Am Ende meines ersten Deutschland-Besuchs als Bischof von Rom und Nachfolger Petri ist es mir noch einmal
ein Bedürfnis, meinen herzlichen Dank auszudrücken für die freundliche Aufnahme, die ich selbst und
meine Mitarbeiter und besonders die zahlreichen Jugendlichen erfahren durften, die anläßlich des Weltjugendtages
aus allen Kontinenten in Köln zusammengekommen sind.
Der Herr hat mich berufen, die Nachfolge des geliebten
Papstes Johannes Paul II. anzutreten, des genialen Initiators der Weltjugendtage.
Freudig habe ich dieses
Erbe aufgegriffen, und ich danke Gott, daß er mir die Gelegenheit gegeben hat, gemeinsam mit so vielen
Jugendlichen diese weitere Etappe ihres geistlichen Pilgerweges zu erleben, der sie von Kontinent zu Kontinent
dem Kreuz Christi folgen läßt.
Ich danke allen, die sich tatkräftig dafür eingesetzt haben, daß
jede Phase und jeder Moment dieses außerordentlichen Treffens geordnet und entspannt ablaufen konnte.
Die gemeinsam verbrachten Tage haben vielen jungen Leuten aus aller Welt ermöglicht, Deutschland besser
kennenzulernen: Wir wissen alle um das Böse, das im 20. Jahrhundert von unserem Vaterland ausgegangen
ist, und bekennen es mit Scham und Trauer.
Aber in diesen Tagen ist gottlob weithin sichtbar geworden,
daß es auch das andere Deutschland gab und gibt – ein Land einzigartiger menschlicher, kultureller und
spiritueller Werte. Ich wünsche mir, daß diese Werte auch dank dem Ereignis dieser Tage neu in die Welt
ausstrahlen mögen.
Nun können die jungen Menschen aus aller Welt bereichert durch die Kontakte und
durch die Erfahrung des Dialogs und der Geschwisterlichkeit, die sie in verschiedenen Gegenden unseres
Vaterlandes gemacht haben, wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Ich bin gewiß, daß ihr von dem für
ihre Altersstufe typischen Enthusiasmus gekennzeichneter Aufenthalt bei den Menschen, die sie großzügig
beherbergt haben, eine gute Erinnerung zurückläßt und so auch für Deutschland ein Zeichen der Hoffnung
ist.
Man kann nämlich sagen, daß Deutschland in diesen Tagen der Mittelpunkt der katholischen Welt
war. Die Jugendlichen aller Kontinente und Kulturen haben, indem sie sich glaubensvoll um ihre Hirten
und um den Nachfolger Petri scharten, eine junge Kirche sichtbar gemacht, die mit Fantasie und Mut das
Gesicht einer gerechteren und solidarischeren Menschheit entwerfen will.
Nach dem Beispiel der Heiligen
Drei Könige haben sich die Jugendlichen – entsprechend dem Thema des Weltjugendtags – auf den Weg gemacht,
um Christus zu begegnen. Nun reisen sie wieder zurück in ihre Regionen und Städte, um das Licht, die
Schönheit und die Kraft des Evangeliums zu bezeugen, die sie erneut erfahren haben.
Es ist mir ein Bedürfnis,
all denen zu danken, die diesen zahlreichen jugendlichen Pilgern ihr Herzen und Ihre Häuser geöffnet
haben. Ich danke den Regierungsvertretern, den Verantwortlichen aus der Politik und den verschiedenen
Zivil- und Militärverwaltungen sowie den Sicherheitsdiensten und den vielen Organisationen des Volontariats,
die mit großer Hingabe für die Vorbereitung und für den positiven Verlauf aller Initiativen und Kundgebungen
dieses Weltjugendtages gearbeitet haben.
Ich danke denen, die die Meditations- und Gebetstreffen betreut
und die liturgischen Feiern gestaltet haben, in denen uns aussagekräftige Beispiele der freudigen Vitalität
des Glaubens dargeboten wurden, der die Jugendlichen unserer Zeit beseelt.
Außerdem möchte ich in meinen
Dank auch die Verantwortlichen der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie die Vertreter
der anderen Religionen einbeziehen, die bei diesem bedeutenden Treffen zugegen sein wollten. Ich wünsche
mir, daß sich der gemeinsame Einsatz verstärkt, die jungen Generationen in jenen menschlichen und geistigen
Werten zu erziehen, die zur Gestaltung einer Zukunft in wahrer Freiheit und in Frieden unverzichtbar sind.
Mein tief empfundener Dank gilt Kardinal Joachim Meisner, dem Erzbischof von Köln, der Diözese, die
dieses weltweite Treffen beherbergt hat, ferner dem deutschen Episkopat mit seinem Vorsitzenden, Kardinal
Karl Lehmann, sowie den Priestern und Ordensleuten, den Pfarrgemeinden, den Laienverbänden und den Bewegungen,
die sich darum bemüht haben, den Aufenthalt der Jugendlichen so zu gestalten, daß er für sie einen
geistlichen Gewinn bringen konnte.
Einen von Herzen kommenden Dank richte ich an die deutschen Jugendlichen,
die sich auf verschiedene Weise zur Aufnahme ihrer Altersgenossen bereitgefunden und gemeinsam mit ihnen
Augenblicke des Glaubens erlebt haben, die wir als unvergeßlich bezeichnen können.
Mein Wunsch ist,
daß dieses kirchliche Ereignis in das Leben der Katholiken Deutschlands eingeschrieben bleibe und sie
zu neuem geistlichen und apostolischen Schwung motiviere! Möge das Evangelium von allen Jüngern Christi
unverkürzt aufgenommen sowie mit aller Kraft bezeugt werden und sich so als ein Ferment echter Erneuerung
der gesamten Gesellschaft in Deutschland erweisen, auch dank dem Dialog mit den verschiedenen christlichen
Gemeinschaften und den Anhängern anderer Religionen!
Mein ehrerbietiger und dankbarer Gruß richtet
sich schließlich an die politischen, zivilen und diplomatischen Vertreter, die bei dieser Verabschiedung
zugegen sein wollten.
Im besonderen danke ich Ihnen, Herr Bundeskanzler, und bitte Sie, dem Präsidenten
der Republik, den Regierungsmitgliedern und dem ganzen deutschen Volk meinen Dank zu übermitteln.
Das
Herz erfüllt von den Erlebnissen und Erinnerungen dieser Tage, trete ich die Rückreise nach Rom an und
rufe auf alle die Fülle des göttlichen Segens herab für eine Zukunft sorgenfreien Wohlstands in Frieden
und Eintracht.
Sonntag, 21. August 2005 19:29
Abschiedszeremonie





