die Tagespost den ex-Bischof Döpfner von Berlin und München weit über Gebühr. Ich schrieb damals einen Leserbrief, der auch teilweise abgedruckt wurde. Der vollständigen Text sei hiermit den Lesern von Xnet mitgeteilt. Pius XII. hat Döpfner zum Bischof gemacht. Ein Papst, der solche Figuren zu Hirten beruft, legt jedenfalls die Axt an die Wurzel der Kirche, er gibt die Schafe den Wölfen preis.
Auf Seite 4 der aktuellen Ausgabe teilen Sie mit, daß anläßlich des 25. Todestages von Kardinal Döpfner die „erste wissenschaftliche Biographie“ über Döpfner erschienen ist. Diese Biographie wurde zusammengestellt von einem gewissen Herrn Klaus Wittstadt, der die Behauptung aufstellt, Döpfner sei „einer der bedeutendsten Bischöfe des Zwanzigsten Jahrhunderts“ gewesen. Dies trifft ganz und gar nicht zu. Eine solche Aussage ist nur deshalb möglich, weil bestimmte Aspekte des Wirkens dieses Prälaten konsequent unterdrückt werden und somit ein völlig verzerrtes Bild entsteht.
Bereits am 17. Juli wurden in dem Artikel „Wetter: Döpfner war ein Reformer und Bewahrer“ falsche Aussagen getroffen. Sprüche wie „Döpfner wollte Freiheit für neue Initiativen und Mut zum Wagnis, ebenso wichtig war ihm aber die Treue zum bleibend Gültigen“ zeugen von einer so erschreckenden Substanzlosigkeit, daß man eine abträgliche Absicht des Laudators vermuten muß. Daß man bei einem römisch-katholischen Bischof hervorhebt, daß er Treue zum bleibend Gültigen „wollte“, grenzt an Zynismus.
Die tatsächlichen erheblichen Schwachstellen von Döpfners Wirken enthält die Tagespost sehr sorgfältig ihren Lesern vor. So war Döpfner maßgeblicher Förderer von Karl Rahner und hat diesem sein fanatisch kirchenfeindliches Wirken weitgehend erst ermöglicht. Döpfner war auch maßgeblich verantwortlich für die berüchtigte „Königsteiner Erklärung“ und setzte dort einen Kurs unserer Kirche durch, der sich bis zum heutigen Tage verhängnisvoll auswirkt.
Sein Gegenspieler war damals sein Nachfolger im Amt des Berliner Bischofs, Alfred Kardinal Bengsch. Bengsch verfaßte in zweitägiger ununterbrochener Arbeit einen Gegenentwurf für die „Königsteiner Erklärung“. In diesem Entwurf prangert Bengsch vor allem den Versuch der Autoren der „Königsteiner Erklärung“ an, die päpstliche Autorität zu unterminieren. In einer konträr behandelten Frage sei es die Aufgabe der Bischöfe, die päpstliche Position zu stärken. Bengsch widerlegte die Behauptung des Entwurfs zur Königsteiner Erklärung, die Erfüllung der päpstlichen Forderungen sei unmöglich und fragte, ob ebenso wie diese päpstliche Forderung auch die (ebenso schwer zu erfüllenden) Gebote der Nächsten- und Feindesliebe aufzuheben seien. Nach Bengsch wird die Erklärung von einem Denken beherrscht, das jeder sittlichen Norm feindlich ist:
„Die Ehrfurcht vor dem Leben ist unteilbar. Entweder nimmt man es als Gottesgabe an, dann ist es freier Verfügung weitgehend entzogen, oder aber man macht sich selbst zum Herrn, indem man den Ausdruck der Bibel, sich die Erde untertan zu machen, auch auf das werdende oder überhaupt auf das andere menschliche Leben ausdehnt. Dann aber gibt es weder wissenschaftlich noch praktisch eine Grenze, die unüberschreitbar wäre… Ich fürchte, wenn wir uns zu sehr winden und drehen und gegen den Papst ausgespielt werden, dann wird genau das unsere zukünftige Lehraufgabe sehr erschweren.“
Die Warnung Bengschs hat sich bis zum heutigen Tage tausendfach bestätigt.
Da Bengsch wegen der Haltung der DDR-Behörden nicht an der Konferenz in Königstein teilnehmen konnte, sandte er seinen Generalvikar Adolph, um den Bischöfen der Deutschen Bischofskonferenz rechtzeitig vor der Beschlußfassung seine Gedanken bekannt zu machen. Dies wurde von Döpfner verhindert, der dafür sorgte, daß das Schreiben von Bengsch nicht vor der Beschlußfassung bekannt gemacht werden konnte. So war er in der Lage, die Königsteiner Erklärung ohne Diskussion der Bedenken von Bengsch durchzupeitschen und die deutsche Kirche auf den relativistischen Kurs zu leiten, den sie bis heute nicht verlassen hat.
Wer wissen will, wer Döpfner wirklich war, lese das Buch von Prof. Georg May „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe“. Ich werde dieses Buch demnächst auf meiner Heimseite veröffentlichen.
Fazit jedenfalls: Döpfner war einer der schlimmsten Pseudo-Hirten, die jemals in Deutschland ihr Unwesen trieben. Neben Frings scheint er der Hauptverantwortliche für die Entkirchlichung Deutschlands und die Vernichtung des deutschen Katholizismus zu sein. Gott sei seiner Seele gnädig!
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Weiterlesen:
• Papst Benedikt: Jesus von Nazareth
• Febronius: Professor Papst
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 14 Lesermeinungen:
Dienstag, 26. Dezember 2006 14:39
Burgorus: Warum Döpfner gerettet ist.
Eins muss ich zu meinem Posting noch hinzufügen. Döpfner hätte eigentlich auch den Rosenkranz abschaffen sollen. Doch das zu tun hat er sich geweigert. Das ist ein weiterer wesentlicher Grund, warum seine Seele gerettet worden ist.
Donnerstag, 21. Dezember 2006 00:01
obelix †: Geil, hier macht sich jeder seine Religion und seinen Glauben selbst.
Es lebe die Beliebigkeit und der Relativismus!

