Für die sogenannte Tee-Zeremonie werden Wasser, Tee, Stoff für Gebetssäckli vorbereitet.
Die Hände
werden mit der Bitte gewaschen, „daß Gott selbst alles, was an uns klebt, wegnimmt“.
Ein Teil des Tees
wird in die Schale gelegt, der andere Teil in die Stoffetzen eingebunden. Mit jedem gebundenen Gebetssäckli
werden gewisse Gebete in Verbindung gebracht.
Danach wird der Kontakt zum Geheimnis des Wassers gesucht: „Der Segen, der im klaren Wasser steckt, ist
enorm.“
Es gehe darum – so die Franziskaner –, mit dem Tee in Beziehung zu treten, den Tee wahrzunehmen
und den Segen fließen zu lassen.
Während der Tee im Wasser zieht, schaut man sich gegenseitig in die
Augen.
Nach knapp einer halben Stunde Stille wird der Tee eingeschenkt. Zwei drei Schlucke reichen:
„Es schmeckt
bis in die Seele hinein. Tee, der meditativ im Geist Gottes genossen wird, sättigt auch das Innere des
Menschen.“
Nach einer abschließenden Stille steht man auf, schaut sich nochmals an und verneigt sich.
Pfeiffenritual:
Bovor man ins Zelt eintritt, räuchern sich die Beteiligten vom Alltag ab. Der Raum wird
mit Gebet, Gesang und Kräutern für das Ritual bereitet.
„Das Rauchen steht für das, was wir selber tun müssen, um das Gebet zu verwirklichen. Beten heißt nie selber nicht alles tun, was man tun kann.“
Bei dem Pfeiffenritual werden Gebetssäckli mit Tabak gebunden. Der andere Teil des Tabaks wird in die
Pfeife gestopft.
Beim Entzünden der Pfeife steht „die Bitte, daß Gottes Geist die Wandlung beginnt –
auch in uns“.
Für die Franziskaner ist der Tabakgenuß eine Form des Gebetes: „Gebet kann viele Formen haben. Wenn nur die Ehrfurcht vor dem Heiligen geachtet wird.“
Das dynamische „Vater unser“ ist eine Form, welche die Aussagen des Herrengebetes in sehr schnelle, teilweise
aggressive Bewegungen umsetzt.
Dabei soll die Kraft immer aus dem Herzen und dem Bauch kommen und in
die Finger- und Fußspitzen „geschleudert“ werden.
Manchmal spricht man auch vom „chinesischen Vaterunser“, weil es an östliche Kampfsportarten erinnern
kann.
Aber es ist in Wirklichkeit eine Erfindung der Zürcher Franziskaner.