Zu Beginn der Fußball- Weltmeisterschaft fand in Hamburg am 10. Juni 2006 das „Fest der Völker und Kulturen“
statt.
Austragungsort war der Platz vor der Kathedrale des Erzbistums.
Das Fest wurde durch einen „ökumenischen Gottesdienst“ eröffnet. Er stand unter der Federführung des Erzbischofs von Hamburg, Mons. Werner Thissen.
Vor dem Gottesdienst wurde den Teilnehmern von fleißigen Helfern ein Prospekt mit dem Titel „The world in our churches“ ausgeteilt.
Auch die Unterschrift des Erzbischofs ist auf dem Faltblatt „The world in our churches“ zu sehen.
Beim „Fest der Völker und Kulturen“ sind auch Plakate mit „Fair“-Slogans präsent.
„Fairer“ Handel (Transfair-Kaffee usw.) ist ein bekannter Slogan aus den Eine-Welt-Läden.
Erzbischof Thissen schreibt in seinem Fußballbuch – er ist schließlich Misereor-Bischof – auch etwas zu „fairen“ Fussbällen.
Ein Programmpunkt des Flugblattes weckt allerdings das Erstaunen der Gläubigen: „Fair Care beim Verkehr“.
Was Zwangsprostitution ist, kann sich jeder denken.
Wer wissen möchte, was „Sexarbeit“ ist, kann sich
zu diesem Thema in Hamburg ganz besonders schlau machen. Das „Museum der Arbeit“ zeigt seit dem 4. November
2005 eine Ausstellung mit dem gleichen Titel.
Der Museumsflyer definiert die Hurerei:
„Tätigkeit in der Prostitution ist Arbeit, eine sexuelle Dienstleistung,
welche durch das Prostitutionsgesetz von 2002 in Deutschland vom Odium der Sittenwidrigkeit befreit wurde.
Sie ist NICHT gleich Frauenhandel. Mit dieser Haltung leistet das Museum auch einen Beitrag zur öffentlichen
Diskussion und Aufklärung: die Entkriminalisierung und Enttabuisierung von selbständiger und freiwillig
erbrachter Arbeit – nicht zu verwechseln mit der kriminellen sexuellen Ausbeutung von Frauen, die von
Frauen/ Menschenhandel betroffen sind.“
Bei soviel „Fairness“ ist es nicht verwunderlich, daß Erzbischof Thissen von der Deutschen Bischofskonferenz zum Vertreter beim WM-Endspiel am 9. Juli in Berlin ausersehen wurde. Dafür verschob er sogar seinen Urlaubsantritt