(und gönnt dem anderen die Butter nicht aufs Brot;)
Freitag, 15. Dezember 2006 18:07
Artois †: @stöhr
Ich behaupte überhaupt nichts „quasi“. Ich habe ausdrücklich bestritten, daß die KE ein kirchliches Dokument ist. Bekommen Sie das in Ihren vermickerten Schädel nicht hinein?
Die Kirche kann niemals eine Sekte sein und auch nicht werden, „Ewig fest steht der Kirchen Haus“ – dabei bleibt es, auch wenn Sie hier sinnlos herumzetern. Wer hat Ihnen überhaupt erlaubt, hier zu posten?
Donnerstag, 14. Dezember 2006 18:27
johannes XXIII: Sedisvakantisten
Wer hört schon auf die Sedisvakantisten und ihre selbst gebastelten Dogmen und Enzykliken, in denen einfach mal passagen fehlen oder mit anderen passagen anderen Enzyklliken gewürzt werden. und ein exkommunizierter Bischof hat die Sedisvakanz ausgerufen… Schon lustig, wenn ich vom „Editor“ immermal die „Häresie der Woche“ geschickt bekomme…da hab ich dann wieder mal was zu lachen. Die schreiben sich so einen mist zusammen und drehen einem das Wort im Munde rum oder beschimpfen einen auf übelste Weise und Deutschland wird zur „Völkermordsrepublik“ (O-Ton Lingen). Wer net zufrieden ist in Deutschland, der soll gehen.

Wir brauchen euch Sedisvakantisten hier net! Verzieht euch nach nirgendwo!
Donnerstag, 14. Dezember 2006 07:29
Konrad: Herr Daniel Stöhr, Sie sind in einem religiösen Wahn,
wie nahezu alle Sedisvakantisten und Johannes Rothkranz. Was soll Ihr albernes Gerede, auf dem Vat.II seien „Bischöfe aus der Kirche ausgetreten“? Das erinnert an einen ungebildeten Soziologieprofessor, der Papst Benedikt XVI. unterstellt, er habe die „Götter“ pan und eros inthronisiert (wegen des Katechismus-Symbol eines Flötern spielenden Hirten und der Enzyklika „Deus est Caritas“).
Nein, es sind Einzelne, die Verrat geübt haben, nicht der Gesamtepiskopat und auch nicht einer der nachkonziliaren Päpste. Die „Königsteiner Erklärung“ ist allerdings das bleibende Dokument eines Verrats an der Lehre der Kirche und eines Dolchstosses gegen Papst Paul VI. Dafür muss Döpfner im Endgericht Rechenschaft ablegen!
Mittwoch, 13. Dezember 2006 23:11
Daniel Stöhr: Nur ein Zitat, Artois:
„Döpfner war auch maßgeblich verantwortlich für die berüchtigte „Königsteiner Erklärung“ und setzte dort einen Kurs unserer Kirche durch, der sich bis zum heutigen Tage verhängnisvoll auswirkt“

Sie behaupten damit quasi, dass die „Königssteiner Erklärung“ eine Erklärung der Kirche sei. Bitte nehmen Sie endlich zur Kenntnis (und alle anderen), dass mit der Promulgation der häretischen V2-Texte nahezu der gesamte Welt-Epikospakt aus der Kirche ausgetreten ist!(also im Jahr 1965) Auch Döpfner. Das was sie als „unsere Kirche“ bezeichnen ist eine Sekte.
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